Rampoldplatte: Auf ein (schneefreies) Neues!

1. Mai 2015

Und dann ging sie schon wieder los, die neue Saison. Und entgegen meiner Prophezeiung bin ich als erstes nicht mal einen zuverlässigen Südhang hinaufgegangen, sondern von Brannenburg zur Rampoldplatte. Das ist zwar die allermeiste Zeit ein Osthang, sah aber von unten gut aus, so dass ich es wagen konnte. Die gute Sache dabei: Ich war zwar schon mal auf der Rampoldplatte, aber bis auf ein paar Meter würde ich auf meiner geplanten Route trotzdem fast nur für mich neue Wege gehen.

First Mountains

Und es war so gut wie schneefrei. Vom Sagbruck-Parkplatz aus bin ich zunächst bis zum Breitenberghaus gegangen und dann über die Lechneralm zum Gipfel. Bis auf ein paar Flecken im Wald hinterm Breitenberg und einem zwei Schritten auf dem Grat zwischen Rampoldplatte und Hochsalwand lag tatsächlich gar kein Schnee mehr auf diesem Weg! Und ich fand den Weg auch ganz angenehm, zumindest für eine erste Tour in der neuen Saison. Denn Fahrweg und Pfade wechselten sich zumindest ab, so dass es nicht allzu langweilig wurde.

Der Abstieg in Richtung Schuhbräualm hatte dann noch etwas mehr Schnee (und ein bisschen Matsch), aber auch das war kein großes Problem. Der lange Fahrweg zurück ins Tal… naja, okay, muss halt. Wenigstens gab’s am Ende noch ein bisschen Waldpfad.

Und dann ist noch ein Paragleiter neben mir abgestürzt, als ich schon am Parkplatz stand. Er hatte wohl beim Landeanflug irgendwie zweimal die Bäume gestreift. Aber zum Glück hatte er sich trotz des Sturzes aus 5-6 m Höhe offenbar nichts Größeres getan – zumindest bestand er darauf, dass er keinen Arzt brauchte. Trotzdem, schon wieder ein Unfall in meiner Nähe in den Bergen. Jetzt frage ich mich ein bisschen: Ziehe ich das an? Oder ist das statistisch einfach unumgänglich, wenn man so oft in den Bergen unterwegs ist…?


Elf Fragen, elf Antworten

18. April 2015

LAwardSo… ich bin von mehr-berge.de „nominiert“ worden, seine elf Fragen im Rahmen des „Liebster Award“ zu beantworten. Das freut mich total. Sowas ist mir noch nie passiert (muss an meiner spröden westfälisch-lippischen Natur liegen).

Und ich meine, wegen der momentanen Übergangsjahreszeit passiert hier im Blog ja sowieso nicht so viel anderes. Also, auf geht’s:

Wie bist du eigentlich dazu gekommen, einen Blog zu schreiben?
Okay, ich hole mal ein bisschen aus. Im Studium musste ich HTML lernen. Das wollte ich dann auch anwenden, also hatte ich eine Website (zuerst noch bei GeoCities; jaha, ich bin alt) übers Skifahren. Nach dem Studium bin ich in Richtung München gezogen und war auch im Sommer ständig in den Bergen. Dadurch hatte ich ziemlich viel Content für eine neue Website übers Bergwandern. Die verhält sich allerdings mehr wie ein gedruckter Wanderführer. Um dem eine aktuellere und mehr Erlebnis-orientierte Komponente hinzuzufügen, habe ich dann das Bergsommer-Blog gestartet. (Ich hatte zwischendurch auch noch andere Blogs, aber die werden nicht mehr gefüttert.)

Wo warst du zuletzt unterwegs?
Zuletzt wollte ich von Walchsee zur Priener Hütte. Die letzten 500m waren allerdings noch so tief verschneit, dass ich so kurz vorm Ziel doch abbrechen musste. Weil das so unspektakulär war, habe ich nicht mal darüber gebloggt.

Und wo geht’s als nächstes hin?
Das Dumme an München ist, dass es nördlich der Alpen liegt. Das heißt, wenn man im Frühjahr einen Südhang sucht, muss man erstmal um einen Berg drumrum fahren. Das werde ich sicher als nächstes machen – aber welcher Südhang es dann wird, weiß ich noch nicht.

Was hat dich schon einmal an deine persönlichen Grenzen gebracht und wie ging’s weiter?
Ja, und ich war großteils selbst schuld daran – zu spät aufgestanden, obwohl eine letzte Talfahrt erwischt werden musste; nicht rechtzeitig umgedreht; und Karte nicht ordentlich gelesen. Ich wollte vom Glungezer zum Rosenjoch gehen und dann völlig unrealistisch zurück zur Mittelstation der Sesselbahn. Am Ende musste ich 2000 Hm ins Voldertal absteigen, und aus falschem Stolz habe ich niemanden von den besser ausgestatten Wanderern um mich rum um Wasser gebeten. Am Ende war ich zum ersten mal in meinem Leben wirklich spürbar dehydriert.

Was ist denn die längste Tour, die du bisher gemacht hast?
Vermutlich diese Tour am Glungezer. Aber ich habe auch die Blauberge-Überschreitung, die oft als Zwei-Tages-Tour angepriesen wird, an einem Tag gemacht (20 km und 1250 Höhenmeter). Fast genauso lang: Vom Zillergründl-Speicher zum Heilig-Geist-Jöchl und über die Zittauer Hütte zurück.

Was sind für dich Gründe, eine Reise oder Tour abzubrechen?
Wie gesagt, 500m Strecke in kniehohem Schnee. Aber ich bin insgesamt total „vernünftig“. Auf meinen ca. 400 Touren bin ich im Gelände bisher nur zweimal vom Gewitter überrascht worden. Aber ich bin so ein Planungsfreak, dass ich meist schon vorher die Tour absage oder umplane, so dass ein Abbruch im eigentlichen Sinn nicht nötig wird.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Handgepäck und normalem Gepäck?
Beim Fliegen? Ich fliege so wenig wie möglich (aus ökologischen Gründen und weil ich fliegen so unglaublich langweilig finde). Aber wenn es mal sein muss, versuche ich tatsächlich, mit Handgepäck auszukommen.

Wieviel wiegt dein Gepäck für eine Wochenendtour und was würdest du als nächstes mit einer leichteren Version ersetzen?
Keine Ahnung. Mein Tagesrucksack hat 24 Liter und ist meist ziemlich voll. Wenn’s über zwei Tage geht, muss trotzdem alles reinpassen.

Und: Welche drei Dinge dürfen in deinem Gepäck auf keinen Fall fehlen?
Mein Erste-Hilfe-Kit einschließlich Wärmedecke ist immer dabei, auch wenn ich es bisher noch nie wirklich gebraucht habe. Außerdem würde ich mir total nackt vorkommen, wenn ich ohne Karte losginge (sei es auf Papier oder auf dem GPS oder am Telefon). Und ihr kennt Stardoug, richtig?

Wo trifft man dich, wenn du nicht gerade auf Tour bist?
Ich verstehe die Frage nicht. 😉

Was ist für dich die Faszination an den Bergen und am Bergwandern/Bergsteigen/Klettern?
Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Ich glaube, es ist alles Mögliche – der Sport; die offenkundige Schönheit der Berge; Erinnerungen an schöne (Urlaubs-)Erlebnisse in der Kindheit; die quasi-meditative Ruhe, wenn man allein geht, und das Gemeinschaftserlebnis in der Gruppe. Aber ich liebe auch Landkarten und Geländeformen und kann ewig lang auf einen Fluß gucken und mich fragen, warum er gerade da fließt, wo er fließt, oder auf eine Straße und überlegen, ob man die nicht auch woanders hätte bauen können. Das kann man von so weit oben natürlich besonders gut machen. Und bei Bergen „passiert“ auf der Karte einfach mehr als im Flachen. Okay, und irgendwann verselbständigt sich das dann auch: Ich bin jetzt ein Berg-Experte für meine Freunde, und wer ist nicht gern Experte für irgendwas?

So… und jetzt soll ich eigentlich selbst elf Fragen formulieren und mehrere Leute nominieren. Ich glaube aber, den Teil hebe ich für einen zukünftigen Eintrag auf. Für heute habe ich alles gegeben…


Bergwinter: Pendling – Wir machen uns unser eigenes Abenteuer

24. März 2015

Kufstein und seine Kaiser

… und dann war da noch die Winterwanderung zum Pendling. Was als weiterer Eintrag in der „Rodelbahn-rauf-oben-Hütte“-Kategorie hätte enden können, haben wir durch geschickte Routenwahl zu einem etwas größeren Abenteuer gemacht.

Denn natürlich kann man einfach über den Fahrweg zur Kalaalm hinaufstapfen und dann weiter über den Fahrweg zum Gipfel. (Na gut, bis zehn Meter unterhalb des Gipfels.) Wir waren aber wagemutiger und nahmen die Pfade, die den Fahrweg abkürzen – einen gleich kurz nach dem Beginn der Wanderung und dann den von der Kala-Alm bis zum Bergrücken. Die waren zwar gespurt, aber gerade in den steileren Passagen sank man durchaus auch schon mal ein bisschen ein.

Gut, „Abenteuer“ ist vielleicht ein bisschen ein großes Wort dafür – außer vielleicht für die zwei „Winter-Anfänger“, die wir dabei hatten. Aber es scheint ihner Berglust nicht geschadet zu haben – wie ich höre, haben sie inzwischen zusätzliche Ausrüstung angeschafft.

Long Time No See, Eh?Da das Wetter wirklich super war, gab es vom Gipfel aus natürlich die großartige Sicht vom Kaiser (nah) bis Großglockner (fern), und ich musste mich ordentlich konzentrieren, um alle angefragten Gipfel zu identifizieren. Okay, vielleicht habe ich auch ein bisschen mit dem PeakFinder gespickt… Und an der Kala-Alm später war es angesichts des Wetters natürlich auch ordentlich voll, aber wir haben trotzdem noch unsere Stärkung bekommen, wenn auch mit ein bisschen Verzögerung.


Bergwinter: Rauschberg – Konditionstest zum Winterende

22. März 2015

Wie wir inzwischen wissen, gibt es jede Menge Winterwanderwege zu bewirtschafteten Hütten, die gleichzeitig als Rodelbahnen dienen. Ich weiß inzwischen aber auch, dass ich fürs Rodeln nicht so recht geeignet bin. Also brauche ich eine andere Möglichkeit, um nach dem Aufstieg wieder schnell ins Tal zu kommen. (Also, „brauche“ im Sinn von: Hätte ich gerne, weil ich faul bin.) Im Sommer bieten sich dafür Seilbahnen an, vor allem, wenn es einem hauptsächlich um den sportlichen Aspekt des Aufstiegs geht und weniger um Bergeinsamkeit und so.

Im Winter ist das eher selten, es sei denn, man wollte es als Wanderer den Skitourengehern gleichtun und am Pistenrand aufsteigen. Wollte ich definitiv nicht.

Eine in der Hinsicht brauchbare Seilbahn aber ist die Rauschbergbahn in Ruhpolding. Der Aufstiegsweg über den Kienbergsattel ist so viel begangen – wenn auch wiederum meist von Skitourengehern -, dass er offenbar quasi ganzwintrig auf voller Fahrwegsbreite ordentlich festgetreten ist. Lediglich an einer Stelle war bei meinem Besuch der Weg unter einer Kleinlawine verschüttet, so dass es ein bisschen ans Balancieren ging.

SonntagshornAm Anfang habe ich es mir unnötig schwer gemacht, indem ich erst an der Straße entlangmarschiert und dann nur über einen inoffiziellen Zustieg auf den Wanderweg gestoßen bin. Danach lief’s aber wie geschmiert, auch wenn ungefähr auf halber Höhe der eisfeste Untergrund aufhörte und es auf Packschnee weiterging, auf dem man 2-3 cm einsackte. Noch vor der Rauschbergalm begann ein Pistenraupen-präparierter Teil – der aber kurz vor Schluss auch nochmal ordentlich steil wurde.

Runter ging’s, wie geplant, mit der Seilbahn. In deren Talstation sah ich dann noch ein großes Schild: „Wanderwege ins Tal im Winter nicht begehbar!“ Gut, dass das andersherum nicht der Fall war…


Bergwinter: Brünnsteinhaus – Mehr Rodelbahn-Winterwald-Wandern

22. März 2015

… denn irgendwie bekam ich in diesem Winter einfach nicht genug von den „einfachen“ Winterwanderwegen – die irgendwie immer mit mehr oder weniger offiziellen Rodelbahnen identisch zu sein scheinen.

Am Brünnsteinhaus war ich ja schon mal im Sommer (auf dem Weh zum Brünnstein, versteht sich) bei sehr mäßigem Wetter. Damals fand ich den Matsch auf dem Weg von Buchau ziemlich nervig, und meiner Erinnerung nach war das auch kein Weg, den ich im Winter mit Schneeschuhen ausprobieren wollte. Also ging es nur über den Winternormalweg von Mühlau über Rechenau hinauf. Der ist im mittleren Teil für einen Fahrweg ordentlich steil – ich weiß nicht, ob ich hier rodeln wollen würde. Aber ich stehe ja mit Rodeln sowieso auf Kriegsfuß…

Wenn ich mich richtig erinnere, steht auf dem Wegweiser am Wanderparkplatz 2:45 Stunden für die zirka 730 Höhenmeter bis zum Brünnsteinhaus – das hat mich erst mal etwas erschrocken. Aber das war natürlich nur die übliche Abschreckungs-Zeitangabe – nach 1:45 h war ich oben.

Brentenjoch-Kaiser-Panorama

Am Brünnsteinhaus war dann aber auch tatsächlich mal wieder Schluss – weder der Abstieg in Richtung Buchau war gespurt (hatte ich’s doch gewusst!) noch der Weiterweg in Richtung Himmelmoosalm und Gipfel. Aber das war schon okay, bei strahlendem Sonnenschein ein bisschen auf der Terrasse des Brünnsteinhauses rasten, das war auch okay. Nur, dass keine Speckknödel auf der Speisekarte standen, war etwas enttäuschend.


Bergwinter: Aueralm und Neuhütten – Das musste dann schon reichen…

17. März 2015

Wie sich herausstellte, war der Winter noch lange nicht vorbei.

Als ich mich das nächste Mal nicht zurückhalten konnte und dringend ins Freie musste, war es allerdings schon recht spät am Tag und das Wetter nicht ganz eindeutig. Da wollte ich natürlich nicht mehr allzu weit fahren, und so entschied ich mich für die kleine Wanderung von Bad Wiessee zur Aueralm – mit Perspektive Fockenstein. Allerdings war mir diese Perspektive nicht so wichtig, dass ich bereit gewesen wäre, meine Schneeschuhe mitzuschleppen. Denn mindestens bis zur Aueralm sind die natürlich völlig unnütz.

Wobei: Ab der Winterstube im Zeiselbachtal war der Fahrweg nicht mehr völlig plattgefahren – es wäre zumindest möglich gewesen, die Schneeschuhe einzusetzen. Nun ja, an der Aueralm war ich natürlich so schnell, dass ich auf jeden Fall noch weiter wollte; bis zur Neuhüttenalm wären Schneeschuhe dann allerdings schon sinnvoll gewesen. Und hinter der Neuhüttenalm gab es zwar eine Spur in Richtung Fockenstein, aber beim ungefähr dritten Schritt hinter der Alm bin ich bis zum Knie eingesunken. Da habe ich die Gipfelbesteigung dann mal lieber sein lassen und mich an der Neuhüttenalm eine Weile in die Sonne gesetzt. War vielleicht auch besser so, denn auf meinem Rückweg zogen dann immer mehr Wolken auf – so richtig schön wäre es oben eh nicht mehr gewesen. (Redet man sich hinterher dann ein…)

Ach, übrigens hatte ich auch meine Kamera vergessen, darum gibt es nur diesen schwachen Handy-Schnappschuss als Illustration:
Neuhütteneck


Bergwinter: Duell der Winterwanderwege

24. Februar 2015

Nach dem Kampf am Kranzingerberg am Vortag entschied ich mich, für den Rest meiner freien Woche die Schneeschuhe doch lieber im Kofferraum zu lassen und lieber auf ein paar klassischere Winterwanderwege auszuweichen.

Valepp-PanoramaAlso ging es zunächst zum Rotwandhaus am Spitzingsee. Im Winter war ich dort noch nie oben, aber das Erlebnis ist nun nicht unbedingt völlig anders als im Sommer. Trotzdem: bei strahlendem Sonnenschein war es eine schöne Tour über den langen Fahrweg hinauf. Die Gipfelbesteigung habe ich mir allerdings gespart. Es gingen zwar eine Handvoll Leute auch ohne Schneeschuhe oder Ski hinauf, aber die wirkten nicht glücklich dabei.

Stattdessen dachte ich mir: Probieren wir das mit dem Rodeln doch mal aus – am Rotwandhaus werden für € 5 Rodel verliehen. Ich glaube, ich war seit zehn Jahren nicht mehr gerodelt, und dementsprechend blöde habe ich mich zunächst auch mal angestellt. Der Fahrweg ist auch nur so mittelgut geeignet – viele Kurven und vor allem im unteren Bereich auch noch viele Flachstellen (bergauf merkt man das gar nicht so…), bei denen man den Rodel ziehen muss. Aber zumindest war ich doch deutlich schneller wieder im Tal.

Am PlattenberggrabenAm nächsten Tag habe ich dasselbe mehr oder weniger wiederholt (nur ohne Rodeln), und zwar am Pürschling. Hier kannte ich zwar das Ziel, das August-Schuster-Haus, schon, nicht aber den Weg von Unterammergau. Der ist aber zumindest im Winter ganz hübsch – im Sommer würde mich der lange Fahrweg hier vermutlich ein bisschen nerven – und durchaus landschaftlich abwechslungsreich. Hier hätte man seinen Rodel selbst mitbringen müssen, aber ich habe ihn nach den Erfahrungen vom Vortag nicht vermisst.

So, und wer gewinnt nun das Duell der unglaublich ähnlichen Winterwanderungen über Fahrwege zu Alpenvereinshütten? Vielleicht lang es nur am Neuigkeitswert, aber: Den Weg zum Pürschling habe ich schon mehr genossen. Für Winter-Neulinge kann man aber ohne Probleme beide empfehlen. Und bei dem Wetter erst recht…


Bergwinter: Kranzingerberg – So ein kleiner, fieser Berg!

21. Februar 2015

Ein paar Tage frei, schönstes Winterwetter – so weit, so gut. Nur leider war ich gesundheitlich nicht hundertprozentig drauf und musste mich deshalb mit kleineren Dingen zufrieden geben, als ich es normalerweise gewöhnt wäre… auch im Winter.

Am ersten Tag gab es einen Spaziergang zur Schwarzentennalm am Achenpass. Okay, wenn man auf dem Pfad geht statt auf dem Fahrweg und ein bisschen blinzelt, dann kommt man sich fast vor wie bei einer richtigen Wanderung. Aber eben nur fast.

Am HausbergAm zweiten Tag fühlte ich mich dann etwas wagemutiger, schmiss die Schneeschuhe ins Auto und machte mich auf zum Walchsee. Der Weg über den Kranzingerberg sieht auf der Karte völlig harmlos aus, und bin mir sicher, im Sommer würde ich auch darüber lachen. Und auch jetzt ging es zumindest ganz gut los: Vom Parkplatz am Waldheim aus war der Weg gespurt, aber ganz offenbar waren nur ein oder zwei andere Schneeschuhgeher vor mir hier gewesen. Sehr angenehm.

Doch dann, kurz vorm ersten „Gipfel“ – also der ersten kleinen Ausstülpung dieses langen Bergrückens nach oben – am Hausberg endete die Spur. Wer immer vor mir hier gewesen war, war einfach umgedreht. Was für eine Frechheit! Nun, ab jetzt hieß es also selbst spuren. Und das gestaltete sich im manchmal harschigen Schnee, in den ich selbst mit Schneeschuhen oft bis zu den Knien einsank, als etwas schwierig. Zudem war auch die Detailorientierung nicht so ganz einfach, weil nur sporadisch Bäume markiert waren.

Wilder Kaiser, Zahmer KaiserKurz hinterm Kranzingerberg hatte ich dann genug. Ich konnte die Harauer Spitze vor mir durch den Wald blitzen sehen, und sie wirkte uneinnehmbar. Außerdem ließen mich die Markierungen  hier darauf schließen, dass es hier im Sommer (vielleicht) einen Abzweig auf den Fahrweg gab, der sich auf halber Höhe am Südhang entlangzieht. Und tatsächlich war ich nach ein paar Minuten auf so einer Art Karrenweg (ist unterm Schnee bisweilen schwer zu erkennen) und dann auf dem Fahrweg. Auf dem musste ich zwar auch noch spuren, aber zumindest hatte ich jetzt ein problemloses Ziel vor Augen. Trotzdem war ich echt froh, als ich wieder beim Auto war.

Schneeschuhgehen kann echt anstrengend sein!


Bergwinter: Feilalm und Feilkopf – Wo sind alle?

27. Januar 2015

Ich finde ja, die Gegend rund um den Achensee ist ideal fürs Schneeschuhgehen. Mir fallen spontan mindestens fünf Touren im Achental ein – trotzdem wird das Tal nicht sonderlich dahingehend vermarktet. Vielleicht ist das der Grund dafür, warum letzten Sonntag bei schönem – wenn auch nicht wolkenlosen – Sonnenschein zwar der Karwendeltäler-Parkplatz in Pertisau bis zum Platzen gefüllt war – es aber außer uns wohl kein Mensch auf den Feilkopf geschafft hat. Ich kann das nicht mit Sicherheit sagen, weil nach unserem Abstieg von der Feilalm gegen 14 Uhr natürlich noch jemand schnell zum Gipfel gesprintet sein kann. Vor uns war jedenfalls niemand – im frischen Schnee waren keine Spuren zu sehen…

From the Mists...Aufgestiegen sind wir zuerst über den Sommerweg, der enttäuschend wenig vom Schneefall des vergangenen Tages abbekommen hatte, so dass unsere Schneeschuhe erstmal auf dem Rucksack blieben. Trotzdem haben wir uns nicht recht getraut, auch die obere, exponiertere Hälfte über den Sommerweg zu gehen, sondern sind über den Fahrweg hinüber zur Feilalm gewandert. Hinter der Alm waren die Schneeschuhe dann aber doch noch sehr nützlich, denn hier oben lag durchaus eine ordentliche Menge Schnee auf dem Fahrweg.

Am Gipfel waren wir dann, wie gesagt, allein – mit den stimmungsvoll wechselnden Wolken, die immer wieder andere Teile der umliegenden Gipfel verhüllten und wieder freigaben. Wir sind aus dem Fotografieren kaum herausgekommen…

Gerntal View

An der Feilalm gab’s dann später Suppe – und eine Erklärung, warum so wenig los wäre: „Die Bergführer sagen, der Aufstieg wär den Leuten zu anstrengend.“ Okay, mag sein. Aber, ehrlich gesagt, ich streng mich lieber ein bisschen an und stehe dann in der Sonne mit Blick in Karwendel und auf den Achensee und die Kitzbüheler, als den ganzen Tag unten im flachen, aber schattigen und engen Falzthurntal rumzukrabbeln…


Bergwinter: Am Dreikönigstag zum Brennkopf

26. Januar 2015

Eigentlich wollte ich am Dreikönigstag von Sachrang zum Spitzstein. Aber auch wenn ich schon mit viel Verkehr auf den Straßen gerechnet hatte (der Skifahrer wegen), war ich doch geplättet, wie viele Autos um 9 Uhr schon auf dem Wanderparkplatz in Sachrang standen. Außerdem war es noch wolkig und kalt. Darum bin ich dann doch lieber noch eine knappe halbe Stunde weitergefahren bis Walchsee. Und ich war im Recht: Auf dem Weg vom Moarwirt zum Brennkopf war deutlich weniger los.

Insgesamt lag hier etwas weniger Schnee als am Neujahrstag in Lenggries, aber ich konnte trotzdem die Schneeschuhe praktisch sofort anziehen. Sogar im Wald unterhalb der Hitscheralm war die Schneedecke zumindest ausreichend für die Schneeschuhe; ab dort wechselten sich dann immer wieder Abschnitte mit ordentlich tiefem Schnee ab mit solchen, wo der Wind den Schnee so verblasen hatte, dass nur noch eine dünne, dafür umso härtere Schicht übrig geblieben war. Nur direkt am Gipfel musste man sich dann die Stellen suchen, auf die man noch treten konnte – hier hatte der Wind ganze Arbeit geleistet.

Zahmer Kaiser

Und der Wind war hier oben auch immer noch recht fleißig. Deswegen bin ich recht schnell wieder zur Alm abgestiegen und habe dort auf einer Bank, die gerade so aus dem Schnee herausragte, meine Rast eingelegt. Inzwischen: Sonne und Zahmer-Kaiser-Blick. So soll’s sein!