Pfitscher Joch – Der weniger begangene Weg

10. August 2013

Am Wipptaler Höhenweg

… aber auch der weniger begangene Weg zum Pfitscher Joch ist kein wenig begangener. Das sollte ich gleich mal vorweg schicken. Eigentlich wollte ich auch gar nicht zum Pfitscher Joch, sondern zur Alpeiner Scharte. Aber nach als ich die Alpeiner Scharte nach dem ersten Aufstieg ins Unterschrammachkar sah, kam ganz schwer das Weichei in mir durch: Niemand sonst wollte da rauf; der Weg war nicht erkennbar; und in der steilen und offensichtlich gerölligen Scharte lag auch noch Schnee.

Also habe ich fix umdisponiert. Am Pfitscher Joch war ich schon öfter, aber noch nie über den Wipptaler Höhenweg. Der verläuft vom Unter- durchs Oberschrammachkar und trifft knapp unterhalb des Pfitscher Jochs wieder auf den „normalen“ Jochweg, der, wie ich dann im Abstieg festgestellt habe, inzwischen ein beliebter Mountainbike-Transalp-Korridor ist und auch – mehr oder weniger – Bike-tauglich ausgebaut worden ist.

Den Wipptaler Höhenweg fand ich ganz okay. Es geht halt sehr viel auf einer Höhe über oft große Platten am Hang entlang. Die Aussicht ist natürlich großartig, verändert sich aber im Laufe der Zeit eher wenig. (Und am schönsten ist eh das Unterschrammachkar. Ich hätte auch gleich dort ein paar Stunden rumhängen können.)

Am Pfitscher Joch bin ich noch ein Stück Richtung Rotbachlspitze gegangen, aber am Vorgipfel („Rote Wand“ auf einer meiner Karten) hab ich es gut sein lassen – da war ich schon über vier Stunden und 1000 Höhenmeter unterwegs. Machte aber nichts, ich war eh schon mal am Gipfel, und an der Roten Wand hat man auch schon einen tollen Blick. Und ein erstaunlich risikobereites Murmeltier hat mir bei meiner Rast Gesellschaft geleistet – zwar mit Sicherheitsabstand, aber völlig entspannt. Das hat man auch nicht oft.

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Hüttenkogel (Hochzillertal) – Das Wochenende des selektiven Nebels, Teil 2

6. August 2013

Von der Wetterkreuzspitze zum Hüttenkogel

So, ich bin euch ja noch Teil 2 der Wochenend-Nebel-Story schuldig. Nachdem ich also am Samstag im Nebel den Großen Galtenberg bestiegen hatte, habe ich mich am Sonntag aufgemacht, um ein bisschen in den Tuxer Alpen herumzulaufen – und, ihr seht es schon am Foto, auch das war nicht ganz wolkenlos.

Diese konkrete Tour wollte ich schon lange mal machen, aber eins hat mich immer davon abgehalten: Dass weite Teile davon durchs Skigebiet Hochzillertal führen. Das ist dann ja im Sommer oftmals nicht ganz so hübsch. Aber nach dem Galtenberg schien mir so eine mittel-aufwändige Tour ganz sinnvoll, und ich dachte mir: Was soll’s, dann ist es wenigstens endlich mal abgehakt.

Am Ausgangspunkt – der Kaltenbacher Skihütte oben an der Zillertaler Höhenstraße – sah ich dann schon, dass mein erstes Ziel, die Wetterkreuzspitze (nicht verwechseln mit dem Wetterkreuz nebenan!), im Nebel steckte. Aber auch hier habe ich mich nicht abschrecken lassen und bin losgezogen, und auch hier hatte sich der Nebel zum Glück etwas verzogen, bis ich am Gipfel war. Das mit der Fernsicht war allerdings nur so mittelprächtig. Nun ja. Also ging es weiter zum Hüttenkogel – was übrigens viel, viel weniger spektakulär ist, als es zunächst aussieht. Dort angekommen, konnte ich schon ein bisschen weiter gucken. Und ja, die Skilifte sind immer in Sicht – aber man kann das einigermaßen ignorieren, und die Wege sind bis hierhin eigentlich auch ganz nett.

Und selbst am Rückweg muss man es den Wegeplanern und -instandhaltern lassen: Zuerst geht es zwar über einen Baustellenfahrweg bis zum Gedrechter, aber dann wird man im Abstieg tatsächlich nochmal in eine kleine abgeschiedene Geländekammer geführt. Damit hätte ich nicht gerechnet. Alles in Allem: positiv überrascht.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Zemmgrund – … die zweite Hälfte

29. September 2012

An der Waxeggalm/Alpenrosenhütte

Nach dem vorhersehbaren Scheitern am Gaulkopf wollte ich also noch ein bisschen in den Zemmgrund wandern, um zumindest noch ein bisschen was vom Tag zu haben. Der Weg durch den Zemmgrund ist quasi durchgehend ein Fahrweg; dafür wäre ich bestimmt nie extra bis ins Zillertal gefahren. Insofern bot es sich an, das jetzt als „Füller“ für den Nachmittag zu verwenden.

Allerdings war es schon 13 Uhr, als ich in Breitlahner loskam. Als Ziel habe ich mir daher nur die Grawandhütte gesetzt. Aber ich kam ziemlich zügig voran; und die Grawandhütte war schon in der Winterpause und daher geschlossen; und ich sah immer noch keine Gletscher und hochalpine Landschaft (ich hätte die Karte vorher genauer angucken sollen, dann hätte ich das auch gewusst). Also bin ich doch noch weitergelaufen bis zur Alpenrosenhütte; da war ich dann um 14:40 Uhr. Von hier aus wären es nur noch 30 Minuten bis zur Berliner Hütte gewesen, aber meine Beine vermeldeten leider, dass jetzt leider so gar keine Minuten mehr zur Verfügung standen. Also gab’s einen Snack auf der Alpenrosenhütte und dann ging’s zurück ins Tal.

Und ich muss sagen: Klar ist so ein Fahrweg langweilig zu gehen. Aber der Zemmgrund verändert sich so oft und ist dabei so hübsch und interessant, dass man den langweiligen Weg darüber fast vergisst. Am Anfang geht es durch Wald (kurz), dann über flache, weite Almlandschaften, dann an einer Talenge hinauf gegenüber von imposanten Sturzbächen, dann über eine Hochalm, dann hoch über einer Klamm am Hang entlang, dann ins Gebiet der Waxeggalm mit Blick ins Hochgebirge… schon toll.


Gunggl – Die erste Hälfte…

29. September 2012

Gunggl-Idyll

Manchmal bin ich einfach zu optimistisch, schätze ich. So hatte ich vor, den Gaulkopf im hinteren Zillertal zu erkunden, obwohl eigentlich dagegen sprach: Die Existenz eines Wegs zu Gaulkopfs an sich war nicht gesichert; am Gipfel würde auf Basis seiner Höhe vermutlich Schnee liegen; und ich hatte immer noch kein GPS (wegen des Wegs und so), weil mein letztes den 25-m-Rucksacksturz am Schildenstein nicht überstanden hatte. Trotzdem habe ich mich auf den Weg gemacht. Notfalls, dachte ich, lasse ich einfach vom Gaulkopf ab und gehe einfach noch ein Stück weiter in die Gunggl rein. Ich war auch überhaupt noch nie in der Gunggl gewesen; insofern schien mir das das als ein ganz sinnvoller Plan B.

Die gute Nachricht: Zum Gaulkopf scheint tatsächlich etwas Wegartiges hinaufzuführen. Zumindest finden sich hinter der Maxhütte sporadisch (aber deutlich) markierte Wegspuren und einen ausführlich, aber kryptisch markierten Stein – aber keinen Wegweiser – an der Abzweigung. Die schlechte Nachricht: Der Weg ist arg steil und schon bald kaum noch als Weg erkennbar. Das war mir dann doch zu doof, und ich bin nach ca. 100 Höhenmetern doch umgekehrt.

Das Blöde war nur: Auch der Weg zur Gungglplatte sah tief verschneit aus, und nur bis zu dieser Steilstufe zu laufen und dann nicht hinaufzugehen, fand ich dann doch etwas albern. Blöder Schnee – auch wenn er das Tal nochmal ein bisschen hübscher gemacht hat.

Also bin ich schnell wieder runter nach Ginzling, ins Auto gestiegen und noch weitergefahren bis Breitlahner, um auch noch den Zemmgrund zu erkunden.


Gilfert – Lange nicht gesehen

11. August 2012

Inntal-Panorama

Manchmal glaube ich, ich plane zuviel. Ich ziehe den Wetterbericht zu Rate, bedenke meine eigene Kondition (und wenn ich mit anderen unterwegs bin, wird’s noch komplizierter), manchmal sogar die Stauprognose… und dann komme ich oft zu so einer Art Kompromissziel. So war es auch am letzten Wochenende, wo nach längerem Ausschlussprinzip „nur“ der Gilfert als Ziel feststand. Andererseits: Da war ich auch schon seit neun Jahren nicht mehr (ich werde alt!), insofern war er vielleicht auch einfach mal wieder dran.

Der Weg war im Großen und Ganzen so, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Ich bin von Hochfügen aus losgegangen und übers Sonntagsköpfl zum Gipfel rauf. Yep, der Blick ins Inntal und in die Tuxer Alpen ist immer noch hübsch. Und der Wetterbericht hatte Recht, es klarte tatsächlich auf.

Den Weiterweg durch die Spitzlahn zum Lamark-Hochleger hatte ich als eher weglos in Erinnerung. Aber obwohl die Markierungen jetzt nicht gerade frisch aussahen, habe ich diesmal dem Weg mit wenig Problemen bei der Orientierung bis ganz kurz vor die Alm (und damit den Fahrweg) folgen können. Die letzten Meter waren dann allerdings tatsächlich wild, und ich frage mich ein bisschen, wie man den Weg finden soll, wenn man in der anderen Richtung ginge. Egal, nicht mein Problem.

Ja, und am Schluss muss man halt den langen Fahrweg durchs Skigebiet laufen. Wusste ich ja vorher, also darf ich mich nicht beklagen. Aber ein bisschen fragt man sich ja doch, ob den Fügenbergern ein Zacken aus der Krone brechen würde, wenn sie zumindest für die riesige obere Schleife einen kleinen Steig am Rand der ohnehin existierenden Skipiste als Abkürzung anlegen würden…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Labergalm – Die Tücken des Herbstes

6. November 2011

Brandberger Kolm

Und dann am Sonntag: Der Herbst ist zwar superschön, hat aber auch Nachteile. Ist aber auch superschön. (In der Reihenfolge.)

Eigentlich wollte ich mir die Zeitumstellung zunutze machen und besonders früh aufstehen, um besonders früh schon oben auf dem Berg zu sein, die kalte Morgenluft genießen, den anderen Wanderern voraus sein… und so weiter. Tja, um 10:00 Uhr stand ich dann endlich in meinen Bergschuhen. Grummel. Ich sag nur soviel: Das Halltal in Absam hat schon Wintersperre. Und der Zillergrund auch.

Also bin ich eine relativ unspektakuläre Tour gegangen – von Brandberg über den Bergmähderweg in Richtung Kolmhaus, kurz vor der Hütte dann aber links ab und hinauf zur Labergalm. Das fand ich erst etwas frustrierend, aber es wurde: ein wunder-wunderschöner Herbsttag mit großartiger Sicht und tollen Blicken auf die gelben Lärchen und einzeln roten Laubbäume zwischen dem grünen Nadelwald. „Alpinistisch“ und sportlich gesehen, ragte der Tag jetzt nicht so raus, aber visuell/fotografisch absolut. Ich empfehle ausnahmsweise auf jeden Fall das zugehörige Foto-Album bei Flickr.

Zum Schluss bin ich noch am Steinerkogl-Gasthaus vorbeigekommen – das ist offenbar das Naherholungsziel der Einheimischen schlechthin… mit vollem Rucksack und durchgeschwitztem Hemd kam ich mir da dann doch plötzlich sehr deplatziert vor.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Hamberg – Nur noch ein 2000er vorm Winter…

26. Oktober 2011

Mittleres Zillertal

Uff, ich hänge mal wieder etwas zurück. Also!

Vorletztes Wochenende war ich mal wieder auf dem Hamberg – ein Gipfelziel, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Von Gattererberg bin ich in Richtung Märzengrund und über die Südseite aufgestiegen, vom Gipfel aus dann über den Westhang hinab in die (grobe) Richtung von Hart – bei Nässe würde ich den Weg allerdings umgekehrt empfehlen. Den Abstieg kannte ich nämlich noch nicht, und er ist steiler, als ich erwartet hatte – führt aber durch interessantes, abwechslungsreiches Gelände. Der Südaufstieg dagegen eignet sich auch sehr gut, wenn schon ein bisschen Schnee liegt.

Und das der Blick vom Hamberg großartig ist – Zillertal, Alpbachtal, in den Märzengrund, ins Inntal und bis zum Achensee – versteht sich eigentlich fast von selbst, oder?

Nur dass am Ausgangspunkt in Gattererberg der eigentliche Wanderparkplatz gesperrt war, aber trotzdem ein Wegweiser mich dort hinwies, fand ich nicht so toll. Dementsprechend verwirrt bin ich dann nämlich ein Stück über einen ziemlich schlaglochintensiven Forstweg gefahren und hab mein Auto dabei zweifellos ordentlich von unten zerkratzt. (Für ein paar Autos ist aber zum Glück auch (Park-)Platz am Straßenrand.)

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.