Wann öffnet die Seilbahn? (2016)

24. April 2016

Wenn ich im Frühjahr hauptsächlich Kondition bolzen will, suche ich mir gern Strecken, bei denen ich mit der Seilbahn runterfahren kann. Allerdings haben noch längst nicht wieder alle Seilbahnen offen. Deswegen habe ich etwas recherchiert, und dann dachte ich mir: Warum soll das jeder für sich machen? Also teile ich hier meine Erkenntnisse mit euch. Stand ist der 24. April 2016, alle Angaben sind ohne Gewähr.

Schon offen:
Buchenberg
Tegelberg
Kolbensattel
Eckbauer
Herzogstand
Blomberg
Hocheck (am Wochenende)
Kampenwand
Hochries

29.4.:
Breitenberg
Hochkössen

30.4.:
Hörnle
Laber
Wank
Brauneck
Wallberg
Rofan
Taubenstein
Hochfelln

1.5.:
Wendelstein-Seilbahn
Kaiserlift Kufstein
Hochplatte Marquartstein
Rauschberg

7.5.:
Karwendelbahn Pertisau

13.5.:
Kreuzeck
Ehrwalder Alm
Lermoos
Biberwier

14.5.:
Hocheck (ganze Woche)
Wilder Kaiser/Brixental (alle Bahnen außer Going)

26.5.:
Alpspitze

4.6.:
Steinplatte

„Mitte Juni“:
Stümpfling
Sutten

2.7.:
Going

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Was kostet die Seilbahn?

13. Mai 2012

Was ist das nächstbeste, wenn Wetter oder anderweite Verpflichtungen einen nicht in die Berge lassen? Man beschäftigt sich von zuhause aus mit ihnen.

Nach meiner Enttäuschung über die Preispolitik der Wank-Bahn vor zwei Wochen habe ich mich daher mal ein wenig mit den Preisstrategien der Bergbahnen im Münchner Einzugsbereich auseinandergesetzt. Dazu habe ich die Webseiten von 73 Seilbahnen und einer Zahnradbahn in Oberbayern und Tirol aufgesucht und die Preise verglichen.

(Der Einfachheit halber habe ich immer den Preis für einen Erwachsenen ohne jegliche Ermäßigung von der Tal- bis zur Bergstation genommen. Lediglich für die Hintertuxer Gletscherbahnen habe ich zwei Datensätze aufgemacht: einen bis zur Sommerbergalm und einen bis zum Tuxer-Ferner-Haus.)

Erste Auffälligkeit: Nicht alle Bahnen haben (oder kommunizieren) alle denkbaren Tickets, auch wenn man komplizierte Kombinationen mehrerer Sektionen mal gleich außen vor lässt. So geben von 74 Bahnen gleich 20 keinen separaten Preis nur für die Talfahrt an. Bei einzelnen Bergfahrten ist es etwas besser: Vier Bahnen geben hier keinen separaten Preis an. Und eine Bahn – die Kreuzeckbahn in Garmisch – verrät uns kurioserweise keinen Kombinationspreis für Berg- und Talfahrt.

Von den 54 Bahnen, die einen Vergleich zulassen, macht ein Drittel (18 Bahnen) einen Unterschied zwischen dem Preis für die Berg- und die Talfahrt. Bei allen anderen kosten beide Richtungen gleich viel. Besonders eklatant ist der Unterschied bei der Schatzbergbahn in der Wildschönau: Hier kostet die Talfahrt 56 % weniger als die Bergfahrt. Aber auch in Fieberbrunn (47 %) und an der Eggalm im Tuxertal (45 %) lohnt es sich, bergauf zu wandern und bergab zu fahren und nicht andersherum.

Von der Kreuzeckbahn einmal abgesehen, bieten nur zwei Seilbahnen – Fieberbrunn und die Harschbichlbahn in St. Johann – keinen einzelnen Bergfahrttarif an. Hier kann man praktisch nur kombinierte Berg-Tal-Tickets kaufen (auch wenn die Anbieter das lieber eine „automatische Gratis-Talfahrt“ nennen).

Die übrigen Bahnen zumeist bieten Kombi-Tickets an, bei denen man allerdings gegenüber den Einzelfahrten unterschiedlich viel spart. Am Taubenstein am Spitzingsee beispielsweise ist das Kombi-Ticket nur 6 % billiger als zwei Einzeltickets. Am Schatzberg sind es 8 %, am Brauneck und am Wallberg auch nur 11 %. Dem  stehen mehr als 60 % Ersparnis entgegen bei allen Kitzbüheler Bahnen, am Harschbichl und am Gaisberg. Als grobe Richtlinie kann man sagen: Kombi-Tickets bringen bei deutschen Seilbahnen eher wenig Ersparnis, im Raum Kitzbühel und Wilder Kaiser sowie im Außerfern dagegen am meisten.

Euro pro Höhenmeter

So weit, so gut, aber welche Bahnen sind nun insgesamt teuer und welche billig? Wenig überraschend ist eine Fahrt auf die Zugspitze (von Deutschland aus) insgesamt am teuersten. Aber ist es fair, die Eibseeseilbahn mit, beispielsweise, der Eckbauerbahn zu vergleichen? Also habe ich zusätzlich den Höhenunterschied der Bahnen erhoben, um ihn in die Betrachtung einfließen zu lassen. Als Alternative wäre die Länge in Frage gekommen, aber die ließ sich noch schwerer feststellen. Und am Ende geht es uns als Wanderer doch auch eher um die Höhe, oder?

Daraus habe ich dann berechnet, wie viele Cent man bezahlt, um 10 Meter an Höhe zu überwinden (ct/dHm, nennen wir es der Einfachheit halber ¢).

Die teuerste Bahn nach diesem Kriterium ist die Graseckbahn mit 25,0 ¢, was aber natürlich an ihrem lächerlich geringen Höhenunterschied von 120 Hm liegt. Die teuerste „richtige“ Seilbahn ist demnach der Stümpfling-Sessellift mit 18,6 ¢. Tatsächlich ist die gesamte Region Schliersee/Spitzingsee in den Top Ten der teuersten Bahnen: Die Taubensteinbahn folgt gleich mit 18,0 ¢ auf Platz 3. Und auch die Schliersbergbahn (16,7 ¢) und die Suttenbahn (13,3 ¢) sind nicht gerade billig.

Ganz „vorn“ dabei ist auch die Ehrwalder Almbahn (17,5 ¢), die zusammen mit der Sonnalmbahn in Berwang (16,0 ¢) auch das Außerfern zu einem recht teuren Pflaster macht. Dazu kommen die Kranzbergbahn in Mittenwald (15,9 ¢), die allerdings wieder nur sehr wenig Höhenunterschied aufweist. Die Astbergbahn in Going (14,2 ¢) hat diese Ausrede nicht.

Die Eibseeseilbahn ist aber auch nach diesem Kriterium nicht gerade preiswert (12,8 ¢), obwohl sie mit Abstand die Bahn mit dem größen Höhenunterschied in diesem Test ist. Die Tiroler Zugspitzbahn ist deutlich günstiger (10,6 ¢). Vielleicht liegt das aber auch daran, dass von der Bayerischen Zugspitzbahn nur ein Seilbahn-Zahnradbahn-Kombiticket beworben wird. Denn auch am Wendelstein ist die Seilbahn (10,7 ¢) günstiger als die Zahnradbahn (12,1 ¢).

Wirklich billig ist das aber alles nicht, wenn man es mit den absoluten Preisbrechern vergleicht. Die befinden sich überwiegend im Zillertal und im Unterinntal: Am meisten Höhe fürs Geld bekommt man in Finkenberg (5,8 ¢) und bei den Sonnwendjochbahnen in Kramsach (5,9 ¢). Aber auch bei den Finkenberger Nachbarn in Mayrhofen ist es preiswert: Richtung Ahorn kommt man für 6,7 ¢, zum Penken für 6,5 ¢. Weitere Schnäppchen: die Salvenbahn in Hopfgarten (die sich allerdings fürs Wandern nur bedingt eignet) und die Spieljochbahn in Fügen für je 6,6 ¢, die Glungezerbahnen in Tulfes (6,7 ¢), die Rosenalmbahn in Zell am Ziller und die Alpbacher Bergbahn zum Wiedersberger Horn (jeweils 7,1 ¢). Als einzige deutsche Bahn rettet sich die Herzogstandbahn am Walchensee mit 7,3 ¢ gerade noch so in die Top Ten.

Was habe ich daraus gelernt? Die Bahnen, die ich für teuer hielt (Kanzelwand, Rofanseilbahn) sind im Wirklichkeit eher so im Mittelfeld. Manche Bahnen haben erstaunliche Strategien in der Preispolitik. Und Tirol ist tendenziell preiswerter als Bayern.

Hier findet ihr die komplette Tabelle, sortiert nach ¢ für Berg-Tal-Kombi-Tickets.