Mein Bergjahr 2018: Teil 3 (Herbst)

Was bisher geschah.

Am Aufstieg zum Keilbachjoch

Der September, eigentlich ja noch Sommer, begann mit einer entschieden herbstlichen, neblig-nieseligen Wanderung vom Ursprungpass zum Soinsee, gefolgt von einer trockeneren, aber auch sehr wolkigen und eher unspektakulären „Überschreitung“ des Scheinbergjochs im Graswangtal. Und wo kann man 1600 Höhenmeter den Berg hinauflaufen und dann gemütlich mit dem Bus wieder runterfahren? Richtig, im Zillertal – von Hippach über die Brindlingalm zum Rauhenkopf an der Zilllertaler Höhenstraße. Ebenfalls im Zillertal, ebenfalls vom Bus abhängig: eine Tagestour von der Grüne-Wand-Hütte über die Kasseler Hütte zum Keilbachjoch an die Grenze zu Südtirol. Obwohl sich noch zwei Gipfel direkt in der Nähe des Jochs anbieten, hat die Zeit dafür leider nicht mehr gereicht – der letzte Bus wäre weg gewesen. Am Ende des Monats ging es dann noch einmal aus Langeweile von Lenggries zum Brauneck, diesmal über den Seufzerweg – und schließlich noch aus dem Rißtal über die Plumsjochhütte zu dem Berg, den ich mal Vordere Bettlerkarspitze nenne (ja, ist eigentlich nur ein Vorgipfel, bevor es so richtig zur Sache ginge).

Sonnenuntergang am Schildenstein

Und dann begann mein „langer Berg-Oktober“. Als erstes habe ich erstmal den am wenigsten überlaufenen Anstieg zur Kampenwand gefunden: von Aigen unter der Gedererwand hindurch und an der Steinlingalm östlich am Gipfel vorbei, dann von Süden rauf. „Leer“ war’s da auch nicht, aber im Vergleich zum Weg von Aschau aus…! Als nächstes ging es bei leichtem Regen (grr!) von Geitau über den glitschigen Steig zum Aiplspitz, über den Jägerkamp und den aufgelassenen (warum eigentlich?) Pfad zum Spitzingsattel. Unsere Hoffnung auf Lamas, Schweine und/oder Murmeltiere wurde leider auch enttäuscht; die Jägerbauernalm war schon im Winterschlaf und die Murmeltiere wohl auch. Fast kaputt gemacht hätte ich mich am nächsten, super sonnigen Tag auf dem Weg von Griesen zur Schellschlicht – er schien und schien einfach kein Ende zu nehmen, obwohl ich dieses Jahr schon längere Touren gegangen war. Aber ich hab’s trotzdem durchgezogen… Es folgten drei Touren auf der Achse Sylvenstein/Achensee: eine spätnachmittägliche Tour zur Hochplatte über Achenkirch im schönsten Herbstabendlicht; eine faule Mit-der-Seilbahn-wieder-runter-Wanderung von Maurach bis zum Gschöllkopf; und ein Tag vom Tortal über die Torscharte ins Rohntal, natürlich ein absoluter Herbstklassiker. Eine „Hochplatte“ kommt selten allein – darum ging es auch noch in den Chiemgau nach Schleching, von Mühlau auf die dortige Hochplatte und über den semi-offiziellen Steig über den Teufelstein zurück. Nach alldem bin ich dann in Berge gefahren und habe Kurzurlaub gemacht – im Montafon. Als erstes ging es dort von Latschau zur Tschaggunser Mittagsspitze und im großen Bogen über den Schwarzhornsattel zurück. Dann habe ich mich aber zurückgenommen und bin zweimal meine bewährte Seilbahnstrategie gefahren: von St. Gallenkirch über Tanafreida zur Zamangspitze hinauf und weiter zur Hochjochbahn, und von Gaschurn durchs Garneratal und übers Matschuner Joch zur Madrisella. Vor allem die erste Tour war trotz Seilbahn-„Nähe“ absolut einsam und wunderschön. Zum Abschluss bin ich von der Bielerhöhe zum Hohen Rad gekraxelt – über weite Strecken eine schöne Tour, bis auf die grausamen Blockfelder im Aufstieg und (in geringerem Maße) Abstieg zur/von der Radschulter. Okay, die Aussicht auf die vom Klimawandel schwer gezeichneten Gletscher der Silvretta kann auch etwas deprimieren. Der Monat war danach aber immer noch nicht ganz vorbei: Mit Kolleginnen und Kollegen ging es zu einer Sonnenuntergangstour zum Zwiesel von der Waldherralm aus, bei der es leider nur wenig Sonnenuntergang gab. Ein paar Tage später hatte ich dann alleine einen fantastischen Sonnenuntergang auf dem Schildenstein (ja, ich Fiesling habe Fotos davon rumgeschickt).

Herbst am Geigelstein

Im November wanderte ich gleich an Allerheiligen, immer noch auf der Suche nach mir neuen Strecken, über den gut gangbaren aufgelassenen Steig über den Ostgrat zur Hochsalwand – leider bei solchem Sturm, dass man sich am Gipfel kaum aufhalten konnte. Zwei Tage später hatten wir mehr (spätes) Glück mit dem Wetter, als wir beim Austieg von der Fürschlacht zum Veitsberg nur zehn Minuten unterm Gipfel durch die Wolkendecke brachen und im strahlenden Sonnenschein standen. Einmal noch ging es ins Zillertal: von Großhartberg zum Wiedersberger Horn, eine überraschend schöne Wanderung, bei der mich nur die plötzlich zahlreichen Menschen in Gipfelnähe überraschten – die Alpbacher Seilbahn fuhr tatsächlich noch. Dann gab es noch eine tolle Runde über den Geigelstein von Ettenhausen aus bei schönem, leicht dunstigen Herbswetter; eine Wanderung zum Brunnenkopf im Graswangtal über den nicht beschilderten Pfad am Roßeck entlang; und der erschreckend einsame Aufstieg von Bad Reichenhall über (noch eine) Hochplatte und Dreisesselberg zum Karkopf. Klar ging’s wieder mit der Predigtstuhl-Seilbahn runter – da bin ich faul…

Fast schon Winter an der Huberalm

Der gefühlte Herbst endete dann Anfang Dezember mit einer kleinen Tour von Bad Feilnbach zur Farrenpoint, wo tatsächlich schon ein bisschen Schnee lag. Winterlich dagegen fühlte sich kurz darauf schon die kleine Runde über die Gindelalmschneid von Schliersee aus an, bei der schon eine geschlossene Schneedecke lag. Das Bergjahr endete schließlich kurz vor Silvester mit einem Winter-Klassiker: einem Besuch am Rotwandhaus. Die haben jetzt endlich auch Speckknödelsuppe!

 

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