Wetterkreuz (Kössen)

21. November 2010

An der Hinhagalm

Ich weiß, letztes Jahr wurde ich im November auch immer wieder überrascht, dass doch nochmal was ging. Aber mit dem bevorstehenden Wintereinbruch nächste Woche gehe ich jetzt doch einfach mal davon aus, dass das hier die letzte Tour der Saison gewesen ist. Wenn dem so war, dann war der Abschluss zwar nicht unbedingt krönend, aber doch angemessen.

Das Wetterkreuz oberhalb von Kössen – auf manchen Karten wohl in Beschreibung seines ungewöhnlichen Gipfelkreuzes auch „Wetterfahne“ genannt – ist landschaftlich durchaus ein lohnender Gipfel. Und auch der Weg hinauf ist ganz hübsch – aber auch vergleichsweise kurz, und mit weniger als 1300m ist der Gipfel auch nicht sehr hoch. Trotzdem hat man einen sehr schönen (Fast-)Rundumblick auf die Chiemgauer Alpen, beide Kaiser, die Loferer Steinberge und auch durch die Täler in Richtung Hauptkamm auf Berge, die ich nicht ohne weiteres identifizieren konnte.

Nach dem Wetterkreuz kann man noch die Rudersburg besteigen, die etwas höher ist und vermutlich spannender und noch schöner. Aber als ich an der Abzweigung ankam, war es doch schon relativ spät (verdammte Winterzeit!), und da hab ich das lieber sein gelassen. Vielleicht nächstes Jahr.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.

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Semmelkopf

16. November 2010

Panorama vom Gipfel

Einen Berg, der Semmelkopf heißt, muss man einfach lieben, oder? Ich habe auch nach meinem Besuch dort keine Ahnung, wo der Name herkommen könnte – nach einem Brötchen sieht der Berg jedenfalls nicht aus – aber wer kann schon immer auf Anhieb die alpenländische Etymologie entziffern. (Der Berg heißt auf manchen Karten auch Ascherjoch, was ich deutlich prosaischer finde.)

Finden tut man diesen Berg überm Thierseetal, kurz hinterm Ursprungpass, und am besten geht man vom Thierseer Ortsteil Landl hinauf. Den Wegweisern nach ist der Semmelkopf für die meisten Wanderer allerdings kein Ziel… entweder, so scheint’s, machen sie schon an der Ascherjochalm schlapp, oder es zieht sie gleich noch weiter aufs benachbarte Trainsjoch. Die letztere Variante hab ich auch noch kurz überlegt, als ich am Gipfel(plateau) stand, aber dann fand ich den Semmelkopf doch ausreichend für einen Spätherbsttag.

Und das Panorama ist super, fast noch schöner als am Trainsjoch, obwohl das höher ist. Aber dafür scheint am Semmelkopf alles viel näher zu sein. Ein echter Geheimtipp.


Plessenberg – Kienberg

8. November 2010

Über dem Inntal

Es ist Anfang November, da muss jeder halbwegs schöne Tag ausgenutzt werden… es könnte ja der letzte für diese Saison sein.

Morgens hatte ich erst die Befürchtung, ich könnte mir mal wieder den einen Gipfel weit und breit ausgesucht haben, der im Nebel stecken würde. Aber im Laufe des Tages verzogen sich die Nebelschwaden dann doch tatsächlich – zumindest bis auf ein paar, die hübsch dekorativ über dem Inntal hängen blieben.

Die Tour an sich war auch sehr hübsch, wenn auch insgesamt für so einen Spätspätherbsttag fast schon ein wenig überlaufen. Von Brandenberg geht man erst zum Heuberg, macht dann (wenn man, wie ich, etwas Zeit schinden will, damit die blöden Nebel sich endlich verziehen) einen kurzen Abstecher zum Plessenberg, und kommt schließlich zum Kienberg. Und von da kann man sogar über die idyllische Einkehralm (heißt wirklich so, ist aber wohl eher nicht bewirtschaftet) eine Rundtour draus machen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Märzengrund

30. Oktober 2010

Märzengrund

Nun hat es ja doch schon jede Menge geschneit, und ab einer gewissen Höhe ist das Wandern ziemlich beschwerlich geworden, bzw. für Leute wie mich, die ein bisschen schissig sind bei Schnee: unmöglich. Die Lösung liegt aber auf der Hand: Anstatt weit nach oben aufzusteigen, gehe man lieber weit in Täler hinein – was mir im Sommer eigentlich immer viel zu langweilig ist.

Und so war ich dann das erste Mal im Märzengrund – und habe damit meine Sammlung der großen Seitentäler des Zillertals auch endlich mal komplett.

Vom Stummerberg kann man gut losgehen – da gibt es einen kleinen Wanderparkplatz, etwas merkwürdig gelegen mitten in einer Wohnstraße -, aber schnell zum sonnigeren Gattererberg wechseln und dann schön immer am Hang entlang tief in den Märzengrund hineinwandern. An meinem Ziel, der weiten Almfläche der Gmündasten – lag dann doch schon wieder ordentlich viel Schnee, aber der Rückweg bestand nur aus Fahrweg, so dass ich nicht allzu viel zu befürchten hatte.

Landschaftlich betrachtet, muss ich sagen, dass der Märzengrund relativ eng ist und daher keine großen Weitblicke zulässt. Aber idyllisch ist er schon.


Gratlspitze

17. Oktober 2010

Bei Alpbach

Und noch ein Versuch, die letzten schönen Tage des Herbstes auszunutzen – an einem Mittwoch noch dazu, echter Luxus!

Nach einigen Herumirren (da, wo ich eigentlich hinwollte, gab’s keinen Parkplatz…. grummel) bin ich in Alpbach gelandet, wo sich der Nebel gerade auflöste, was eine wunderschöne Herbststimmung ergab. Sofort war ich wieder versöhnt mit der Welt…

Der Weg auf die Gratlspitze war etwas länger, als ich gedacht hatte – um einer ebenfalls hochwandernden Schulklasse ein wenig auszuweichen, bin ich nicht den direkten Weg hochgegangen, sondern bin zunächst zum Hösljoch gewandert. Dass das etwas mehr an Strecke bedeuten würde, war mir schon klar; was auf der Karte aber nicht so sichtbar war, waren die drei Senken, die man auf dem Weg von dort zum Gipfel durchschreiten muss. (Okay, so richtig ärgerlich wegen des Höhenverlusts ist nur die erste.)

Der Rückweg führte mich über die Bischoferalm – wo aus unerfindlichen Gründen die Hölle los war, obwohl ich sonst eigentlich nur mäßg vielen anderen Wanderern begegnet war. Da bin ich dann doch schnell weitergegangen.

Insgesamt aber: Sehr schöne Wanderung, absolut empfehlenswert.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Heiliggeistjöchl

16. September 2010

Zillergründl

Manchmal gibt es Touren, deren Machbarkeit stark von den Fahrplänen der öffentlichen Verkehrsmitteln abhängt. Zum Beispiel ist die Tour vom Penken zum Rastkogel und weiter durchs Sidantal total schön, aber immer ein bisschen hektisch, weil man morgens von der ersten Fahrt der Seilbahn und nachmittags vom letzten Bus abhängig ist.

So ähnlich ging es mir auch am Zillergründl. Der erste Bus kommt um 9:30 Uhr an der Staumauer des Speichersees an, der letzte fährt wieder um 17:30 Uhr. Dazwischen sollte man alles erledigt haben. (Es sei denn, man ist so ein toller Hecht, dass es einem nach acht Stunden Wandern auch nicht ausmacht, nochmal 400 Höhenmeter nach Bärenbad abzusteigen. Oder vorher aufzusteigen. Beides keine ideale Option für mich.)

Aber ich wollte unbedingt wenigstens einmal diesen Sommer „so richtig“ in die hohen Berge, bis zum Hauptkamm.

Daher also trotz allem volles Programm: Am Stausee lang zur Hohenaualm und dann weiter bis zum Schönangerl, einer großen flachen Wiese im hintersten Zillergrund. Bis hierhin haben sich den Sommer über offenbar tatsächlich noch Kühe herumgetrieben, obwohl es ziemlich weit weg von der Almhütte liegt… Da stand ich dann und hatte schon weite Teile der 2:45 Stunden aufgebraucht, die mir laut Wegweisern bis zum Heiliggeistjöchl zustanden. Aber ich war ja sooo nah dran… also weiter. Am Ende habe ich gut 3 Stunden gebraucht, lag also schon mal hinter dem Zeitplan.

Das Heiliggeistjöchl selbst: wunderschön, mit Blick ins Ahrntal, so ähnlich wie vom Hundskehljoch, wo ich ja auch ganz begeistert war. Hat sich definitiv gelohnt.

Im Abstieg dann gab es die Möglichkeit, einen Abstecher über die Plauener Hütte zu machen. Davon versprach ich mir weniger Klettern über grobe Felsblöcke. Der Nachteil: angeblich dauert es drei Stunden allein bis zur Hütte. Wenn dem so gewesen wäre, hätte ich mir den letzten Bus gleich mal abschminken können. Aber völlig zu Recht habe ich dem Wegweiser nicht geglaubt und stand nach 1:50 Stunde auf der Terrasse der Plauener Hütte.

Am Ende hatte ich dann noch ein Polster von 15 Minuten und war ziemlich fertig, aber Spaß hat’s trotzdem gemacht.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Großer Traithen

9. August 2010

An der Fellalm

So, einen bin ich euch erstmal noch schuldig: den Großen Traithen.

Nachdem ich es auf den Kleinen Traithen schon mal geschafft hatte, ich andererseits aber von meiner Blauberge-Runde am Vortag durchaus noch etwas mitgenommen war, hatte ich mir den Großen Traithen als mögliches, nicht aber unbedingtes, Ziel gesetzt. Dementsprechend wollte ich auch nicht auf dem direkten Weg rauf, sondern hatte das ganze als mögliche Rundtour angelegt.

Von der Rosengasse am Sudelfeld aus bin ich erstmal in Richtung Brünnstein gegangen, kurz vor der Seeonalm dann aber rechts abgebogen in Richtung Steintraithen. Da habe ich mich dann fix mal verlaufen. GPS rausgeholt, GPS sagt: „Stimmt, da ist ein Weg, der eine Sackgasse ist, den bist du gegangen, und der ist jetzt vorbei.“ Na toll. Ich stand mitten in einem steilen Wiesenhang. Aber zum Glück habe ich in der Ferne doch noch eine Markierung des echten Wegs erspäht und bin dann darauf zu gerobbt.

Dann kam ein alter Hangrutsch, der noch nicht so ganz verfestigt war und meinen Schuh schlucken wollte. Bis zum Knöchel im Matsch. Super.

Irgendwann war ich dann oben im Joch und dachte mir, naja, bis zum Steintraithen gehst du noch, kannst dann ja umdrehen, wenn du müde wirst. Aber der Weg zum Steintraithen? Patschnass und dementsprechend rutschig, und sowieso typisches Rinnenklettern zwischen Latschenkiefern durch. Da wollte ich dann doch lieber nicht zurück.

Also setzte ich den Weg fort und kam so – Fanfare! – unerwarteterweise doch zum Großen Traithen. Vorm Abstieg zur Fellalm wurde ich dann von den übrigen Gipfelbezwingern heftigst gewarnt (rutschig, schlammig, feucht), aber der war halb so schlimm. Die werden sich umgeguckt haben, als sie zum Steintraithen kamen…

Zwischen Fellam und Rosengasse wurde es dann nochmal so richtig, richtig matschig (es ist so ein hässliches Gefühl, wenn der Schlamm zwischen den Fingern trocknet). Inzwischen war ich aber, trotz Erfrischung auf der erstaunlich urwüchsigen Fellalm, auch schon echt k.o. und konnte damit nicht mehr so recht umgehen… nerv.

Aber ist abgehakt, okay, muss ich nur nicht nochmal haben. (Bis auf den Gratweg zwischen Steintraithen und Großem Traithen, der war echt nett.)

Ach ja, und irgendwo da habe ich meinen linken Fuß offenbar derart überfordert, dass es jetzt wohl erstmal für eine Weile keine neuen Einträge hier geben wird. Und das mitten im Sommer. Grummel.