Gartnerwand – Nichts für schwache Nerven

29. Juli 2012

Lechtaler-Panorama vom Gipfel

Dieser Sommer scheint ja zum großen Teil aus regnerischen Wochenenden und (etwas weniger) sonnigen Werktagen zu bestehen. Um mich dem anzupassen, nahm ich am Donnerstag einfach frei (nimm das, Wetter!) und ging zur Gartnerwand bei Lermoos.

Die Zustiege zur Gartnerwand sind auf diversen Karten sehr unterschiedlich (nicht) eingezeichnet. Was ich gelernt habe: Es gibt – natürlich – einen direkten Weg vom Grubigstein. Es gibt einen Weg vom Bichlbächler Jöchle. Und es gibt einen Zustieg vom Sommerbergjöchle. Was hingegen so nicht (mehr) existiert, ist die Abkürzung von der Wolfratshauser Hütte bis knapp unters Sommerbergjöchle – man kann den Weg zwar aus der Entfernung noch erkennen, aber er scheint keinen Anfang und kein Ende mehr zu haben.

Also lautete meine Route: Grubigalm – Gartneralm – Sommerbergjöchle – Gartnerwand – Grubigstein. Klar wäre es cooler gewesen, aus dem Tal aufzusteigen anstatt erst die Seilbahnen zu benutzen und ins Gartnertal wieder abzusteigen – aber es war so heiß. Und schon eher spät (donnerstags gibt es eine Rush-hour, die es am Wochenende nicht gibt…).

Die Tour war dann aber eigentlich sehr schön, auch wenn mich der Aufstieg vom Sommerbergjöchle zur Gartnerwand doch ein paarmal hat schlucken lassen. Er verläuft steil und ausgesetzt über den Nordwestgrat und erfordert jede Menge (leichtes) Klettern. Aber die Fixseile sind vorbildlich angebracht, und Eisentritte helfen auch. Am gefährlichsten – wenn auch sicher nicht am spektakulärsten – waren vermutlich die schottrigen Gehstücke im abschüssigen Gelände zwischendurch.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.

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Knittelkarspitze

31. Juli 2010

Links: Kelmer Spitze. Rechts: Nebel.

So, ich muss mal wieder ein bisschen aufholen… bin schon wieder im Hintertreffen hier. Also:

Zahlreichen Quellen zufolge ist der Blick von der Knittelkarspitze ganz toll, das Panorama überwältigend in alle Richtungen. Das wollte ich auch mal sehen. Ich war ja schon mal in der Gegend gewesen, hatte mich aber damals dann doch „nur“ für den Nachbarn der Knittelkarspitze, die Hintere Steinkarspitze, entschieden.

Nach Schlechtwettersamstag sollte der Sonntag viel, viel sonniger werden, besonders „im Westen“ – da passte die Knittelkarspitze, die fast schon im Lechtal liegt, ja gut ins Muster. Dachte ich. Es lief dann aber doch etwas anders.

Der Aufstieg von Kelmen hatte gleich mal einen Nachteil: Am frühen Morgen war die Wiese, durch die es nach zirka zwanzig Minuten auf einem sehr schmalen Steig geht, noch so extrem feucht, dass nicht nur meine Hose durchweichte, sondern sogar meine (frisch imprägnierten!) Schuhe. Den Rest des Tages ging es also mit patschnassen Socken weiter. (Zweimal habe ich sie ausgewrungen, was aber nicht viel geholfen hat.)

Und was das Wetter anging: Das wurde auch nicht besser. Es hat zwar nicht geregnet, aber es war kalt, und es waren die „Gipfel in Wolken“. Meiner auch, bis auf sekundenlanges Aufreißen. Soviel zum tollen Panoramablick.

Der Weg ist allerdings echt spannend, wenn ich auch an ein oder zwei Stellen durchaus nichts gegen Sicherungsseile gehabt hätte. Aber in dieser Gegend hat man’s ja nicht so mit dem Wegeunterhalt, das wusste ich eigentlich schon…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Grubigalm – Fernpass

10. Mai 2010

Zugspitze

Für heute hatte ich mir eine Kombination mit relativ geringem Höhenunterschied bei aber ingesamt großer Länge ausgesucht: von Biberwier rauf zur Grubigalm, runter zum Fernpass und an den Fernpassseen entlang zurück nach Biberwier. (Der Bus fährt sonntags nur zweimal täglich, sonst hätte ich’s vielleicht auch schon am Fernpass gut sein lassen.)

Der Weg ist eigentlich sehr schön, auch wenn das „Ziel“, die Grubigalm, mitten im Lermooser Skigebiet liegt. Davon bekommt man unterwegs aber die meiste Zeit gar nichts mit, also kein großes Problem.

Ich war mal wieder weitgehend alleine unterwegs – erst kurz vor dem Fernpass kamen mir zwei Mountainbiker entgegen. Allerdings habe ich ein paar mal Schüsse gehört – und mir zur Sicherheit gleich mal schnell mein knalloranges T-Shirt übergestreift, das ich praktischerweise im Rucksack hatte. Und von der Grubigalm aus konnte ich zwei Skitourengeher in großer Entfernung sehen, die offenbar in der Scharte nördlich des Grubigsteins abfahren wollten. Ansonsten: nix los.

Allerdings lag ganz oben durchaus noch Schnee, vom Typ „einzelne, aber große und tiefe Flecken“, und natürlich immer in meinem Weg. Aber so ist das halt im Frühjahr…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Thaneller

12. September 2009

Die zwei Seen

Der Thaneller ist nun wahrhaftig kein Geheimtipp. Zum einen steht er ziemlich exponiert und prominent in der Gegend rum und ist deswegen von fast überall zu sehen, wenn man durchs Außerfern fährt. Und zum anderen ist der Zustieg von Berwang her ziemlich einfach und dabei trotzdem abwechslungsreich und panorama-intensiv.

Also muss man, wenn man einen schön sonnigen Frühherbsttag nicht gerade im Pulk zum Gipfel laufen will, einigermaßen früh unterwegs sein. (Und/oder den schwierigeren Aufstieg von Heiterwang her nehmen; aber das war mir organisatorisch und konditionell zu schwierig.) Nun dachte ich, ich wäre halbwegs früh dran gewesen – zumindest stand ich locker vorm Zwölf-Uhr-Läuten auf dem Gipfel. Aber insgesamt neunzehn andere Leute hatten offenbar dieselbe Idee, gleichzeitig aber bessere Disziplin; die kamen mir nämlich während des Aufstiegs alle schon wieder entgegen.

Am Gipfel selbst war es dann überraschend kalt (ja, der Herbst ist da), aber das tut dem 360°-Panorama da oben natürlich keinen Abbruch – eher im Gegenteil. So großartig!

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Hintere Steinkarspitze

26. Oktober 2008

Kelmer Spitze im Panorama

Niemand nimmt sich vor, auf die Hintere Steinkarspitze zu gehen. Ich auch nicht, ich wollte natürlich eigentlich auch zur Knittelkarspitze, wie alle anderen auch.

Aber irgendwie fehlte heute der entscheidende „Drive“, vielleicht steckte mir auch noch der die letzten Tage undiagnostiziert kratzende Hals in den Knochen… auf jeden Fall war es mir am Ende doch ein bisschen zu viel. Also habe ich kurzfristig umdisponiert und bis aus dem Steinkar nicht die (auch etwas wild aussehenden) Schrofenbänder zur Knittelkarspitze hochgekraxelt, sondern bin rechts abgebogen und habe mir dadurch einen gut 200 Meter niedrigeren Gipfel ausgesucht.

Und ich muss ja mal sagen: Die Hintere Steinkarspitze – absolut okay. Ein echt netter Berg ist das, ein bisschen so wie das benachbarte und ähnlich hohe Galtjoch, mit schöner Aussicht auf ca. 270° – und eben auf die Nordwand der Knittelkarspitze nebenan. Dieser Berg ist also mal definitiv unterbewertet.


Galtjoch

12. Oktober 2008

Berwang

Und dann habe ich zum Ende der Saison hin doch noch einen Berg für mich entdeckt, der – zumindest heute – nicht überlaufen ist, obwohl gut erreichbar und mit wunderschönem Panorama. (Nur: Vielleicht sollte ich das für mich behalten, anstatt es in alle Welt herauszuposaunen, oder?)

Der Beginn des Zustiegs vom Galtjoch liegt etwas versteckt unterhalb von Rinnen, und ich musste erstmal eine schmale Straße runter, die auf der Wanderkarte schon mit Fahrverbot belegt ist. Aber ich habe partout keine Schilder gesehen, also wird das schon okay gewesen sein.

Dann geht’s durch Wald und über Almen rauf zum Galtjoch. Leider versperren ein paar nahe Berge den Blick zu den ganz Großen im Süden, aber dafür sind die nahen Berge hübsch anzusehen. Was will man mehr.

Allein, dass Teile der Steige plötzlich nahe-kinderwagentauglich ausgebaut waren (meterbreit und flach eingekiest), fand ich etwas befremdlich. Erst dachte ich, das wäre für die Mountainbiker, aber dann stand am Ende der Strecke ein Fahrräder-verboten-Schild. Komisch.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pleisspitze

22. Juni 2008


Roter Stein I

Die Pleisspitze (oder auch Bleispitze) ist einer von diesen Bergen, bei denen einem die Wanderkarte vorgaukelt, es gebe mindestens vier Zustiege, aber vor Ort stellt man dann fest, dass zwei davon inzwischen aufgegeben worden sind. Also wieder mal rauf und runter auf demselben Weg.

Aber der Weg ist wirklich schön, zuerst durch ein etwas feuchtes Kerbtal und lichten Wald, dann über steile Bergwiesen bis zum Gipfel, und ständig ändert sich das Panorama. Leider ist der Gipfel nicht nur bei Bergwanderern beliebt, sondern offenbar auch bei Tieren jeglicher Art – als Toilette.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.