Schönberg – Spaß am Schnee

16. Oktober 2013

Isarwinkel-Panorama

Es gibt Tage in den Bergen, da fühlt man sich, als wäre man aus der Zeit gerissen worden. Es ist Mitte Oktober, aber am letzten Sonntag wirkte es unterwegs oft eher wie Mitte Februar, nach einer längeren Schönwetterperiode.

Das kam natürlich in erster Linie zustande durch die beachtlichen Schneefälle der letzten Woche. Aber es lag auch ein bisschen in der Natur des Wegs: Von Lenggries-Fleck zum Mariaeck geht es lange durch den Wald, und selbst, wenn man aus dem Wald herauskommt, befindet man sich noch in einer konkaven Geländeform, die nicht so wahnsinnig viele Blicke auf die aperen Südhänge bietet, sondern mehr auf die verschneiten Hänge in der direkten Umgebung.


Schönberg-Gipfel

Und das letzte Stück Gipfelanstieg von Norden war dann definitiv Tiefschneegehen. Zum Glück hatten schon einige andere Leute vor uns ein paar Spuren gelegt, die wir nutzen konnten. Sonst wäre es arg anstrengend geworden.

Was ich bei so einer Schneewanderung auf jeden Fall empfehlen kann: einen enthusiastischen Hund mitzunehmen. Die Menge an Spaß, die der haben wird, ist definitiv ansteckend.

Und ist es nicht hübsch anzusehen? Die verschneiten hohen Gipfel über den grünen (okay, grün-weißen) Tälern?

Im Abstieg in Richtung Röhrlmoos sind uns dann zwar auch noch die negativen Seiten des frühen Wintereinbruchs begegnet: Wo viel Schnee schmilzt, wird der Boden nass und matschig. Sehr matschig. Aber so hatten wir halt von allem etwas: Sicht, Sport, Spaß und ein bisschen Abenteuer.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.

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Kragenjoch – Wald, Wiesen und… Touristen

3. August 2012

In die Wildschönau

Ich weiß nicht, was diesen Sommer mit dem Wetterbericht los ist. Sind die Wetterleute übervorsichtig? Oder ist die Vorhersage momentan besonders schwierig? So oder so, es werden meiner Meinung nach viel mehr Gewitter angekündigt als dann tatsächlich passieren. Und das hat zur Folge, dass ich in meiner Tourenplanung oft unnötig zurückhaltend bin… zum Beispiel, als ich letzten Samstag „nur“ aufs Kragenjoch gestiegen bin.

Der Aufstieg von der Kundler Klamm über die Kragenalm ist ganz nett, wenn man Waldpfade mag. Manche Leute regen sich im Internet über große Mengen an Fahrweg auf, aber so viel fand ist das gar nicht. Ich hab’s nicht nachgemessen, aber ich würde mal schätzen, dass vielleicht 20 % des Aufstiegs aus Fahrweg bestanden – das finde ich jetzt nicht sooo viel.

Der „Gipfel“… nun ja. Idyllisch ist es da oben ja, und der Blick in die Wildschönau und zum Kaiser sind auch sehr hübsch (Blick ins Inntal gibt es praktisch keinen). Leider ist das Kragenjoch auch ziemlich gut besucht, weil es aus der Wildschönau ja gar nicht so weit ist.

Weil das Wetter so schlecht nicht aussah, bin ich nicht direkt wieder abgestiegen, sondern habe den Umweg über die Achentaler Alm und Schönberg zum Wildschönauer Ende der Kundler Klamm gemacht. So weit, so gut.

Der Weg durch die Klamm hat dann aber doch ein bisschen an meinen Nerven gezehrt. Zum einen ist sie relativ unspektakulär – ja, die Felswände an beiden Seiten sind sehr, sehr hoch. Aber das Urwüchsige, Wilde, das das Wort „Klamm“ nahelegt, fehlt hier komplett. Zudem liefen um mich herum Unmengen an Touristen durch die Gegend. Ich will mich hier nicht wie ein Outdoor-Snob aufführen; ich bin ja auch irgendwie Tourist. Aber das war schon nochmal ein anderer Schlag.

Ich meine, da fährt ein als Dampflok verkleideter Traktor ein gutes Stück in die Schlucht hinein. Ich fühlte mich irgendwie etwas fehl am Platz.


Schönberg (Isarwinkel) – Der Epilog des Sommers

30. November 2011

Isarwinkel

Auch dieses Jahr ist die „Sommer“saison wieder so eine, die einfach nicht aufhören will. Einerseits ist das ja echt schön, aber so langsam artet das ein bisschen in Arbeit aus.

Wie auch immer, nach dem eigentlichen Saisonabschluss in der Vorwoche habe ich dann spontan noch einen „Epilog“ hinzugefügt: von Lenggries-Fleck übers Mariaeck auf den Schönberg und dann übers Schönbergkreuz (das mal wieder nicht am Gipfel steht), die Schönbergalm und das Röhrlmoos wieder runter.

Den Aufstieg kannte ich eigentlich schon bis auf das letzte Stück ab Mariaeck – war dann aber doch wieder überrascht, wie lange man da im (Ende November) dunklen und schattigen Wald unterwegs ist. In Gipfelnähe änderte sich das dann zum Glück und da ich ein windgeschütztes Plätzchen gefunden habe, war auch der Gipfelaufenthalt trotz Spätspätherbst sehr angenehm.

Zum Glück bestätigte sich eine Befürchtung nicht: dass die in der Wanderkarte augewiesenen Steige vom Gipfel zur Schönbergalm und weiter ins Röhrlmoos nicht mehr existieren könnten. Sie existieren und sind super zu begehen – nur die zwanzig Meter im Bachbett unterhalb der Schönbergalm möchte ich nicht bei Schneeschmelze gehen müssen. Nur den dritten, kleineren Abkürzer gibt’s nicht (mehr); es sind extra Wegweiser angebracht worden, die von ihm wegweisen. (Höhö.)

Und das ist dann auch der einzige Nachteil dieser Wanderung: Vom Röhrlmoos bis zurück nach Fleck geht man die ganze Zeit – so zirka eine gute Stunde – über eine Asphaltstraße.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.