Simetsberg – Ein Tag im Föhn

9. Dezember 2014

Der Föhn, der Föhn, der lässt dieses Jahr die Wandersaison einfach nicht zu Ende gehen. Dafür sollte man ihm dankbar sein. Andererseits macht er es auf den Gipfeln bisweilen aber auch ordentlich kalt, wie ich am Simetsberg erleben musste.

South
Der Simetsberg stand auch schon lange auf der Liste, und ich fand, jetzt wäre die Gelegenheit. Trotz der späten Jahreszeit ging es auch gut – zugegeben, ein paar Stellen auf dem Steig um die Diensthütte herum waren ziemlich matschig, und einmal musste man auch ein mittelgroßes Schneefeld umgehen. Aber insgesamt ist das eine schöne Tour, die erstaunlich wenig Aufmerksamkeit erhält. Auch der Blick vom Gipfel in Richtung Mittenwald und auf weite Teile von Karwendel und Wetterstein ist wirklich cool. Schade nur, dass der auf praktisch allen Karten eingezeichnete alternative Steig von/nach Süden und über die Neuglägeralm nicht (mehr?) existiert. Das schränkt die Möglichkeiten der Variation von Auf- und Abstieg doch erheblich ein.

Ja, und am Gipfel war es dann tatsächlich ordentlich kalt, denn auch ein warmer Fallwind ist kalt, wenn man auf 1800m direkt drinsteht. Zum Glück gibt es dort ein paar Sitzgelegenheiten, die von Latschenkiefern direkt nach Süden abgeschirmt werden. Eine davon habe ich ergattert, und dann ließ es sich durchaus für eine halbe Stunde Gipfelrast dort oben aushalten.

 


 

 

Strecke: Wer an der Mautstelle geparkt hat, wandern kurz an der Straße entlang in Richtung Krün zum zweiten Parkplatz. Von hier geht es über einen Fahrweg, der bald zu steigen beginnt. An der ersten Abzweigung hält man sich links, ebenso an der zweiten, die in einem kleinen Sattel liegt. Nun zieht sich der Fahrweg eine Weile den Hang entlang, bis links ein Steig abzweigt. Dieser führt über eine geschlägerte Lichtung in den Wald hinein und zuletzt durch eine steile Graskuhle zur Simetsberg-Diensthütte.

Hier beginnt eine weite Wiesenfläche, über die es zunächst weiter bergauf geht. Zuletzt führt der Weg in eine kurze Latschenzone und zum Gipfel.

Als Variante kann man im Abstieg hinter der Diensthütte links abzweigen und in etwas größerem Bogen absteigen, bis man den Fahrweg vom Aufstieg etwas weiter südlich wieder trifft, als man ihn im Aufstieg verlassen hat – praktisch bei rutschigen Verhältnissen.

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Herzogstand, Wank, Hörnle – Die Bergab-Faulheit hält an

29. Mai 2014

So, dann machen wir jetzt mal wieder im normalen Programm weiter – ihr erinnert euch, das ist das, wo ich meine Bergtouren abarbeite. Normalerweise ja einzeln, aber da die Touren im Moment noch nicht so wahnsinnig spannend sind, fasse ich mal ein paar zusammen.

Jachenau-BlickIch war also auf dem Herzogstand. Zu Fuß rauf, Seilbahn runter, wie gehabt. Der Herzogstand ist immer noch derselbe Berg, nix Neues. Interessant fand ich, dass an diesem Sonntag unglaublich viele Menschen aus aller Herren Sprachen da oben waren. Meine Theorie ist, dass bei der NATO irgendwo Betriebsausflug war, aber ich weiß es nicht.

Am WankIch war dann auch auf dem Wank. Auch das ist an sich nichts Neues; allerdings bin ich einen Weg gegangen, den ich noch nicht kannte – über die Frauenmahd. Leider habe ich damit jetzt aber sämtliche Anstiege zum Wank in allen Varianten durch. (Natürlich habe ich auch hier die Seilbahn für den Abstieg benutzt, ich Faulwams.)

Und schließlich war ich am Hörnle. Da war ich vorher noch nie; dementsprechend verwirrt war ich über den merkwürdigen Sessellift. Wer ihn nicht kennt: Er sieht aus wie ein normaler Doppelsessellift, aber zum Aussteigen darf man nicht wie sonst zur Seite treten. Man muss stehen bleiben, während der Liftler hinter einem den Sessel zur Seite klappt. Das habe ich natürlich gleich mal falsch gemacht und wurde ein bisschen ausgeschimpft. Ist aber auch komisch!

Jenseits des StierkopfsDer Weg zum (Hinteren) Hörnle hinauf, den ich gewählt habe, ist offenbar auch einer, der eher selten begangen wird: von der Talstation erst durchs Tal bis kurz vor Grafenaschau, dann über den Rißgraben hinauf. Aber vielleicht kannten die anderen Leute einfach die Gegend und/oder das Wetter besser. Auch ich hätte nämlich ahnen können, dass der Rißgraben, der sich durch einen Nordhang zieht, nach den längeren Regenfällen der Vortage arg matschig sein würde…


Jochberg – Der eine Berg…

21. April 2014

Walchensee-Panorama

Als sich die Planer der Energiewende die Jocheralm direkt unterhalb des Jochbergs als Standort für einen neuen Speichersee ausgesucht haben, werden sie sicher alles Mögliche berücksichtigt haben: Geologie, bestehende Infrastruktur, Grundbesitzverhältnisse und vermutlich auch das etwaige Vorkommen seltener Pflanzen- und Tierarten. Was sie offensichtlich weniger beachtet haben: dass der Jochberg der eine Berg ist, auf den sich irgendwann ganz Oberbayern als lockeres alpines Ausflugsziel geeignet hat. Jeder kennt den Jochberg. Gibt es irgendeinen anderen Berg in den bayerischen Alpen (ohne Seilbahn), der besser besucht ist? Mir fällt keiner ein.

Dementsprechend steht direkt am Beginn der Aufstiegs von der Kesselbergstraße her eine große mahnende Tafel (überschrieben mit „Nochberg“, denn jede Bürgerinitiative braucht bekanntlich ein Wortspiel). Die demonstriert, wie der Panorama-Blick vom Jochberg durch diesen See beeinträchtigt würde. Dass mag egoistisch und manipulativ sein, aber hier kommen jeden Tag im Sommer Dutzende bis Hunderte Wanderer vorbei – beste Lage. Viel Erfolg, liebe Energie-Allianz, beim Kontern…!

Jedenfalls, was ich sagen wollte: Ich war an einem Freitag oben, es war März, die Almwirtschaft war noch geschlossen, das Wetter war zwar ganz ordentlich, aber nicht perfekt – und es war trotzdem voll am Gipfel. Das nächste Mal komme ich nachts…

Was mich am Rande erstaunt hat: Der Abstieg über die Jocheralm nach Sachenbach verlief völlig anders als auf meinen beiden Karten dargestellt. Sowas irritiert mich immer etwas, aber in diesem Fall war es okay, denn das Ende des Wegs war dann wieder (ungefähr) da, wo ist es erwartet hatte.

 


 

 

Strecke: Nahe der Kesselberghöhe zweigt nach Osten in den Wald ein beschilderter Steig ab, der zwar in Serpentinen, aber doch recht steil stetig bergan führt. An einem Aussichtspunkt (mit Blick über den Steilabbruch hinweg auf den Kochelsee) wendet sich der Weg kurz nach Süden und teilt sich bald etwas unübersichtlich in einen direkten Weg zur Jocheralm (rechts) und den Weg zum Jochberg (links), der immer am breiten Grat entlang führt und nach kurzem aus dem Wald heraus tritt und über teilweise erodierende Wiesen zum Gipfel führt.

Vom Gipfel aus geht man kurz auf demselben Weg zurück, bis kurz vor der Waldgrenze links der Weg zur Jocheralm abzweigt, die man schnell erreicht.

Der Abstieg kann auf demselben Weg erfolgen, oder zunächst über den Fahrweg Richtung Jachenau, dann am Abzweig rechts auf einen Steig steil hinab, später teilweise über einen Fahrweg, teilweise wieder auf einem Steig abkürzend, bis zum Walchensee nahe Sachenbach.

Schöner, knieschonender, und weniger überlaufen, aber viel länger – ist es, erst den zweiten Abzweig (nach ca. 15 Minuten) nach rechts zu nehmen. Zunächst geht es auch hier schnell bergab, dann aber zieht sich der Steig lange unter stetigem, sanften Höhenverlust durch den Wald am Hang entlang, bis schließlich wieder einige Serpentinen folgen. Er mündet schließlich auf den Fahrweg aus der Jachenau in Richtung Sachenbach, auf dem man gemächlich zurück zum Ufer des Walchensees wandert.

An der Uferstraße gelangt man bei beiden Abstiegen – etwas unspannend – zurück an die Kesselbergstraße, neben der man auf zwei kurzen Steigen bergan zurück zum Parkplatz gelangt.


Fahrenberg – Herzogstandbahn

5. April 2010

Karwendel

Okay, dachte ich mir Ostersamstag, was könnte denn schon einigermaßen schneefrei sein? Und nicht zu lange dauern (es war mal wieder schon fast Mittag)? Der Herzogstand bot sich an: nicht so hoch; der direkte Aufstieg ist fast komplett südexponiert; und die Seilbahn ist in Betrieb, was den Abstieg radikal verkürzt.

Also auf zum Walchensee – mit 800 Höhenmetern immerhin das doppelte von vorgestern und somit auch mehr ein zweiter Konditionstest als eine ernstzunehmende Bergwanderung, aber hey – Anfang April verlange ich auch noch nicht mehr als das.

Meine einzige Sorge war, dass es total überlaufen sein könnte, aber nix war’s. Die ersten vierzig Minuten im Aufstieg war ich ganz allein, dann kam mir eine Bande Single-Trail-Fahrer entgegen. Erst die zweite Hälfte des Aufstiegs war dann belebter: vielleicht ein Dutzend Wanderer kamen mir entgegen, und zwei habe ich überholt.

Und der Konditionstest war auch einigermaßen erfolgreich: durchschnittlich 412 Hm/h ist zwar nicht unbedingt berauschend, aber auch längst nicht katastrophal. Darauf lässt sich aufbauen.


Hirschhörnlkopf

10. November 2009

Walchensee

So langsam gehen mir die Stand-by-Berge aus. Damit meine ich diejenigen, auf die man eigentlich immer hochgehen kann, wenn einem nichts Besseres einfällt. Die einigermaßen in der Nähe sind. Und die auch im Frühjahr und im Spätherbst begehbar sind, also mäßige Höhe und idealerweise Südexponierung aufweisen.

Aber den Hirschhörnlkopf zumindest hatte ich dieses Jahr noch nicht, der stand also noch zur Verfügung. (Meine Regel ist, auf jeden Berg nur einmal im Jahr zu gehen. Es gibt einfach zu viele gute Berge, um sich viel mit Wiederholungen abzugeben.) Außerdem war ich der festen Überzeugung, erst einmal oben gewesen zu sein, und das bei schlechtem Wetter. Das stellte sich hinterher beim Einsortieren der Fotos allerdings als falsch heraus.

Trotzdem war es schön, nochmal – nochmal! – rauszukommen, und das Wetter war eigentlich auch sehr angenehm. Nur am Gipfel wehte plötzlich ein heftiger, eiskalter Wind, den ich mit drei Jacken gerade mal so ausgehalten habe. Die Foto-Ausbeute war deshalb auch diesmal wieder etwas geringer – kalte Finger und so…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Heimgarten

23. Oktober 2008

Der Gratweg zum Herzogstand

Ich gebe zu: Ich hätte mir denken können, dass am potenziell letzten schönen Herbstsonntag am Walchensee die Hölle los sein würde. Aber das man am äußeren – also dem bei weiten längeren und anstrengenderen – Weg zum Heimgarten am Vormittag gleich zweimal in einen regelrechten Stau gerät, das hätte ich mir nicht träumen lassen.

Naja, ich habe mehr Leute überholt als mich überholt haben (mein Maß für sportliche Leistung) und zumindest am Gipfel war’s nicht sooo voll – im Gegensatz zur Gipfelhütte, die zwanzig Meter weiter unten sitzt. Und der Gratweg zum Herzogstand ist dann auch noch wirklich schön, wenngleich mal wieder höhenmeterlastiger, als ich es nach flüchtigem Blick auf die Karte vermutet hätte.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.