Kaserer Schartl & Frauenwand – Mehr Murmeltier fürs Geld

10. September 2014

SentryIch glaube, als ich das letzte Mal (am Rande) über den Weg vom Kaserer Schartl über die Frauenwand zum Tuxer Joch geschrieben habe, habe ich eine Sache etwas vernachlässigt: die Tatsache, dass man hier praktisch eine Murmeltiergarantie hat. Schon kurz hinter der Sommerbergalm hängen die ersten Murmeltiere rum, und dabei ist die ja nun dank der Zillertaler Gletscherbahnen nicht unbedingt ruhig gelegen. Und wenn man dann in das kleine Tal hinaufsteigt, dass zum Kaserer Schartl führt, dann steigt die Murmeltierdichte nochmal an. Nur in der Mitte, wo die Kühe weiden, ist es etwas weniger. Mögen sich Murmeltiere und Kühe vielleicht nicht so?

This WayVon den Murmeltieren abgesehen, ist dieser Rundweg natürlich eine hübsche – wenn auch etwas kleinere – Tour. Was ich aber empfehlen würde, auch wenn man sich den Kleinen Kaserer nicht zumuten möchte: Macht doch trotzdem mal vom Kaserer Schartl einen Abstecher in Richtung Geraer Hütte, und dann links hinauf über den kleinen Grasrücken bis dorthin, wo der Schotter beginnt. Da ist kein Mensch, und der Blick ist mindestens so schön wie von der Frauenwand – ein idealer Rastplatz also.

Aber natürlich sind wir trotzdem danach zur Frauenwand weitergegangen.
Tuxertal

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Hippoldspitze – Zwischen Alpenrosen und… Lasern?!

3. August 2014

Als ich neulich über die besten Alpenrosen-Touren geschrieben habe, war ich noch nicht auf der Hippoldspitze, sonst wäre sie definitiv dabei gewesen. Aber sie fügt sich auch perfekt in das Bild, das ich schon vorher hatte: Die beste Gebirgsgruppe für Alpenrosen sind einfach die Tuxer Alpen.

AhornspitzeEs führen mehrere Wege zur Hippoldspitze: Von Innerst am Weerberg, vom Geislerhof im Tuxertal oder vom Lager Walchen. Mein Aufstieg – der aus dem Tuxertal – scheint ein eher weniger beliebter zu sein. Denn obwohl am Gipfel einige Menschen waren, bin ich unterwegs kaum jemandem begegnet. Dabei ist die Strecke sehr schön – und vor allem absolut abwechslungsreich. Nach einem Fahrweg zum Eingehen zu Beginn bis zur Nasse-Tux-Alm geht es hinauf zum Hochleger und dann über die Almwiesen zu einer Kante… hinter der sich ein ganzes weiteres Tal auftut! Und die erwähnten Alpenrosen, die hier jetzt den ganzen Hang bedecken. Hinter der Vallruckalm geht es dann deutlich mehr ins Gelände bis zum Gipfel.

GipfelblickWobei: Das Gipfelkreuz steht auf einer weiten, grünen Kuppe ungefähr 20 Höhenmeter unterhalb es eigentlichen Gipfels. Der ist zwar etwas felsiger, aber trotzdem locker zu erreichen. Warum die meisten Leute schon am Gipfelkreuz Schluss gemacht haben, habe ich folglich nicht so ganz verstanden – zumal der eigentliche Gipfel für sie so einen nicht unerheblichen Teil des wirklich großartigen Panoramas verdeckt hat.

Die Hippoldspitze liegt übrigens im Truppenübungsplatz; man sollte also auf die Schießzeiten achten. Ansonsten läuft man laut der örtlichen Beschilderung offenbar unter anderem Gefahr, von Lasern verdampft zu werden…

Auf dem Rückweg bin ich dann ab der Vallruckalm über den Almfahrweg gegangen. Die Strecke ist ein bisschen kürzer als der Anstiegsweg, aber… ja, ist halt ein Fahrweg. Fast die ganze Zeit. Allerdings ist das Gelände recht abwechslungsreich, so dass man zumindest immer das Gefühl hat, guten Fortschritt zu machen.

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz geht es über die Straße weiter zum Geislerhof und, nur noch leicht ansteigend, weiter bis zur Nasse-Tux-Alm. Hinter der Alm führt ein Steig schnell durch die Wiesen hinauf zum Hochleger. Dort zweigt ein Pfad nach rechts ab und zieht unter wenig Höhengewinn am Hang entlang. Am Nederjoch macht der Weg eine scharfe Kurve und führt nun durch riesige Alpenrosenfelder in leichtem Auf und Ab zur Vallruckalm.

Hinter der Vallruckalm führt ein Pfad zunächst recht flach, dann etwas steiler, hinauf. Nach der Abzweigung zum Eiskarsee überquert man kurz eine Hochfläche; dann geht es durch die Südflanke der Hippoldspitze hinauf zum Hippoldjoch (und auf den Truppenübungsplatz). Über den Südgrat geht es nun zum Gipfelkreuz. Der eigentliche Gipfel ist von dort in drei Minuten weglos erreichbar.

Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg; ab der Vallruckalm kann man auch dem Fahrweg folgen (eine beschilderte Abkürzung nahe der Hobalm).

 


Kleiner Kaserer – Höher ist kälter… und cooler

25. August 2012

Kleiner Kaserer

Höher ist kälter.

Insofern fand ich meine Strategie für letzten Sonntag, einen der heißesten Tage der letzten Jahrzehnte, völlig folgerichtig: Am besten steige ich so weit wie möglich nach oben.

In Hintertux (im Schatten) schien der Plan auch noch aufzugehen. Als ich allerdings um kurz vor neun Uhr an der Sommerbergalm in der Sonne stand, ging das Schwitzen trotzdem schon los. Zum Glück kam auf meiner Strecke recht bald ein leichter Wind dazu, der die Temperaturen dann insgesamt ganz angenehm machte. Glück muss man haben.

Ja, der Kleine Kaserer, der stand schon länger auf meiner Liste. Allerdings sind die Wegbeschreibungen, die man im Internet findet, sehr unterschiedlich. Für manche ist es ein „Dreitausender mit Weg“ (stimmt), andere sagen, es sei ihr beschwerlichster Aufstieg überhaupt gewesen, und mit jedem Schritt würde man im Geröll einen Meter nach vorn machen und einen halben zurückrutschen. Also war ich bisher etwas zurückhaltend… aber jetzt passte es einfach.

Und es war toll. Das mit dem Geröll kann ich so nicht unterschreiben – vielleicht hängt das aber auch mit den kurzfristigen Bedingungen zusammen (Luftfeuchtigkeit, letzter Regen). Ab ca. 2620m geht man tatsächlich ganz überwiegend über Geröll, aber die meiste Zeit handelt es sich dabei um sehr feines, fast sandiges Zeug, das zumindest bei meiner Begehung relativ gut mit dem Untergrund verhaftet war. Ein paar kurze Stellen sind aber trotzdem unangenehm, nämlich wenn der Weg auf (wenn auch nur mäßig) rutschigem Untergrund im steilen Gelände quasi in der Falllinie verläuft. Das sind aber zum Glück nur drei oder vier mal zehn bis zwanzig Meter auf der gesamten Strecke. Beim Abstieg war ich tatsächlich erstaunt, wie leicht er mir fiel.

Und der Gipfel? Ist toll. Klar steht man direkt über dem Gletscherskigebiet von Hintertux, geschenkt. Aber der Blick reicht vom nahen Olperer bis in die fernen Stubaier (und sogar Ötztaler) über dem Wipptal, das Karwendel und den Rofan über dem Inntal und – am Olperer vorbei – in einen Teil der Zillertaler Alpen. Dazu kommt der Tiefblick auf den idyllischen Kaserer Winkl. Die Tuxer Alpen sieht man sowieso quasi komplett (weil nah dran und relativ niedrig).

Auf dem Rückweg habe ich dann noch die – allerdings von Touristen belagerten – Gipfelchen von Frauenwand und Weißer Wand mitgenommen, von denen aus ich sehr schön auf den eigentlichen Gipfel des heutigen Tages mitsamt des gesamten Anstiegswegs blicken konnte.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Spannagelhaus – Der Tag der Verunsicherung

21. September 2011

Frauenwand und Weiße Wand

Eigentlich wollte ich was ganz anderes machen, nämlich von Hintertux aus den Kaserer Winkl „erkunden“ – eine ungewöhnliche Route mit Rauf-Runter-Rauf-Runter-Effekt. Aber dann kam mir der morgendliche Wetterbericht im Radio dazwischen, der plötzlich von häufigen gewittrigen Schauern im Tagesverlauf sprach. Und leider sah der Himmel auch nicht so toll aus, wie ich mir das vorgestellt hatte… also habe ich schnell umdisponiert und mir stattdessen den Aufstieg zur Spannagelhütte ausgesucht. Viel im Wald, Umkehr immer möglich, notfalls auch Abzweig zur Sommerbergalm, und (typisch für mich in diesem Sommer): Abstieg per Seilbahn. Spart auch viel Zeit.

Natürlich war am Ende schönster Sonnenschein und keine Gewitterwolke weit und breit. Seufz. Naja, was soll’s.

Aber ich wurde auch noch weiter verunsichert, denn nach etwa einer halben Stunde komme ich an eine T-Kreuzung und stehe vor einem Schild (eigentlich einer ausgedruckten, laminierten und in die Landschaft gestellten E-Mail, die – kein Scherz – mit „lieber Sepp“ beginnt). Da steht, dass der Weg gesperrt ist. Nur… welcher? Der Wegweiser nebendran ist unberührt. So, wie das Schild steht, könnte es der Weg sein, auf dem ich gekommen bin. Aber warum stand es dann nicht am Anfang des Weges im Tal? Oder auch der, auf dem ich weitergehen will. Aber wenn alle beiden weiterführenden Wege gesperrt sind, warum ist dann der dritte, der dadurch ja zur Sackgasse wird, noch offen?

Am Ende dachte ich mir: egal. Und bin einfach weitergegangen. Der Weg wirkte weder gesperrt noch gefährlich. Sondern eigentlich ganz nett. Nur leider muss man zirka das letzte Viertel immer in direkter Nähe zur Seilbahn aufsteigen, was ja doch ein bisschen an der Privatsphäre/Bergeinsamkeit zehrt.

Aber dafür habe ich seit langem mal wieder ein Murmeltier gesehen. Immerhin.


Torseen & Ramsjoch – Der erste Schnee

29. August 2011

Torsee

Das Tuxertal positioniert sich in seiner Werbung als „das grüne Gletschertal“, und so sah es am Wochenende auch aus. Okay, mit dem Gletscher ist es – wie überall – nicht mehr so ganz weit her; aber durch den Schneefall vom Samstag waren die Höhen weiß, und die Wiesen in den Tälern wirkten umso grüner. Eine Alpenidylle.

Fürs Wandern war der Schnee natürlich nicht ideal, aber wir haben es trotzdem immerhin bis auf 2500m hinauf geschafft, ganz ohne nasse Füße oder Schneeblindheit. Ich wollte nämlich schon lange mal zum Torsee, aber die Gelegenheit dazu ist nicht oft gegeben, denn zu Zeit-Haben und Wetter kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Torseen liegen innerhalb eines Truppenübungsplatzes, und an den meisten Tagen ist dort militärisches Sperrgebiet.

Am letzten Sonntag aber nicht, also ging es – Schnee hin, Schnee her – über die Nasse-Tux-Alm zu den Torseen (leider selbst etwas verschneit) und weiter hinaus zum Ramsjoch und zur Grüblspitze. Zum Glück hat uns auf dem Rückweg die Eggalmbahn einen Teil des 1300-Meter-Wiederabstiegs erspart.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Gamshütte – Hütte ja, Gemsen nein

15. Juni 2011

Kurz vor der Gamshütte

Und ich hänge, blogtechnisch gesehen, mal wieder ein bisschen zurück: Zum Abschluss der „Zillertaler Almenwoche“ ging’s am vorletzten Sonntag über die Grinbergalm zur Gamshütte. Der Wirt oben auf der Hütte fand das ein bisschen doof und meinte, der Hermann-Hecht-Weg wäre ja viel schöner.

Den sind wir dann halt runter gegangen – man kann beide Wege sehr schön zu einer Rundtour verbinden, wenn man in Innerberg an der Rosengartenbrücke parkt. Und ja, der Hermann-Hecht-Weg ist tatsächlich auch schön. Weniger Fahrweg, dafür aber andererseits auch mehr Wald.

Blöd war nur, dass uns dann nach ca. zwei Dritteln des Abstiegs noch eine leichte bis mittlere Verletzung heimgesucht hat („walking wounded“ sagt man da wohl). Blöd gelaufen, das – zumal das Gelände da absolut unschwierig ist. Aber so kann’s halt kommen in der „Wildnis“.


Grüblspitze

4. Oktober 2009

Im Tuxertal

Die Grüblspitze ist so ein Stand-by-Berg, den man eigentlich immer mal machen kann, wenn einem nicht recht was Besseres einfallen will. Allerdings wird man ihr mit dieser Kategorisierung auch nicht so richtig gerecht, denn es ist eigentlich ein sehr schöner Berg mit einem Aufstieg, der viel interessanter ist, als es der Blick auf die Karte vermuten lassen würde.

Erst geht es über die talnahen Almenhänge des Tuxertals, dann kurz durch den Wald (dabei immer von einer Alm zur anderen) und schließlich über die weiten Wiesenhänge unterhalb des Gipfels, von denen aus man schon einen tollen Blick über das ganze Tuxertal und ins Junstal hat.

Der Vorteil/Nachteil: den Abstieg kann man mit der Seilbahn entscheidend abkürzen – was natürlich auch dazu führt, dass man nicht eben auf Bergeinsamkeit trifft. Und teilweise wird man sogar komisch angeguckt von den Seilbahnbenutzern, die gar nicht verstehen können, dass man vielleicht auch mal „by fair means“ hier rauf kommen möchte. Aber gut für die Knie ist das trotzdem.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.