Bergwinter: Pendling – Wir machen uns unser eigenes Abenteuer

24. März 2015

Kufstein und seine Kaiser

… und dann war da noch die Winterwanderung zum Pendling. Was als weiterer Eintrag in der „Rodelbahn-rauf-oben-Hütte“-Kategorie hätte enden können, haben wir durch geschickte Routenwahl zu einem etwas größeren Abenteuer gemacht.

Denn natürlich kann man einfach über den Fahrweg zur Kalaalm hinaufstapfen und dann weiter über den Fahrweg zum Gipfel. (Na gut, bis zehn Meter unterhalb des Gipfels.) Wir waren aber wagemutiger und nahmen die Pfade, die den Fahrweg abkürzen – einen gleich kurz nach dem Beginn der Wanderung und dann den von der Kala-Alm bis zum Bergrücken. Die waren zwar gespurt, aber gerade in den steileren Passagen sank man durchaus auch schon mal ein bisschen ein.

Gut, „Abenteuer“ ist vielleicht ein bisschen ein großes Wort dafür – außer vielleicht für die zwei „Winter-Anfänger“, die wir dabei hatten. Aber es scheint ihner Berglust nicht geschadet zu haben – wie ich höre, haben sie inzwischen zusätzliche Ausrüstung angeschafft.

Long Time No See, Eh?Da das Wetter wirklich super war, gab es vom Gipfel aus natürlich die großartige Sicht vom Kaiser (nah) bis Großglockner (fern), und ich musste mich ordentlich konzentrieren, um alle angefragten Gipfel zu identifizieren. Okay, vielleicht habe ich auch ein bisschen mit dem PeakFinder gespickt… Und an der Kala-Alm später war es angesichts des Wetters natürlich auch ordentlich voll, aber wir haben trotzdem noch unsere Stärkung bekommen, wenn auch mit ein bisschen Verzögerung.


Pendling – Ein halber Tag, plus ein Bisschen

23. November 2013

Kaiser-Blick

Es gibt wenig daran zu rütteln, dass die Besteigung des Pendlings eine kleine Spritztour ist, eine Halbtagestour, ein ausgedehnter Spaziergang. Wenige Berge in Tirol sind so gezähmt wie der Pendling. Und wenn man auch an der einen oder anderen Schraube drehen kann, um die Tour interessanter zu machen: ein wahnsinnig erfüllender Gipfelsieg wird nicht daraus werden.

Aber manchmal braucht man ja auch genau das – eine kleinere Unternehmung, die immerhin auch ein ziemlich gewaltiges Panorama oder zwei aufweisen kann.

Hier also mein Tipp, um den Pendling ein bisschen spannender zu machen: von Schneeberg aus nicht den direkten Weg raufgehen. Auch nicht den Weg über die Kala-Alm, wobei der schon ganz nett ist. Aber wenn man besonders „exzentrisch“ sein will, dann geht man in Richtung Höhlenstein bis kurz vor der Jochalm. Den Steig über die Heimbergköpfe, der ab hier auf vielen Karten eingezeichnet ist, existiert leider nicht (da sind sogar Zäune). Aber immerhin führt ein offenkundig wenig benutzter Waldsteig zur Alten Kala-Alm. Den fand ich ganz interessant, auch wenn er leider nicht sehr lang ist und oberhalb der Alm auf den Fahrweg mündet.

Bis hierher hatte ich keinen einzigen Menschen getroffen. Beim Abstieg über den Normalweg habe ich dagegen dann aufgehört zu zählen, wie viele Leute mir entgegen kamen. Gut, es war dann auch bald Mittag – Zeit für die zweite Schicht der „Halbtagestouristen“…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Veitsberg – Was vom Tage übrig bleibt

27. Oktober 2012

Thiersee & 2 Kaiser

Ach ja, was hatte ich noch für Pläne für das Wochenende, sollte es doch – vielleicht – mal wieder – das letzte gute Wochenende der Saison werden. Aber dann kam leider ein für mich uncharakteristisch schmerzhafter Migräneanfall am Vorabend und machte mir einen Strich durch die Rechnung. Morgens um 6 Uhr war es noch ziemlich bitter. Aber beim nächsten Aufwachen um 9 Uhr waren die Schmerzen weg, und ich konnte mir überlegen, was ich nun noch mit dem angebrochenen, sonnigen Tag machen konnte.

Am Thalerjoch über der Ackernalm war ich vor ein paar Jahren mit Freunden. Aber aus irgendeinem Grund waren wir damals so langsam und/oder träge, dass wir uns nicht mehr zum Veitsberg motivieren konnten, der direkt nebenan liegt. Das könnte ich doch jetzt vielleicht mal nachholen? Der Ursprungpass ist ja relativ schnell zu erreichen, und die Tour ist auch nicht so wahnsinnig lang…?

Ja. Konnte ich. Und dabei konnte ich auch feststellen, was für Weicheier wir damals gewesen sein müssen. Der Veitsberg ist wirklich in einem Zwanzig-Minuten-Exkurs zu erreichen (allerdings muss ich zugeben, dass es am Abzweig nicht recht danach aussieht). Wahrscheinlich waren wir damals noch vom Aufstieg durchs Fuchsloch so beeindruckt, dass wir vorsichtig waren. Der war nämlich auch diesmal wieder matschig, schmal, steil und ausgesetzt – bergab möchte ich hier eher nicht gehen.

Muss man ja aber auch nicht.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Köglhörndl – Plötzlich Panorama

28. Mai 2012

Hinteres Sonnwendjoch

Es gibt so Touren, da weiß man zwar nach dem Blick auf die Karte, was einen erwartet. Aber in der Natur ist dann doch alles noch eindringlicher… lebendiger… stärker… als erwartet.

So eine Tour hatte ich gestern: von Hinterthiersee zum Köglhörndl, gedacht als ruhige, unspektakuläre Tag-Zwei-Tour nach dem etwas anstrengenderen Unterberghorn. Das war auch alles richtig, aber trotzdem fand ich sie irgendwie auf ihre eigene Art spektakulär. Der Wald war besonders dunkel und dicht; die Köglalm war besonders niedlich; und das Panorama kam – wenn schon nicht unerwartet – so doch ziemlich plötzlich. Nach knapp zwei Stunden komm man ziemlich unvermittelt aus dem Wald, steht am Grat und guckt übers ganze Unterinntal und weit in die Kitzbüheler Alpen hinein. Coole Sache.

Und dann war der Abstieg zum Höhlenstein steiler als erwartet (meine armen Knie), der Höhlenstein dafür sehr gut besucht, was ich so auch nicht erwartet hatte. Hat mich aber nicht weiter gestört, dafür sind so halbhohe Berggasthöfe ja auch irgendwie da. Und ich habe mich eh nur kurz am benachbarten Minigipfel des Feuerköpfls aufgehalten und bin dann rasch zurück nach Hinterthiersee.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Semmelkopf

16. November 2010

Panorama vom Gipfel

Einen Berg, der Semmelkopf heißt, muss man einfach lieben, oder? Ich habe auch nach meinem Besuch dort keine Ahnung, wo der Name herkommen könnte – nach einem Brötchen sieht der Berg jedenfalls nicht aus – aber wer kann schon immer auf Anhieb die alpenländische Etymologie entziffern. (Der Berg heißt auf manchen Karten auch Ascherjoch, was ich deutlich prosaischer finde.)

Finden tut man diesen Berg überm Thierseetal, kurz hinterm Ursprungpass, und am besten geht man vom Thierseer Ortsteil Landl hinauf. Den Wegweisern nach ist der Semmelkopf für die meisten Wanderer allerdings kein Ziel… entweder, so scheint’s, machen sie schon an der Ascherjochalm schlapp, oder es zieht sie gleich noch weiter aufs benachbarte Trainsjoch. Die letztere Variante hab ich auch noch kurz überlegt, als ich am Gipfel(plateau) stand, aber dann fand ich den Semmelkopf doch ausreichend für einen Spätherbsttag.

Und das Panorama ist super, fast noch schöner als am Trainsjoch, obwohl das höher ist. Aber dafür scheint am Semmelkopf alles viel näher zu sein. Ein echter Geheimtipp.


Pendling

27. Juli 2010

Thierseetal

Nur rasende Hunde und Engländer gehen angeblich zur Mittagshitze in die Sonne. Stimmt aber nicht – ich auch.

Jedenfalls war ich nach ausgiebigem Ausschlafen nach der schönen, aber langen Tour vom Vortag dann doch noch der Meinung, ich müsste mich sportlich betätigen. Das führte dann dazu, dass ich eine Weile die Karte studiert habe, was denn jetzt noch gehe, wodurch es natürlich nur immer noch später wurde. Und am Ende stand ich dann in Hinterthiersee auf dem Parkplatz, und es war heiß wie sonstwas.

Aber das hielt mich nicht auf, und auch die Tatsache, dass mir die meisten Leute schon wieder entgegenkamen, hat mich nicht weiter irritiert – so war oben wenigstens nicht mehr so viel los. Und wie ich höre, kann am Pendling jede Menge lossein…

Ich empfehle jedenfalls, über die Kala-Alm aufzusteigen und über den „Normalweg“ hinab – und den Fahrweg gleich mal sowieso links liegen zu lassen. So hat man noch die maximal erreichbare Bergwald-Einsamkeit. Im Wald (gut für die Hitzevermeidung, schlechter fürs Fotografieren) ist man allerdings auf beiden Strecken.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Trainsjoch

9. August 2009

Blick von der Mariandl-Alm

Das Trainsjoch hat einen entscheidenden Nachteil: Es ist ein idealer Gipfel, wenn man schlechtes Wetter zu befürchten hat. Auf dem Hin- und Rückweg kommt man an einer bewirtschafteten Alm vorbei, wo man sich vor einem Gewitter verstecken und/oder kurz mal trocknen lassen kann; es ist – von München aus – relativ weit östlich, und das schlechte Wetter kommt meist von Westen. Und es ist kein wahnsinnig langer Aufstieg; man hat eigentlich immer den Weg unter Kontrolle.

Führt leider dazu, dass man selten bei richtig gutem Wetter auf dem Trainsjoch ist. Das ist insofern blöd, weil das Panorama vom Gipfel aus ziemlich cool sein muss – jedenfalls konnte man gestern wieder vage in der Ferne die Zillertaler Alpen erahnen und sogar die Tauern, und der Wilde Kaiser war zumindest in Silhouette erkennbar.

Trotzdem schön.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.