Brentenjoch – Per silvestra ad astra

27. Mai 2011

Zahmer Kaiser – Süd

Und am Sonntag war das Wetter dann besser, als der Wetterbericht vorhergesagt hatte. Ich hasse es, wenn das passiert. Wenn man mit irgendwelchen lange aufgeschobenen, endlich zu erledigenden Sachen zu Hause sitzt, aber dann draußen doch die Sonne scheint.

Also bin ich spontan doch noch zu einer weiteren kurzen Tour aufgebrochen, und zwar, wie man das so macht (also, ich jedenfalls): Wenn’s schon spät am Tag ist, sucht man sich was mit Lift. Der Kaiserlift in Kufstein bot sich an, weil ich da noch nie war und die Gegend sowieso mal ein bisschen erkunden wollte.

Und wieder stand ich im Wald. Die meiste Zeit jedenfalls. Der Aufstieg über den (albern nach Mittelerde klingenden) Elfenhain zur Duxeralm verläuft – im Wald. Und, zumindest am Anfang, unfassbar flach. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Serpentinen mit so wenig Höhenunterschied gesehen.

Von der Duxeralm zum Brentenjoch geht es danach auch – durch den Wald. Aber zumindest hat man oben einen schönen Blick ins Kaisertal und auf beide Kaisergebirge, und ins Inntal und so… und hey, ich war ja schließlich auch ein bisschen selbst schuld. Mehr als das, was ich am Ende bekommen hab, kann man von einem spät begonnenen Tag eigentlich nicht erwarten.

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Ackerlhütte – Bring your own everything

15. Mai 2011

Wilder Kaiser und Stiegenbachfall

Das hätte ich ja fast vergessen: Letzte Woche war ich an der Ackerlhütte. Und noch mehr! (Sozusagen.)

Geparkt habe ich in Prama, wie schon bei der Tour zum Baumgartenköpfl – weil der auf der Karte eingezeichnete Parkplatz in Hüttling natürlich nicht existierte. Das habe ich diesmal aber schon geahnt, war also nicht so schlimm. Der Weg bis zur Ackerlhütte ist dann eigentlich sehr schön. Nach kurzer Zeit verlässt man den Fahrweg, und dann ging es immer durch den sonnig-lichten Wald auf einem Pfad bergan zur Regalm und recht schnell zur Hütte.

Das sollte aber noch nicht alles sein: Eigentlich hatte ich das Gamskögerl als Ziel auserkoren – einen dieser kleinen Bergrücken, die sozusagen senkrecht zum Kaiser-Hauptkamm vorspringen (wie auch das Baumgartenköpfl). Als ich aber dann 250 Höhenmeter weiter oben am Wilden-Kaiser-Steig stand und auf das Gamskögerl runter blickte, habe ich spontan diese viel schönere, aber namenlose Stelle zum Ziel erklärt. („Alte Ackerlhütte“ steht etwas lahm als Standort auf dem dortigen Wegweiser.)

Den Abstieg habe ich dann über die Grander- und Graspoint-Hochalmen gewählt, was auch ganz gut ging, bis ich mich kurz vor der Graspoint-Niederalm auf einen Weg habe locken lassen, der mich wieder steil nach oben bis kurz vor die Regalm führte (okay, ich übertreibe ein bisschen, aber so kam es mir vor).

Die Ackerlhütte ist übrigens eine Selbstversorgerhütte, ne? Wollte ich nur so erwähnen, damit es euch nicht so geht wie der Familie, die mir im Abstieg unterhalb der Graspointhochalm entgegen kam:

„Kommt denn hier bald eine bewirtschaftete Alm oder eine Hütte?“
Ich: „Ähm. Nein.“
Entsetztes Schweigen.
Ich: „Also, irgendwann kommt halt die Ackerlhütte, aber die ist ja auch nur für Selbstversorger.“
Was??? Die Ackerlhütte ist auch nicht bewirtschaftet???“

Leute gibt’s. Aber lustig waren sie.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Bergwinter: Baumgartnerkopf – Killergemsen greifen an

6. März 2011

Wegweiser am Baumgartnerkopf

Bei dem Wetter bzw. der Schneelage macht Skifahren echt keinen Spaß – also, mir jedenfalls nicht. Die Tourengeher, denen ich heute begegnet bin, sehen das vermutlich anders, aber zum Tourengehen bin ich leider nicht geeignet… jedenfalls hieß das, dass ich’s doch nochmal mit Winterwandern versuchen wollte.

Es war auch eigentlich ganz nett. Ich hatte mir einen Weg ausgesucht, der im Großen und Ganzen an einem Südhang hinauf führte – von Going zum Baumgartnerkopf (auch Baumgartenköpfl, in meiner Wanderkarte beispielsweise). Natürlich klappt das nie hundertprozentig, ein bisschen Ost- oder Westhang hat man immer dabei. Ab ca. 1400m war die Schneelage dann doch ordentlich, aber trotzdem brauchte ich keine Grödel, weil der Hang meist flach und/oder der Schnee tief genug war.

Nur die kleine Herde Gemsen hätte ich nicht gebraucht, die sich ausgerechnet, als ich mich in der Durchquerung eines schmalen, steilen Tobels mit Hartschneeeinlage befand, entschieden, oberhalb von mir ein bisschen Steinschlag auszulösen. Naja, ist ja gut gegangen.

Das winterliche Panorama vom „Gipfel“ – eher ein kleiner Vorsprung auf einer langen Schulter vorm Wilden Kaiser – war dann aber absolut großartig.


Scheffauer

30. September 2009

Kreuzung

Der Scheffauer ist wieder so ein Berg, an dem ich mich schon einmal versucht habe. Damals war ich leider etwas spät dran, es war Hochsommer und furchtbar heiß, so dass ich mein Wasser schon auf halber Strecke fast aufgebraucht hatte. Damals war ich dann etwas frustriert umgekehrt; seitdem hatte ich es nicht wieder versucht.

Aber dieses Wochenende bot sich der Scheffauer einfach an – das Wetter im Unterland sollte besser sein als im Oberland, und wir wollten nochmal einen „richtigen“ Berg rauf. Gesagt, getan – zweiter Anlauf.

Diesmal ging es vom Jagerwirt los, nicht vom Hintersteiner See wie letztes Mal, und das war auch eine gute Entscheidung, glaube ich. Der Weg ist einfach abwechslungsreicher. Von Sonne und Hitze diesmal war auch nichts zu spüren – gut für den Aufstieg, ganz schlecht für den Panoramablick, der sich einfach nicht einstellen wollte. Der Gipfel war die ganze Zeit im mehr oder weniger dichten Nebel.

Trotzdem war’s super, wenn auch anstrengend, und die ständige leichte Kletterei im oberen Teil war auch nicht so ganz ohne – die Leute, die im Internet etwas vom „leichten Südaufstieg“ schreiben, haben offenbar andere Maßstäbe als wir…