Wann öffnet die Seilbahn? (2016)

24. April 2016

Wenn ich im Frühjahr hauptsächlich Kondition bolzen will, suche ich mir gern Strecken, bei denen ich mit der Seilbahn runterfahren kann. Allerdings haben noch längst nicht wieder alle Seilbahnen offen. Deswegen habe ich etwas recherchiert, und dann dachte ich mir: Warum soll das jeder für sich machen? Also teile ich hier meine Erkenntnisse mit euch. Stand ist der 24. April 2016, alle Angaben sind ohne Gewähr.

Schon offen:
Buchenberg
Tegelberg
Kolbensattel
Eckbauer
Herzogstand
Blomberg
Hocheck (am Wochenende)
Kampenwand
Hochries

29.4.:
Breitenberg
Hochkössen

30.4.:
Hörnle
Laber
Wank
Brauneck
Wallberg
Rofan
Taubenstein
Hochfelln

1.5.:
Wendelstein-Seilbahn
Kaiserlift Kufstein
Hochplatte Marquartstein
Rauschberg

7.5.:
Karwendelbahn Pertisau

13.5.:
Kreuzeck
Ehrwalder Alm
Lermoos
Biberwier

14.5.:
Hocheck (ganze Woche)
Wilder Kaiser/Brixental (alle Bahnen außer Going)

26.5.:
Alpspitze

4.6.:
Steinplatte

„Mitte Juni“:
Stümpfling
Sutten

2.7.:
Going

Advertisements

Macht’s gut und danke für die Klicks!

1. August 2015

Sundown

Einen Bergsommer gibt es in den Alpen seit zirka 30 Millionen Jahren, seit ungefähr 15.000 Jahren nehmen Menschen ihn wahr, und seit vielleicht 200 Jahren genießen sie ihn.

bergsommer gibt es seit dem April 2004. Das kann natürlich mit seinem Namensgeber nicht mithalten. Aber in Internet-Jahren ist das trotzdem, äh, steinalt. Als bergsommer das erste Mal live ging, gab es noch kein Twitter oder YouTube. Facebook war zwei Monate alt und nur Studenten von vier Universitäten vorbehalten. Flickr war brandneu.

Und es gab kaum etwas über Bergtouren zu finden. Ich glaube, roBerge existierte schon und kraxl.de und auch steinmandl.de, aber ansonsten waren die Berg-Informationen im Internet dünn gesät. Heute gibt es zu jeder noch so obskuren Tour ein Dutzend Beschreibungen, bei den beliebten Klassikern wird es völlig unüberschaubar.

bergsommer wird heute einfach nicht mehr gebraucht.

Und das trifft sich, denn ich habe auch nicht mehr die ganz große Lust darauf. Die Website hatte im Laufe der Jahre drei Relaunches, die ich ganz old-school immer von Hand geschrieben habe. An die 200 Touren habe ich dort beschrieben, bebildert, beurteilt. Dazu kommen seit 2008 knapp 330 Blog-Einträge. Das alles hat mir zu der Zeit wahnsinnig Spaß gemacht, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr viel Neues zum Thema beizusteuern habe. Oder jedenfalls: nichts mehr, das die Zeit und den Aufwand wert wäre.

Darum habe ich mich entschieden: bergsommer wird (weitgehend) beendet.

Das heißt konkret:

  • Die Website bergsommer.itsmyplanet.info wird nicht mehr aktualisiert. Alte Inhalte bleiben erstmal abrufbar.
  • Die Facebook-Seite wird demnächst gelöscht.
  • Dieses Blog wird nicht mehr aktualisiert. (Ist eh schon seit Monaten so.) Oder, um genau zu sein: Es wird nicht mehr regelmäßig aktualisiert. Sollte ich in Zukunft irgendwann ein akutes Mitteilungsbedürfnis haben, kann hier schon noch was dazukommen.
  • Der Twitter-Account bleibt, aber vor allem für „Warnmeldungen“ zu Wegsperren oder Schneeblockaden, auf die ich treffe.
  • Der Foto-Stream bei Flickr bleibt! Hier könnt ihr mir weiterhin zugucken, wenn ihr mögt.

Ich danke allen, die bis hierhin gelesen haben und/oder über die Jahre bergsommer genutzt haben.

Macht’s gut!


Elf Fragen, elf Antworten

18. April 2015

LAwardSo… ich bin von mehr-berge.de „nominiert“ worden, seine elf Fragen im Rahmen des „Liebster Award“ zu beantworten. Das freut mich total. Sowas ist mir noch nie passiert (muss an meiner spröden westfälisch-lippischen Natur liegen).

Und ich meine, wegen der momentanen Übergangsjahreszeit passiert hier im Blog ja sowieso nicht so viel anderes. Also, auf geht’s:

Wie bist du eigentlich dazu gekommen, einen Blog zu schreiben?
Okay, ich hole mal ein bisschen aus. Im Studium musste ich HTML lernen. Das wollte ich dann auch anwenden, also hatte ich eine Website (zuerst noch bei GeoCities; jaha, ich bin alt) übers Skifahren. Nach dem Studium bin ich in Richtung München gezogen und war auch im Sommer ständig in den Bergen. Dadurch hatte ich ziemlich viel Content für eine neue Website übers Bergwandern. Die verhält sich allerdings mehr wie ein gedruckter Wanderführer. Um dem eine aktuellere und mehr Erlebnis-orientierte Komponente hinzuzufügen, habe ich dann das Bergsommer-Blog gestartet. (Ich hatte zwischendurch auch noch andere Blogs, aber die werden nicht mehr gefüttert.)

Wo warst du zuletzt unterwegs?
Zuletzt wollte ich von Walchsee zur Priener Hütte. Die letzten 500m waren allerdings noch so tief verschneit, dass ich so kurz vorm Ziel doch abbrechen musste. Weil das so unspektakulär war, habe ich nicht mal darüber gebloggt.

Und wo geht’s als nächstes hin?
Das Dumme an München ist, dass es nördlich der Alpen liegt. Das heißt, wenn man im Frühjahr einen Südhang sucht, muss man erstmal um einen Berg drumrum fahren. Das werde ich sicher als nächstes machen – aber welcher Südhang es dann wird, weiß ich noch nicht.

Was hat dich schon einmal an deine persönlichen Grenzen gebracht und wie ging’s weiter?
Ja, und ich war großteils selbst schuld daran – zu spät aufgestanden, obwohl eine letzte Talfahrt erwischt werden musste; nicht rechtzeitig umgedreht; und Karte nicht ordentlich gelesen. Ich wollte vom Glungezer zum Rosenjoch gehen und dann völlig unrealistisch zurück zur Mittelstation der Sesselbahn. Am Ende musste ich 2000 Hm ins Voldertal absteigen, und aus falschem Stolz habe ich niemanden von den besser ausgestatten Wanderern um mich rum um Wasser gebeten. Am Ende war ich zum ersten mal in meinem Leben wirklich spürbar dehydriert.

Was ist denn die längste Tour, die du bisher gemacht hast?
Vermutlich diese Tour am Glungezer. Aber ich habe auch die Blauberge-Überschreitung, die oft als Zwei-Tages-Tour angepriesen wird, an einem Tag gemacht (20 km und 1250 Höhenmeter). Fast genauso lang: Vom Zillergründl-Speicher zum Heilig-Geist-Jöchl und über die Zittauer Hütte zurück.

Was sind für dich Gründe, eine Reise oder Tour abzubrechen?
Wie gesagt, 500m Strecke in kniehohem Schnee. Aber ich bin insgesamt total „vernünftig“. Auf meinen ca. 400 Touren bin ich im Gelände bisher nur zweimal vom Gewitter überrascht worden. Aber ich bin so ein Planungsfreak, dass ich meist schon vorher die Tour absage oder umplane, so dass ein Abbruch im eigentlichen Sinn nicht nötig wird.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Handgepäck und normalem Gepäck?
Beim Fliegen? Ich fliege so wenig wie möglich (aus ökologischen Gründen und weil ich fliegen so unglaublich langweilig finde). Aber wenn es mal sein muss, versuche ich tatsächlich, mit Handgepäck auszukommen.

Wieviel wiegt dein Gepäck für eine Wochenendtour und was würdest du als nächstes mit einer leichteren Version ersetzen?
Keine Ahnung. Mein Tagesrucksack hat 24 Liter und ist meist ziemlich voll. Wenn’s über zwei Tage geht, muss trotzdem alles reinpassen.

Und: Welche drei Dinge dürfen in deinem Gepäck auf keinen Fall fehlen?
Mein Erste-Hilfe-Kit einschließlich Wärmedecke ist immer dabei, auch wenn ich es bisher noch nie wirklich gebraucht habe. Außerdem würde ich mir total nackt vorkommen, wenn ich ohne Karte losginge (sei es auf Papier oder auf dem GPS oder am Telefon). Und ihr kennt Stardoug, richtig?

Wo trifft man dich, wenn du nicht gerade auf Tour bist?
Ich verstehe die Frage nicht. 😉

Was ist für dich die Faszination an den Bergen und am Bergwandern/Bergsteigen/Klettern?
Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Ich glaube, es ist alles Mögliche – der Sport; die offenkundige Schönheit der Berge; Erinnerungen an schöne (Urlaubs-)Erlebnisse in der Kindheit; die quasi-meditative Ruhe, wenn man allein geht, und das Gemeinschaftserlebnis in der Gruppe. Aber ich liebe auch Landkarten und Geländeformen und kann ewig lang auf einen Fluß gucken und mich fragen, warum er gerade da fließt, wo er fließt, oder auf eine Straße und überlegen, ob man die nicht auch woanders hätte bauen können. Das kann man von so weit oben natürlich besonders gut machen. Und bei Bergen „passiert“ auf der Karte einfach mehr als im Flachen. Okay, und irgendwann verselbständigt sich das dann auch: Ich bin jetzt ein Berg-Experte für meine Freunde, und wer ist nicht gern Experte für irgendwas?

So… und jetzt soll ich eigentlich selbst elf Fragen formulieren und mehrere Leute nominieren. Ich glaube aber, den Teil hebe ich für einen zukünftigen Eintrag auf. Für heute habe ich alles gegeben…


10 Tipps für den perfekten Sonnenuntergang in den Bergen

14. September 2014

Die Tage werden kürzer, der Herbst kündigt sich an: große Touren zu hohen, anspruchsvollen Gipfeln werden zu dieser Jahreszeit unwahrscheinlicher. Aber dafür bietet sich zunehmend die stilvolle Alternative an: eine Sonnenuntergangs-Tour!

Im Hochsommer ist das unpraktisch, weil man bis in die Nacht unterwegs wäre. Im Winter ist das Gefahrenpotenzial (Schnee plus Dunkelheit plus Kälte) erhöht. Aber zwischen Mitte September und Mitte November können Sonnenuntergangstouren so richtig Spaß machen. Am 1. Oktober geht die Sonne in Kufstein um 18:50 Uhr unter; damit lässt sich doch arbeiten.

Und dass Sonnenuntergänge im Gebirge sich lohnen, steht wohl außer Zweifel, oder?

That's All Folks

Eben. Daher kommen hier ein paar Tipps für die Tourenfindung und -durchführung. Schließlich müsst ihr nicht dieselben Fehler machen wie ich, wenn es sich doch vermeiden lässt. Doch vorab: Es gibt Leute, die sind harte Hunde. Die laufen bei Vollmond auch barfuß durch die Gegend und orientieren sich am Firmament. Solche Leute werden über die folgenden Tipps nur lachen, aber für die sind sie auch nicht gedacht – sondern für Durchschnittswanderer, die ein kleines bisschen aus ihrer Komfortzone heraustreten wollen.

Zur Tourenplanung:

  • Für gewöhnlich will man eine Tour, die nicht allzu lang ist. So schön der Sonnenuntergang nämlich auch ist – der Abstieg im Dunkeln ist entweder anstrengend (auf Steigen und Pfaden) oder langweilig (auf Fahrwegen). Und schließlich will man irgendwann auch wieder zuhause sein und gemütlich im Bett liegen.
  • Apropos Fahrwege: Sie bieten sich für den Abstieg im Dunklen an. Schmale Steige dauern im Dunklen weitaus länger als bei Tageslicht. Zumindest am Anfang ist es eine gute Idee, ihren Anteil am Abstieg klein zu halten.
  • Woran man wenig denkt: Man muss nicht nur wissen, wann die Sonne untergeht, sondern auch wo. Im September trifft sie viel weiter südlich auf den Horizont als im Dezember. Die einzige Website, die diese Informationen anbietet, ist meines Wissens http://www.datum-und-uhrzeit.de. Darum empfehle ich sie definitiv für die Tourenplanung, auch wenn sie ein bisschen unhandlich in der Bedienung ist und immer in Berlin losgehen will. (Und, Achtung, bei den Zeitangaben so tut, als gebe es keine Sommerzeit!)
  • Sucht euch ein Ziel aus, das in Richtung des Sonnenuntergangs hübsche Berge hat; dort werdet ihr die ganze Zeit hingucken.
  • Bedenkt auch, wie weit die nächsten Berge in (plus-minus) westlicher Richtung von eurem Ziel entfernt sind und wie hoch sie sind. Der Sonnenuntergang wird für den gedachten Horizont auf Talhöhe berechnet. Dash heißt, dass er früher stattfindet, wenn Berge im Weg stehen. Im Extremfall (nahe Berge, die höher sind als der eigene Standpunkt) kann das dazu führen, dass man gar keinen richtigen Sonnenuntergang sieht, sondern einfach nur plötzlich im Schatten steht.
  • Wolken sind der Feind. Aber andererseits können hohe Wolken, die nicht ganz bis zum Horizont reichen, auch besonders reizvolle Sonnenuntergänge hervorbringen. Bevor man die Tour enttäuscht absagt oder abbricht, also erstmal genau den Himmel beobachten.

A Wider View

So, habt ihr eure Tour gefunden? Dann kann es ja losgehen! Aber:

  • Brecht rechtzeitig auf! Im Gegensatz zu einer „normalen“ Tour gibt es hier ein zeitliches Ziel, das es zu erreichen gilt. Vor allem, wenn der Aufstieg über Osthänge führt, bekommt man vom Sonnenuntergang nichts mit, bis man am Gipfel steht. Aber auch in anderen Hanglagen sollte man bedenken, dass es vermutlich meistens durch den Wald geht. In den allermeisten Fällen gilt also: alles oder nichts!
  • Nehmt genug Taschenlampen und Batterien mit. Ich habe immer eine Stirnlampe und eine Handtaschenlampe dabei, falls eine von beiden den Geist aufgibt. Mit mehreren sollte unbedingt jeder seine eigene Lampe haben, damit jeder für sich den nächsten Tritt beleuchten kann.
  • Wenn die Sonne untergeht, wird es für gewöhnlich kalt. Es bietet sich also an, eine wärmende, trockene Jacke für den Abstieg dabei zu haben.
  • Und schließlich, natürlich: Nicht in die Sonne starren! (Es empfiehlt sich, Sonnenbrille und Schirmmütze dabei zu haben, damit zumindest in die grobe Richtung des Sonnenuntergangs blicken kann, ohne ständig in die Sonne zu sehen.)

Und wenn ich euch jetzt den Mund wässrig gemacht haben sollte, hier noch mein Tourentipp für Sonnenuntergangs-Anfänger: der Roßkopf am Spitzingsee. Aufsteigen kann man vom Spitzingsee nett über Haushamer Alm und Grünseealm. Dann genießt man das Panorama der Tegernseer Berge, während die Sonne am Risserkogel untergeht. Und schließlich geht es über den nicht zu verpassenden Fahrweg durchs Skigebiet sicher zurück ins Tal.

Sutten Sunset

Viel Spaß!


Wohin zur Alpenrosenzeit?

26. Juni 2014

The State of the Alpenrose

Sofern ich mich überhaupt für Blumen begeistern kann, bin ich eher so der „Mehr ist mehr“-Typ. Viele verschiedene Blüten von vielen verschiedenen Spezies mit vielen verschiedenen Farben – ja, das sieht schon mal ganz hübsch aus. Eine einzelne Blume hingegen… geh mir weg.

Insofern finde ich Alpenrosen (aka Almrausch) eigentlich nur so mittel-interessant. Die wachsen nicht zwischen anderen bunten Blumen auf der Wiese, sondern für gewöhnlich an niedrigen Sträuchen, die allein stehen. Oder aber zusammen mit anderen Alpenrosen in großen Feldern – und das ist dann durchaus wieder beeindruckend, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen und teilweise ganze Hänge rosa leuchten. So wie ungefähr jetzt.

Also fand ich, ich könnte doch mal die schönsten Alpenrosen-Wanderungen aus meinem Fundus zusammenstellen. Die erstaunliche Erkenntnis dabei: Die liegen fast alle in Tirol südlich/östlich des Inntals, mit einer deutlichen Konzentration aufs Zillertal. Daher fühle ich mich genötigt zu sagen, dass ich nix von der Zillertal Werbung oder der Tirol Werbung für diesen Artikel bekommen habe. Und wenn euch noch schöne Alpenrosen-Wanderungen in Bayern – oder zumindest nördlich des Inns – einfallen, dann lasst es mich bitte wissen (in den Kommentaren, auf Twitter oder auf Facebook)! Ich lerne ja immer gern dazu.

Also, auf geht’s. Wo kann man im Frühsommer schöne Alpenrosenfelder finden? Hier sind ein paar Vorschläge:

  • It's That Time of Year...In den Bayerischen Voralpen fällt mir nur ein Feld ein: zwischen Taubenstein und Rotwand oberhalb des Spitzingsees. Leider ist das eine vergleichsweise langweilige und gleichzeitig trotzdem sehr beliebte und daher vielbegangene Wanderung. Aber wenn man eh mal zur Rotwand wollte – warum dann nicht wenigstens im Frühsommer?
  • Ich würde es nicht ein „Feld“ nennen, aber zwischen dem Kuhkarjoch und dem Ochsenälpeleskopf in den Ammergauer Alpen (Graswangtal, Aufstieg von Hotel Ammerwald) zieht sich ein Grat, der fast durchgehend von Alpenrosen gesäumt ist.
  • Wer es etwas alpiner mag, findet im Kühtai einiges an Alpenrosen – und dafür muss man nicht mal weit aus dem Ort heraus. Der Weg zum Pirchkogel beispielsweise ist von vorne bis hinten lohnend, aber die meisten Alpenrosen findet man gleich zu Anfang in den Hängen oberhalb der Passhöhe Kühtai.
  • Ganz frisch entdeckt (für mich jedenfalls) habe ich ein großes, total idyllisches Feld am Weg von Gerlos zum Kastenwendenkopf. Wenig oberhalb der Almen, die man hier passiert, und bevor es in die ruppigeren Hochwiesen geht, führt der Weg eine ganze Weile durch die Alpenrosen. Mit der Gerlosgruppe als Kulisse im Hintergrund ist das natürlich fast schon ein natürlicher Kitsch-Overkill.
  • AlmrauschWirklich wunderschön sind die Alpenrosen auch in Hochfügen. Wer über die Wegspuren (markiert) über die Viertelalm und den Kraxentrager zum Marchkopf geht, der bewegt sich ständig in mehr oder weniger dichtem Alpenrosenbestand. (Und, nebenbei, das ist der richtige Weg zum Marchkopf. Geht nicht über den lahmen Fahrweg unter der Seilbahntrasse.)
  • Allein schon die schiere Masse an Alpenrosen ist beeindruckend am Großen Galtenberg im hinteren Alpbachtal. Egal, ob man vom Alplkreuz oder vom Farmkehr-Hochleger aufsteigt, die Alpenrosen sind auf beiden Wegen quasi überall. Dabei grasen hier noch Kühe. Ich dachte immer, Alpenrosen wären für Kühe giftig. Kann das gut sein? Der Alpenkitsch-Faktor ist jedenfalls durch die Kombination Kuh/Blume auch hier enorm.
  • The Mystery of the Alp.Aber die größten Mengen an Alpenrosen, die ich je an einer Stelle gesehen habe, gibt es am Hochschwendberg oberhalb von Hippach.Der Rundwanderweg Hochschwendberg beginnt kurz vor der Mautstelle der Zillertaler Höhenstraße und führt an und oberhalb der Sandeggalm in eine erstaunlich einsame Geländekammer, die bis oben hin voll von Alpenrosen ist. (Danach geht es leider für eine Weile durchs Skigebiet.) Leider war es neblig, als ich dort war; aber wer auf Alpenrosen steht und einen sonnigen Tag zur Blütezeit abpasst, wird hier definitiv in Ekstase verfallen.

So, was habe ich vergessen?


Jeder hat eine Meinung zum Sudelfeld

10. Mai 2014

Jeder hat eine Meinung zum Ausbau und zur Modernisierung des Skigebiets am Sudelfeld.

Hier ist meine.

Ich fürchte schwer, dass meine Popularität in Bergwanderkreisen darunter leiden wird, meine Meinung laut zu sagen. Aber gerade wenn man das Gefühl hat, in der Minderheit zu sein, ist es bekanntlich besonders wichtig, nicht einfach zu schweigen. Also.

Sollte jemand nicht wissen, worum es geht – hier ist eine kurze Zusammenfassung:

Sudelfeld und der eine oder andere TraithenAm Skigebiet Sudelfeld sollen einige Schlepplifte durch zwei neue Sechser-Sesselbahnen ersetzt werden und später möglicherweise noch der Zubringer-Einersessellift durch eine neue Kabinenbahn. Dazu soll die bisher auf wenige Pisten beschränkte Anlage zur künstlichen Beschneiung erheblich erweitert werden – um 240 neue Schneilanzen und einen 155.000 Kubikmeter großen Speichersee. Für diesen See muss außerdem eine Almstraße verlegt werden. Das alles soll zusammen um die 45 Mio. Euro kosten.

Und nun hat der Deutsche Alpenverein angekündigt, vor Gericht Klage gegen die Baugenehmigung einzureichen, um das Projekt so zu stoppen. Konkret geht es ihm um eine Verhinderung der Beschneiung. Die Lifte stören ihn offenbar nicht so. (Aber natürlich werden die Lifte nicht gebaut, wenn die Beschneiung nicht auch kommt.)

Ich bin Mitglied im DAV, und ich fühle mich hier nicht vertreten.

Der Verein hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der er seine Entscheidung, vor Gericht zu ziehen, zu erklären versucht. Der Text besteht im Prinzip aus zwei Teilen. Einerseits geht es um – sagen wir mal – fachliche Mängel in der Baugenehmigung. Zum Beispiel heißt es dort, dass die „amtlichen Karten“, die zeigen würden, ob sich der geplante Speichersee teilweise in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, „verschollen“ seien. Das wäre natürlich ein starkes Stück. Da der neue Speichersee zwischen einem bestehenden Sessellift und einer bestehenden Piste projektiert ist, erscheint es mir irgendwie unwahrscheinlich, dass dort ein Landschaftsschutzgebiet ist.

Außerdem heißt es, dass die „Standfestigkeit des Dammes […] nicht ausreichend untersucht“ worden sei und dass „die vorhandene Wassermenge in niederschlagsarmen Jahren nicht zur Befüllung des Speicherbeckens“ ausreichen werde. Beides scheinen mir eher Probleme für den Betreiber zu sein als für die Umweltschützer, aber okay.

Die andere Hälfte der Pressemitteilung erklärt, warum sich der DAV erstmals in seiner 145-jährigen Geschichte zu diesem Schritt entschieden hat: weil nämlich angeblich ein Domino-Effekt droht. Das soll dann so aussehen: Wenn das Sudelfeld seinen Speichersee bekommt, dann will demnächst jedes deutsche Skigebiet seinen Speichersee haben.

Ernsthaft jetzt?

Ich sage es dem DAV nur ungern, aber dieser Zug ist schon lange abgefahren: Das Sudelfeld ist so ziemlich das letzte Skigebiet in den deutschen Alpen, das seinen Speicherteich baut! In Garmisch-Partenkirchen gibt es zwei Speicherseen mit zusammen 110.000 Kubikmeter Fassungsvermögen, am Brauneck sind es mindestens 100.000 Kubikmeter, am Oberjoch 72.000 Kubikmeter, am Spitzingsee immerhin noch 40.000 Kubikmeter.

Ich muss davon ausgehen, dass man das eigentlich auch beim DAV weiß, und der Grund nur vorgeschoben ist – oder zumindest unverhältnismäßig stark betont wird.

Was ist hier also anders? Warum geht man hier so massiv gegen das vor, was man andernorts – wenn auch mit Zornesfalten auf der Stirn – hingenommen hat?

Ich weiß es nicht. Und mir fallen auch keine guten Gründe ein.

Das Sudelfeld ist bereits jetzt ein hoch erschlossenes Skigebiet mit jeder Menge Liften, Gastwirtschaften und Almstraßen. Die neuen Pläne zielen nicht darauf ab, das Skigebiet zu vergrößern; es soll nur modernisiert werden. Es ist also keineswegs so, dass hier „unberührte Natur“ zerstört würde.

Allerdings galten die einzelnen Liftbetreiber am Sudelfeld lange als schwer untereinander zerstritten – deswegen wohl hat es hier so viel länger gedauert als in den anderen Skigebieten, bis die Phase der Modernisierung einsetzte. Kann es sein, dass der DAV gehofft hatte, dass dieses Skigebiet sich einfach von innen selbst kaputt macht? Und dann enttäuscht war, als es nicht dazu kam?

Der DAV spricht gern von „sanftem Tourismus“ als Zukunftsmodell für die Wirtschaft in den Bergregionen, als sei das ein Selbstläufer, dem man nur endlich mal eine Chance geben muss. Damit meint er nicht weniger als einen Strukturwandel, aber das ist natürlich ein Wort, das sich gleich viel anstrengender anhört. Wenn keine Kohle mehr gebraucht wird, muss man den Tagebau einstellen; wenn es keinen Schnee mehr gibt, muss man mit dem Skifahren aufhören. Das ist ja auch nicht falsch, aber selbst die Projektleiter am Sudelfeld geben zu, dass die Beschneiung eine Übergangstechnologie für die nächsten 15 bis 20 Jahre ist.

Sollte man der Wirtschaft in Bayrischzell für einen tiefgreifenden Strukturwandel nicht diese 15 bis 20 Jahre gönnen?

(Auf die Frage nach einer Alternative zum Skitourismus schlägt Ludwig Wucherpfenning vom DAV im Interview mit dem BR vor, die österreichische Marke „Bergsteigerdörfer“ nach Deutschland zu holen. Er muss wohl schon lange nicht mehr in Bayrischzell gewesen sein, wenn er glaubt, dass man diese Marke diesem Ort ohne Weiteres glaubwürdig überstülpen kann.)

Dazu kommt, dass gerade das Sudelfeld rein geographisch in starker Konkurrenz zur Ski-Welt Wilder Kaiser/Brixental steht. Es kann doch nicht im Interesse des DAV sein, dass die Münchner Skifahrer 60 km mehr mit dem Auto zurücklegen, um zum Skifahren zu kommen – weil am Sudelfeld kein Schnee liegt und/oder die Lifte in der heutigen Zeit zu unkomfortabel sind. Wo bleibt hier der Umweltgedanke?

Verstehen wir uns nicht falsch: Es gibt ganz furchtbare Ski-Projekte in den Alpen. Der „Notweg“ (vulgo Talabfahrt) am Pitztaler Gletscher ist ein Skandal. Ich werde auch nie begreifen, was die Erschließung des Piz Val Gronda den Bewohnern des Paznauntals gebracht hat; das Ischgler Skigebiet hatte schließlich auch vorher schon 230 km Pisten. Bei der geplanten Verbindung von Kappl und St. Anton verstehe ich den Sinn schon eher, aber es ist trotzdem schwierig, sie gut zu finden, denn sie führt wirklich durch unberührte Natur. In Grindelwald wollen sie eine Dreiseilbahn mit bis zu 63 m hohen Stützen bauen, die in Zukunft den Blick auf die Eigernordwand prägen werden. Und die geplante Verbindung der Schlick und der Axamer Lizum über die Kalkkögel – da warte ich ja immer noch darauf, dass jemand „April, April“ ruft.

Was ich damit sagen will: Es wäre mir weitaus lieber, der DAV würde meinen Mitgliedsbeitrag für die Bekämpfung dieser Monsterprojekte aufwenden, als einen Bohei um die vergleichsweise moderaten Veränderungen am Sudelfeld zu machen.


META: 27 neue Touren auf bergsommer

27. März 2013

Lärmstange und Kaserer Schartl

Auch wenn es draußen ja noch nicht so ganz danach aussieht – so langsam steht der Frühling vor der Tür, und es wurde Zeit für die jährliche Aktualisierung von bergsommer, der Website.

Diesmal sind insgesamt 27 neue Tourenvorschläge hinzugekommen, die ich auf Basis meiner eigenen Wanderungen im letzten Jahr erstellt habe. Es sind einige typische Münchner-Berge-Klassiker dabei, die ich persönlich zum ersten Mal gegangen bin. Aber viele der Touren sind auch ein bisschen weniger, ähm, ausgetreten.

Darunter sind zum Beispiel zwei Wanderungen zu eher wenig begangenen Gipfeln in den Kitzbüheler Alpen (Lämpersberg und Steinbergstein); zwei ungewöhnliche Aufstiege zu Seilbahn-Bergstationen im Osten Nordtirols (Unterberghorn und Steinplatte); eine Drei-Gipfel-Tour gleich ganz vorne im deutschen Inntal (bis zur Hochsalwand); ein absoluter Geheimtipp in den Tuxer Alpen kurz vor Innsbruck (das Rosenjoch) und zwei teilweise weglose, abenteuerlichere Touren in die 3000-er-Region (Kleiner Kaserer und Falbanairspitze).

Also, falls ihr Inspiration oder Information braucht… viel Spaß!