Schatzberg – Plädoyer gegen das Mikroklima

8. Dezember 2014

Mitte November ist ja eigentlich schon fast Winter, zumindest für Bergfreunde. Dieses Jahr hat sich der Winter aber bekanttlich Zeit gelassen; deswegen, fand ich, konnte man noch einen Ausflug von Thierbach in der Wildschönau zum Schatzberg wagen – nicht so hoch, notfalls viele Fahrwege – und der Gipfel sah auf der Panoramakamera (die freundlicherweise auch in Wochen eingeschaltet bleibt, in denen die Seilbahnen nicht fahren) schneefrei aus.
November
Nun ja, das Mikroklima macht, was es will, und so waren einige Teile des Weges absolut nicht schneefrei. Bis zum Hösljoch kam ich – nordseitig (!) – gut voran, aber oberhalb des Höslalm wurde es auf dem Weg zum Thalerkogel dann trotz flachem, vergleichsweise sonnenbeschienenem Gelände unangenehm: Matsch unter harschigem, dünnem Schnee – und wo war überhaupt der Weg? Also bin ich wieder umgedreht und über den Fahrweg am Südosthang entlang. Den kann man mit einem Steig abkürzen, und der war auch gut zu gehen. Bis zu einem gewissen Punkt, wo es steil auf die Bergstation der Seilbahn hingeht. Hier wurde es sehr lästig; aber hier kann man normalerweise problemlos auf den westlichen Fahrweg wechseln. Der war allerdings geräumt, und so musste ich mich durch hüfthohen, kompakten Schnee wühlen, möglicherweise die angstrengendsten fünf Meter meines Wandererlebens… aber zum Glück nur fünf Meter.

Am Gipfel waren dann sogar noch eine Handvoll anderer Menschen (schockierend!), aber die waren eher nicht auf demselben Weg raufgekommen. Zurück bin ich dann auch brav dem westlichen Fahrweg ins Tal gefolgt.

Daher meine Bitte: Können wir das Mikroklima mal abschaffen? Das erschwert das Planen im Gebirge echt ungemein.

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Gratlspitze – Ausbruch nach oben

10. November 2012

Alm, Wald, Wolken und Galtenberg

So, die Saison scheint sich nun wirklich so langsam dem Ende zuzuneigen, aber ein oder zwei Touren habe ich noch (ähm, ja, weil ich mal wieder tagelang rumgeschlampt habe).

Also: Neulich, als jeden Tag diese geschlossene Wolkendecke über dem Land lag, wurde es mir irgendwann zu bunt, und ich habe mir freigenommen, um mir eben diese Wolken lieber mal von oben anzugucken. Wie sich später herausstellte, wäre es nicht unbedingt nötig gewesen, weil das tatsächlich der erste Tag war, an dem sie sich nachmittags auch im Alpenvorland auflösten, aber das hat der Schönheit der Tour keinen Abbruch getan.

Die Gratlspitz oberhalb von Alpbach ist kein wahnsinnig spektakulärer Berg, und ich war vor zwei Jahren schon einmal oben. Aber obwohl er nicht sehr hoch ist, fühlt er sich durchaus schon vergleichsweise alpin an. Und durch seine sehr praktische Lage als quasi alleinstehender Berg zwischen Inntal, Alpbach und Wildschönau hat man auch sehr schöne Fernblicke; nur zum Hauptkamm hin ist der Blick ein bisschen eingeschränkt. Also hin!

Und was soll ich sagen? Der Blick über das Nebelmeer ist immer wieder toll. (Guckt euch doch noch mehr Fotos davon auf Flickr an.) Und von den vier Wegen zum Gipfel habe ich jetzt auch alle vier durch (zwei aufwärts, zwei abwärts) – und ich muss sagen, alle vier sind toll, und es würde (wird) mir schwer fallen, mich beim nächsten Mal für zwei davon zu entscheiden!

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Gratlspitze

17. Oktober 2010

Bei Alpbach

Und noch ein Versuch, die letzten schönen Tage des Herbstes auszunutzen – an einem Mittwoch noch dazu, echter Luxus!

Nach einigen Herumirren (da, wo ich eigentlich hinwollte, gab’s keinen Parkplatz…. grummel) bin ich in Alpbach gelandet, wo sich der Nebel gerade auflöste, was eine wunderschöne Herbststimmung ergab. Sofort war ich wieder versöhnt mit der Welt…

Der Weg auf die Gratlspitze war etwas länger, als ich gedacht hatte – um einer ebenfalls hochwandernden Schulklasse ein wenig auszuweichen, bin ich nicht den direkten Weg hochgegangen, sondern bin zunächst zum Hösljoch gewandert. Dass das etwas mehr an Strecke bedeuten würde, war mir schon klar; was auf der Karte aber nicht so sichtbar war, waren die drei Senken, die man auf dem Weg von dort zum Gipfel durchschreiten muss. (Okay, so richtig ärgerlich wegen des Höhenverlusts ist nur die erste.)

Der Rückweg führte mich über die Bischoferalm – wo aus unerfindlichen Gründen die Hölle los war, obwohl ich sonst eigentlich nur mäßg vielen anderen Wanderern begegnet war. Da bin ich dann doch schnell weitergegangen.

Insgesamt aber: Sehr schöne Wanderung, absolut empfehlenswert.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.