Rofan-Durchquerung – Einmal mitten durch

28. Oktober 2012

Zireiner See

Wenigstens einmal im Jahr versuche ich, nach Kramsach zu fahren und da den Sessellift zu benützen. Der steht seit Jahren immer wieder kurz vor der endgültigen Schließung, und das wäre wirklich schade – also unterstütze ich ihn auf diese Weise ein klitzekleines bisschen.

Diesmal hatte ich auch eigentlich nur von der Bergstation zum Zireiner See und vielleicht weglos zum Gipfel der Marchspitze wandern wollen. Aber als ich Marchgatterl stand, habe ich mich spontan umentschieden, weil mir das dann doch ein bisschen schwachbrüstig erschien.

Stattdessen bin ich den Schafsteig weiter hinauf geklettert und zur Rofanspitze, wo der Föhn leider so richtig zu Gange war und mich fast vom Gipfel geweht hätte. Blöd nur, dass ich beim Weiterweg über Sagzahn und Sonnwendjoch denselben Wind nun wirklich ständig im Gesicht gehabt hätte. Und über den Schafsteig zurück mochte ich auch nicht. Also habe ich mir flugs überlegt, doch mal wieder eine Rofan-Durchquerung zu machen, also bis zur Erfurter Hütte weiterzulaufen. Meine Talfahrt in Kramsach würde verfallen, aber was soll’s, das fällt dann eben extra unter „Sessellift-Unterstützung“. Und – dem Himmel sei gedankt für Smartphones – die Verkehrsverbindung von Maurach zurück nach Kramsach stellte sich schnell als ziemlich gut heraus. Also weiter!

Anstatt über die „Rofan-Autobahn“ zu gehen, habe ich dann aber noch den Abstecher zum Spieljoch gemacht – ein sehr schöner, erstaunlich einsamer Weg, für Rofan-Verhältnisse total unschwierig. Nur blies natürlich auch am Spieljoch-Gipfel der Wind wie wahnsinnig. Aber dafür war die Sicht ziemlich großartig, auch wenn ich’s nicht lange ganz oben ausgehalten habe; ich hatte schon fast Angst, dass mir der Wind die Kontaktlinsen aus dem Augen schwemmt.

Und eins noch, ganz im Ernst: ein großes Lob an das Tiroler Verkehrssystem! Ich hätte nicht gedacht, dass man so einfach und schnell an einem Sonntag (!) von Maurach nach Kramsach kommt.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.

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Voldöpper Spitze (Voldöppberg) – Das (mittel)große Finale

29. November 2011

Inntal, Ecke Zillertal

Irgendwann muss diese Wandersaison doch mal zu Ende gehen – dachte ich mir. Und suchte mir für den Abschluss einen hübschen kleinen Gipfel aus, der mir schon länger mal vorschwebte.

Wenn man nun von Kramsach her aufsteigt, dann heißt der Berg „Voldöpper Spitze“; steht so auf allen Wegweisern. Wenn man dann in Richtung Brandenberg absteigt, dann kommt man vom „Voldöppberg“ (wieder die Wegweiser). Etwas verwirrend, das – aber der Berg hat tatsächlich auch zwei Gipfelkreuze im Abstand von vielleicht 50 Metern. Möglicherweise sind es ja tatsächlich zwei Gipfel…

Der Aufstieg war schlicht, aber steil. Der Abstieg war etwas kniffliger, weil da plötzlich ein Fahrweg, der auf der Karte stand, nicht existierte (sehr selten), dann aber zum Glück zehn Minuten später ein Fahrweg in der Realität existierte, den die Karte nicht kannte (nicht so selten). Dem konnte ich dann in Richtung Bärengrube folgen und musste nicht den großen Umweg über Breitenbach machen, den ich schon befürchtete.

Und so als Saisonabschluss ist die Voldöpper Spitze auch noch für eins gut: Sie liefert Blicke in die Kaiser, die Brandenberger Alpen (einschließlich des halben Rofans), die Tuxer Alpen, einige Gipfel der Zillertaler Alpen und der Bayerischen Voralpen – und eignet sich damit hervorragend dazu den Finger auszustrecken und aufzuzählen: „Da war ich dieses Jahr schon… und da… und da…“

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pletzachkogel – Vermischte Signale

18. Juli 2011

Ludoialm

So, mal wieder ein bisschen aufholen: Letztes Wochenende ging’s endlich zum Pletzachkogel, was ich mir schon lange vorgenommen hatte. Leider war es unsäglich heiß, ich war relativ spät dran, und der Aufstieg beginnt unten im Inntal auf ca. 600 m Seehöhe. Aber dafür ging es wenigstens relativ lange Zeit durch den Wald, und die eine oder andere Wolke hat zwischendurch auch ein bisschen Schatten gespendet.

Der Anstieg durch den Wald auf einem breiten Pfad ist ganz nett; dann geht es kurz auf Fahrwegen über die Almen, und dann… stehe ich vor rot-weißem Flatterband. Und einem Elektrozaun ohne Durchgang. Hmm. Naja, ich lasse mich ja nicht so schnell entmutigen, also wurde der Zaun überwunden (das Flatterband ist eh kein Gegner), kurze Zeit später dann nochmal Elektrozaun. Grrr – und das alles trotz Wegweiser; es war ja nicht so, als wenn ich wild durch die Landschaft rennen würde.

Zum Schluss hin wurde es dann wieder netter: ein kleiner markierter Steig zum Gipfel (wo fast nichts los war) mit schönem Blick übers Inntal. Und dank des Kramsacher Sessellifts, dessen Mittelstation nicht allzu weit entfernt liegt, musste ich nicht mal alles wieder runterlaufen; für 5 Euro hab ich mir über die Hälfte des Abstiegs gespart.

Hey. Was soll das heißen, ich werde faul?

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Kreuzeinalm – Roßkogel

24. August 2009

Zireiner See

Die Sache mit Kramsach ist die: Früher gab es da mal ein kleines Skigebiet im Inntal, das aber vor einigen Jahren aufgegeben wurde. Übrig geblieben sind zwei Schlepplifte für Anfänger im Tal, und ein alter Einersessellift in zwei Sektionen, der nur noch im Sommer in Betrieb ist. Der führt auf die „andere“ Seite des Rofans hinauf, also die, wo man von der Rofanseilbahn in Maurach so weit weg ist, wie es nur geht.

Der Lift ist nostalgisch und die Landschaft schön; allein, es gibt nicht so wahnsinnig viele sinnvolle Wege zu begehen. Diesmal habe ich eine neue Variante ausprobiert, die mich quasi „hintenrum“ zum Zireiner See bringen sollte (der Zireiner See ist definitiv der Kramsacher USP). Das hat auch ganz gut geklappt, und am Ende stand ich auch wieder auf dem Roßkogel, auf dem man eigentlich am Ende immer steht, wenn man in Kramsach ist.

Der Weg selbst war allerdings ein bisschen abenteuerlich. Im Wegweiser-Aufstellen sind sie groß in dieser Gegend, aber das bedeutet nicht, dass man auch wirklich erkennbare Pfade in der Richtung der Wegweiser finden würde. Der Weg zur Kreuzeinalm entpuppte sich als sporadisch markierter Kuhpfad und war dementsprechend… ähm… rutschig. Zwischen Roßkogelsattel und Zireiner See war ein Sumpfgebiet zu durchqueren, in dem ich mir zumindest ein paar Bohlen gewünscht hätte.

Dafür sah ich dann bei der Talfahrt, dass sie Teile des Wegs zwischen Mittel- und Bergstation sogar neu aufgekiest haben. Etwas merkwürdige Prioritäten…