Ebner Joch – Mehr Föhn zum Schluss

15. Dezember 2014

Der Rofan
Ich hatte ein bisschen Probleme, eine Tour für den Saisonabschluss zu finden – mit dem Anspruch, den ich an die Schönheit der Tour legte, mit pragmatischen Dingen wie Wetter und Fahrtzeit, und zum Schluss auch noch mit dem Verkehr.

Am Ende kam das Ebner Joch dabei heraus. Dort war ich seit 2002 nicht mehr gewesen, und auch da nur von der Seilbahn aus statt von Eben. Überhaupt schien mir dies die ideale Zeit zu sein, absolute Nebensaison, Seilbahn außer Betrieb, Astenaualm geschlossen – es würde wenig los sein. (Es war ein bisschen was los, aber vermutlich ein Zehntel dessen, was hier im Hochsommer herumläuft.)

Und es war toll. Und total passend als Abschluss dieser Herbstsaison, wo es praktisch jedes Wochenende ordentliches bis sonniges Wetter gab, wenn man den Föhn aushielt. Denn genau so war es wieder – zum Glück kannte ich das ja inzwischen und hatte jede Menge Schichten und Jacken für die Gipfelrast dabei. Die meisten Leute sind schnell wieder aus dem Gipfelwind geflüchtet, und so saßen wir die meiste Zeit nur zu zweit oder zu dritt dort oben. Die Föhnmauer hing übrigens an den Zillertalern und sah ziemlich beeindruckend aus!

Im Abstieg habe ich dann den Umweg über die Kanzelkehre gemacht, der erstaunlich angenehm ist (nein, man muss nicht an der Straße entlanggehen) und weniger umständlich, als ich gedacht hätte. Blöd nur, dass ich kurz vor der Kanzelkehre dadurch mal wieder in Baumfällgebiet geraten bin; wieder mal war der Weg aus meiner Richtung gar nicht gesperrt, aus der anderen Richtung aber sogar mit „Lebensgefahr“-Warnung. Gut, dass hier samstags nicht gearbeitet wurde, und die einzige Konsequenz für mich das etwas mühsame Durchqueren von Astabfällen war…

As Evening FallsUnd mit dieser, der 54. Tour des Jahres, erkläre ich den Sommer bzw. Herbst 2014 für mich für beendet. Wir hören dann wieder voneinander, wenn/falls endlich genug Schnee fürs Schneeschuhgehen gefallen ist…

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz am Altenheim aus überquert man die Achenpass-Straße und geht zunächst kurz links auf einem Fahrweg bergan. Bald schon zweigt aber rechts ein Steig ab, dem man nun lange bergan durch den Wald folgt. Einen Abzweig zur Kanzelkehre lässt man links liegen und gelangt so schließlich zur Astenau-Alm.

Hinter der Alm beginnt ein guter Steig, der sich die meiste Zeit durch Latschenkiefern hindurch den Südhang hinaufzieht. Nach etwa zwei Dritteln hat man die Möglichkeit, eine (anstregende und steile) Abkürzung zu nehmen, was aber nicht nötig ist. Beide Wege vereinen sich bald wieder und führen gemeinsam zum Gipfel. Auf dem einfacheren Weg hat man zudem Gelegenheit zu einem Abstecher zum Kirchspitzkreuz, das etwas unmotiviert auf einem vorgelagerten Hügelchen steht.

Im Abstieg bietet es sich an, unterhalb der Astenaualm links zur Kanzelkehre abzuzweigen. Der Steig endet am Sendemast oberhalb der Straße; über den Zufahrtsweg geht es bis wenige Meter vor der Bundesstraße. Über den „Notburgasteig“, der immer einige Meter oberhalb der Straße verläuft, kommt man erstaunlich schnell und angenehm zurück nach Eben.


Bergwinter: ’s Küppal

26. Februar 2013

Die Alm im Winter 4.2

So steht’s auf der Landkarte. Warum dieser Berg als einziger auf der Karte einen Artikel bekommen hat, und warum dieser Artikel dann auch noch abgekürzt wird, erschließt sich mir nicht. Aber ich übernehme ihn einfach mal unkritisch, denn vielleicht hat sich ja doch irgendwer was dabei gedacht.

Auch diese Schneeschuhtour stammt wieder aus einem Buch – was lahm ist. Aber sie entpuppte sich als wirklich sehr schön und – zumindest an diesem wetterdurchwachsenen Sonntag – als erstaunlich einsam. Am Gipfel waren nur noch zwei Skitourengeher, und zwei weitere standen weiter unten ein bisschen planlos in der Gegend herum und wussten wohl nicht so recht, wo der Weg war. (Tipp: am Wegweiser oberhalb der Alm rechts in Richtung Steinernes Tor, und nicht hinauf zum Kögljoch.)

Wie gesagt, das Wetter war erstmal sehr winterlich-verschneit, aber im Abstieg (grr) lockerte es dann doch mal kurz auf und ermöglichte mir so einige fast schon schmerzhaft idyllische Fotos von der Köglalm zu machen. Immerhin. Der Gipfel wäre wahrscheinlich lohnender gewesen, wenn man ein bisschen mehr Sicht zum Rofan gehabt hätte. Aber immerhin kommt man im Winter überhaupt da rauf – im Sommer gibt es keinen Weg, und das Gelände sieht auch nicht aus, als wollte man da unbedingt weglos hochsteigen…


Rofan-Durchquerung – Einmal mitten durch

28. Oktober 2012

Zireiner See

Wenigstens einmal im Jahr versuche ich, nach Kramsach zu fahren und da den Sessellift zu benützen. Der steht seit Jahren immer wieder kurz vor der endgültigen Schließung, und das wäre wirklich schade – also unterstütze ich ihn auf diese Weise ein klitzekleines bisschen.

Diesmal hatte ich auch eigentlich nur von der Bergstation zum Zireiner See und vielleicht weglos zum Gipfel der Marchspitze wandern wollen. Aber als ich Marchgatterl stand, habe ich mich spontan umentschieden, weil mir das dann doch ein bisschen schwachbrüstig erschien.

Stattdessen bin ich den Schafsteig weiter hinauf geklettert und zur Rofanspitze, wo der Föhn leider so richtig zu Gange war und mich fast vom Gipfel geweht hätte. Blöd nur, dass ich beim Weiterweg über Sagzahn und Sonnwendjoch denselben Wind nun wirklich ständig im Gesicht gehabt hätte. Und über den Schafsteig zurück mochte ich auch nicht. Also habe ich mir flugs überlegt, doch mal wieder eine Rofan-Durchquerung zu machen, also bis zur Erfurter Hütte weiterzulaufen. Meine Talfahrt in Kramsach würde verfallen, aber was soll’s, das fällt dann eben extra unter „Sessellift-Unterstützung“. Und – dem Himmel sei gedankt für Smartphones – die Verkehrsverbindung von Maurach zurück nach Kramsach stellte sich schnell als ziemlich gut heraus. Also weiter!

Anstatt über die „Rofan-Autobahn“ zu gehen, habe ich dann aber noch den Abstecher zum Spieljoch gemacht – ein sehr schöner, erstaunlich einsamer Weg, für Rofan-Verhältnisse total unschwierig. Nur blies natürlich auch am Spieljoch-Gipfel der Wind wie wahnsinnig. Aber dafür war die Sicht ziemlich großartig, auch wenn ich’s nicht lange ganz oben ausgehalten habe; ich hatte schon fast Angst, dass mir der Wind die Kontaktlinsen aus dem Augen schwemmt.

Und eins noch, ganz im Ernst: ein großes Lob an das Tiroler Verkehrssystem! Ich hätte nicht gedacht, dass man so einfach und schnell an einem Sonntag (!) von Maurach nach Kramsach kommt.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Steinernes Tor – Wenn der Nebel sich verzieht

19. Oktober 2011

Herbst im Rofan

Dieser herbstliche Hochnebel sieht ja oft ganz nett aus, aber manchmal kann er auch wirklich nervig sein. Am Freitag hatte ich nochmal frei, und dieses Mal sollte es laut Wetterbericht aber wirklich, wirklich aufklaren. Na gut, auf ging’s also.

Das Wetter war dann eher so fluktuierend. Ich bin von Schwarzenau (bei Achenkirch) zum Steinernen Tor und zur Erfurter Hütte gegangen – den Abstecher auf die Hochiss, den ich halb ins Auge gefasst hatte, habe ich mir dann doch gespart. Gerade nordseitig lag nämlich doch noch/schon eine ganze Menge Schnee, wie ich zwischen den Nebelfetzen gelegentlich erblicken konnte. Und auf schneerutschig-stressiges Gehen hatte ich da keine Lust. Von Schwarzenau durch das (sehr hübsche) Hochtal über der Kotalm bis zum Steinernen Tor sind aber auch schon knapp 1000 Höhenmeter – insofern war ich aus „sportlicher“ Sicht eh schon ganz zufrieden.

Also bin ich hinter dem Steinernen Tor, das völlig im Nebel lag, nur noch zur Dalfazalm runter, um dann zur Seilbahn rüber zu spazieren. Und da riss tatsächlich innerhalb von Minuten alles auf, und Karwendel und Rofan und Kellerjoch lagen in typisch herbstlich-sonniger Manier vor mir. Versöhnlich.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pletzachkogel – Vermischte Signale

18. Juli 2011

Ludoialm

So, mal wieder ein bisschen aufholen: Letztes Wochenende ging’s endlich zum Pletzachkogel, was ich mir schon lange vorgenommen hatte. Leider war es unsäglich heiß, ich war relativ spät dran, und der Aufstieg beginnt unten im Inntal auf ca. 600 m Seehöhe. Aber dafür ging es wenigstens relativ lange Zeit durch den Wald, und die eine oder andere Wolke hat zwischendurch auch ein bisschen Schatten gespendet.

Der Anstieg durch den Wald auf einem breiten Pfad ist ganz nett; dann geht es kurz auf Fahrwegen über die Almen, und dann… stehe ich vor rot-weißem Flatterband. Und einem Elektrozaun ohne Durchgang. Hmm. Naja, ich lasse mich ja nicht so schnell entmutigen, also wurde der Zaun überwunden (das Flatterband ist eh kein Gegner), kurze Zeit später dann nochmal Elektrozaun. Grrr – und das alles trotz Wegweiser; es war ja nicht so, als wenn ich wild durch die Landschaft rennen würde.

Zum Schluss hin wurde es dann wieder netter: ein kleiner markierter Steig zum Gipfel (wo fast nichts los war) mit schönem Blick übers Inntal. Und dank des Kramsacher Sessellifts, dessen Mittelstation nicht allzu weit entfernt liegt, musste ich nicht mal alles wieder runterlaufen; für 5 Euro hab ich mir über die Hälfte des Abstiegs gespart.

Hey. Was soll das heißen, ich werde faul?

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Haidachstellwand – Rofanspitze

16. Oktober 2010

Nebel über Tirol

Halbwegs Glück gehabt: Am möglicherweise letzten schönen Wochenende der Saison ging’s nochmal mit mehreren Leuten ins Rofangebirge. Der Nachteil dabei war, dass die Gruppe sehr schnell zerfledderte und nie mehr so ganz richtig zusammenfand (jedenfalls nicht, bis wir alle wieder an der Erfurter Hütte waren).

Den Weg kannte ich schon – dachte ich zumindest. An der Haidachstellwand sind wir dann allerdings versehentlich ein winziges Stück Klettersteig gegangen, weil der für den Hund, den wir dabeihatten, einfacher aussah als der eigentlich Weg. Upps. Dafür war der Ausblick von oben wegen des Nebelmeers über dem Inn-, Ziller- und Alpbachtal besonders toll.

Wir sind dann (großteils) noch zur Rofanspitze weitergegangen, aber da war es erwartungsgemäß so voll, dass wir uns nicht lange aufgehalten haben, und dann ging’s über die „Autobahn“ zurück zur Erfurter Hütte.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pendling

27. Juli 2010

Thierseetal

Nur rasende Hunde und Engländer gehen angeblich zur Mittagshitze in die Sonne. Stimmt aber nicht – ich auch.

Jedenfalls war ich nach ausgiebigem Ausschlafen nach der schönen, aber langen Tour vom Vortag dann doch noch der Meinung, ich müsste mich sportlich betätigen. Das führte dann dazu, dass ich eine Weile die Karte studiert habe, was denn jetzt noch gehe, wodurch es natürlich nur immer noch später wurde. Und am Ende stand ich dann in Hinterthiersee auf dem Parkplatz, und es war heiß wie sonstwas.

Aber das hielt mich nicht auf, und auch die Tatsache, dass mir die meisten Leute schon wieder entgegenkamen, hat mich nicht weiter irritiert – so war oben wenigstens nicht mehr so viel los. Und wie ich höre, kann am Pendling jede Menge lossein…

Ich empfehle jedenfalls, über die Kala-Alm aufzusteigen und über den „Normalweg“ hinab – und den Fahrweg gleich mal sowieso links liegen zu lassen. So hat man noch die maximal erreichbare Bergwald-Einsamkeit. Im Wald (gut für die Hitzevermeidung, schlechter fürs Fotografieren) ist man allerdings auf beiden Strecken.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Köglalm

5. November 2009

Achenseeherbst

Wie viele „letzte Touren des Jahres“ werde ich wohl noch machen…? Das Wetter war am Sonntag überraschenderweise so toll, dass ich im Laufe des Morgens ganz unruhig wurde. Also bin ich nochmal schnell zum Achensee und kurz zur Köglalm rauf. Das ist eigentlich immer ein schöner Weg, besonders aber im Herbst, weil hier doch einige Laubbäume stehen, die den Wegesrand hübsch einfärben.

Eigentlich wollte ich dann noch weiter am Kuppal vorbei zur Kotalm, aber: Ganz oben lang doch noch Schnee; tagelang war kein Mensch hier durch den Schnee gegangen; und ich erinnerte mich daran, dass der Weg auch ohne Schnee nicht ganz unproblematisch zu erkennen ist.

Also habe ich mich lieber an der Köglalm in die Sonne gesetzt und das Panorama bewundert. Und dann bin ich nach Achenkirch abgestiegen, was einen etwas weniger spannenden Rückweg entlang der Seepromenade erforderlich macht. Aber was tut man nicht alles der Vielfalt wegen…


Zöhreralm

4. Oktober 2009

Unnutz über Wald

Okay, man stelle sich vor, in Deutschland ist Nationalfeiertag, und es ist schönes Wetter. Man stelle sich weiterhin vor, man hätte ziemlich lange geschlafen, wollte aber angesichts der wirklich großartigen Wetters doch noch kurz in die Berge.

Man stellt schnell fest: Genauso geht es ganz Oberbayern.

Plant eigentlich niemand seine Feiertagsausflüge im Voraus? Weil: Mit einem kilometerlangen Stau vor der Mautstelle bei Hinterriß hatte ich um 12 Uhr eigentlich nicht gerechnet. Da war natürlich klar, dass der kleine Plumsjochparkplatz voll sein würde. Drum bin ich gleich mal umgekehrt – und prompt in den österreichische Sirenentest geraten. Wieder was gelernt: Auch Hinterriß hat eine eigene Warnsirene.

Okay, Plan B: Am Achensee gibt es diese schöne Almwanderung, die auch noch recht schnell geht, und wo man mittendrin – am Zirmjoch – diesen schönen Blick in die Brandenberg Alpen hat. Auf dem Parkplatz ist tatsächlich auch noch jede Menge Platz. Aber hier braucht man Münzen für den Parkautomaten. Ich habe nichts gegen Parkraumbewirtschaftung, auch nicht in den Bergen, wirklich nicht. Aber kann man die Dinger bitte so ausstatten, dass sie auch Scheine nehmen oder EC-Karten oder Geldkarten oder Kreditkarten oder Handy-Cash oder… PayPal… was weiß ich.

Inzwischen ist es 14 Uhr durch… also Plan C: Einmal rauf zur Zöhreralm und wieder runter. 400 Höhenmeter, keine zwei Stunden dauert das Ganze, es ist mehr ein Bergspaziergang als eine Bergtour. Aber: selber schuld. Mehrfach. Also lieber nicht beklagen, sondern sich einfach am herbstlichen Panorama erfreuen…


Kreuzeinalm – Roßkogel

24. August 2009

Zireiner See

Die Sache mit Kramsach ist die: Früher gab es da mal ein kleines Skigebiet im Inntal, das aber vor einigen Jahren aufgegeben wurde. Übrig geblieben sind zwei Schlepplifte für Anfänger im Tal, und ein alter Einersessellift in zwei Sektionen, der nur noch im Sommer in Betrieb ist. Der führt auf die „andere“ Seite des Rofans hinauf, also die, wo man von der Rofanseilbahn in Maurach so weit weg ist, wie es nur geht.

Der Lift ist nostalgisch und die Landschaft schön; allein, es gibt nicht so wahnsinnig viele sinnvolle Wege zu begehen. Diesmal habe ich eine neue Variante ausprobiert, die mich quasi „hintenrum“ zum Zireiner See bringen sollte (der Zireiner See ist definitiv der Kramsacher USP). Das hat auch ganz gut geklappt, und am Ende stand ich auch wieder auf dem Roßkogel, auf dem man eigentlich am Ende immer steht, wenn man in Kramsach ist.

Der Weg selbst war allerdings ein bisschen abenteuerlich. Im Wegweiser-Aufstellen sind sie groß in dieser Gegend, aber das bedeutet nicht, dass man auch wirklich erkennbare Pfade in der Richtung der Wegweiser finden würde. Der Weg zur Kreuzeinalm entpuppte sich als sporadisch markierter Kuhpfad und war dementsprechend… ähm… rutschig. Zwischen Roßkogelsattel und Zireiner See war ein Sumpfgebiet zu durchqueren, in dem ich mir zumindest ein paar Bohlen gewünscht hätte.

Dafür sah ich dann bei der Talfahrt, dass sie Teile des Wegs zwischen Mittel- und Bergstation sogar neu aufgekiest haben. Etwas merkwürdige Prioritäten…