Zwiesel – Sonnenuntergang für Anfänger

7. Dezember 2014

An Allerseelen ging’s mal wieder in den Sonnenuntergang. Aber diesmal hatte ich – erstmals bei einer Sonnenuntergangstour – eine Handvoll Mitgeher dabei. Die meisten von ihnen waren noch nie zum Sonnenuntergangauf einen Berg gegangen. Und sie waren erstmal skeptisch, und nicht nur, weil der Weg von der Waldherralm zur Schneiter Alm zwischenzeitlich doch ein bisschen lehmig-rutschig war. Vermutlich war ich auch selbst ein wenig schuld, weil ich die vielen hohen Zirrhen schlecht einschätzen konnte und nicht recht wusste, ob sie den Sonnenuntergang beeindruckender oder lahmer machen würden; darum war ich auch ein bisschen damit beschäftigt, Erwartungen zu managen.

Sunset Progression 9Hätte ich nicht machen brauchen. Wir waren ungefähr eine Stunde vor Sonnenuntergang am Gipfel, und alle fanden das „ganz nett“. Aber als die Sonne dann tatsächlich unterging, machten die Wolken das, was sie sollten: Sie färbten sich gold und rosa und lila, und das Begeisterungsniveau in meiner kleinen Gruppe stieg gewaltig an.

Der Sicherheit halber sind wir über den langen Fahrweg zurück ins Tal abgestiegen, was aber auch ganz cool war. Es war fast Vollmond, und es lag in dem recht engen Tälchen einiges an Schnee, so dass man über lange Strecken fast ohne Taschenlampe gehen konnte.

Zwei Dinge habe ich aber über das Sonnenuntergangsgehen in der Gruppe gelernt: Erstens – viel mehr entgegenkommende sprechen einen darauf an, wo man denn jetzt noch hinwill. Wenn man allein unterwegs ist, geht man vermutlich einfach als merkwürdiger Sonderfall durch, aber eine ganze Gruppe ist offenbar gleich mal was anderes. Und zweitens – für die Erhabenheit des Sonnenuntergangs ist die Gruppendynamik tödlich. Ich entschuldige mich hiermit bei allen, denen wir durch unsere Flachserei den feierlich-ruhigen Sonnenuntergang kaputt gemacht haben. Für die Zukunft empfehle ich MP3-Player…

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Bergwinter: Zwiesel versus Eckbauer

20. Februar 2014

Mein Glück mit dem Schnee hält sich in diesem Winter wirklich in Grenzen. Ich meine – wir alle auf der Alpennordseite leiden darunter, dass es viel zu wenig geschneit hat und viel zu oft der Föhn den Schnee wegbläst und -schmilzt. Aber ich schaffe es auch noch zusätzlich, schlechte Schnee-Entscheidungen zu treffen.

Ende Januar wurde mir das besonders deutlich. Innerhalb von vier Tagen war ich auf zwei kleineren Touren unterwegs, erst zum Zwiesel, dann zum Eckbauer.

Really shouldn't have left the snowshoes in the car...Am Zwiesel ließ ich mich von den vielen anderen Leuten beeindrucken, die auch an der Waldherralm losgingen. Die hatten alle keine Schneeschuhe dabei, und, naja, wie gesagt, die Erfahrung mit diesem Winter zeigte ja auch im Großen und Ganzen, dass man sie eher nicht brauchte. Ja… Pustekuchen. Ich bin den „mittleren“ Weg über die Schneiteralm raufgegangen und dann über die Gassenhoferalm wieder runter – und da hätte ich die Schneeschuhe gut gebrauchen können, mindestens für die gesamte Strecke zwischen den beiden Almen, aber auch schon unterhalb der Schneiteralm im lichten Wald hätte mir das eine Menge Kraft gespart. Leider zogen sich dann aber auch noch die Wolken rasch zu, so dass ich vom Gipfel schnell wieder abgehauen bin.

Davon abgesehen ist die Tour natürlich ganz schön und auch ganz gut für den Winter geeignet – nicht zu lang, nicht zu exponiert… Nur der Abstieg über die Südflanke ist schon arg steil. Bei wenig(er) Schnee stelle ich mir das unangenehm vor.

Alpspitz Trilogy: SunNun ja. Kurz darauf hatte ich einen Tag frei und bin angesichts des überraschend ordentlichen Wetters mittags noch spontan nach Partenkirchen gefahren, um kurz zum Eckbauer raufzulaufen. Diesmal war ich schlauer, dachte ich, und habe die Schneeschuhee mitgenommen. Natürlich war der Weg dann bis zum Graseck quasi schneefrei, und auch der Pfad von kurz hinterm Graseck bis zum Eckbauer rauf hatte nur eine dünne Schneeschicht drauf.

Damit sich das Mitschleppen der Schneeschuhe dann überhaupt für irgendwas lohnte, bin ich extra die alte Skipiste/Rodelbahn wieder runtergegangen. Da waren sie dann tatsächlich ganz nützlich, immerhin.

Ich fasse also zusammen: Ich will eindeutiges Wetter und eindeutige Schneelagen – entweder mehr Winter oder weniger, aber nicht dieses halbherzige Zeug von jetzt grade…


Heiglkopf – Ein zögerlicher Anfang

22. April 2012

Benediktenwand

Ganz im Gegensatz zu letztem Jahr scheint mir dieses Winter überhaupt nicht aufhören zu wollen. Jetzt ist es bald schon Ende April, und es liegt noch überall Schnee (und schneit sogar noch!), und ich war noch kein einziges Mal unterwegs.

Darum habe ich den mäßig guten Wetterbericht vom Wochende als gutes Zeichen verstanden und bin am Samstag spontan mal zum Heiglkopf raufgelaufen. Eigentlich hatte ich noch weiter zum Zwiesel gewollt – um sozusagen da weiterzumachen, wo ich aufgehört hatte. Aber dann zog es sich doch immer mehr zu, und ich hatte nach dem Berg noch was vor, wobei ich nicht pitschnass sein wollte, und so… Und da bin ich mit dem Sessellift runtergefahren.

Also am Ende: eine Mini-Tour auf so ziemlich den allerersten Berg vom Alpenvorland aus gesehen. Aber dadurch war es fast völlig schneefrei – das hätte ich auch wieder nicht gedacht.


Zwiesel – That’s all folks (für 2011)

7. Dezember 2011

Sonnenuntergang am Zwiesel

Okay, wenn die Tour zum Schönberg der Epilog war, dann ist das jetzt vermutlich das Bonusmaterial… die definitiv letzte „sommerliche“ Bergtour des Jahres.

So als Bonus hatte ich nämlich Lust, eine Sonnenuntergangstour zu machen. Das ist ja so spät im Jahr insofern recht einfach, als der Sonnenuntergang so früh ist. Gleichzeitig hieß das aber auch, dass sie nicht so lang sein durfte (ich hatte auch keine Lust, gleich stundenlang im Dunkeln herumzulaufen) und dass der Abstieg nicht so schwierig sein sollte.

Der Zwiesel bot sich folglich an. Der einzige wirkliche Nachteil dabei: Der Aufstieg von der Waldherralm, den ich gewählt hatte, liegt ostseitig und damit Anfang Dezember schon ab dem frühen Nachmittag tief im Schatten. Und im Wald. Vom Sonnenuntergang hatte ich also tatsächlich nur am Gipfel etwas (und kurz vorher). Aber das fand ich jetzt nicht so schlimm…

Etwas irritiert hat mich dann, dass an der Gassenhoferalm doch kein Pfad mehr zum Fahrweg rüber existierte und ich stattdessen im Dunkeln den Karrenweg hinunter zur Moaralm gehen musste… aber meiner treuen Taschenlampe sei Dank, ich habe mich trotzdem zurechtgefunden. Alles in allem eine kurze, aber eben auch spezielle Tour – und ganz besonders angemessen zum Saisonabschluss.