Vorderer Drachenkopf – Hoch und klein

19. Oktober 2014

Wer Fels mag, der wird den Vorderen Drachenkopf lieben. Nicht so sehr, weil furchtbar viel geklettert werden muss – obwohl das letzte Stück zum Gipfel hinauf durchaus die Hände gebraucht werden. Vielmehr ist es so, dass der Vordere Drachenkopf an drei Seiten umzingelt ist von noch höheren Bergen, so dass man auf unheimlich viel Fels blickt. Ein weiterer Teil des Gipfelpanoramas: die Südhänge des Zugspitzmassivs, die eben auch nicht für ihre Lieblichkeit bekannt sind. Also: sehr ruppiger Hintergrund.

Gleichzeitig guckt man von hoch oben aber auch runter auf den Seebensee und den Drachensee, und dann kommt einem der Gipfel gar nicht mehr so klein vor. Ein sehr spezielles Gipfelgefühl!

Tajaköpfe & DrachenseeÜberrascht war ich aber vor allem davon, wie wenige Leute auf diesem Gipfel waren. Die Gegend um den Seebensee und die Coburger Hütte herum ist nicht eben für ihre Bergeinsamkeit bekannt, aber hier waren nur eine Handvoll Leute unterwegs. Wem also – wie mir – die Sonnenspitze ein bisschen zu anstrengend erscheint, der ist hier wirklich gut aufgehoben.

Nur, als ich dann zur Coburger Hütte zurückkam, war ich etwas überfordert von den Menschenmassen. Aber das war’s allemal wert.

 


 

 

Strecke: Von der Ehrwalder Alm geht es zunächst über den Fahrweg nach Osten, um ein tief eingeschnittenes Bachtal zu umgehen. In zwei Kehren geht es auf einen Bergrücken hinauf, auf dessen anderer Seite kurz wieder hinunter, bis man unterhalb der eigentlichen Mieminger Kette steht. Hier zweigt ein Pfad nach links ab, mit dem man den Fahrweg zur Seebenalm durch den Wald umgehen kann. Die Alm lässt man dann nach einiger Zeit rechts liegen und wandert auf dem Fahrweg bzw. zuletzt auf einer Abkürzung weiter zum Seebensee. Dort folgt man dem Fahrweg am Ufer entlang und danach dem gut ausgebauten Steig hinauf zur Coburger Hütte.

Von der Hütte führt der Weg nach rechts kurz in Richtung Biberwierer Scharte; bald zweigt aber schon der Aufstiegsweg zum Gipfel nach links ab. Er führt zunächst durch die Wiesen, bald aber schon über größere Felsblöcke, und schließlich am Rande eines größeren Geröllfelds (rechts halten und auf die Markierungen achten!) in eine Scharte.

Hier beginnt der Gipfelaufstieg, der fast durchgehend den Einsatz der Hände verlangt und bisweilen luftig wirkt, aber nur an wenigen Stellen wirklich ausgesetzt ist.

Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg.


Hohe Munde – Fremdgesteuert, aber glücklich

13. September 2014

Letztes Jahr wurde ich quasi „herausgefordert“, auf die Hohe Munde zu steigen. Ich unterhielt mich mit einem Kollegen übers Bergwandern, und um mein „Level“ zu schätzen, fragte er mich, ob ich schon mal auf der Hohen Munde gewesen sei (er kannte sich in der Gegend am besten aus). Ich musste das verneinen – aber wer mich kennt, weiß, dass das nun nicht allzu lange so würde bleiben können.

Ostgipfel IILetztes Jahr habe ich es trotzdem irgendwie nicht mehr geschafft. Die mindestens zu bewältigenden 1300 Höhenmeter bis zum Ostgipfel erschienen mir arg viel, und dann machte das Wetter ja auch nicht immer das, was es machen sollte. Gut, dieses Jahr war es mit dem Wetter noch schlimmer, aber zumindest hatte ich mir mit meiner vergleichweise epischen Kaisertal-Runde schon bewiesen, dass ich fit genug war. Und als ich dann noch las, dass irgendwelche Lawinenbauten (von denen ich bis dahin noch nichts gehört hatte) jetzt fertig waren und alle Wege wieder uneingeschränkt begehbar – da war kein Halten mehr.

From the Mists...Tatsächlich war das Wetter Sommer-2014-typisch gemischt: morgens war es noch schwer bewölkt mit Hochnebel (wie geplant), und als ich mich der Rauth-Hütte näherte, find es leise an, ein paar Tropfen zu regnen (nicht geplant!). Und auch als ich kurze Zeit später durch die Nebelschicht stieß, fand ich nur ziemlich viele weiter Wolken weiter oben am Himmel vor. Das erwies sich aber als ganz hilfreich, denn ich weiß nicht, ob ich den langen, exponierten Anstieg durch die Latschen und später über den Fels wirklich geschafft hätte, wenn bei 20° die Sonne gebrannt hätte. Und es hörte auch schon bald zu regnen auf, und der Fels war schnell wieder trocken. So ging es dann ganz gut voran, und nach gut drei Stunden war ich am Ostgipfel. Der ist zwar ziemlich vollgebaut mit Lawinenschutz und einer Funkstation, aber er ist so breit und ausladend – fast schon eine Hochfläche -, dass man mit ein bisschen Hin- und Herbewegen des Rastplatzes trotzdem tolle Blicke ins Gaistal und ins Inntal und ins Karwendel hat!

Vor dem Weiterweg zum höheren Westgipfel bin ich dann aber doch zurückgescheut, weil das Wetter nicht ganz astrein war – und auch um ehrlich zu sein, weil ich fand, dass ich genug geleistet hatte.
The Big Picture: Zugspitze/Gaistal

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz geht es über einen Forstweg nach Norden (Beschilderung „Rauthhütte“), dann nach links auf einen weiteren Forstweg. Bald wird es merklich steiler, bevor man schließlich die Rauthhütte erreicht.

Hinter der Hütte geht es zunächst noch kurz auf einem Fahrweg weiter hinauf, bevor dieser in einen Steig mündet, der sich nun zunächst durch Latschenkiefern, später dann über Gras und zunehmend steinige, bisweilen geröllige Hänge hinaufzieht. Schließlich wird das Gelände flacher und man wandert nur noch mit wenig Höhengewinn zum Ostgipfel.

Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg.


Tajatörl – Schnee rauf, Schnee runter

21. Juni 2013

Seebensee

Es ist aber auch ein Kreuz mit dem Sommer dieses Jahr. Das musste ich auch am letzten Wochenende wieder erleben.

Mein Ziel am letzten Sonntag: das Tajatörl. Trotz meiner momentan ja bekannterweise nur mäßigen Kondition wäre ich fast schon den Immensteig von Ehrwald raufgestiegen, aber in letzter Sekunde siegte doch die Vernunft über den Größenwahn. Also bin ich mit der Seilbahn zur Ehrwalder Alm gefahren. Das war auch gut so, denn der Weg durchs Brendlkar erwies sich als noch arg verschneit, was ordentlich Kraft kostete. Ob ich nach dem Immensteig noch oben angekommen wäre, wage ich nicht zu beurteilen… Und ich habe auch elend lang gebraucht bis zum Tajatörl, denn ich war der erste, der an dem Tag dort hoch stieg, und die Spuren der Vortage waren mehr oder weniger weggeschmolzen. Den Weg zu finden, war also nicht so ganz einfach.

Der Vorteil hingegen war, das auf den etwas sanfteren Hängen hinunter zur Coburger Hütte auch noch Schnee lag, über den man hervorragend absteigen/-rutschen/-fahren konnte. So verkürzte sich der Abstieg bis zur Hütte auf vielleicht 20 Minuten.

Bisher bin ich immer in der umgekehrten Richtung durchs Tajatörl gegangen, aber ich muss sagen: So herum ist es eigentlich sinnvoller, denn: So hat man die Speckknödelsuppe auf der Hütte zur Belohnung nach der Überschreitung, und zum Ende der Tour hin kann man noch ein bisschen am Seebensee rumhängen. (Das Reinspringen habe ich mir allerdings verkniffen.)


Immensteig – Coburger Hütte

29. Juni 2010

Zugspitzfragment

So… ein kurzer Nachtrag der Vollständigkeit halber. Zu acht (!) waren wir am Wochenende in der Mieminger Kette unterwegs – naja, also: über den Immensteig zum Seebensee und zur Coburger Hütte und dann zur Ehrwalder Alm. Der Weg ist natürlich absoluter Standard, und das Spannendste kommt auch noch gleich am Anfang. Erstaunt war ich allerdings darüber, wie toll der mittelgroße Hund, den wir dabei hatten, den Immensteig heraufgekommen ist. Man sollte nie den Vorteil unerschätzen, mit vier Beinen zu balancieren statt nur mit zweien…

An der Coburger Hütte habe ich dann ein paarmal mit einer gewissen Sehnsucht aufs Tajatörl geguckt, aber nach dem Immensteig waren die zusätzlichen 340 Höhenmeter in Auf- und Abstieg nicht mehr drin – es wäre zeitlich einfach zu eng geworden.

Nun ja – kein Höhepunkt des Alpinismus, aber ein netter Tag mit netten Menschen in hübscher Landschaft.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Schachtkopf – Marienbergjoch

14. Juni 2009

’s Bergle

Heute wollte ich vor allen Dingen meine neuen Bergschuhe einlaufen und dachte daher an eine nicht ganz so lange, abkürzbare, unspektakuläre Tour – nur für den Fall, dass sich die Schuhe als doch nicht so toll herausstellen würden. Am Ende bin ich dabei aufs Marienbergjoch gekommen.

Von Biberwier aus kann man sehr schön durch den Wald über den Knappensteig hochlaufen, der hat jede Menge durchaus interessante Informationstafeln über den früheren Bergbau am Marienberg und ist auch sonst ganz nett. Es gibt zwischendurch sogar einen kleinen Gipfel, den Schachtkopf (ja, genau danach benannt, was man denken würde).

Bis zum Marienbergjoch bin ich gekommen, daber den geplanten Weiterweg habe ich seinlassen. Die Schuhe sind toll, aber die Kondition könnte besser sein…!


Seebensee (Immensteig)

7. Juni 2009

Am Seebensee

Mann, Mann, ich gerate hier wirklich langsam in Rückstand!

Also, letzte Woche ging es mal kurz zum Seebensee hoch. Weil das Wetter nur so halb-schön war, habe ich mich ungefähr fünfmal umentschieden, wo ich hingehen wollte und habe mich am Ende für die „sichere“ Variante zum Seebensee entschieden.

Der Immensteig war inzwischen komplett schneefrei – ist ja auch eher weit unten, aber immerhin perfekter Nordhang – aber dafür lag ein einer eher unpraktischen Stelle ein Baumstamm im Weg. Naja, ging aber trotzdem.

Der Seebensee war hübsch anzusehen wie immer, auch wenn es auf Mittag hin doch arg belebt wurde. Es waren wohl auch noch andere Leute als ich zu dem Schluss gekommen, dass „mal kurz zum Seebensee“ immer geht…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Igelscharte

26. Juli 2008

Tajaköpfe

… behaupte ich jetzt einfach mal; ich bin mir nichtmal sicher, ob das Joch, das ich heute besucht habe, wirklich Igelscharte heißt. Würde aber Sinn ergeben. Es ist jedenfalls das Joch zwischen dem Igelskar und dem Brendlkar südlich der Ehrwalder Alm, und eigentlich verläuft auch kein Weg (mehr) darüber.

Auf der Ostseite ist der Weg aber noch sehr gut, bis zur Breitenkopfhütte zwar weder markiert noch ausgeschildert, aber gut erkennbar. Danach ist er bis zum Joch sogar noch verwaschen markiert. Danach allerdings… weglos ein endloses steiles Geröllfeld queren oder weglos ein kurzes steiles Geröllfeld runterrutschen? Hm. Ich habe mich für Letzteres entschieden und wurde mit einer Security-Murmeltier-Sichtung belohnt — hoch nervös, hat ständig gepfiffen, sich aber selbst nicht davon gemacht, egal, wie nah ich kam.