Mein Bergjahr 2018: Teil 1 (Winter/Frühjahr)

Drei Jahre ist es inzwischen her, dass ich dieses Blog ins einer (semi-)ausführlichen Form aufgegeben habe.

Aber 2018 war ein absolutes Rekordjahr für mich; deswegen habe ich irgendwie das Bedürfnis, es hier festzuhalten, bevor in meiner Erinnerung alles miteinander verschmilzt. Falls ihr am Ende den Eindruck habt: „Das ist doch alles nicht normal!“ — ja, das sehe ich auch so…

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Köglalm

Das Jahr begann, wie Jahre das nun mal so tun in unseren Breiten, im Winter. Im Januar bin ich von Kufstein zum Brentenjoch gegangen, das letzte Stück dummerweise über den Steig und nicht den Fahrweg. Da die Spur aus genau einem anderen Menschen bestand und ich bis zu den Knien eingesunken bin, war ich am Weinbergerhaus fix und fertig. Eine Woche später in Lenggries lag weniger Schnee, aber am Sulzersteig zur  Lenggrieser Hütte waren noch die abgegangenen Lawinen der letzten Wochen mitten im Wald sichtbar (schluck), und am Seekarkreuz war es schwierig abzuschätzen, wo der Gipfel aufhörte und die Wächte begann. Dann hat es wieder geschneit und es gab nur noch zwei kleinere Ausflüge: bei Sonnenschein von Achenkirch zur Köglalm; und bei mäßigem Wetter mehr so zum Training von der Talstation zur Bergstation der Wallbergbahn.

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Farrenpoint

Im Februar ging es mit Schneeschuhen von Geitau zum Taubensteinhaus und weiter zum Spitzingsee — würde ich allerdings im Nachhinein nur bedingt empfehlen, weil man doch viel schräg zum Hang gehen muss. Es folgten zwei Winter-Klassiker: von Sagbruck zur Farrenpoint und zum Mitterberg; und von der Waldherralm zum Zwiesel — wo ich den neuen Fahrweg zur Schneiteralm entdeckt habe, der im Winter wirklich äußerst reizvoll ist. Ein bisschen abenteuerlich war die Tour vom Tatzelwurm zum Rehleitenkopf, weil wir oberhalb der Baumgrenze in dichtem Nebel liefen und die Spur kaum zu erkennen war — und wir uns dann einen „inoffiziellen“ Abstieg zur Hohen Asten gesucht haben und es gar nicht so leicht ist, mit Schneeschuhen über umgestürzte Bäume zu kraxeln. Richtig neblig war es leider auch auf dem Weg von Tegernsee zur Baumgartenschneid, so dass aus der Überschreitung in Richtung Schliersee nichts wurde. Man konnte einfach nicht sehen, wo es weitergehen würde.

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Kleiner Gamsstein, dahinter der Gilfert

Großen Spaß dagegen hatte ich im März auf einer seltenen Winterexkursion weit nach Tirol hinein: bei strahlendem Sonnenschein von Hochfügen zum Kleinen Gamsstein — da fühlt man sich fast wie beim Winter im Hochgebirge, trotz des langen Fahrwegs… und der Menschenmengen am Loas. Außerdem ging es im März noch von Bad Wiessee zum Fockenstein — was mich trotz relativ geringer Schneelage und dem flachen Anstieg übers Neuhütteneck viel Kraft gekostet hat. Und im zweiten Anlauf des Winters habe ich es auch bis zum Wallberg-Gipfel geschafft, ohne die Seilbahn zu benutzen. Also, ohne sie für den Aufstieg zu benutzen. Ähem.

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Hochgern

Im April ging es dann zunächst zum Training den schon weitgehend schneefreien Normalweg über die Südhänge zum Wank. Daraufhin etwas übermütig geworden, wollte ich als Nächstes von Hainbach ebenfalls von Süden zur Kampenwand-Seilbahn. Aber das enge Tal hatte den Schnee dort deutlich besser vor der Sonne geschützt, und an der Dalsenalm war notgedrungen Schluss. Überhaupt lag im Chiemgau noch gut Schnee, wie ich auch eine Woche später am Hochgern merken sollte. Dort war aber so viel los, dass es eine perfekte Spur bis obenhin gab. Die massive Wächte am Gipfel habe ich trotzdem nur aus sicherer Entfernung bestaunt. Als nächstes ging es völlig schneefrei von Erl zum Kranzhorn und von Farchant zum Schafkopf, und ich dachte schon, der Winter sei endgültig vorbei. Aber es war ja erst April, und ich manchen Ecken fand ich ihn dann doch noch: am nächsten Wochenende zum Beispiel kam ich zwar schneefrei aus der Jachenau zum Hirschhörndl, aber am Weiterweg von der Kotalm zum Jochberg musste man doch noch ziemlich stapfen. Und einen Tag später erwies sich nach dem sonnigen Aufstieg von Lenggries aus auch der nordostseitige Abstieg vom Geierstein als zuerst glattgefroren (bäh!), dann knietief und sulzig (ganz lustig). Ein paar Schneeflecken gab es auch am nächsten Wochenende noch auf meiner selbsternannten „Großen Walchseerunde“ über Brennkopf und Wandberg zur Priener Hütte und zurück über die Lochneralm. Fast hätte ich noch versucht, den Geigelstein mitzunehmen, aber zum Glück habe ich meinen Größenwahn noch rechtzeitig erkannt. Am nächsten Tag gings noch vom Ursprungpass über den Semmelkopf (Ascherjoch) zum Trainsjoch.

Nächstes Mal: Mai-August

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