Ascherjoch (Semmelkopf) – Ein schneller Snack-Berg

5. August 2014

Kommt es mir nur so vor, oder ist dieser Sommer voll von (Wochenend-)Tagen, in denen es laut Wetterbericht „im Laufe des Nachmittags“ regnen oder gewittern soll? Das wirkt sich natürlich auf die Tourenplanung aus – kurze Strecken und kurze Anfahrtswege (und frühes Aufstehen, seufz) sind so zu bevorzugen.

ThierseetalSo traf es erneut das Ascherjoch, auch bekannt als Semmelkopf, am Ursprungpass, das ich sowohl im Sommer als auch im Winter schon einmal besucht hatte. Diesmal wollte ich – mehr oder weniger – den Weg aus dem vorletzten Winter wiederholen, quasi um mal zu vergleichen. Das Ascherjoch ist an sich jetzt nichts so besonderes – ein mäßig hoher, breiter Bergrücken mit frustrierend undefiniertem Gipfelpunkt. Die Aussicht kann allerdings toll sein, und im Winter hatte ich echt Glück mit dem Wetter – da war es quasi magisch.

Ganz so toll war es diesmal nicht unbedingt – die Fernsicht scheiterte am Dunst, die sportliche Leistung an den schwülen Wetterverhältnissen. Aber es ist trotzdem eine nette kleine Tour – und eine durchaus überlegenswerte Alternative zum weitaus stärker bevölkerten Trainsjoch gegenüber. Wobei man durchaus auch beide Gipfel in einer Tour kombinieren kann, wenn man es nicht gerade eilig hat.

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Hinteres Sonnwendjoch – Vielfalt auf kleinem Raum

8. Juni 2014

Die Ackernalm nimmt eine ungewöhnliche Stellung unter den typischen Ausflugszielen der „Münchner Berge“ ein. Sie ist sicherlich kein Geheimtipp – das wird jedem klar, der an einem sonnigen Sonntag versucht, mittags noch einen Parkplatz an der Alm zu ergattern (machbar, aber nicht unbedingt ohne Suchen). Andererseits liegt sie die einfallenden Münchner und Oberbayern sozusagen „abgeschattet“ von den beliebten Zielen, an denen man vorbeifahren müsste, um es bis hier zu schaffen: Schliersee, Spitzing, Wendelstein, Sudelfeld. Deshalb kann man ihre zwei Gipfelziele – auf der Südseite Veitsberg und Thalerjoch und auf der Nordseite das Hintere Sonnwendjoch – auch nicht wirklich als überlaufen bezeichnen.

Hiking SceneWenn man dann noch bedenkt, dass die Aussicht von den Gipfeln wirklich schön ist und bis zum Hauptkamm reicht und dass die Gipfel mit mäßigem Höhenunterschied zu erreichen sind – dann hat man das perfekte Ziel, auf das man sich in einer kleinen Gruppe einigen kann.

Und so kam es auch, und es war wirklich eine angenehme, kleinere Bergtour. Ich war seit zehn Jahren nicht mehr am Sonnwendjoch gewesen, aber es hatte sich wenig verändert. Für eine relativ kurze Tour ist es auch noch sehr abwechslungsreich. Gut, die Teerstraße am Anfang muss man mögen, aber dann geht es über einen Almweg, kurz durch eine steile Latschengasse, zum felsig-grasigen Gipfel. Im Abstieg gab es zudem noch ein längeres Stück Bergwald.

Außer, höchstens, größerer sportlicher Anstrengung kann man eigentlich mehr von einer Bergtour nicht verlangen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pendling – Ein halber Tag, plus ein Bisschen

23. November 2013

Kaiser-Blick

Es gibt wenig daran zu rütteln, dass die Besteigung des Pendlings eine kleine Spritztour ist, eine Halbtagestour, ein ausgedehnter Spaziergang. Wenige Berge in Tirol sind so gezähmt wie der Pendling. Und wenn man auch an der einen oder anderen Schraube drehen kann, um die Tour interessanter zu machen: ein wahnsinnig erfüllender Gipfelsieg wird nicht daraus werden.

Aber manchmal braucht man ja auch genau das – eine kleinere Unternehmung, die immerhin auch ein ziemlich gewaltiges Panorama oder zwei aufweisen kann.

Hier also mein Tipp, um den Pendling ein bisschen spannender zu machen: von Schneeberg aus nicht den direkten Weg raufgehen. Auch nicht den Weg über die Kala-Alm, wobei der schon ganz nett ist. Aber wenn man besonders „exzentrisch“ sein will, dann geht man in Richtung Höhlenstein bis kurz vor der Jochalm. Den Steig über die Heimbergköpfe, der ab hier auf vielen Karten eingezeichnet ist, existiert leider nicht (da sind sogar Zäune). Aber immerhin führt ein offenkundig wenig benutzter Waldsteig zur Alten Kala-Alm. Den fand ich ganz interessant, auch wenn er leider nicht sehr lang ist und oberhalb der Alm auf den Fahrweg mündet.

Bis hierher hatte ich keinen einzigen Menschen getroffen. Beim Abstieg über den Normalweg habe ich dagegen dann aufgehört zu zählen, wie viele Leute mir entgegen kamen. Gut, es war dann auch bald Mittag – Zeit für die zweite Schicht der „Halbtagestouristen“…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Bergwinter: Semmelkopf (Ascherjoch)

9. März 2013

Blick ins Stallenbachtal

So langsam scheint sich der Winter dann ja doch dem Ende zu zu neigen, aber letztes Wochenende war nochmal Schneeschuhgehen dran. Angesichts der geringen Lawinengefahr (Stufe 1) haben wir uns sogar ein bisschen was getraut – aber, wie üblich bei mir im Winter, nicht allzu viel.

Morgens ging es unter einer doch recht ordentlich demoralisierenden Nebeldecke ins Trockenbachtal am Ursprungpass und unten durch den Graben in Richtung Trainsalm. Die Spur war zwar ganz gut, führte aber immer quer am Hang entlang, was mit Schneeschuhen ja doch etwas mehr Arbeit erfordert als mit Ski, aber gut. Etwas unterhalb des Gipfels stießen wir dann tatsächlich durch die Wolkendecke und standen plötzlich im strahlenden Sonnenschein – wow! Anfangs konnte ich das allerdings nicht so ganz genießen, weil wir, statt unten am Bach zu bleiben, der Spur in einen Hang gefolgt waren, der mir Schisser nicht so hundertprozentig geheuer war. Aber oben am Gipfel war’s dann umso großartiger, mit Bonusblick zum Kaiser, der gegenüber aus dem Nebelmeer ragte.

Für den Abstieg sind wir über den Grat zur Ascherjochalm gegangen, was ganz gut ging – nur der letzte Hang hinunter zur Alm ist auch wieder was, das ich Lawinenängstlichen nicht empfehlen kann. Zum Glück ist er aber nicht sonderlich lang.

Und dann war sogar der Fahrweg zurück ins Tal in seinem tief verschneiten Zustand noch sehr idyllisch – und der Nebel hatte sich inzwischen gelichtet. Denn bäh, wieder in die Wolken zurück laufen müssen – das hätte ich jetzt nicht so toll gefunden.


Veitsberg – Was vom Tage übrig bleibt

27. Oktober 2012

Thiersee & 2 Kaiser

Ach ja, was hatte ich noch für Pläne für das Wochenende, sollte es doch – vielleicht – mal wieder – das letzte gute Wochenende der Saison werden. Aber dann kam leider ein für mich uncharakteristisch schmerzhafter Migräneanfall am Vorabend und machte mir einen Strich durch die Rechnung. Morgens um 6 Uhr war es noch ziemlich bitter. Aber beim nächsten Aufwachen um 9 Uhr waren die Schmerzen weg, und ich konnte mir überlegen, was ich nun noch mit dem angebrochenen, sonnigen Tag machen konnte.

Am Thalerjoch über der Ackernalm war ich vor ein paar Jahren mit Freunden. Aber aus irgendeinem Grund waren wir damals so langsam und/oder träge, dass wir uns nicht mehr zum Veitsberg motivieren konnten, der direkt nebenan liegt. Das könnte ich doch jetzt vielleicht mal nachholen? Der Ursprungpass ist ja relativ schnell zu erreichen, und die Tour ist auch nicht so wahnsinnig lang…?

Ja. Konnte ich. Und dabei konnte ich auch feststellen, was für Weicheier wir damals gewesen sein müssen. Der Veitsberg ist wirklich in einem Zwanzig-Minuten-Exkurs zu erreichen (allerdings muss ich zugeben, dass es am Abzweig nicht recht danach aussieht). Wahrscheinlich waren wir damals noch vom Aufstieg durchs Fuchsloch so beeindruckt, dass wir vorsichtig waren. Der war nämlich auch diesmal wieder matschig, schmal, steil und ausgesetzt – bergab möchte ich hier eher nicht gehen.

Muss man ja aber auch nicht.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Semmelkopf

16. November 2010

Panorama vom Gipfel

Einen Berg, der Semmelkopf heißt, muss man einfach lieben, oder? Ich habe auch nach meinem Besuch dort keine Ahnung, wo der Name herkommen könnte – nach einem Brötchen sieht der Berg jedenfalls nicht aus – aber wer kann schon immer auf Anhieb die alpenländische Etymologie entziffern. (Der Berg heißt auf manchen Karten auch Ascherjoch, was ich deutlich prosaischer finde.)

Finden tut man diesen Berg überm Thierseetal, kurz hinterm Ursprungpass, und am besten geht man vom Thierseer Ortsteil Landl hinauf. Den Wegweisern nach ist der Semmelkopf für die meisten Wanderer allerdings kein Ziel… entweder, so scheint’s, machen sie schon an der Ascherjochalm schlapp, oder es zieht sie gleich noch weiter aufs benachbarte Trainsjoch. Die letztere Variante hab ich auch noch kurz überlegt, als ich am Gipfel(plateau) stand, aber dann fand ich den Semmelkopf doch ausreichend für einen Spätherbsttag.

Und das Panorama ist super, fast noch schöner als am Trainsjoch, obwohl das höher ist. Aber dafür scheint am Semmelkopf alles viel näher zu sein. Ein echter Geheimtipp.