Bergwinter: Rauschberg – Konditionstest zum Winterende

22. März 2015

Wie wir inzwischen wissen, gibt es jede Menge Winterwanderwege zu bewirtschafteten Hütten, die gleichzeitig als Rodelbahnen dienen. Ich weiß inzwischen aber auch, dass ich fürs Rodeln nicht so recht geeignet bin. Also brauche ich eine andere Möglichkeit, um nach dem Aufstieg wieder schnell ins Tal zu kommen. (Also, „brauche“ im Sinn von: Hätte ich gerne, weil ich faul bin.) Im Sommer bieten sich dafür Seilbahnen an, vor allem, wenn es einem hauptsächlich um den sportlichen Aspekt des Aufstiegs geht und weniger um Bergeinsamkeit und so.

Im Winter ist das eher selten, es sei denn, man wollte es als Wanderer den Skitourengehern gleichtun und am Pistenrand aufsteigen. Wollte ich definitiv nicht.

Eine in der Hinsicht brauchbare Seilbahn aber ist die Rauschbergbahn in Ruhpolding. Der Aufstiegsweg über den Kienbergsattel ist so viel begangen – wenn auch wiederum meist von Skitourengehern -, dass er offenbar quasi ganzwintrig auf voller Fahrwegsbreite ordentlich festgetreten ist. Lediglich an einer Stelle war bei meinem Besuch der Weg unter einer Kleinlawine verschüttet, so dass es ein bisschen ans Balancieren ging.

SonntagshornAm Anfang habe ich es mir unnötig schwer gemacht, indem ich erst an der Straße entlangmarschiert und dann nur über einen inoffiziellen Zustieg auf den Wanderweg gestoßen bin. Danach lief’s aber wie geschmiert, auch wenn ungefähr auf halber Höhe der eisfeste Untergrund aufhörte und es auf Packschnee weiterging, auf dem man 2-3 cm einsackte. Noch vor der Rauschbergalm begann ein Pistenraupen-präparierter Teil – der aber kurz vor Schluss auch nochmal ordentlich steil wurde.

Runter ging’s, wie geplant, mit der Seilbahn. In deren Talstation sah ich dann noch ein großes Schild: „Wanderwege ins Tal im Winter nicht begehbar!“ Gut, dass das andersherum nicht der Fall war…

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Hörndlwand – Zwischen Abenteuerlust und Faulheit

7. November 2014

Ich weiß nicht. Vielleicht werde ich langsam alt.

Hörndlwand, First LookFrüher wollte ich immer möglichst knifflige Wege gehen. Ich war nie ein wild herumkletternder Draufgänger oder sowas, aber wenn es einen einfachen und einen steilen Weg gab, dann war ich immer für den steilen. Den ausgesetzten. Den seilgesicherten. In letzter Zeit dagegen passiert es mir immer öfter, dass ich mich für die leichtere Variante entscheide. Dabei bin ich nicht ängstlicher geworden, und eigentlich auch nicht ruhiger. Ich fürchte, ich bin fauler geworden.

Neulich an der Hörndlwand habe ich mir das sehr klar selbst demonstriert. Vom Seehaus bis zur Branderalm bin ich natürlich den Karrenweg gegangen und nicht den Fahrweg; und auch hinter der Alm habe ich mich für den schwierigeren Anstieg über die Hörndlalm und die Nordseite entschieden. Der etwas anspruchsvollere Abschnitt dort ist kurz, aber er etwas matschig und rutschig, und obwohl es mir schon Spaß gemacht hat, war ich auch froh, als ich aus der Nordflanke herauskam. Nach kurzer Pause am Hörndlwand-Gipfel musste ich mich dann entscheiden, ob ich noch den kurzen Abstecher zum Gurnwandkopf machen wollte. Es war noch früh am Tag, aber:

Ich habe es gelassen.

Die ersten Schritte zum Gurnwandkopf waren matschig. Ich konnte sehen, dass es eine einzige Latschengassenroute sein würde. Ich hatte keine Lust auf den Abstieg. Ich hatte keine Lust darauf, mich so konzentrieren zu müssen, wie man das beim Abstieg durch rutschige Latschengassen tun muss. Pure Faulheit.

Also bin ich mit nur einem einzelnen „Gipfelsieg“ durchs Ostertal wieder abgestiegen. Und wisst ihr was? Ich hatte nicht mal ein schlechtes Gewissen.

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz am Seehaus geht es auf dem Fahrweg bergan, dann sofort rechts auf einen weiteren Fahrweg, den man allerdings schon an der zweiten Kehre wieder verlässt und nach links auf einen Karrenweg abzweigt. Dieser trifft – zuletzt nur noch als Pfad – kurz unter der Alm wieder auf den Fahrweg zur Branderalm.

Direkt vor der Alm geht es nach links zunächst über eine Almwiese, dann in den Wald hinein und zunächst wieder auf breiterem Weg bergan. Im Wald trennt sich der Weg dann; nach rechts führt dort ein Steig (bei viel Laub etwas Orientierungssinn nötig!) durch den Wald zur Hörndlalmhütte und von dort weiter in die steile, schattige und etwas ausgesetzte Nordwand.

Man erreicht das Joch zwischen Gurnwandkopf (Abestecher möglich) und Hörndlwand und zweigt nach wenigen Metern bergab nach links ab, um durch Latschenkiefern zum ersten Gipfelkreuz zu wandern. Das zweite Kreuz erreicht man etwas wild, aber unschwierig, durch eine unmarkierte Latschengasse, die direkt unter dem ersten, felsigen Gipfelaufbau abzweigt.

Für den Abstieg empfiehlt sich das leichtere Ostertal. Dafür geht es zunächst vom Gipfel zurück zur Wiesenfläche unterhalb, hier nach links durch eine Schneise und in das Hochtal hinein. Weiter unten geht es in den Wald – auch hier bei Laubauflage unbedingt auf die Markierungen achten! – und zurück zur Verzweigung, die wir bereits vom Aufstieg kennen.

An der Branderalm kann man über den Fahrweg oder den Aufstiegsweg zurück ins Tal wandern.


Rauschberg – Eine weitere Wetter-Überbrückungs-Tour

2. Juli 2013

Am Rauschberg

Ach, dieser Sommer.

Aber irgendwie muss man sich ja fit halten (fitter werden), denn noch habe ich die Hoffnung auf großartiges Wanderwetter im Hoch- und Spätsommer und im Herbst nicht aufgegeben. Darum musste mal schnell einer der typischen bayrischen Seilbahnberge dran glauben – schnell zu erreichen, kein lästiger Abstieg. Bergerlebnis ist was anderes, aber Sport (fast) allein ist ja auch was wert.

Also bin ich mal schnell zum Rauschberg raufgelaufen, mit dem Regen, der für den Nachmittag angekündigt war, um die Wette. Und, siehe da, ich habe gewonnen. Der Weg war eigentlich auch ganz nett, jedenfalls verglichen mit anderen Touren dieser Art: sehr wenig Fahrweg, abwechslungsreich durch Wald, über Almen und sogar ein paar Schotterfelder, und gar nicht sonderlich überlaufen am Seilbahngipfel. Und die Bahn selbst ist auch irgendwie drollig – eine eher kleine Kabine (nur 20 Personen), aber die Bergstation klebt schwalbennestmäßig im Fels, als wären wir in den höchsten Höhen der Westalpen.

Gesamturteil gut, aber ob ich bei gutem Wetter nochmal wiederkomme, ist trotzdem doch eher fraglich.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.