Reither Kogel: Voralpen-Feeling im Zillertal

15. Mai 2015

Ist es sinnvoll, von München aus nur für eine kleinere Tagestour bis ins Zillertal zu fahren? Ökologisch? Nein. Ökonomisch? Nein. Aber manchmal lohnt es sich irgendwie trotzdem.

Man könnte ja meinen, ich hätte das Zillertal wandertechnisch inzwischen einigermaßen abgegrast. Aber nein – zum Beispiel bin ich noch nie auf dem Reither Kogel gewesen. Der steht zwischen Bruck im Zillertal und Reith im Alpbachtal und sieht, ganz ehrlich, nicht danach aus, als würde er sonderlich oft vom Zillertal aus bestiegen. Von Reith aus kann man nämlich die Seilbahn nehmen und hat dann nur noch eine halbe Stunde bis zum Gipfel. Gleichzeitig wirkt der Berg im Vergleich zu seinen Zillertaler Nachbarn ziemlich zahm: ein bewaldeter Hügel von gerade mal 1336 m. Am Gipfel wurden ein paar Bäume gefällt, damit man zumindest einen Blick ins Zillertal und auf die Berge um Alpbach herum werfen kann.

Zillertal-Panorama

Der Weg hinauf von Bruck ist allerdings erstaunlich schön. Man hat die Wahl zwischen einem längeren Weg mit einigem an Fahrweg oder einem steilen Waldpfad, der streckenweise erstaunlich alpin daherkommt. Ich bin den Steig hinauf und die Fahrstraßenroute hinuntergegangen. Wegen Holzarbeiten (denke ich) musste ich im Abstieg einen noch etwas größeren Schlenker machen als geplant, aber selbst das war noch okay. Dabei habe ich dann gelernt, dass es eine (schmale, bergige) Straße zwischen Zillertal und Alpbachtal gibt.

Wieder einer von der Schon-lange-mal-Liste gestrichen. Dabei ist doch erst Mai…

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Großer Galtenberg – Das Wochenende des selektiven Nebels, Teil 1

30. Juli 2013

Blick über den Gipfelgrat

Das vorletzte Wochenende war für mich – und vermutlich für viele andere Bergwanderer genauso – gekennzeichnet von etwas frustrierendem Wetter: In den Tälern schien wunderbar die Sonne, aber ausgerechnet um die Gipfel herum hielten sich oft hartnäckige Nebelglocken.

Ich sah es schon von Weitem kommen: Bei der Fahrt ins Alpbachtal hat man einen ganz guten Blick auf den Großen Galtenberg, und er war im oberen Teil definitiv nebelschwadengefährdet. Das Gute: Sie bewegten sich. Ich konnte also darauf hoffen, dass sie sich vielleicht verziehen würden in der Zeit, die ich bis zum Gipfel brauchte. Und ich wollte verdammt sein, wenn ich schon wieder (siehe: Alpspitze) eine Tour abbräche, nur um am Ende unter einem nebelfreien Gipfel zu sitzen und mich zu ärgern.

Um ein paar Höhenmeter zu sparen, habe ich im Lueger Graben geparkt und bin über die Kolbentalalm aufgestiegen. Ob sich das wegen der Höhenmeter gelohnt hat, ist eher zweifelhaft, aber der Weg gefiel mir gut, sehr abwechslungsreich: Fahrweg – alter Karrenweg – Fahrweg (okay, der Teil war eher langweilig) – markierte Steigspuren in Wiese und Wald. Am Alplkreuz stieß ich dann auf den normalen Aufstiegsweg. (Im Abstieg bin ich hier wieder vorbei gekommen und hab meinen Anstiegsweg nicht auf Anhieb wiedergefunden – hier sind alle Richtungen beschildert, nur nicht die zur Kolbentalalm).

Ja, und obwohl abzusehen war, dass der Gipfel in Wolken bleiben würde, bin ich weiter hinauf gestapft – der Weg selbst ist allerdings auch echt schön, erst sanft über einen langen Rücken durch riesige Alpenrosenfelder, dann steiler hinauf zum Gipfel. Dort musste ich dann nur lange genug warten, dann hab es auch mal einen Blick auf die benachbarten Gipfel durch die Wolken hindurch, immerhin. Nur der Panoramablick in die Ferne hat nicht so richtig stattgefunden.

Der Vielfalt halber habe ich dann im Abstieg noch den Kleinen Galtenberg mitgenommen (netter kleiner Abstecher, noch mehr Alpenrosen im Abstieg zum Farmkehralm-Hochleger) und bin dann über den Schützensteig zurück zum Alplkreuz. Der Schützensteig war über weite Strecken offensichtlich gerade frisch gemäht worden, was ich total bizarr fand für einen drei Füße breiten Steig im steilen Gelände – warum wächst da so viel Gras?

Fazit: Super Weg, unspezifisches Wetter. Passt schon.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Gratlspitze – Ausbruch nach oben

10. November 2012

Alm, Wald, Wolken und Galtenberg

So, die Saison scheint sich nun wirklich so langsam dem Ende zuzuneigen, aber ein oder zwei Touren habe ich noch (ähm, ja, weil ich mal wieder tagelang rumgeschlampt habe).

Also: Neulich, als jeden Tag diese geschlossene Wolkendecke über dem Land lag, wurde es mir irgendwann zu bunt, und ich habe mir freigenommen, um mir eben diese Wolken lieber mal von oben anzugucken. Wie sich später herausstellte, wäre es nicht unbedingt nötig gewesen, weil das tatsächlich der erste Tag war, an dem sie sich nachmittags auch im Alpenvorland auflösten, aber das hat der Schönheit der Tour keinen Abbruch getan.

Die Gratlspitz oberhalb von Alpbach ist kein wahnsinnig spektakulärer Berg, und ich war vor zwei Jahren schon einmal oben. Aber obwohl er nicht sehr hoch ist, fühlt er sich durchaus schon vergleichsweise alpin an. Und durch seine sehr praktische Lage als quasi alleinstehender Berg zwischen Inntal, Alpbach und Wildschönau hat man auch sehr schöne Fernblicke; nur zum Hauptkamm hin ist der Blick ein bisschen eingeschränkt. Also hin!

Und was soll ich sagen? Der Blick über das Nebelmeer ist immer wieder toll. (Guckt euch doch noch mehr Fotos davon auf Flickr an.) Und von den vier Wegen zum Gipfel habe ich jetzt auch alle vier durch (zwei aufwärts, zwei abwärts) – und ich muss sagen, alle vier sind toll, und es würde (wird) mir schwer fallen, mich beim nächsten Mal für zwei davon zu entscheiden!

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Lämpersberg – Ein herbstlicher Fund

7. Oktober 2012

Lacke am Nordgrat mit Galtenberg

Aus dem Kapitel „Manchmal ist die zweite Wahl auch ganz schön“ wollen wir heute über den Lämpersberg reden. Als es nämlich Mitte September schon mal ganz ordentlich geschneit hatte (siehe die letzten drei Einträge!), war ich etwas unsicher, wie weit rauf man sich noch trauen konnte, ohne in schneebedingte Schwierigkeiten zu geraten.

Eigentlich hatte ich nämlich in diesem Jahr noch den Großen Galtenberg in Angriff nehmen wollen, der mir bisher immer aus Konditionsgründen verwehrt geblieben war. Aber als ich in Alpbach einfuhr und mir so die Schneereste oben am Gipfelgrat des Galtenbergs ansah, bin ich doch auf Plan B umgeschwenkt: den Berg mit dem deutlich weniger klangvollen Namen „Lämpersberg“ auf der anderen Talseite.

Aber das war gar keine schlechte Sache. Der Aufstieg war ganz interessant (Alm, Wald, Hochalm), und der Gipfel wirklich überraschend schön. Dafür, dass man die Spitze vom Tal aus nicht mal gescheit sehen kann, steht sie dann nämlich doch relativ keck in der Gegend herum (aber ein reiner Wiesenberg bleibt es natürlich). Und der Blick ist ziemlich beeindruckend für so einen Feld-Wald-und-Wiesen-Gipfel: Nur nach Süden und Südwesten versperren das Beil und eben der Galtenberg die Fernsicht etwas – aber dafür hat man halt „Nahsicht“.

Definitiv ein kleiner Geheimtipp für die mittleren Lagen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Wiedersberger Horn – Dasselbe nochmal, aber hübscher

20. September 2011


Kohlgrubalm

Und noch ein Tag, an dem ich lieber nicht so viel bergab gehen wollte. Nach sorgfristiger Abwägung der in Frage kommenden Seilbahnen und Buslinien habe ich mich am Schluss fürs Wiedersberger Horn entschieden. Da war ich zwar schon ein paarmal, aber das ist auch alles schon eine Weile her. Und das Wegenetz ist so, dass ich den 1300-Höhenmeter-Aufstieg, vor dem ich schon etwas Respekt hatte, an gleich zwei Stellen hätte verkürzen können.

Der Nachteil machte sich allerdings gleich beim Parken bemerkbar: Im Gegensatz zur Kampenwandbahn setzen die Alpbacher Bergbahnen zur Parkraumbewirtschaftung keine Praktikantin ein, sondern benutzen einen dieser bescheuerten Parkscheinautomaten, bei denen man ausschließlich mit Münzen bezahlen kann. Keine Geldscheine, keine Geldkarte, keine EC-Karte. Wie ich das hasse! Ich schwöre, nächstes Jahr lege ich mir ein Depot aus zwanzig 1-Euro-Münzen im Handschuhfach an. Also musste ich warten, bis die Tankstelle gegenüber aufmachte, um an Kleingeld zu kommen… als ich endlich aufbrechen konnte, war die Seilbahn auch schon in Betrieb.

Der Weg hinauf ist erstaunlich abwechslungsreich. Naturgemäß gibt es viel Wald, aber auch einige niedrige Almen. Hinter der Kohlgrubalm geht es dann so richtig ins Gelände… und dann trifft man auf die Seilbahnfahrer, die sich über den „Panoramaweg“ mühen, der zwar nicht sehr schwer ist, aber doch ordentlich bergauf geht, was nicht unbedingt von „Panoramawegen“ in Seilbahnnähe erwartet wird.

Am Gipfel war es dann zum Glück zwar belebt, aber längst nicht so voll wie an der Kampenwand. Und die Talfahrt mit der Seilbahn war auch deutlich angenehmer. (Ja, und auch billiger.)