Bergwinter: Kurzer Sprint zur Hochalm (Achenpass)

27. Februar 2014

 Übers Gipfelplateau nach Süden

Ich hasse es, an einem Sonntag erst spät aufzuwachen (nennen wir es mal 9:30 Uhr), nichts weiter vorzuhaben und unerwartet in strahlenden Sonnenschein zu blinzeln. Warum bin ich nicht schon vor zwei Stunden aus dem Haus gegangen, um einen Gipfel zu stürmen?! Ach ja, weil ich da noch tief und fest geschlafen habe. Mist.

Also bleibt nur: entweder aussitzen, oder schnell eine Kleinigkeitstour finden. Das Problem ist natürlich: Bis ich dann im Auto sitze, sind auch die ganzen anderen Sonntagsausflügler aufgebrochen und versperren mir auch zusätzlich noch die Zufahrtswege. Wissen die denn nicht, dass ich es eilig habe…?

Also kommt was wirklich winziges dabei heraus, was aber auch seine Vorzüge haben kann: Ohne solche einschränkenden Voraussetzungen würde ich manche kleine Touren einfach nie angehen, obwohl sie ja auch hübsch sein können. (Wenn auch kurz.)

Zur Hochalm zum Beispiel bin schon mehrmals vom Walchen-Parkplatz gewandert, aber noch nie von Stuben am Achenpass aus. Mit nicht mal 500 Höhenmetern lohnt das einfach nicht für einen ganzen Tag. Dabei ist es wirklich ganz hübsch. Klar, die meiste Zeit geht es relativ unspektakulär sanft durch den Wald bergauf, aber so ein Wald kann ja auch was haben, zumal im Winter.

Denn es lag tatsächlich noch Schnee – soviel, dass ich im Abstieg fast durchwegs die Spikes unter den Füßen hatte. Das war nicht unbedingt nötig, aber es fühlt sich auf einer dünnen, hartgetretenen Schneedecke einfach sicherer an.

Am Gipfelbereich sah es dann etwas kurios aus: Nach Süden eine geschlossene Schneedecke und die durchaus schneebedeckten Gipfel des Karwendel, nach Norden das grüne Isartal mit den ebenfalls überwiegend grünen Südhängen von Brauneck und Fockenstein.

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Hüttenkogel (Hochzillertal) – Das Wochenende des selektiven Nebels, Teil 2

6. August 2013

Von der Wetterkreuzspitze zum Hüttenkogel

So, ich bin euch ja noch Teil 2 der Wochenend-Nebel-Story schuldig. Nachdem ich also am Samstag im Nebel den Großen Galtenberg bestiegen hatte, habe ich mich am Sonntag aufgemacht, um ein bisschen in den Tuxer Alpen herumzulaufen – und, ihr seht es schon am Foto, auch das war nicht ganz wolkenlos.

Diese konkrete Tour wollte ich schon lange mal machen, aber eins hat mich immer davon abgehalten: Dass weite Teile davon durchs Skigebiet Hochzillertal führen. Das ist dann ja im Sommer oftmals nicht ganz so hübsch. Aber nach dem Galtenberg schien mir so eine mittel-aufwändige Tour ganz sinnvoll, und ich dachte mir: Was soll’s, dann ist es wenigstens endlich mal abgehakt.

Am Ausgangspunkt – der Kaltenbacher Skihütte oben an der Zillertaler Höhenstraße – sah ich dann schon, dass mein erstes Ziel, die Wetterkreuzspitze (nicht verwechseln mit dem Wetterkreuz nebenan!), im Nebel steckte. Aber auch hier habe ich mich nicht abschrecken lassen und bin losgezogen, und auch hier hatte sich der Nebel zum Glück etwas verzogen, bis ich am Gipfel war. Das mit der Fernsicht war allerdings nur so mittelprächtig. Nun ja. Also ging es weiter zum Hüttenkogel – was übrigens viel, viel weniger spektakulär ist, als es zunächst aussieht. Dort angekommen, konnte ich schon ein bisschen weiter gucken. Und ja, die Skilifte sind immer in Sicht – aber man kann das einigermaßen ignorieren, und die Wege sind bis hierhin eigentlich auch ganz nett.

Und selbst am Rückweg muss man es den Wegeplanern und -instandhaltern lassen: Zuerst geht es zwar über einen Baustellenfahrweg bis zum Gedrechter, aber dann wird man im Abstieg tatsächlich nochmal in eine kleine abgeschiedene Geländekammer geführt. Damit hätte ich nicht gerechnet. Alles in Allem: positiv überrascht.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Bernadeinspitze – Die Classic-Alternative

18. August 2012

Bernadeinspitze

Glaubt man den Broschüren von Tourismusverband oder der Bayrischen Zugspitzbahn, dann kann man im sogenannten „Classic“-Gebiet zwischen Kreuzeck und Osterfelderkopf ziemlich genau zwei Wanderungen machen: Entweder über die Hochalm (und/oder Hupfleitenjoch) vom Kreuzeck zum Osterfelder, oder hinauf zur Alpspitze. Beide Strecken sind an schönen Wochenenden definitiv überlaufen, und die erste ist sowieso für die meisten Wanderer (im Gegensatz zu, nennen wir sie mal, Sommerfrischlern) indiskutabel.

Eine wenig beworbene Alternative bietet sich aber doch an, zumindest, wenn man trittsicher und unerschrocken gegenüber steilen Felswänden ist: von der Hochalm über die Schöngänge hinauf zur Bernadeinspitze. Kurz hinter der Hochalm trennt man sich von den Menschenmassen und ist dann deutlich allein-er. Auf magische Weise Bergeinsamkeit herstellen lässt sich natürlich auch hier nicht, erst recht nicht mehr, seit die Schöngäng als Abstieg für den Mauerläufer-Klettersteig dienen.

Aber wenn man in einer Gruppe mit „mehreren Geschwindigkeiten“ unterwegs ist, hat man hier für den aktiveren Teil der Gruppe einen spannenden Abstecher, und am Osterfelderkopf trifft man sich dann eh wieder zum Kaiserschmarrn.


Hochalm

9. Juni 2010

An der Hochalm

Ich bin umgezogen. Für euch Blogleser bedeutet hat das nicht so wahnsinnig viele Konsequenzen: Ihr werdet hier vermutlich weniger über die Ammergauer Alpen lesen und über Karwendel und Wettersteingebirge, dafür aber mehr über den Kaiser und die Kitzbüheler und das Mangfallgebirge.

Nach zwei harten Tagen Umzug (und zwei Wochen Vorbereitung) waren wir dann am Samstagabend zum Glück so gut wie fertig, denn ich brauchte dann doch dringend noch ein bisschen Natur. Daher sind wir dann am Sonntag noch einmal zum Sylvensteinsee gefahren (in Zukunft auch schwieriger für mich zu erreichen) und zur Hochalm aufgestiegen. Ganz banal, der Normalweg aus dem Walchental, und ja, es war relativ viel los an diesem ersten sonnigen Sonntag nach der Sintflut – aber am „Gipfel“ der Hochalm ist ja zum Glück irrsinnig viel Platz. Die Sicht war super, das Wetter angenehm… und ich konnte mich wieder ein bisschen „justieren“…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Kreuzeinalm – Roßkogel

24. August 2009

Zireiner See

Die Sache mit Kramsach ist die: Früher gab es da mal ein kleines Skigebiet im Inntal, das aber vor einigen Jahren aufgegeben wurde. Übrig geblieben sind zwei Schlepplifte für Anfänger im Tal, und ein alter Einersessellift in zwei Sektionen, der nur noch im Sommer in Betrieb ist. Der führt auf die „andere“ Seite des Rofans hinauf, also die, wo man von der Rofanseilbahn in Maurach so weit weg ist, wie es nur geht.

Der Lift ist nostalgisch und die Landschaft schön; allein, es gibt nicht so wahnsinnig viele sinnvolle Wege zu begehen. Diesmal habe ich eine neue Variante ausprobiert, die mich quasi „hintenrum“ zum Zireiner See bringen sollte (der Zireiner See ist definitiv der Kramsacher USP). Das hat auch ganz gut geklappt, und am Ende stand ich auch wieder auf dem Roßkogel, auf dem man eigentlich am Ende immer steht, wenn man in Kramsach ist.

Der Weg selbst war allerdings ein bisschen abenteuerlich. Im Wegweiser-Aufstellen sind sie groß in dieser Gegend, aber das bedeutet nicht, dass man auch wirklich erkennbare Pfade in der Richtung der Wegweiser finden würde. Der Weg zur Kreuzeinalm entpuppte sich als sporadisch markierter Kuhpfad und war dementsprechend… ähm… rutschig. Zwischen Roßkogelsattel und Zireiner See war ein Sumpfgebiet zu durchqueren, in dem ich mir zumindest ein paar Bohlen gewünscht hätte.

Dafür sah ich dann bei der Talfahrt, dass sie Teile des Wegs zwischen Mittel- und Bergstation sogar neu aufgekiest haben. Etwas merkwürdige Prioritäten…


Hochalm (Sylvensteinsee)

20. April 2009

Juifen

Hochalmen gibt’s in den Bergen natürlich wie Sand am Meer. Aber die wenigsten davon haben ein Gipfelkreuz; das ist bei der Hochalm über dem Sylvensteinsee ein bisschen besonders.

Auf meiner „Quest“, möglichst viele Südhänge unter 1500m zu durchwandern, bis endlich der Schnee geschmolzen ist, kommt sie mir auch sehr gelegen. Der Weg windet sich zwar etwas, und es gab auch eine Handvoll Stellen, wo tatsächlich noch Schneeflecken lagen – zum Teil leider auch an der einen minimal ausgesetzten Stelle, wo man einen Steilhang quert -, aber insgesamt ist alles schön sonnig und exponiert und damit schon früh schneefrei.

Von Pseudo-Gipfel aus kann man dann nicht nur ins Karwendel gucken, wo man den Juifen praktisch vor der Nase hat, sondern auch ins Isartal, in die Blauberge und bis zum Wetterstein. Ziemlich cool für Mitte April.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.