Vorderunnutz – Plötzlich… Wildnis?

30. Oktober 2014

Steinberg
Auf der zunehmend schwierigen Suche nach Wegen, die ich noch nicht gegangen bin (und die zumutbar weit von München weg sind und meinen Fähigkeiten entsprechen), ist mir irgendwann aufgefallen, dass es einen Weg von Steinberg am Rofan zum Vorderunnutz gibt. Auf dem Vorderunnutz war ich zwar vor einigen Jahren schon mal, aber das war im Rahmen der zwar schönen, aber doch mühsamen Unnutz-Überschreitung. Der Weg von Steinberg war dagegen für mich bis auf den Abstieg vom Gipfel zum Kögljoch komplett neu.

An dem Tag war ich möglicherweise der einzige, der diesen Weg genommen hat. Jedenfalls ist mir unterwegs niemand begegnet, und während der Gipfelrast habe ich auch niemanden dort hinaufkommen sehen. Dabei ist der Weg eigentlich sehr interessant und irgendwie… wild. Anfangs geht es einfach nur durch Wald (sehr schön im Herbstlicht) über Fahr- und Karrenwege zu einer aufgebenen Alm. Aber hinter der Alm geht es in ein Latschenkiefer-Land, das so wellig ist, dass man fast nie mehr als die nächsten zehn Meter Weg sieht. Man fühlt sich wie abgeschnitten von der Welt. Dass der Weg, wie bei Latschengassen ja nun üblich, auch noch etwas ruppig ist, trägt noch dazu bei. Erst am Ende geht es dann wieder auf weite Bergwiesen, was dann aber auch angenehm ist.

Gut, als Rückweg hatte ich dann den langen Fahrweg zurück durchs Tal. Aber das ging erstaunlich schnell, und selbst da gab’s am Ende nochmal einen hübschen kleinen Steig zurück zum Kögljoch mit großartigem Rofanblick.
Herbst-Panorama am Rofan

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz am Gfaßkopflift geht es zunächst links auf einen Fahrweg, der sofort nach rechts abzweigt, den Lift quert und im Bogen durch den Wald hinaufführt bis zum Gfaßsattel. Hier zweigt ein weiterer Fahrweg nach rechts ab, der zumeist recht flach bis zu den Hütten der aufgegebenen Kotalm führt. (Bis hierher auch alternativ dazu auf einem Steig vom Waldhäusl aus.)

Wegspuren führen nun links an der Alm vorbei in ein kleines Joch. Dahinter beginnt nun ein Steig, bisweilen auch nur markierte Tritte im karstigen Fels, der sich leicht bis mäßig steigend durch die Latschenkiefern zieht. Schließlich verlässt man die Latschenzone und tritt auf eine Bergwiese, über die es weiter hinauf geht. Am Rücken trifft man auf den Weg, der von der Köglalm zum Unnutz hinaufführt und wandert auf ihm bis zum Gipfel.

Für den Abstieg bietet sich an, auf demselben Pfad hinabzusteigen bis kurz vor der Köglalm. Hier kann man beschildert nach links abkürzen und landet direkt am Kögljoch. Hier beginnt ein zunächst etwas ruppiger, später gut ausgebauter Fahrweg, der durchs Tal des Kögljochbachs zurückführt. In einer Kehre zweigt links ein Pfad ab, der über einen leichten Gegenanstieg auf einen weiteren Fahrweg führt, der schnell zurück zum Gfaßsattel führt. Ab hier geht es über den restlichen Aufstiegsweg zurück.

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Bergwinter: ’s Küppal

26. Februar 2013

Die Alm im Winter 4.2

So steht’s auf der Landkarte. Warum dieser Berg als einziger auf der Karte einen Artikel bekommen hat, und warum dieser Artikel dann auch noch abgekürzt wird, erschließt sich mir nicht. Aber ich übernehme ihn einfach mal unkritisch, denn vielleicht hat sich ja doch irgendwer was dabei gedacht.

Auch diese Schneeschuhtour stammt wieder aus einem Buch – was lahm ist. Aber sie entpuppte sich als wirklich sehr schön und – zumindest an diesem wetterdurchwachsenen Sonntag – als erstaunlich einsam. Am Gipfel waren nur noch zwei Skitourengeher, und zwei weitere standen weiter unten ein bisschen planlos in der Gegend herum und wussten wohl nicht so recht, wo der Weg war. (Tipp: am Wegweiser oberhalb der Alm rechts in Richtung Steinernes Tor, und nicht hinauf zum Kögljoch.)

Wie gesagt, das Wetter war erstmal sehr winterlich-verschneit, aber im Abstieg (grr) lockerte es dann doch mal kurz auf und ermöglichte mir so einige fast schon schmerzhaft idyllische Fotos von der Köglalm zu machen. Immerhin. Der Gipfel wäre wahrscheinlich lohnender gewesen, wenn man ein bisschen mehr Sicht zum Rofan gehabt hätte. Aber immerhin kommt man im Winter überhaupt da rauf – im Sommer gibt es keinen Weg, und das Gelände sieht auch nicht aus, als wollte man da unbedingt weglos hochsteigen…


Köglhörndl – Plötzlich Panorama

28. Mai 2012

Hinteres Sonnwendjoch

Es gibt so Touren, da weiß man zwar nach dem Blick auf die Karte, was einen erwartet. Aber in der Natur ist dann doch alles noch eindringlicher… lebendiger… stärker… als erwartet.

So eine Tour hatte ich gestern: von Hinterthiersee zum Köglhörndl, gedacht als ruhige, unspektakuläre Tag-Zwei-Tour nach dem etwas anstrengenderen Unterberghorn. Das war auch alles richtig, aber trotzdem fand ich sie irgendwie auf ihre eigene Art spektakulär. Der Wald war besonders dunkel und dicht; die Köglalm war besonders niedlich; und das Panorama kam – wenn schon nicht unerwartet – so doch ziemlich plötzlich. Nach knapp zwei Stunden komm man ziemlich unvermittelt aus dem Wald, steht am Grat und guckt übers ganze Unterinntal und weit in die Kitzbüheler Alpen hinein. Coole Sache.

Und dann war der Abstieg zum Höhlenstein steiler als erwartet (meine armen Knie), der Höhlenstein dafür sehr gut besucht, was ich so auch nicht erwartet hatte. Hat mich aber nicht weiter gestört, dafür sind so halbhohe Berggasthöfe ja auch irgendwie da. Und ich habe mich eh nur kurz am benachbarten Minigipfel des Feuerköpfls aufgehalten und bin dann rasch zurück nach Hinterthiersee.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Köglalm

5. November 2009

Achenseeherbst

Wie viele „letzte Touren des Jahres“ werde ich wohl noch machen…? Das Wetter war am Sonntag überraschenderweise so toll, dass ich im Laufe des Morgens ganz unruhig wurde. Also bin ich nochmal schnell zum Achensee und kurz zur Köglalm rauf. Das ist eigentlich immer ein schöner Weg, besonders aber im Herbst, weil hier doch einige Laubbäume stehen, die den Wegesrand hübsch einfärben.

Eigentlich wollte ich dann noch weiter am Kuppal vorbei zur Kotalm, aber: Ganz oben lang doch noch Schnee; tagelang war kein Mensch hier durch den Schnee gegangen; und ich erinnerte mich daran, dass der Weg auch ohne Schnee nicht ganz unproblematisch zu erkennen ist.

Also habe ich mich lieber an der Köglalm in die Sonne gesetzt und das Panorama bewundert. Und dann bin ich nach Achenkirch abgestiegen, was einen etwas weniger spannenden Rückweg entlang der Seepromenade erforderlich macht. Aber was tut man nicht alles der Vielfalt wegen…