Hoher Ziegspitz – Wettermanagement ist Zeitmanagement

9. Juni 2014

Warum muss ich eigentlich immer alles komplizierter machen als andere Bergwanderer? Wenn ich einfach mal einen Berg rauf- und danach wieder runtergehen würde, wo ich hochgekommen bin, wäre alles so viel einfacher. Aber nein, ich muss ja immer Vielfalt haben.

Was ist passiert? Ich war auf dem Hohen Ziegspitz; übers Gelbe Gwänd und die Stepbergalm bin ich raufgegangen – sehr schöne Strecke, aber bis zur Stepbergalm auch eine, die ich schon kannte. Darum wollte ich vermeiden, sie auch noch wieder hinuntergehen zu müssen. Darum hatte ich mir überlegt, statt dessen über die Rotmoosalm nach Griesen abzusteigen und mit der Bahn zurück bis Grainau zu fahren. Ich hatte mir die Fahrzeiten aufgeschrieben:  14:40 Uhr, 15:40 Uhr und 17:40 Uhr. So weit, so gut geplant.

EibseeAber dann war das Wetter, nun ja, uneindeutig. Als ich am Gipfel stand, war erstmal gar keine Fernsicht, weil massive Wolken an den Hängen lagen. Dann gab es aber gelegentlich Lücken, die sich öffneten und wieder schlossen. Aber relativ schnell erkannte ich ein Muster: Jede Lücke war größer als die davor, mit jedem Zyklus wurde die Sicht insgesamt besser. Also beschloss ich, ein bisschen länger zu warten, als ich normalerweise für eine Gipfelrast an Zeit aufwenden würde. Und dann, als ich schon gepackt hatte und bereit zum Aufbruch war, riss es tatsächlich zum ersten Mal so richtig auf. Und ich hing doch noch eine Viertelstunde am Gipfel rum.

Diese Viertelstunde hat mich dann an den Rand meiner Leistungsfähigkeit gebracht, denn ich hätte sie auf dem Weg nach Griesen gut brauchen können. Dass mich die Kompass-Karte mal wieder im Stich gelassen hat, kommt hinzu (der Fahrweg „KR 4“ nach links an der Rotmoosalm ist keine Abkürzung, den Zugang ins Friedergrieß durch den Wassergraben gibt es nicht, ebensowenig die Abkürzung „G 10“). Am Ende jedenfalls musste ich laufen, um den Zug um 15:40 Uhr noch zu erwischen. Ich hatte absolut keine Lust, zu Fuß weiterzugehen… oder zwei Stunden in Griesen herumzuhängen. Am Ende hat es geklappt, aber ich war ganz schön fertig.

Und dann musste ich ja noch von Untergrainau zurück zum Auto…

 


 

 

Strecke: Zunächst auf einem der beiden Zustiege bis zur Stepbergalm. Hinter der Alm führt ein Fahrweg nach links. Diesem folgt man zunächst ohne großen Höhengewinn bis in ein kleines Joch. Hier beginnt ein Steig, der sich zunächst recht steil von Norden zum Vorderen Ziegspitz hinaufzieht. Unterhalb des Gipfels wechselst der Weg auf die Südseite und zieht sich am Südhang recht eben durch die steilen Grashänge, bevor es schließlich noch einmal zum Gipfelaufschwung am Hohen Ziegspitz geht.

Wer mag, kann beim Rückweg am Joch nach links auf den groben Fahrweg abzweigen und so über die Rotmoosalm absteigen. Kurz vor Erreichen der Straße nach Ehrwald kann man dort noch nach rechts abzweigen und gelangt auf einem weiteren Fahrweg nach Griesen, von wo man mit der Eisenbahn bis Grainau zurückfahren kann. Dort geht man zur Ehrwalder Straße, überquert den Bach und gelangt über einen kurzen Aufstieg zurück zum Kramer-Plateauweg.

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Kramerspitz – Per Nebula ad Astra

28. Oktober 2012

Aus dem Nebel

Ich habe ja schon öfter mal erwähnt, dass ich es mit den „Münchner Klassikern“ lange nicht so gehabt habe, und sie jetzt nach und nach aber doch so langsam einsammele. Zum Teil liegt das auch daran, dass ich bis vor kurzem irgendwie eine „1000-Höhenmeter-Sperre“ hatte und mich nur selten an Touren getraut habe, bei der mir von vornherein klar war, dass es darüber hinausgehen würde.

Das alles als Erklärung dafür, warum ich erst dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Kramer stand. Der (die?) benachbarte Schellschlicht stand schon länger auf meinem Zettel, aber nach einer kurzen Diskussion über den Kramer auf der Tour durch die Schöngänge neulich habe ich den dann doch vorgezogen.

Und was soll ich sagen, für einen Klassiker war die Tour auch echt schön – gar nicht überlaufen (was aber auch an dem scheinbar schlechten Wetter gelegen haben könnte) und die Wege gar nicht sonderlich ausgetreten (im Gegensatz etwa zum Jochberg). Tatsächlich musste ich mich allerdings bis zum Vorgipfel durch den Nebel kämpfen, und erst kurz vor dem Hauptgipfel gab es dann Fernsicht – die dann aber in der hübschen Variante mit Wolkenschwaden zur Zierde.

Und die Hirtennudeln auf der Stepbergalm waren auch nicht zu verachten. Man braucht ja seine Kohlenhydrate…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.