Largoz – Noch ein Berg im Geheimtipptal

8. Juli 2014

Wattenspitze / Tuxer AlpenEs ist mir immer noch ein Rätsel, warum das Voldertal so ein Geheimtipp ist. Wobei „Geheimtipp“ es nicht so ganz trifft – Einheimische finden schon genug den Weg hier hinauf. Aber kaum jemand reist an, um hier in die Berge zu gehen. Am Parkplatz hinter der Krepperhütte war mein Auto jedenfalls das einzige mit einem deutschen Nummernschild; außerdem stand da noch eins aus Bludenz. Die restlichen acht oder neun Autos kamen alle aus Innsbruck oder Innsbruck-Land. Okay, für Münchner ist die Anfahrt etwas länger – aber nicht mal Kufsteiner oder Rosenheimer?! Naja, ich will mich nicht beklagen, dann ist mehr Platz für mich (sozusagen).

Nun muss ich zugeben, dass es der Largoz mit dem Rosenjoch auf der anderen Talseite nicht aufnehmen kann. Der Weg ist dort viel interessanter, der Gipfelblick spektakulärer. Aber seinem direkten Nachbarn, dem Hannerburger, kann er schon das Wasser reichen – zumal er etwas leichter zu erreichen ist. Erst geht es angenehm durch kühlen Wald, dann über Almwiesen zum freundlichen grünen Doppelgipfel hinauf.

Im Abstieg bin ich den unbeschilderten (aber teilweise markierten) Weg über das „Pfadfinderkreuz“ gegangen, das dem Hauptgipfel am Grat vorgelagert ist. Dort wiederum gab es zu allem Überfluss auch noch jede Menge Alpenrosen, die aber leider noch nicht blühten.

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz an der Krepperhütte beginnt ein Steig unbeschildert zwischen den beiden Fahrwegen; alternativ kann man zunächst einige Meter auf dem nördlichen Fahrweg (talauswärts) gehen, dann rechts auf einem deutlich erkennbaren Pfad quasi „zurück“ gehen – auch er führt auf den Steig, der sich nun durch den Wald hinaufzieht. Man quert dabei mehrmals den Fahrweg, kann aber immer auf den Steig zurückkehren.

An der Largozalm geht es zunächst weglos, aber markiert, in Richtung der stärksten Steigung weiter. Bald trifft man wieder auf einen ordentlicheren Steig, der bis zum Gipfel führt.

Den Abstieg kann man variieren, in dem man über den Nordgrat zum weithin sichtbaren „Pfadfinderkreuz“ absteigt. Hier macht man eine scharfe Linkskurve und steigt weiter hinab bis zum Waldrand. Hier wendet sich der Weg nach links und führt nun sanfter fallend zurück zur Largozalm.


Hanneburger – Die Nebel-Saga geht weiter

25. August 2013

Nebel am Gipfel

Ernsthaft, mit dem Nebel ist es jetzt mal gut dieses Jahr. Am Hanneburger war es schon wieder so weit.

(Auf meinen Wanderkarten steht „Haneburger“, aber die Beschilderung vor Ort lautete durchgehend „Hanneburger“.)

Morgens im Voldertal sah es noch ganz gut aus. Zwar zogen Wolken um den Hanneburger und seine Nachbarn herum, aber den Gipfel konnte man noch gut sehen – im Gegensatz zum Glungezer gegenüber, den von vornherein im Nebel steckte.

Ich war also aus Erfahrung ein bisschen skeptisch, aber da ich keinen Plan B hatte (und ja doch schon ein ganzes Stück gefahren war), habe ich trotzdem den Aufstieg in Angriff genommen. Und der Aufstieg ist wirklich schön: erst durch den Wald, dann an den Almen vorbei in eine riesige Alm-/Wiesenfläche und zuletzt ein bisschen zwischen Felsen hindurch.

Aber spätestens an der Markissalm war klar, dass ich wieder im Nebel stecken würde. Und so kam es dann auch. Während meiner eher kurzen Gipfelrast lockerte es wenigstens in Richtung Süden etwas auf, aber nach Norden hatte ich unveränderlich eine Panoramasicht von ziemlich genau zehn Metern.

Na gut, dann muss ich nächstes Mal wohl nochmal hin – oder zumindest auf einen der Nachbarn des Hanneburger…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Rosenjoch – Die Rückkehr des Staunens

22. August 2012

Navistal

Wenn ihr meinem kleinen Blog schon länger folgen solltet, dann wisst ihr ja, dass ich viel in die Berge gehe. Sehr viel sogar. Und ich muss zugeben, dass das vielleicht manchmal auch unangenehme Spuren bei mir hinterlässt, und damit meine ich nicht nur Muskelkater. Manchmal habe ich das Gefühl, die Großartigkeit der Alpen inzwischen nur noch hinzunehmen – dass ich sie objektiv erkennen, aber emotional immer seltener zu schätzen weiß. Die Berge sind halt da. Sehen hübsch aus. Wie immer halt.

Manchmal ist es für mich schon fast nur noch Sport und nicht mehr das große Naturerlebnis, wenn ich in die Berge gehe.

Umso schöner (und irgendwie auch beruhigender) war es für mich, dann doch mal wieder eine Tour zu gehen, die mich so richtig zum Bestaunen und Bewundern und einfach nur Toll-Finden gebracht hat. Ein Tag, wo ich am Gipfel stand und eigentlich partout nicht mehr weg wollte, und wo ich später vom Tal aus zurückgeschaut habe und mir fast ein kleiner Stich durch den Leib ging, dass ich nicht mehr da oben war.

Das war am Rosenjoch in den Tuxer Alpen. Das Rosenjoch ist ein bisschen ein Geheimtipp, weswegen ich erst gezögert habe, es hier im Blog in solch höchsten Tönen zu loben. Aber erstens findet man die Tour mit ein bisschen Stöbern durchaus auch jetzt schon im Internet, zweitens wird es der Berg schon überstehen, wenn die, ähm, Dutzenden Leser dieses Eintrags auf ihn losstürmen, und drittens: Wozu habe ich dieses Blog, wenn nicht, um meine Begeisterung zu teilen?

(Und vielleicht ist meine Begeisterung für diesen Gipfel auch total subjektiv, also schlagt mich nicht, wenn ihr tatsächlich hinfahren solltet und den dann doof findet.)

Der Trick beim Rosenjoch ist also, dass man für 4 Euro über die Schotterstraße von Volderberg ins Voldertal fahren kann, was aber außer Einheimischen offenbar kaum jemand macht. Vom Parkplatz Nösslach aus kommt man über die hübsche Gwannschafalm (wirkt verlassen, aber mit jeder Menge Schafe!) und danach ein paar Felsbrocken zum Gipfel hinauf. Da hat man dann ein Fast-Rundum-Panorama aufs Karwendel, die Stubaier Alpen, die Zillertaler Alpen…

Und dann kann man noch zwei kleinere Gipfel mitnehmen und zum Navisjöchl absteigen. Dabei öffnet sich das hintere Navistal unter einem. Dessen sattes Grün unterm Fels und Eis der Tuxer Gletscher – noch mehr schöne Aussicht (siehe Foto)!

Ein paar Fernwanderer hat es hier – der Weg von der Lizumer zur Glungezer-Hütte verläuft hier entlang – und, wie gesagt, ein paar Einheimische, aber ansonsten ist es erstaunlich und völlig unverhältnismäßig ruhig. Bisher…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Glungezer & Kreuzspitze – Die Strafe auf dem Fuße

8. September 2011

Aus dem Voldertal ins Karwendel

Und dann war da noch: die Wanderung, die nicht enden wollte.

Gut – ich muss zugeben, ich war selbst schuld. Ich bin zu spät aufgestanden, dadurch in stockenden Verkehr geraten, dadurch zu spät am Ausgangspunkt angekommen. Und außerdem hätte ich den Zeitangaben auf den Wegweisern einfach Glauben schenken können, und dann wäre es schnell klar gewesen, dass meine Zeitplanung ziemlich utopisch war. Aber: Wer nicht hören will, muss fühlen.

Die eigentliche Wanderung ist dabei sogar sehr schön: Mit dem Sessellift von Tulfes bis Tulfein hinauf, dann über den Fritz-Anker-Steig zum Glungezer und immer weiter am Grat entlang bis (mindestens) zur Kreuzspitze. Der Grat macht zwar Spaß, kostet aber leider auch eine Menge Zeit, weil es ständig auf und ab geht, aber vor allem: weil man eigentlich die ganze Zeit über blockige Felsen krabbelt – jeder Schritt ist einigermaßen aufwändig. Das wirklich Blöde ist, dass man dann an der Kreuzspitze steht (oder am Rosenjoch, das ich mir dann aber doch gespart habe, obwohl es wohl auch nur zwanzig Minuten länger gedauert hätte) – und irgendwohin zurück muss.

Die Möglichkeiten: direkt zurück (uff, über die Felsen?); Abstieg in Richtung Voldertal und zurück hinauf zur Bergstation (der ursprüngliche Plan, aber völlig utopisch); Abstieg bis ins Voldertal und zurück zur Mittelstation (eventuell ein klitzekleines bisschen machbar); und Abstieg komplett zurück nach Tulfes (über 2000 Höhenmeter).

Es wurde dann Letzteres, und daher weiß ich jetzt beispielsweise auch, wie sich Dehydrierung bei mir anfühlt (alle vier Extremitäten fangen an zu kribbeln). Neun Stunden waren einfach zu viel. Neun Stunden – und der blöde Stolz/Ungeduld, der mich die Voldertalhütte hat links liegen lassen, obwohl ich da schon arg Durst hatte.

Wie gesagt, selbst schuld. Und hey… ich hab’s ja überlebt.