Bergwinter: Hochplatte (Achensee) – Ein fast nahtloser Übergang

4. Dezember 2013

Blick über den Gröbner Hals ins Karwendel

Gerade vor ein paar Tagen habe ich noch über den gefühlten Übergang vom Spätherbst zum Frühwinter philosophiert, da ist er auch tatsächlich schon passiert: Am Wochenende ging es mit Schneeschuhen zur Hochplatte oberhalb von Achenkirch.

Die meisten Leute – Tourengeher wie Schneeschuhwanderer – gehen vom Café Tirolerland an der Achenpass-Straße aus los, wie ich im Laufe meiner Wanderung feststellen musste. Ich dagegen bin am Christlum-Parkplatz losgegangen, weil ich den Weg von dort aus zumindest aus dem Sommer kannte, und ich mir ziemlich sicher sein konnte, dass er unproblematisch sein würde.

Weitgehend stimmt das auch. Aber ich musste feststellen, dass die Gleichung „je kälter es ist, umso fitter bin ich“ eine Grenze nach unten zu kennen scheint. Jedenfalls ging es längst nicht so schnell voran, wie ich das aus dem Sommer kenne. Es war allerdings trotz Sonnenscheins auch wirklich nicht nur ein bisschen kühl, sondern wirklich kalt.

Und ja, naja, da ist ein recht steiler Hang kurz unterhalb des Gipfels, der zumindest im Aufstieg wirklich anstrengend ist. Im Abstieg war es weniger problematisch, denn er ist wiederum nicht so steil, dass man ihn nicht locker runterrutschen kann. Diesen Hang ersparen sich die Tirolerland-Geher, aber dafür müssen die eine für meine ungeschulten Augen durchaus lawinentaugliche Hangquerung machen.

Das Wetter war insgesamt aber großartig, die Fernsicht prächtig, und das erste richtige Winter-Feeling kam bei mir auf. Wenn ich jetzt nur noch einen Trick finden würde, wie ich bei diesen Winterwanderungen den Gipfelmoment besser genießen kann… Also, wie ich ein trockenes Shirt anziehen kann ohne mich zu entblößen, und wie ich mich in den Schnee setzen kann, ohne einen kalten Hintern zu bekommen…

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Bergwinter: ’s Küppal

26. Februar 2013

Die Alm im Winter 4.2

So steht’s auf der Landkarte. Warum dieser Berg als einziger auf der Karte einen Artikel bekommen hat, und warum dieser Artikel dann auch noch abgekürzt wird, erschließt sich mir nicht. Aber ich übernehme ihn einfach mal unkritisch, denn vielleicht hat sich ja doch irgendwer was dabei gedacht.

Auch diese Schneeschuhtour stammt wieder aus einem Buch – was lahm ist. Aber sie entpuppte sich als wirklich sehr schön und – zumindest an diesem wetterdurchwachsenen Sonntag – als erstaunlich einsam. Am Gipfel waren nur noch zwei Skitourengeher, und zwei weitere standen weiter unten ein bisschen planlos in der Gegend herum und wussten wohl nicht so recht, wo der Weg war. (Tipp: am Wegweiser oberhalb der Alm rechts in Richtung Steinernes Tor, und nicht hinauf zum Kögljoch.)

Wie gesagt, das Wetter war erstmal sehr winterlich-verschneit, aber im Abstieg (grr) lockerte es dann doch mal kurz auf und ermöglichte mir so einige fast schon schmerzhaft idyllische Fotos von der Köglalm zu machen. Immerhin. Der Gipfel wäre wahrscheinlich lohnender gewesen, wenn man ein bisschen mehr Sicht zum Rofan gehabt hätte. Aber immerhin kommt man im Winter überhaupt da rauf – im Sommer gibt es keinen Weg, und das Gelände sieht auch nicht aus, als wollte man da unbedingt weglos hochsteigen…


Bergwinter: Gröbner Hals

8. Februar 2013

Bächental, Karwendel

Upps, fast vergessen: Schon vor zwei Wochen war ich am Gröbner Hals. Für alle, die den nicht kennen: Das ist ein breites Joch am Ende des Unterautals westlich von Achenkirch.

Ich sollte vorausschicken, dass ich inzwischen zwar Schneeschuhe besitze, um auch im Winter mehr in die Berge gehen zu können. Aber die Tourenplanung fällt mir so viel schwerer als im Sommer: Was ist mit der Lawinengefahr? Welche Wege sind geräumt, wo brauche ich die Schneeschuhe? Also gehe ich im Winter nach Buch (wenn überhaupt), was mir als selbsterklärten Outdoor-Freak irgendwie peinlich ist. Aber hey, besser als gar nicht rauszugehen.

Das Buch schlug also den Gröbner Hals als leichte Schneeschuhtour vor, und es lag nicht so falsch. Der größte Teil der Tour führt über einen Fahrweg durch den Wald. Der Weg war auch schon ordentlich plattgetreten, aber ab ca. der Hälfte waren die Schneeschuhe dann doch nützlich, weil man sonst auch in den komprimierten Schnee noch einsackte. Ab der Gröbner Alm dagegen geht es dann über etwas steilere Almflächen bis zum Joch. Und ich muss sagen, für eine „leichte“ Tour hat mich das ganz schön geschlaucht – so sehr, dass ich auf den kleinen Hügel neben dem Joch dann gar nicht mehr geklettert bin. Aber der Blick vom Joch ins Bächental war definitiv die letzte Anstrengung wert.

Nicht recht verstanden habe ich allerdings die vielen Skitourengeher, die auch da waren: Die hatten vielleicht für fünf Minuten eine schöne Abfahrt über die Almhänge, aber danach nur einen endlosen Ziehweg zurück nach Achenkirch. Gibt es da nicht lohnendere Ziele?


Steinernes Tor – Wenn der Nebel sich verzieht

19. Oktober 2011

Herbst im Rofan

Dieser herbstliche Hochnebel sieht ja oft ganz nett aus, aber manchmal kann er auch wirklich nervig sein. Am Freitag hatte ich nochmal frei, und dieses Mal sollte es laut Wetterbericht aber wirklich, wirklich aufklaren. Na gut, auf ging’s also.

Das Wetter war dann eher so fluktuierend. Ich bin von Schwarzenau (bei Achenkirch) zum Steinernen Tor und zur Erfurter Hütte gegangen – den Abstecher auf die Hochiss, den ich halb ins Auge gefasst hatte, habe ich mir dann doch gespart. Gerade nordseitig lag nämlich doch noch/schon eine ganze Menge Schnee, wie ich zwischen den Nebelfetzen gelegentlich erblicken konnte. Und auf schneerutschig-stressiges Gehen hatte ich da keine Lust. Von Schwarzenau durch das (sehr hübsche) Hochtal über der Kotalm bis zum Steinernen Tor sind aber auch schon knapp 1000 Höhenmeter – insofern war ich aus „sportlicher“ Sicht eh schon ganz zufrieden.

Also bin ich hinter dem Steinernen Tor, das völlig im Nebel lag, nur noch zur Dalfazalm runter, um dann zur Seilbahn rüber zu spazieren. Und da riss tatsächlich innerhalb von Minuten alles auf, und Karwendel und Rofan und Kellerjoch lagen in typisch herbstlich-sonniger Manier vor mir. Versöhnlich.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Köglalm

5. November 2009

Achenseeherbst

Wie viele „letzte Touren des Jahres“ werde ich wohl noch machen…? Das Wetter war am Sonntag überraschenderweise so toll, dass ich im Laufe des Morgens ganz unruhig wurde. Also bin ich nochmal schnell zum Achensee und kurz zur Köglalm rauf. Das ist eigentlich immer ein schöner Weg, besonders aber im Herbst, weil hier doch einige Laubbäume stehen, die den Wegesrand hübsch einfärben.

Eigentlich wollte ich dann noch weiter am Kuppal vorbei zur Kotalm, aber: Ganz oben lang doch noch Schnee; tagelang war kein Mensch hier durch den Schnee gegangen; und ich erinnerte mich daran, dass der Weg auch ohne Schnee nicht ganz unproblematisch zu erkennen ist.

Also habe ich mich lieber an der Köglalm in die Sonne gesetzt und das Panorama bewundert. Und dann bin ich nach Achenkirch abgestiegen, was einen etwas weniger spannenden Rückweg entlang der Seepromenade erforderlich macht. Aber was tut man nicht alles der Vielfalt wegen…


Zöhreralm

4. Oktober 2009

Unnutz über Wald

Okay, man stelle sich vor, in Deutschland ist Nationalfeiertag, und es ist schönes Wetter. Man stelle sich weiterhin vor, man hätte ziemlich lange geschlafen, wollte aber angesichts der wirklich großartigen Wetters doch noch kurz in die Berge.

Man stellt schnell fest: Genauso geht es ganz Oberbayern.

Plant eigentlich niemand seine Feiertagsausflüge im Voraus? Weil: Mit einem kilometerlangen Stau vor der Mautstelle bei Hinterriß hatte ich um 12 Uhr eigentlich nicht gerechnet. Da war natürlich klar, dass der kleine Plumsjochparkplatz voll sein würde. Drum bin ich gleich mal umgekehrt – und prompt in den österreichische Sirenentest geraten. Wieder was gelernt: Auch Hinterriß hat eine eigene Warnsirene.

Okay, Plan B: Am Achensee gibt es diese schöne Almwanderung, die auch noch recht schnell geht, und wo man mittendrin – am Zirmjoch – diesen schönen Blick in die Brandenberg Alpen hat. Auf dem Parkplatz ist tatsächlich auch noch jede Menge Platz. Aber hier braucht man Münzen für den Parkautomaten. Ich habe nichts gegen Parkraumbewirtschaftung, auch nicht in den Bergen, wirklich nicht. Aber kann man die Dinger bitte so ausstatten, dass sie auch Scheine nehmen oder EC-Karten oder Geldkarten oder Kreditkarten oder Handy-Cash oder… PayPal… was weiß ich.

Inzwischen ist es 14 Uhr durch… also Plan C: Einmal rauf zur Zöhreralm und wieder runter. 400 Höhenmeter, keine zwei Stunden dauert das Ganze, es ist mehr ein Bergspaziergang als eine Bergtour. Aber: selber schuld. Mehrfach. Also lieber nicht beklagen, sondern sich einfach am herbstlichen Panorama erfreuen…