Kaserer Schartl & Frauenwand – Mehr Murmeltier fürs Geld

10. September 2014

SentryIch glaube, als ich das letzte Mal (am Rande) über den Weg vom Kaserer Schartl über die Frauenwand zum Tuxer Joch geschrieben habe, habe ich eine Sache etwas vernachlässigt: die Tatsache, dass man hier praktisch eine Murmeltiergarantie hat. Schon kurz hinter der Sommerbergalm hängen die ersten Murmeltiere rum, und dabei ist die ja nun dank der Zillertaler Gletscherbahnen nicht unbedingt ruhig gelegen. Und wenn man dann in das kleine Tal hinaufsteigt, dass zum Kaserer Schartl führt, dann steigt die Murmeltierdichte nochmal an. Nur in der Mitte, wo die Kühe weiden, ist es etwas weniger. Mögen sich Murmeltiere und Kühe vielleicht nicht so?

This WayVon den Murmeltieren abgesehen, ist dieser Rundweg natürlich eine hübsche – wenn auch etwas kleinere – Tour. Was ich aber empfehlen würde, auch wenn man sich den Kleinen Kaserer nicht zumuten möchte: Macht doch trotzdem mal vom Kaserer Schartl einen Abstecher in Richtung Geraer Hütte, und dann links hinauf über den kleinen Grasrücken bis dorthin, wo der Schotter beginnt. Da ist kein Mensch, und der Blick ist mindestens so schön wie von der Frauenwand – ein idealer Rastplatz also.

Aber natürlich sind wir trotzdem danach zur Frauenwand weitergegangen.
Tuxertal

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Kleiner Kaserer – Höher ist kälter… und cooler

25. August 2012

Kleiner Kaserer

Höher ist kälter.

Insofern fand ich meine Strategie für letzten Sonntag, einen der heißesten Tage der letzten Jahrzehnte, völlig folgerichtig: Am besten steige ich so weit wie möglich nach oben.

In Hintertux (im Schatten) schien der Plan auch noch aufzugehen. Als ich allerdings um kurz vor neun Uhr an der Sommerbergalm in der Sonne stand, ging das Schwitzen trotzdem schon los. Zum Glück kam auf meiner Strecke recht bald ein leichter Wind dazu, der die Temperaturen dann insgesamt ganz angenehm machte. Glück muss man haben.

Ja, der Kleine Kaserer, der stand schon länger auf meiner Liste. Allerdings sind die Wegbeschreibungen, die man im Internet findet, sehr unterschiedlich. Für manche ist es ein „Dreitausender mit Weg“ (stimmt), andere sagen, es sei ihr beschwerlichster Aufstieg überhaupt gewesen, und mit jedem Schritt würde man im Geröll einen Meter nach vorn machen und einen halben zurückrutschen. Also war ich bisher etwas zurückhaltend… aber jetzt passte es einfach.

Und es war toll. Das mit dem Geröll kann ich so nicht unterschreiben – vielleicht hängt das aber auch mit den kurzfristigen Bedingungen zusammen (Luftfeuchtigkeit, letzter Regen). Ab ca. 2620m geht man tatsächlich ganz überwiegend über Geröll, aber die meiste Zeit handelt es sich dabei um sehr feines, fast sandiges Zeug, das zumindest bei meiner Begehung relativ gut mit dem Untergrund verhaftet war. Ein paar kurze Stellen sind aber trotzdem unangenehm, nämlich wenn der Weg auf (wenn auch nur mäßig) rutschigem Untergrund im steilen Gelände quasi in der Falllinie verläuft. Das sind aber zum Glück nur drei oder vier mal zehn bis zwanzig Meter auf der gesamten Strecke. Beim Abstieg war ich tatsächlich erstaunt, wie leicht er mir fiel.

Und der Gipfel? Ist toll. Klar steht man direkt über dem Gletscherskigebiet von Hintertux, geschenkt. Aber der Blick reicht vom nahen Olperer bis in die fernen Stubaier (und sogar Ötztaler) über dem Wipptal, das Karwendel und den Rofan über dem Inntal und – am Olperer vorbei – in einen Teil der Zillertaler Alpen. Dazu kommt der Tiefblick auf den idyllischen Kaserer Winkl. Die Tuxer Alpen sieht man sowieso quasi komplett (weil nah dran und relativ niedrig).

Auf dem Rückweg habe ich dann noch die – allerdings von Touristen belagerten – Gipfelchen von Frauenwand und Weißer Wand mitgenommen, von denen aus ich sehr schön auf den eigentlichen Gipfel des heutigen Tages mitsamt des gesamten Anstiegswegs blicken konnte.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.