Westlicher Geierkopf – Nordalpengipfel mit Italienblick

Ich muss sagen, dass ich nicht damit gerechnet hatte, wie beliebt der Westliche Geierkopf sein würde. Die Beschreibungen im Internet legen eine vergleichsweise komplizierte Tour nahe – und das ist auch nicht völlig falsch, sie ist relativ lang und zum Ende hin, in Gipfelnähe, muss man ein bisschen aufpassen. Aber eigentlich ist die Tour unschwierig, und das wussten die ganzen Leute offenbar, die gleichzeitig mit mir auf dem Gipfel waren. Nicht, dass es wahnsinnig voll gewesen wäre, aber ein Dutzend Leute war wohl immer am Gipfel, bei ständiger Fluktuation.

Es war aber auch ein wunderschön sonniger Tag. Am Morgen auf dem Parkplatz am Plansee teilte mir mein Auto noch mit, dass es 3° kalt sei, und der erste Aufstieg durch den schattigen Westhang war schon eher kühl. Aber auf der Hochfläche an der Zwerchenbergalm erwischte mich dann die Sonne, und dann wurde es wirklich warm. So warm, dass ich ganz froh war, dass die engen Latschengassen in der nächsten halben Stunde noch Schatten gespendet haben.

Östlicher Geierkopf Mir hat dann auch – ein Zeichen der alpinen Reife? – der Westliche Geierkopf gereicht. Nicht wenige Wanderer sind noch bis zum Ostgipfel weiter gegangen, der 20m höher ist. Aber das sah für mich nicht sonderlich lohnend aus, wohl aber einigermaßen anstrengend – und so hab ich es dann gelassen. Einen Blick bis an die Südtiroler Grenze hatte ich erstaunlicherweise auch so – die Weißkugel glänzte nämlich winzig am Horizont in der Sonne. Panorama: großartig.

Im Abstieg habe ich dann den Umweg übers Schönjöchl gemacht, den ich im Prinzip empfehlen kann… wenn man ihn auf Anhieb findet. Was ich nicht empfehlen kann: den unmarkierten Weg am Beginn des Abstiegs von der Hochfläche zu nehmen, in der Hoffnung, der werde schon zum Schönjöchl-Weg führen. Da stand ich dann im Wald, und ohne GPS wäre ich echt, echt, aufgeschmissen gewesen. (Der richtige Weg zum Schönjöchl ist markiert und geht dort geradeaus, wo der Direktweg nach rechts ansteigend abknickt).

 


Strecke: Vom Parkplatz geht es über einen Fahrweg nach Norden, bevor nach rechts der Steig zum Geierkopf abzweigt. Bald steht man in einer Schuttreiße; hier links halten, um den Weg nicht zu verlieren, der schnell wieder in den Wald führt. Dieser Weg führt nun eine Weile durch die steilen Waldhänge hinauf, bis man plötzlich vor einer flachen Hochebene steht. Diese überquert man mit leichtem Höhenverlust bis zur Lichtung unbewirtschafteten Zwerchenbergalm. Hier wendet sich der Weg nach rechts und führt durch erstaunlich schmale, tiefe Latschengassen, später durch offeneres Latschengelände hinauf bis zum Kreuzjöchl.

Ab hier geht es über Fels und gelentlich etwas Geröll südseitig hinauf bis zum Westlichen Geierkopf.

Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg; wer aber noch nicht ausgelastet ist, kann noch einen Umweg übers Schönjöchl einlegen. Dazu geht man im Wald hinter der Zwerchenbergalm an einer unbeschilderten Abzweigung geradeaus, wo der Anstiegsweg nach rechts abbiegen würde. In leichten Auf und Ab, geht es zum Schönjöchl hinauf, dessen höchster Punkt schwer auszumachen ist. Danach führt der Weg nach Süden durch den Wald, bald immer steiler, und wendet sich schließlich nach Südwest, wo er über einige Lichtungen steil hinab zum Plansee führt. Auf dem Uferweg gelangt man nach rechts schnell zurück zum Parkplatz.

 

 

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