Kleiner Pölven – Besser als Nebel

The Incredible NowWer Ende November bis Anfang Dezember 2014 aus München nicht rausgekommen ist, der hat wochenlang die Sonne nicht gesehen. Gegen Ende dieser Durststrecke drohten Leute in meinem Umkreis deswegen langsam durchzudrehen. Ich konnte das allerdings nicht im gleichen Maße nachvollziehen, und das liegt an Tagen die dem am Kleinen Pölven.

Denn während in München die Sonne morgens tapfer versuchte, den Hochnebel aufzulösen, und dabei kläglich scheiterte, herrschte in den Bergen strahlender Sonnenschein. Um genau zu sein, hielt sich die Nebelgrenze ziemlich genau an die Staatsgrenze, wie wir später vom Gipfel aus sehen konnten (s. Foto unten).

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit und der unübersichtlichen Schnee(matsch)situation hatten wir uns für einen kleineren Gipfel mit praktisch vollständig südexponiertem Aufstieg entschieden – dem Kleinen Pölven von Söll aus. An der Wegkreuzung oberhalb der Reiteralm gab es dann zwar doch noch eine Eene-meene-muh-Situation, weil uns plötzlich auch der Große Pölven einen Aufstieg wert schien, aber es bliebt dann doch beim Kleinen.

Wir haben es nicht bereut. Die Aussicht war viel besser, als ich es selbst in Erinnerung hatte, und die Mittel- (auf den Kaiser) wie die Fernsicht (über die Kitzbüheler zum Hauptkamm) waren großartig. Zudem war es trotz Föhnlage warm und nahezu windstill. Und Schnee ist uns – bis auf ein paar Meter beim Abstecher zum Schwoicher Kreuz – auch keiner begegnet. Es fühlte sich alles eher an wie Ende September als wie Ende November.

Ich wusste, wenn das Wetter so bleiben würde, würde meine Wahrnehmung bald kippen. Warm-herbstliche Bergtage würden sich nicht mehr wie ein Geschenk an den Wanderer anfühlen, sondern wie eine Bedrohung des Klimas. Aber an diesem Tag war es noch nicht so weit.

Inntal

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