Ahornspitze – Ein kleines Jubiläum

10. November 2014

Südgipfel2001, in meinem ersten Jahr in Oberbayern, bin ich das erste Mal auf die Ahornspitze gestiegen. Ich war etwas größenwahnsinnig und bin damals den (heute nicht mehr beschilderten) Weg über die Popbergschneide gegangen.

2003 war ich das zweite Mal oben. Im Schneeregen sind wir zu dritt über den alten Normalweg hochgestiegen. Wäre ich alleine gewesen, wäre ich vermutlich umgedreht.

2005 waren wir nochmal oben, und diesmal schien tatsächlich die Sonne. Der alte Normalweg war inzwischen gesperrt und aufgegeben worden, und so ging es erstmals über den heutigen Normalweg rauf. Am Ende haben wir an der Edel-Hütte auf der falschen Seite gesessen und das heraufziehende Gewitter nicht bemerkt, aber wir mussten durch – letzte Talfahrt und so.

2008 habe ich meine Eltern – langjährige Zillertal-Fans – begleitet, als sie das erste Mal zum Gipfel aufgestiegen sind.

2014 war ich wieder oben. Einfach so. Es war der letzte Betriebstag der Seilbahn, und ich fand es faszinierend, dass man Mitte/Ende Oktober noch ohne Probleme auf 2970m aufsteigen konnte. Mein fünftes Mal!

Zillergrund

Was ich mit all dem sagen will: Ich mag diesen Berg.

Ja, er ist inzwischen sehr bekannt und liebt und daher an schönen Tagen durchaus überlaufen. Aber der Weg ist angenehm und gleichzeitig interessant, der Gipfelblick könnte kaum beeindruckender sein, und es ist ein… richtiger Berg. Diese Form, bei der ganz klar ist, wo „oben“ ist (auch wenn es am Ende zwei Gipfel gibt, jaja); zu der man später aus dem Tal hinaufblicken kann und ganz genau weiß, wo man war, wenn man sagt „da oben war ich“ – das hat was.

Nächstes Mal vielleicht wieder via Popbergschneid.


Kaserer Schartl & Frauenwand – Mehr Murmeltier fürs Geld

10. September 2014

SentryIch glaube, als ich das letzte Mal (am Rande) über den Weg vom Kaserer Schartl über die Frauenwand zum Tuxer Joch geschrieben habe, habe ich eine Sache etwas vernachlässigt: die Tatsache, dass man hier praktisch eine Murmeltiergarantie hat. Schon kurz hinter der Sommerbergalm hängen die ersten Murmeltiere rum, und dabei ist die ja nun dank der Zillertaler Gletscherbahnen nicht unbedingt ruhig gelegen. Und wenn man dann in das kleine Tal hinaufsteigt, dass zum Kaserer Schartl führt, dann steigt die Murmeltierdichte nochmal an. Nur in der Mitte, wo die Kühe weiden, ist es etwas weniger. Mögen sich Murmeltiere und Kühe vielleicht nicht so?

This WayVon den Murmeltieren abgesehen, ist dieser Rundweg natürlich eine hübsche – wenn auch etwas kleinere – Tour. Was ich aber empfehlen würde, auch wenn man sich den Kleinen Kaserer nicht zumuten möchte: Macht doch trotzdem mal vom Kaserer Schartl einen Abstecher in Richtung Geraer Hütte, und dann links hinauf über den kleinen Grasrücken bis dorthin, wo der Schotter beginnt. Da ist kein Mensch, und der Blick ist mindestens so schön wie von der Frauenwand – ein idealer Rastplatz also.

Aber natürlich sind wir trotzdem danach zur Frauenwand weitergegangen.
Tuxertal


Berliner Hütte – Die letzten 20 Minuten

31. August 2014

Das meiste, was man über den Weg zur Berliner Hütte aus dem Zamser Grund sagen kann, habe ich eigentlich vor zwei Jahren schon hier gesagt. Um es zusammenzufassen: Ja, es ist ein langer Fahrweg, aber es passiert landschaftlich erstaunlich oft etwas, so dass einem der Weg trotzdem nicht lästig wird. (Zumindest nicht im Aufstieg.)

Großer MöselerLetztes Mal hatte ich es allerdings nur bis zur Alpenrosenhütte geschafft. Diesmal haben wir dagegen auch die Berliner Hütte erreicht; es sind auch wirklich nur zwanzig Minuten mehr. Die ist schon imposant, allein von der großzügigen Architektur her. Und, klar, sie steht auch nur auch gut 2000m Seehöhe und ist fast bis zuletzt über einen – wenn auch im hinteren Teil abenteuerlichen – Fahrweg versorgbar. Aber dadurch, dass sie rein in Kilometern so fern der sonstigen Zivilisation und so nah an den Gletschern und alpinen Gipfeln der Zillertaler Alpen steht, wirkt sie total bizarr – fast wie ein Außenposten, ein Fort an der Grenze zur Wildnis.

Est. 1879Absolut empfehlen kann ich übrigens, einmal die etwas längere Variante zwischen Berliner Hütte und Alpenrosenhütte zu gehen, egal, ob im Auf- oder Abstieg. Dazu steigt man (im Aufstieg) in Richtung Schönbichler Horn auf der gegenüber liegenden Talseite auf und zweigt auf der alten Moräne des Waxeggkees nach links zur Berliner Hütte ab. Dadurch gibt es noch einmal einen völlig anderen Blick (unter anderem zur Zsigmondyspitze), und direkt unter der Berliner Hütte trifft man auf faszinierende Schliffböden, ganz glatte Felsplatten, über die man läuft.

Aufgefallen ist mir am Rande übrigens, dass der Parkplatzwächter in Breitlahner ganz selbstverständlich davon ausging, dass wir zur Berliner Hütte wollten. Offenbar ist es wirklich selten, dass Leute von Breitlahner aus zum Friesenberghaus gehen – so wie ich letztes Jahr

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz in Breitlahner aus geht es zunächst in gemächlicher Steigung durch den Zemmgrund bis zur Schwemmalm. Hier wird der Fahrweg nun etwas steiler und zieht sich mit gelegentlichen Serpentinen weiter hinauf zur Grawandhütte und zu den Almböden der Grawandalm. Hier wird der Fahrweg nun schmaler und zieht sich am Hang entlang bis zur Alpenrosenhütte. Hier der Hütte beginnt ein überwiegend mit großen steinernen Platten ausgebauter, leichter Pfad hinauf zur Berliner Hütte.

Sehr lohnend ist eine kleine Variante beim Abstieg: Zunächst über die Gletscherschliffplatten hinab in Richtung Schönbichler Horn, dann über eine kleine Nase hinauf, bis man auf den direkten Weg von der Alpenrosenhütte zum Schönbichler Horn trifft. Diesem folgt man wieder hinunter zur Hütte. Von dort geht es auf dem Anstiegsweg zurück.


Höhenbergnieder (Schwarzachscharte) – Im Reich der Schafe

29. September 2013

In der Scharte

Ich habe eine Regel, die lautet: „In den Bergen bist du nie so allein, wie du denkst“ – zumindest, solange man auf den offiziellen markierten Wanderwegen bleibt. Auch wenn man stundenlang weit und breit keinen Menschen sieht, am Ende kommt einem doch einer entgegen oder sitzt oben am Gipfel.

Das war am Höhenbergnieder anders, und das fand ich besonders merkwürdig, weil es nicht nur ein markierter Weg ist, der da hinaufführt. Dieser Weg wird sogar in den offiziellen Broschüren des Tourismusverbands (also der Zillertal Arena) erwähnt, was ja für viele bergigere Wege auch nicht selbstverständlich ist. Trotzdem war da oben außer mir kein Mensch. Einerseits ist das toll, andererseits auch ein bisschen gespenstisch. Vor allem, wenn ich allein unterwegs bin, finde ich es immer beruhigend zu wissen, dass zumindest noch irgendwelche anderen Menschen im Notfall in der Nähe wären.

Wobei, so ganz stimmt das auch nicht: Am Morgen beim Aufstieg bin ich durchaus Menschen begegnet – einer Handvoll Schäfer, die sich bemühten, ihre Schafe zu einer Herde zu machen und dann aus den Hochlagen hinab zu treiben. An Schafen herrscht im Schwarzachtal nämlich kein Mangel. Erst dachte ich, das wäre schon der Almabtrieb der Schafe, aber am Nachmittag habe ich sie dann nahe der Schwarzachalm uneingezäunt wiedergetroffen. Vielleicht waren sie im Laufe der Zeit nur zu weit hinauf „getrieben“.

Der Weg war eigentlich schön, aber anstrengend: Im unteren Teil, der lange im Schatten liegt, war es oft rutschig; am Ende geht es eine ganze Weile über große Felsblöcke, die teilweise überraschend kippeln. Ich würde behaupten, dass ich mich einigermaßen mit dem Gehen auf Blockwerk auskenne, und ich musste trotzdem das eine oder andere akrobatische Manöver durchführen.

Und dann stand ich am Ende des Tales (und zwar etwas weiter oben, als es auf der Karte aussieht) mit dem wunderschönen Blick in den Zillergrund und den Sundergrund und in die Zillertaler Alpen. Und auf die Höhenbergkaralm weit unter mir im Zillergrund, zu der aber von hier kein Weg hinabführt – und die überhaupt von der Außenwelt abgeschnitten scheint, keine Almstraße, keine Materialseilbahn… Das hat die gefühlte Abgeschiedenheit von der Welt noch zusätzlich verstärkt. Eine merkwürdige Stimmung, aber irgendwie sehr angenehm.

Im Gegensatz zur Darstellung in der Karte deuteten die Markierungen vor Ort darauf hin, dass der Weg noch zum Höhenbergkarkopf weitergegangen wäre; das habe ich mir dann aber gespart. Und stattdessen noch ein paar Minuten länger die Bergeinsamkeit genossen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Friesenberghaus – Der fünfte Weg

12. September 2013

Am Friesenbergsee

Es gibt fünf Wege, die zum Friesenberghaus führen: vom Schlegeis-Stausee; von der Olperer-Hütte; von Hintertux aus über die Friesenbergscharte; von der Gamshütte; und von Breitlahner.

Der Weg vom Schlegeis-Stausee wird vor allem von Tagesgästen genutzt, die Wege von den anderen Hütten sind vor allem Teil verschiedener Fernwanderwege. Der Zustieg von Breitlahner hingegen ist… ziemlich nutzlos. Ratet mal, welchen ich genommen habe.

Genau. Und es war toll. Von Breitlahner geht es zuerst recht unspektakulär durch den Wald hinauf, bis man wieder auf die Schlegeisstraße trifft, deren Tunnelstrecke man am anderen Hang dabei umgangen hat. Und dann geht’s so richtig ins Gebirge – erst noch steil durch den Wald, dann über die offenbar nicht mehr genutzten Almflächen der Wesendlkaralm, und zuletzt durch zunehmend felsdurchsetzte Wiesen, bis man kurz vor der Hütte auf den Berliner Höhenweg trifft. Dabei blickt man (wenn man sich umdreht) immer in den Zemmgrund, der mit zunehmender Höhe auch immer interessanter anzuschauen wird.

Warum dieser Zustieg allerdings vor Ort als „schwarz“ markiert ist, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Es ist ein ordentlicher Weg im steilen Gelände, aber wirklich ausgesetzt ist er nirgendwo, und die Hände braucht man echt nicht zu Hilfe nehmen.

Abgestiegen bin ich dann auf der ja auch ganz hübschen, aber natürlich weitaus weniger einsamen Strecke zum Schlegeisspeicher. Da gibt’s dann einen Bus.

Halten wir fest: Wenn man unnötig komplizierte, aber dafür wenig begangene Wege mag und/oder lange Aufstiege und kurze Abstiege – dann ist das eine tolle Tour. Oh, und wenn man auf Speckknödel mit Pfeffernote steht – eine ungewöhnliche, aber sehr leckere Variation am Friesenberghaus.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pfitscher Joch – Der weniger begangene Weg

10. August 2013

Am Wipptaler Höhenweg

… aber auch der weniger begangene Weg zum Pfitscher Joch ist kein wenig begangener. Das sollte ich gleich mal vorweg schicken. Eigentlich wollte ich auch gar nicht zum Pfitscher Joch, sondern zur Alpeiner Scharte. Aber nach als ich die Alpeiner Scharte nach dem ersten Aufstieg ins Unterschrammachkar sah, kam ganz schwer das Weichei in mir durch: Niemand sonst wollte da rauf; der Weg war nicht erkennbar; und in der steilen und offensichtlich gerölligen Scharte lag auch noch Schnee.

Also habe ich fix umdisponiert. Am Pfitscher Joch war ich schon öfter, aber noch nie über den Wipptaler Höhenweg. Der verläuft vom Unter- durchs Oberschrammachkar und trifft knapp unterhalb des Pfitscher Jochs wieder auf den „normalen“ Jochweg, der, wie ich dann im Abstieg festgestellt habe, inzwischen ein beliebter Mountainbike-Transalp-Korridor ist und auch – mehr oder weniger – Bike-tauglich ausgebaut worden ist.

Den Wipptaler Höhenweg fand ich ganz okay. Es geht halt sehr viel auf einer Höhe über oft große Platten am Hang entlang. Die Aussicht ist natürlich großartig, verändert sich aber im Laufe der Zeit eher wenig. (Und am schönsten ist eh das Unterschrammachkar. Ich hätte auch gleich dort ein paar Stunden rumhängen können.)

Am Pfitscher Joch bin ich noch ein Stück Richtung Rotbachlspitze gegangen, aber am Vorgipfel („Rote Wand“ auf einer meiner Karten) hab ich es gut sein lassen – da war ich schon über vier Stunden und 1000 Höhenmeter unterwegs. Machte aber nichts, ich war eh schon mal am Gipfel, und an der Roten Wand hat man auch schon einen tollen Blick. Und ein erstaunlich risikobereites Murmeltier hat mir bei meiner Rast Gesellschaft geleistet – zwar mit Sicherheitsabstand, aber völlig entspannt. Das hat man auch nicht oft.


Roßkopf (Wildgerlos) – Unerwartete Höhen

20. Oktober 2012

Die Zittauer Hütte in der Wildgerlos

Irgendwie hatte ich mir in den Kopf gesetzt, diesen Herbst unbedingt nochmal auf diesen einen Gipfel zu kommen – den Roßkopf ganz hinten im Wildgerlostal. Eigentlich sollte das auch kein Problem sein, denn obwohl die Tour relativ lang ist, sollte sie nicht sonderlich schwer sein. Allein die relativ ausgiebigen Schneefälle im September schienen mir einen Strich durch die Rechnung zu machen, denn dieser Roßkopf ist immerhin über 2800m hoch.

Aber zum Glück ist der Roßkopf auf der Webcam Königsleiten zu sehen, und so konnte ich mich über die Schneelage quasi kontinuierlich aus erster Hand informieren. Und siehe da, der Schnee ist tatsächlich doch noch einmal geschmolzen.

Und so ging es, sieben Jahre nachdem ich das letzte Mal auf der Zittauer Hütte war, wieder einmal durch das Wildgerlostal hinauf zur Hütte und zum Unteren Wildgerlossee – und diesmal weiter hinauf zum Oberen See und zum etwas unspektakulär anmutenden Gipfel.

Der schneeschmelzende Föhn hatte allerdings auch einen Nachteil: Der Blick zum nahen Hauptkamm war durch eine mächtige Föhnmauer getrübt, die ständig vor den Gipfeln vorbeidriftete. Aber dafür, dass ich die hohen Gipfel für diese Saison schon so gut wie abgeschrieben hatte, war es trotzdem absolut großartig!

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.