Bergwinter: Gröbner Hals

8. Februar 2013

Bächental, Karwendel

Upps, fast vergessen: Schon vor zwei Wochen war ich am Gröbner Hals. Für alle, die den nicht kennen: Das ist ein breites Joch am Ende des Unterautals westlich von Achenkirch.

Ich sollte vorausschicken, dass ich inzwischen zwar Schneeschuhe besitze, um auch im Winter mehr in die Berge gehen zu können. Aber die Tourenplanung fällt mir so viel schwerer als im Sommer: Was ist mit der Lawinengefahr? Welche Wege sind geräumt, wo brauche ich die Schneeschuhe? Also gehe ich im Winter nach Buch (wenn überhaupt), was mir als selbsterklärten Outdoor-Freak irgendwie peinlich ist. Aber hey, besser als gar nicht rauszugehen.

Das Buch schlug also den Gröbner Hals als leichte Schneeschuhtour vor, und es lag nicht so falsch. Der größte Teil der Tour führt über einen Fahrweg durch den Wald. Der Weg war auch schon ordentlich plattgetreten, aber ab ca. der Hälfte waren die Schneeschuhe dann doch nützlich, weil man sonst auch in den komprimierten Schnee noch einsackte. Ab der Gröbner Alm dagegen geht es dann über etwas steilere Almflächen bis zum Joch. Und ich muss sagen, für eine „leichte“ Tour hat mich das ganz schön geschlaucht – so sehr, dass ich auf den kleinen Hügel neben dem Joch dann gar nicht mehr geklettert bin. Aber der Blick vom Joch ins Bächental war definitiv die letzte Anstrengung wert.

Nicht recht verstanden habe ich allerdings die vielen Skitourengeher, die auch da waren: Die hatten vielleicht für fünf Minuten eine schöne Abfahrt über die Almhänge, aber danach nur einen endlosen Ziehweg zurück nach Achenkirch. Gibt es da nicht lohnendere Ziele?

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Fleischbank – Die lustigsten Namen zum Schluss

29. November 2012

Johannestal-Panorama

Ja, ich war auf der Fleischbank. Das klingt entweder unspezifisch versaut oder aber nach einem Ort, den Vegetarier hassen dürften. Tatsächlich aber ist er nur der etwas kurioser Name eines Berges. Im Nachhinein habe ich gelernt, dass es sogar zwei Berge dieses Namens gibt und der andere der berühmtere ist. Also will ich präzise sein: Ich war auf der Fleischbank im Karwendel.

Und es war toll – genau der richtige Berg für die Jahreszeit. Der Aufstieg ist fast ausschließlich südseitig ausgerichtet und führt nur bis knapp über die 2000-Meter-Marke, so dass ich nicht mit allzu viel Schnee kämpfen musste. Wobei: Ein bisschen aufpassen musste man schon, dort wo der Grat nach Norden ausgesetzt ist und sich im Schatten der Latschenkiefern doch eine vielleicht einen Zentimeter hohe trockene Schneeschicht auf den Wurzeln und Steinen hatte halten können.

Hier am Grat ist vermutlich auch die Einstufung des Wegs als „schwarz“ (schwierig) passiert, obwohl schwindelfreie Geher auch hier eigentlich kein Problem haben dürften. Der Rest des Wegs besteht nämlich aus unzähligen sanften, relativ flachen Serpentinen, die zu großer Höhenmeter-Leistung anspornen.

Und dann kommt man zum Gipfel – dessen Kreuz aus diesmal wirklich nicht nachvollziehbaren Gründen etwas unterhalb des höchsten Punktes steht. Und auch hier machte sich der November-Vorteil wieder bemerkbar: Bist du südseitig hochgestiegen, hast du meistens einen guten Blick auf Nordwände – die bereits hübsch angezuckert sind. Im konkreten Fall waren das die Nordwände der Karwendelberge (wie man im Foto sieht).

Der Nachteil im November ist dagegen, dass die Tage vergleichsweise kurz sind. Darum habe ich auf die große Schleife über den Grasbergsattel schweren Herzens verzichtet und nur den kleinen Umweg über die Schönalm genommen (die inzwischen bis auf die Grundmauern verfallen ist). Kann man machen, bringt aber jetzt nicht so wahnsinnig viel, muss ich in der Rückschau sagen.

Und fast hätte ich dann beim Abstieg sogar noch so eine Art Sonnenuntergang am Berg gehabt. Aber das De-facto-Verschwinden der Sonne hinter den Karwendelspitzen gegen 15 Uhr war dann doch etwas zu früh am Tag, um wirklich prächtig zu sein.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Seebergspitze (Achensee) – Hoch hinaus für die Jahreszeit

18. November 2012

Achensee & Rofan

Es sollte mich ja eigentlich nicht mehr überraschen, aber das oft gute Wetter bis Ende November führte auch dieses Wochenende wieder dazu, dass ich einfach nochmal raus (und rauf) musste. Ein bisschen habe ich aber doch gespürt, dass es langsam aufs Jahresende zugeht: Ich war nicht mehr ganz so gut in Form wie im Spätsommer und Frühherbst, wo ich wirklich noch ständig unterwegs war…

Eigentlich wollte ich zur Mondscheinspitze. Das klingt für Ende November sehr ambitioniert, aber da der Aufstieg eigentlich durchweg südseitig ausgerichtet ist (bzw. sein kann, je nachdem, welchen Weg man wählt), fühlte ich mich einigermaßen auf der sicheren Seite. Verhindert hat dieses Ziel etwas ganz anderes: Die Straßen von Pertisau in die Karwendeltäler waren schon in der Wintersperre.

Nun ja, damit hatte ich schon so halb gerechnet, obwohl im Internet keinerlei Information in der Richtung zu finden gewesen war. Daher hatte ich sofort einen Plan B zur Hand: Aufstieg auf die Seebergspitze von Pertisau aus. Ebenfalls überwiegend südseitig ausgerichtet, der Gipfel ist etwas unterhalb der 2100-m-Marke – sollte also alles okay sein. Allerdings war in meiner Erinnerung der Abschnitt zwischen Gipfel und Pasillsattel steil und rutschig – also bin ich so herum gegangen, dass hier wenigstens nur im Aufstieg unterwegs war.

Es lief auch alles gut. Die Fernsicht war nicht ganz so überwältigend, wie sie im Wetterbericht zuvor beworben worden war, aber immer noch ziemlich beeindruckend.

Nur im Abstieg wurde meine Wagemut mal wieder bestraft. Denn: Der Abzweig, der direkt zum Sportplatz Pertisau führt, wird zwar am Gipfel noch erwähnt, an der tatsächlichen Kreuzung dagegen steht kein Wegweiser in der Richtung mehr. Sehr deutlich markierte Bäume dagegen schon. Also habe ich mit den Schultern gezuckt und bin den Markierungen gefolgt. Ich kam auf einen sehr, sehr schmalen, vom Herbstlaub rutschigen Steig im ordentlich steilen Wald, der mich vermutlich mehr Kraft gekostet hat als der ganze Anstieg… den kann ich also nicht mehr empfehlen.

Trotzdem: Sollte es das für dieses Jahr nun doch gewesen sein, war es ein würdiger Abschluss!

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Vorderskopf – Es gibt offenbar noch Geheimtipps

17. Juni 2012

Soiernspitze

Gestern war ich zum zweiten Mal auf dem Vorderskopf (zwischen Vorder- und Hinterriß). Und wie schon beim ersten Mal war auch diesmal wieder trotz wahnsinnig schönem Wetter und dementsprechend wunderschönen Panoramablick absolut nichts los. Ganze zehn Leute habe ich unterwegs getroffen, das sind durchschnittlich alle halbe Stunde einer.

Zugegeben, der Vorderskopf wird überragt von praktisch allen seinen bekannten und beliebten Nachbarn (z. B. Schafreuter, Kompar, Falken, Soiernspitze, Torkopf). Aber das bedeutet doch nur, dass man vom Vorderskopf aus einen tollen Blick auf die hat! Ich verstehe nicht, warum dieser Berg so unpopulär ist. Der Weg ist auch toll – ein ordentlicher Steig (okay, man könnte im unteren Teil mal wieder die Tannen ein bisschen zurückschneiden) und fast null Fahrweg. Und das Praktische dabei war gestern zudem, dass die unteren zwei Drittel im Wald liegen – ideal also bei großer Hitze (30° C, als ich zum Auto zurückkam).

Aber mir soll’s Recht sein – Bergeinsamkeit ist ja doch was schönes. Nächstes Jahr also gern wieder.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Schürpfeneck

28. Juni 2008

Kirchmairalm

Der Weg zum Schürpfeneck ist insofern unspektakulär, als er eigentlich nur der erste Teil auf dem langen, langen Weg vom Walchental zum Demeljoch ist. Das Schürpfeneck hat dann auch nicht nur einen merkwürdigen, unmöglich zu merkenden Namen, sondern auch kein Gipfelkreuz. Es hat allerdings einen Gipfelstein. So zur Vermessung.

Nun ja, mir hat das trotzdem heute gereicht, und die 800-und-ein-paar-kaputte Höhenmeter kamen mir irgendwie auch mehr vor. Einen schönen Blick hat man vom Schürpfeneck auch, der Weg ist abwechslungsreich und oft schattig im Wald… was will man mehr.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.