Gamskogel – Auf dem Schleichweg

5. April 2014

Die Hütte am KaiserEnde März bin ich eigentlich immer in der Situation, dass noch Urlaubstage aus dem Vorjahr weg müssen, bevor sie verfallen. Umso praktischer, wenn dann das Wetter gut ist und sich eine spontane zusätzliche Tour in die Berge anbietet.

Am Brentenjoch war ich schon einmal vor ein paar Jahren, als der Sessellift noch in Betrieb war, aber ich fand, ich könnte es trotzdem mal wieder besuchen. Diesmal wollte ich weitergehen zum Gamskogel, den ich noch nicht kannte, und vielleicht eine Runde über die Kaindlalm daraus machen.

Nun ja, das Brentenjoch war kein Problem. Ich bin wieder über die Kienbergklamm zur Duxeralm gegangen und von dort schnell rauf zum Joch. Dort stellte sich aber heraus, dass beide Weiterwege in Richtung Kaindlalm wegen Holzarbeiten gesperrt waren. Auf dem Fahrweg wurden die Stämme gesammelt und verarbeitet; über dem Steig ein paar Meter weiter oben führte die Abspannung der Transportseilbahn, die dafür aufgebaut worden war. Also bin ich stattdessen erst mal zur alten Bergstation weiter gegangen. Bei der Rast dort fiel mein Blick aber auf den von der Sperrung betroffenen Hang, und es sah so aus, als könne man den „Arbeitsbereich“ eigentlich ganz gut weglos umgehen. Gut, dass es die Wegefreiheit gibt…

Tatsächlich kam man vom Brentenjoch auf einem Trampelpfad problemlos zu einem Hochsitz, und ein paar Meter weiter traf ich hinter der Sperre wieder auf den Wanderweg. (Der Wanderweg war auch in der anderen Richtung hier ausdrücklich mit einem Schild gesperrt. Ich habe mich gefragt, ob Wanderer von der Kaindlhütte erst hier, fünfzig Meter vorm Brentenjoch, erfahren, dass sie eigentlich nicht mehr weiter dürfen.)

So kam ich dann doch noch zum Gamskogel – wenn auch nicht mehr zur Kaindlhütte. Dafür war es inzwischen etwas spät, und ein Rundweg wäre ja eh nicht mehr daraus geworden. Aber hey, noch ein neuer Gipfel in meiner „Sammlung“, und das im März – was will man mehr?

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Bergwinter: Gröbner Hals

8. Februar 2013

Bächental, Karwendel

Upps, fast vergessen: Schon vor zwei Wochen war ich am Gröbner Hals. Für alle, die den nicht kennen: Das ist ein breites Joch am Ende des Unterautals westlich von Achenkirch.

Ich sollte vorausschicken, dass ich inzwischen zwar Schneeschuhe besitze, um auch im Winter mehr in die Berge gehen zu können. Aber die Tourenplanung fällt mir so viel schwerer als im Sommer: Was ist mit der Lawinengefahr? Welche Wege sind geräumt, wo brauche ich die Schneeschuhe? Also gehe ich im Winter nach Buch (wenn überhaupt), was mir als selbsterklärten Outdoor-Freak irgendwie peinlich ist. Aber hey, besser als gar nicht rauszugehen.

Das Buch schlug also den Gröbner Hals als leichte Schneeschuhtour vor, und es lag nicht so falsch. Der größte Teil der Tour führt über einen Fahrweg durch den Wald. Der Weg war auch schon ordentlich plattgetreten, aber ab ca. der Hälfte waren die Schneeschuhe dann doch nützlich, weil man sonst auch in den komprimierten Schnee noch einsackte. Ab der Gröbner Alm dagegen geht es dann über etwas steilere Almflächen bis zum Joch. Und ich muss sagen, für eine „leichte“ Tour hat mich das ganz schön geschlaucht – so sehr, dass ich auf den kleinen Hügel neben dem Joch dann gar nicht mehr geklettert bin. Aber der Blick vom Joch ins Bächental war definitiv die letzte Anstrengung wert.

Nicht recht verstanden habe ich allerdings die vielen Skitourengeher, die auch da waren: Die hatten vielleicht für fünf Minuten eine schöne Abfahrt über die Almhänge, aber danach nur einen endlosen Ziehweg zurück nach Achenkirch. Gibt es da nicht lohnendere Ziele?