Großer Galtenberg – Das Wochenende des selektiven Nebels, Teil 1

30. Juli 2013

Blick über den Gipfelgrat

Das vorletzte Wochenende war für mich – und vermutlich für viele andere Bergwanderer genauso – gekennzeichnet von etwas frustrierendem Wetter: In den Tälern schien wunderbar die Sonne, aber ausgerechnet um die Gipfel herum hielten sich oft hartnäckige Nebelglocken.

Ich sah es schon von Weitem kommen: Bei der Fahrt ins Alpbachtal hat man einen ganz guten Blick auf den Großen Galtenberg, und er war im oberen Teil definitiv nebelschwadengefährdet. Das Gute: Sie bewegten sich. Ich konnte also darauf hoffen, dass sie sich vielleicht verziehen würden in der Zeit, die ich bis zum Gipfel brauchte. Und ich wollte verdammt sein, wenn ich schon wieder (siehe: Alpspitze) eine Tour abbräche, nur um am Ende unter einem nebelfreien Gipfel zu sitzen und mich zu ärgern.

Um ein paar Höhenmeter zu sparen, habe ich im Lueger Graben geparkt und bin über die Kolbentalalm aufgestiegen. Ob sich das wegen der Höhenmeter gelohnt hat, ist eher zweifelhaft, aber der Weg gefiel mir gut, sehr abwechslungsreich: Fahrweg – alter Karrenweg – Fahrweg (okay, der Teil war eher langweilig) – markierte Steigspuren in Wiese und Wald. Am Alplkreuz stieß ich dann auf den normalen Aufstiegsweg. (Im Abstieg bin ich hier wieder vorbei gekommen und hab meinen Anstiegsweg nicht auf Anhieb wiedergefunden – hier sind alle Richtungen beschildert, nur nicht die zur Kolbentalalm).

Ja, und obwohl abzusehen war, dass der Gipfel in Wolken bleiben würde, bin ich weiter hinauf gestapft – der Weg selbst ist allerdings auch echt schön, erst sanft über einen langen Rücken durch riesige Alpenrosenfelder, dann steiler hinauf zum Gipfel. Dort musste ich dann nur lange genug warten, dann hab es auch mal einen Blick auf die benachbarten Gipfel durch die Wolken hindurch, immerhin. Nur der Panoramablick in die Ferne hat nicht so richtig stattgefunden.

Der Vielfalt halber habe ich dann im Abstieg noch den Kleinen Galtenberg mitgenommen (netter kleiner Abstecher, noch mehr Alpenrosen im Abstieg zum Farmkehralm-Hochleger) und bin dann über den Schützensteig zurück zum Alplkreuz. Der Schützensteig war über weite Strecken offensichtlich gerade frisch gemäht worden, was ich total bizarr fand für einen drei Füße breiten Steig im steilen Gelände – warum wächst da so viel Gras?

Fazit: Super Weg, unspezifisches Wetter. Passt schon.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.

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Lämpersberg – Ein herbstlicher Fund

7. Oktober 2012

Lacke am Nordgrat mit Galtenberg

Aus dem Kapitel „Manchmal ist die zweite Wahl auch ganz schön“ wollen wir heute über den Lämpersberg reden. Als es nämlich Mitte September schon mal ganz ordentlich geschneit hatte (siehe die letzten drei Einträge!), war ich etwas unsicher, wie weit rauf man sich noch trauen konnte, ohne in schneebedingte Schwierigkeiten zu geraten.

Eigentlich hatte ich nämlich in diesem Jahr noch den Großen Galtenberg in Angriff nehmen wollen, der mir bisher immer aus Konditionsgründen verwehrt geblieben war. Aber als ich in Alpbach einfuhr und mir so die Schneereste oben am Gipfelgrat des Galtenbergs ansah, bin ich doch auf Plan B umgeschwenkt: den Berg mit dem deutlich weniger klangvollen Namen „Lämpersberg“ auf der anderen Talseite.

Aber das war gar keine schlechte Sache. Der Aufstieg war ganz interessant (Alm, Wald, Hochalm), und der Gipfel wirklich überraschend schön. Dafür, dass man die Spitze vom Tal aus nicht mal gescheit sehen kann, steht sie dann nämlich doch relativ keck in der Gegend herum (aber ein reiner Wiesenberg bleibt es natürlich). Und der Blick ist ziemlich beeindruckend für so einen Feld-Wald-und-Wiesen-Gipfel: Nur nach Süden und Südwesten versperren das Beil und eben der Galtenberg die Fernsicht etwas – aber dafür hat man halt „Nahsicht“.

Definitiv ein kleiner Geheimtipp für die mittleren Lagen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.