Bergwinter: Pendling – Wir machen uns unser eigenes Abenteuer

24. März 2015

Kufstein und seine Kaiser

… und dann war da noch die Winterwanderung zum Pendling. Was als weiterer Eintrag in der „Rodelbahn-rauf-oben-Hütte“-Kategorie hätte enden können, haben wir durch geschickte Routenwahl zu einem etwas größeren Abenteuer gemacht.

Denn natürlich kann man einfach über den Fahrweg zur Kalaalm hinaufstapfen und dann weiter über den Fahrweg zum Gipfel. (Na gut, bis zehn Meter unterhalb des Gipfels.) Wir waren aber wagemutiger und nahmen die Pfade, die den Fahrweg abkürzen – einen gleich kurz nach dem Beginn der Wanderung und dann den von der Kala-Alm bis zum Bergrücken. Die waren zwar gespurt, aber gerade in den steileren Passagen sank man durchaus auch schon mal ein bisschen ein.

Gut, „Abenteuer“ ist vielleicht ein bisschen ein großes Wort dafür – außer vielleicht für die zwei „Winter-Anfänger“, die wir dabei hatten. Aber es scheint ihner Berglust nicht geschadet zu haben – wie ich höre, haben sie inzwischen zusätzliche Ausrüstung angeschafft.

Long Time No See, Eh?Da das Wetter wirklich super war, gab es vom Gipfel aus natürlich die großartige Sicht vom Kaiser (nah) bis Großglockner (fern), und ich musste mich ordentlich konzentrieren, um alle angefragten Gipfel zu identifizieren. Okay, vielleicht habe ich auch ein bisschen mit dem PeakFinder gespickt… Und an der Kala-Alm später war es angesichts des Wetters natürlich auch ordentlich voll, aber wir haben trotzdem noch unsere Stärkung bekommen, wenn auch mit ein bisschen Verzögerung.


Hundsalmjoch – Lawinen im November

19. November 2014

Ihr wisst, ihr kann durchaus ein Snob sein. Im Sommer würde ich vermutlich nicht freiwillig zum Hundsalmjoch gehen. Der lange Fahrweg – langweilig. Die relativ geringe Höhe – macht nicht viel her. Die touristischen Attraktionen (allen voran eine Höhle mit Führungen) – machen es überlaufen.

HundsalmjochAber im Herbst ändern sich die Ansprüche. Wenn ich mit Matsch und Schnee rechnen muss, ist ein langer Fahrweg plötzlich ganz angenehm. Außerdem ist der Aufstieg fast völlig südexponiert und durfte daher wenig verschneit sein. Und so ein Blick übers Inntal hinweg ist schon hübsch – jedenfalls bei den benachbarten Gipfeln Köglhörndl und Voldöpper Spitze, die ich schon kannte. Also, auf!

Am HundsalmjochIch wurde nicht enttäuscht. Gut, der nordseitige Gipfelweg war noch tiefer verschneit, als es mir lieb war, aber ich hätte ja auf dem südlichen Weg wieder runtergehen können – selbst schuld. Und tatsächlich entpuppte sich der Aufstieg zudem als ideal steil, um mal so richtig Höhe zu bolzen (ganz knapp an den 600 Hm/h vorbeigeschrammt, verdammt).

Was mich allerdings schwer beeindruckt hat, waren die mannhohen Lawinenkegel, die sich an einer Handvoll Stellen sehr punktuell auf die Almstraße ergossen hatten. Die Straße selbst war zwar geräumt worden, aber dadurch konnte man die Schneemassen nur noch besser abschätzen. Das erklärte auch, warum im Tal am Beginn der Almstraße ein Lawinenwarnschild stand… Ein Einheimischer hat mir dann am Gipfel zwar erklärt, dass das alles kein Problem sei, weil diese Lawinen in dem steilen Gelände nach Schneefällen quasi unverzüglich abgingen, das müsste man halt nur abwarten. Trotzdem glaube ich eher nicht, dass mich das Hundsalmjoch im Winter wiedersehen wird…

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz in Embach aus geht es über den Fahrweg lange durch den Wald mit vielen Kehren bergan. An einem Abzweig schließlich hält man sich rechts und gelangt kurz darauf zum Gasthof Buchacker. Der Fahrweg führt an ihm vorbei und nach einer weiteren weiten Kehre hinauf auf eine Almfläche. Bei einer der Almhütten zweigt rechts ein Karrenweg ab (beschildert), der sich bald nach rechts wendet und in einen Steig mündet. Dieser macht nun eine große Kurve und führt schließlich von Süden hinauf zum Gipfel des Hundsalmjochs.

Als kleine Variante für den Abstieg bietet sich an, vom Gipfel nach Westen abzusteigen; dadurch trifft man etwas weiter oben auf den Almfahrweg, dem man nun zurück zum Gasthof Buchacker und ins Tal folgt.


Vorderunnutz – Plötzlich… Wildnis?

30. Oktober 2014

Steinberg
Auf der zunehmend schwierigen Suche nach Wegen, die ich noch nicht gegangen bin (und die zumutbar weit von München weg sind und meinen Fähigkeiten entsprechen), ist mir irgendwann aufgefallen, dass es einen Weg von Steinberg am Rofan zum Vorderunnutz gibt. Auf dem Vorderunnutz war ich zwar vor einigen Jahren schon mal, aber das war im Rahmen der zwar schönen, aber doch mühsamen Unnutz-Überschreitung. Der Weg von Steinberg war dagegen für mich bis auf den Abstieg vom Gipfel zum Kögljoch komplett neu.

An dem Tag war ich möglicherweise der einzige, der diesen Weg genommen hat. Jedenfalls ist mir unterwegs niemand begegnet, und während der Gipfelrast habe ich auch niemanden dort hinaufkommen sehen. Dabei ist der Weg eigentlich sehr interessant und irgendwie… wild. Anfangs geht es einfach nur durch Wald (sehr schön im Herbstlicht) über Fahr- und Karrenwege zu einer aufgebenen Alm. Aber hinter der Alm geht es in ein Latschenkiefer-Land, das so wellig ist, dass man fast nie mehr als die nächsten zehn Meter Weg sieht. Man fühlt sich wie abgeschnitten von der Welt. Dass der Weg, wie bei Latschengassen ja nun üblich, auch noch etwas ruppig ist, trägt noch dazu bei. Erst am Ende geht es dann wieder auf weite Bergwiesen, was dann aber auch angenehm ist.

Gut, als Rückweg hatte ich dann den langen Fahrweg zurück durchs Tal. Aber das ging erstaunlich schnell, und selbst da gab’s am Ende nochmal einen hübschen kleinen Steig zurück zum Kögljoch mit großartigem Rofanblick.
Herbst-Panorama am Rofan

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz am Gfaßkopflift geht es zunächst links auf einen Fahrweg, der sofort nach rechts abzweigt, den Lift quert und im Bogen durch den Wald hinaufführt bis zum Gfaßsattel. Hier zweigt ein weiterer Fahrweg nach rechts ab, der zumeist recht flach bis zu den Hütten der aufgegebenen Kotalm führt. (Bis hierher auch alternativ dazu auf einem Steig vom Waldhäusl aus.)

Wegspuren führen nun links an der Alm vorbei in ein kleines Joch. Dahinter beginnt nun ein Steig, bisweilen auch nur markierte Tritte im karstigen Fels, der sich leicht bis mäßig steigend durch die Latschenkiefern zieht. Schließlich verlässt man die Latschenzone und tritt auf eine Bergwiese, über die es weiter hinauf geht. Am Rücken trifft man auf den Weg, der von der Köglalm zum Unnutz hinaufführt und wandert auf ihm bis zum Gipfel.

Für den Abstieg bietet sich an, auf demselben Pfad hinabzusteigen bis kurz vor der Köglalm. Hier kann man beschildert nach links abkürzen und landet direkt am Kögljoch. Hier beginnt ein zunächst etwas ruppiger, später gut ausgebauter Fahrweg, der durchs Tal des Kögljochbachs zurückführt. In einer Kehre zweigt links ein Pfad ab, der über einen leichten Gegenanstieg auf einen weiteren Fahrweg führt, der schnell zurück zum Gfaßsattel führt. Ab hier geht es über den restlichen Aufstiegsweg zurück.


Köglhörndl – Plötzlich Panorama

28. Mai 2012

Hinteres Sonnwendjoch

Es gibt so Touren, da weiß man zwar nach dem Blick auf die Karte, was einen erwartet. Aber in der Natur ist dann doch alles noch eindringlicher… lebendiger… stärker… als erwartet.

So eine Tour hatte ich gestern: von Hinterthiersee zum Köglhörndl, gedacht als ruhige, unspektakuläre Tag-Zwei-Tour nach dem etwas anstrengenderen Unterberghorn. Das war auch alles richtig, aber trotzdem fand ich sie irgendwie auf ihre eigene Art spektakulär. Der Wald war besonders dunkel und dicht; die Köglalm war besonders niedlich; und das Panorama kam – wenn schon nicht unerwartet – so doch ziemlich plötzlich. Nach knapp zwei Stunden komm man ziemlich unvermittelt aus dem Wald, steht am Grat und guckt übers ganze Unterinntal und weit in die Kitzbüheler Alpen hinein. Coole Sache.

Und dann war der Abstieg zum Höhlenstein steiler als erwartet (meine armen Knie), der Höhlenstein dafür sehr gut besucht, was ich so auch nicht erwartet hatte. Hat mich aber nicht weiter gestört, dafür sind so halbhohe Berggasthöfe ja auch irgendwie da. Und ich habe mich eh nur kurz am benachbarten Minigipfel des Feuerköpfls aufgehalten und bin dann rasch zurück nach Hinterthiersee.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Voldöpper Spitze (Voldöppberg) – Das (mittel)große Finale

29. November 2011

Inntal, Ecke Zillertal

Irgendwann muss diese Wandersaison doch mal zu Ende gehen – dachte ich mir. Und suchte mir für den Abschluss einen hübschen kleinen Gipfel aus, der mir schon länger mal vorschwebte.

Wenn man nun von Kramsach her aufsteigt, dann heißt der Berg „Voldöpper Spitze“; steht so auf allen Wegweisern. Wenn man dann in Richtung Brandenberg absteigt, dann kommt man vom „Voldöppberg“ (wieder die Wegweiser). Etwas verwirrend, das – aber der Berg hat tatsächlich auch zwei Gipfelkreuze im Abstand von vielleicht 50 Metern. Möglicherweise sind es ja tatsächlich zwei Gipfel…

Der Aufstieg war schlicht, aber steil. Der Abstieg war etwas kniffliger, weil da plötzlich ein Fahrweg, der auf der Karte stand, nicht existierte (sehr selten), dann aber zum Glück zehn Minuten später ein Fahrweg in der Realität existierte, den die Karte nicht kannte (nicht so selten). Dem konnte ich dann in Richtung Bärengrube folgen und musste nicht den großen Umweg über Breitenbach machen, den ich schon befürchtete.

Und so als Saisonabschluss ist die Voldöpper Spitze auch noch für eins gut: Sie liefert Blicke in die Kaiser, die Brandenberger Alpen (einschließlich des halben Rofans), die Tuxer Alpen, einige Gipfel der Zillertaler Alpen und der Bayerischen Voralpen – und eignet sich damit hervorragend dazu den Finger auszustrecken und aufzuzählen: „Da war ich dieses Jahr schon… und da… und da…“

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Plessenberg – Kienberg

8. November 2010

Über dem Inntal

Es ist Anfang November, da muss jeder halbwegs schöne Tag ausgenutzt werden… es könnte ja der letzte für diese Saison sein.

Morgens hatte ich erst die Befürchtung, ich könnte mir mal wieder den einen Gipfel weit und breit ausgesucht haben, der im Nebel stecken würde. Aber im Laufe des Tages verzogen sich die Nebelschwaden dann doch tatsächlich – zumindest bis auf ein paar, die hübsch dekorativ über dem Inntal hängen blieben.

Die Tour an sich war auch sehr hübsch, wenn auch insgesamt für so einen Spätspätherbsttag fast schon ein wenig überlaufen. Von Brandenberg geht man erst zum Heuberg, macht dann (wenn man, wie ich, etwas Zeit schinden will, damit die blöden Nebel sich endlich verziehen) einen kurzen Abstecher zum Plessenberg, und kommt schließlich zum Kienberg. Und von da kann man sogar über die idyllische Einkehralm (heißt wirklich so, ist aber wohl eher nicht bewirtschaftet) eine Rundtour draus machen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.