Naunspitze & Petersköpfl & Einserkogel – Darf’s ein bisschen mehr sein?

25. August 2014

Ich weiß nicht, ob das eine Erscheinung meines voranschreitenden Alters ist, aber ich kann dieses Jahr meine Tagesform nur noch schwer vorab einschätzen. An manchen Tagen mache ich schon bei 600-700 Höhenmetern schlapp, an anderen… nicht. Das ist natürlich doof für die Tourenplanung, wenn man nicht so weit raufkommt, wie man gehofft hatte. Es kann aber auch suboptimal sein, wenn man einen richtig guten Tag erwischt hat, auf den man nicht vorbereitet war.

Ich wusste natürlich, dass allein schon die Besteigung der Naunspitze von Kufstein aus über mehr als 1100 Höhenmeter führt. Aber trotzdem, der Gipfel war jetzt mal dran. Auch hatte ich in Erinnerung, dass ich den Weg bis zur Vorderkaiserfeldenhütte trotz des Höhenunterschieds beim letzten Mal bestens bewältigt hatte.

Kufstein-Panorama

Und das war auch diesmal wieder so. Bei relativen kühlen Verhältnissen – ich war früh aufgestanden, um den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen, aber die waren noch früher aufgestanden – habe ich bis zur Naunspitze 23 Leute überholt und ziemlich genau einen Schnitt von 500 Höhenmetern pro Stunde gehalten. Ich war sehr zufrieden mit mir. Also war das Petersköpfl auch noch dran; aber das sind auch wirklich nur 20 Minuten von der Naunspitze.

Pyramidenspitze, ZwölferkogelUnd dann war da einer am Petersköpfl, mit dem ich mich etwas unterhalten habe. Der wollte noch weiter zur Pyramidenspitze und hielt mich wohl für ein ziemliches Weichei. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass das weitere Gelände (eine Latschen-bewachsene Hochfläche) nach vielen kleinen Gegenanstiegen aussah, die sich läppern würden. Er zog dann ab, aber die Saat war in meinem Kopf gesät, und nach ein paar Minuten hin und her bin ich auch wieder aufgebrochen. Und natürlich war das Gelände genauso, wie ich befürchtet hatte. Ich kam aber trotzdem gut voran, bis zum Einserkopf und am Gipfel des Zwölferkopfs vorbei… Aber dann musste ich – an der Abzweigung mit dem Hinweis „Pyramidenspitze 20 Minuten“ – einsehen, dass ich einfach nicht genug Wasser für so eine lange Tour mitgenommen hatte. Also habe ich mich der Vernunft gebeugt und bin zum Hinterkaiser abgezweigt.

So war es ein merkwürdiger Bergtag. 1580 Höhenmeter sind vermutlich persönliche Bestleistung für mich, aber ohne ausgiebige Gipfelrast fühlt sich der Tag in der Erinnerung nicht so richtig wie ein „Erfolg“ an. Er passt schlecht ins Schema, schätze ich.

(Übrigens: Wer „der Abwechslung halber“ aus dem Kaisertal über die Tischhofer-Höhle ins Tal absteigen möchte – das sind nochmal 60 Höhenmeter zusätzlich. Das ist vielleicht nicht, ähm, jedem klar. Ich sag’s nur.)


Strecke: Vom Parkplatz an der Gemeindegrenze Kufstein/Ebbs geht es zunächst über viele Stufen hinauf, dann über die mal mehr, mal weniger ausgebaute Almstraße ins Kaisertal hinein. Hinter dem Veitenhof zweigt der Fahrweg links ab und zieht sich durch den Wald zur Ritzaualm. Hinter der Alm geht es weiter hinauf zur Vorderkaiserfeldenhütte (eine wenig ergiebige Abkürzung vom Fahrweg existiert im oberen Bereich).

Hinter der Hütte geht es zunächst durch den Wald auf einem Pfad weiter hinauf bis zur Abzweigung zur Naunspitze (wenige Minuten durch Felsen und über Schotter, ausgesetzt, aber nicht schwierig). Danach führt der Weg durch Latschenfelder hinauf zum Petersköpfl.

Der Anstieg erfolgt über den Anstiegsweg, oder vom Petersköpfl hinab zur Hinterkaiseralm, oder über die Hochfläche hinter dem Gipfel (wenige Meter zurück auf dem Anstiegsweg, dann rechts in Richtung Pyramidenspitze) zum Einserkogel und am Zwölferkogel vorbei und erst dann teilweise steil hinab zur Hinterkaiseralm. Von hier führt ein bequemer Pfad fast eben zurück zur Vorderkaiserfeldenhütte.

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Heuberg (Walchsee) – Ein etwas anderer Sonnenuntergang

3. November 2013

Inntal

Man kriegt in den Bergen nicht immer das, was man sich vorgestellt hat – das ist eine Binsenweisheit. Mal ist das Wetter anders als vorhergesagt, mal sieht der der Weg anders aus als erwartet… nichts ist wirklich sicher. Aber „anders“ muss auch nicht immer schlecht sein.

Als ich auf der Suche nach geeigneten Kandidaten für eine weitere Sonnenuntergangstour war, fiel mein Blick auf den Heuberg am Walchsee. Was ich dabei allerdings nicht beachtet hatte: Hier stehen zwar Berge im Südwesten* standen, wie es sich gehört, damit die Sonne spektakulär hinter ihnen versinken kann. Aber sie sind verdammt nah dran und im Vergleich zum Heuberg gleichzeitig ein ordentliches Stück höher.

Das bedeutet einerseits, dass die Sonne deutlich eher untergeht. Das war aber noch kein Problem für mich, denn ausnahmsweise war ich mal früh genug dran. Aber es bedeutet auch, dass die Sonne noch recht hoch am Himmel steht, wenn sie verdeckt wird, und daher noch nicht das tolle Abendrot entstanden ist, wenn sie sich verabschiedet.

Hm.

Aber es war trotzdem eine gute Entscheidung, nur halt „anders“. So fiel vor Sonnen-Verschwinden dieses faszinierende Licht auf den Wilden Kaiser nebenan. Und wenig später gab es in der Ferne sogar einen Hauch von Alpenglühen zu bewundern.

Ich bezweifle, dass sich das genau so wiederholen lässt; darum weiß ich nicht, ob ich diesen Heuberg unbedingt als Sonnenuntergangstour empfehlen sollte. Aber für mich war es an dem einen Tag absolut faszinierend.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.

 

* Übrigens: „Wo geht die Sonne unter?“ ist eine Frage, die nur wenige Websites beantworten. Mein Tipp: datum-und-uhrzeit.de


Brentenjoch – Per silvestra ad astra

27. Mai 2011

Zahmer Kaiser – Süd

Und am Sonntag war das Wetter dann besser, als der Wetterbericht vorhergesagt hatte. Ich hasse es, wenn das passiert. Wenn man mit irgendwelchen lange aufgeschobenen, endlich zu erledigenden Sachen zu Hause sitzt, aber dann draußen doch die Sonne scheint.

Also bin ich spontan doch noch zu einer weiteren kurzen Tour aufgebrochen, und zwar, wie man das so macht (also, ich jedenfalls): Wenn’s schon spät am Tag ist, sucht man sich was mit Lift. Der Kaiserlift in Kufstein bot sich an, weil ich da noch nie war und die Gegend sowieso mal ein bisschen erkunden wollte.

Und wieder stand ich im Wald. Die meiste Zeit jedenfalls. Der Aufstieg über den (albern nach Mittelerde klingenden) Elfenhain zur Duxeralm verläuft – im Wald. Und, zumindest am Anfang, unfassbar flach. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Serpentinen mit so wenig Höhenunterschied gesehen.

Von der Duxeralm zum Brentenjoch geht es danach auch – durch den Wald. Aber zumindest hat man oben einen schönen Blick ins Kaisertal und auf beide Kaisergebirge, und ins Inntal und so… und hey, ich war ja schließlich auch ein bisschen selbst schuld. Mehr als das, was ich am Ende bekommen hab, kann man von einem spät begonnenen Tag eigentlich nicht erwarten.


Jovenalm

6. September 2009

Großpoitneralm

Ich hab mich noch gar nicht bei Uli bedankt, der mich am Blog Day (den ich selbst am Ende natürlich doch wieder verschlafen habe) verlinkt und eine überaus positive Kritik übers bergsommerblog geschrieben hat. Das ehrt mich sehr, zumal Ulis Blog auf-den-berg.de mit sehr viel mehr Liebe gemacht ist als mein ja doch oft mal dahingerotztes Etwas hier. Vielen Dank!

Er schreibt über mein Blog unter anderem: Dabei geht es gerne auch um Berge, die nicht zu den typischen “Münchner Hausbergen” gehören, sondern etwa unbekannter und damit einsamer sind.

Das stimmt – zumindest versuche ich immer, nicht der Herde zu folgen, sondern alles das abzulaufen, was laut Wanderkarte sinnvoll zu „bewandern“ scheint. Dabei kann es allerdings naturgemäß vorkommen, dass man auch mal ins Klo greift; so geschehen am Samstag.

Ich war spät dran, und ich war irgendwie in der Gegend, drum bin ich nach Durchholzen gefahren. Mit Hilfe des Sessellifts wollte ich irgendeinen Berg besteigen – die Pyramidenspitze schien mir angesichts der vorgerückten Zeit unwahrscheinlich, aber vielleicht den Heuberg. Pustekuchen.

Der Sessellift taugt zu gleich mal gar nix. (Außer für die Sommerrodelbahn, nehme ich mal an.) Mir war schon klar, dass der einzige Weg von der Bergstation aus etwas umständlich sein und mir nicht so viel Höhenmeter sparen würde. Was mir nicht klar war:

  • dass ich zu Fuß genauso schnell gewesen wäre wie mit dem Lift, weil der nämlich bei jedem Ausstiegsvorgang langsamer wird oder stehen bleibt;
  • dass der Nettohöhengewinn durch die Liftfahrt ziemlich exakt 90 Meter sein würde (okay, selbst schuld, da hätte ich genauer hingucken müssen);
  • dass die Wege dort fast nichts damit gemein haben, wie sie auf der Wanderkarte dargestellt sind, dafür aber nur überaus sporadisch und selektiv ausgeschildert sind.

Und das Wetter hätte auch besser sein können. Also hat’s am Ende nur bis zur Jovenalm gereicht – die zumindest insofern interessant ist, als ich auf dem steilen Weg durchs Gestrüpp auf die schroffen Nordflanken des Zahmen Kaisers zu nicht gedacht hätte, dass da tatsächlich nochmal so was wie eine Alm kommen könnte. (Sie ist ziemlich verfallen, aber es ist eine kleinkuhherdegroße Wiese mit Almhütte und allem.)

Okay, genug lamentiert, Durchholzen ist durch (sozusagen). Auf zu neuen Abenteuern!