10 Tipps für den perfekten Sonnenuntergang in den Bergen

Die Tage werden kürzer, der Herbst kündigt sich an: große Touren zu hohen, anspruchsvollen Gipfeln werden zu dieser Jahreszeit unwahrscheinlicher. Aber dafür bietet sich zunehmend die stilvolle Alternative an: eine Sonnenuntergangs-Tour!

Im Hochsommer ist das unpraktisch, weil man bis in die Nacht unterwegs wäre. Im Winter ist das Gefahrenpotenzial (Schnee plus Dunkelheit plus Kälte) erhöht. Aber zwischen Mitte September und Mitte November können Sonnenuntergangstouren so richtig Spaß machen. Am 1. Oktober geht die Sonne in Kufstein um 18:50 Uhr unter; damit lässt sich doch arbeiten.

Und dass Sonnenuntergänge im Gebirge sich lohnen, steht wohl außer Zweifel, oder?

That's All Folks

Eben. Daher kommen hier ein paar Tipps für die Tourenfindung und -durchführung. Schließlich müsst ihr nicht dieselben Fehler machen wie ich, wenn es sich doch vermeiden lässt. Doch vorab: Es gibt Leute, die sind harte Hunde. Die laufen bei Vollmond auch barfuß durch die Gegend und orientieren sich am Firmament. Solche Leute werden über die folgenden Tipps nur lachen, aber für die sind sie auch nicht gedacht – sondern für Durchschnittswanderer, die ein kleines bisschen aus ihrer Komfortzone heraustreten wollen.

Zur Tourenplanung:

  • Für gewöhnlich will man eine Tour, die nicht allzu lang ist. So schön der Sonnenuntergang nämlich auch ist – der Abstieg im Dunkeln ist entweder anstrengend (auf Steigen und Pfaden) oder langweilig (auf Fahrwegen). Und schließlich will man irgendwann auch wieder zuhause sein und gemütlich im Bett liegen.
  • Apropos Fahrwege: Sie bieten sich für den Abstieg im Dunklen an. Schmale Steige dauern im Dunklen weitaus länger als bei Tageslicht. Zumindest am Anfang ist es eine gute Idee, ihren Anteil am Abstieg klein zu halten.
  • Woran man wenig denkt: Man muss nicht nur wissen, wann die Sonne untergeht, sondern auch wo. Im September trifft sie viel weiter südlich auf den Horizont als im Dezember. Die einzige Website, die diese Informationen anbietet, ist meines Wissens http://www.datum-und-uhrzeit.de. Darum empfehle ich sie definitiv für die Tourenplanung, auch wenn sie ein bisschen unhandlich in der Bedienung ist und immer in Berlin losgehen will. (Und, Achtung, bei den Zeitangaben so tut, als gebe es keine Sommerzeit!)
  • Sucht euch ein Ziel aus, das in Richtung des Sonnenuntergangs hübsche Berge hat; dort werdet ihr die ganze Zeit hingucken.
  • Bedenkt auch, wie weit die nächsten Berge in (plus-minus) westlicher Richtung von eurem Ziel entfernt sind und wie hoch sie sind. Der Sonnenuntergang wird für den gedachten Horizont auf Talhöhe berechnet. Dash heißt, dass er früher stattfindet, wenn Berge im Weg stehen. Im Extremfall (nahe Berge, die höher sind als der eigene Standpunkt) kann das dazu führen, dass man gar keinen richtigen Sonnenuntergang sieht, sondern einfach nur plötzlich im Schatten steht.
  • Wolken sind der Feind. Aber andererseits können hohe Wolken, die nicht ganz bis zum Horizont reichen, auch besonders reizvolle Sonnenuntergänge hervorbringen. Bevor man die Tour enttäuscht absagt oder abbricht, also erstmal genau den Himmel beobachten.

A Wider View

So, habt ihr eure Tour gefunden? Dann kann es ja losgehen! Aber:

  • Brecht rechtzeitig auf! Im Gegensatz zu einer „normalen“ Tour gibt es hier ein zeitliches Ziel, das es zu erreichen gilt. Vor allem, wenn der Aufstieg über Osthänge führt, bekommt man vom Sonnenuntergang nichts mit, bis man am Gipfel steht. Aber auch in anderen Hanglagen sollte man bedenken, dass es vermutlich meistens durch den Wald geht. In den allermeisten Fällen gilt also: alles oder nichts!
  • Nehmt genug Taschenlampen und Batterien mit. Ich habe immer eine Stirnlampe und eine Handtaschenlampe dabei, falls eine von beiden den Geist aufgibt. Mit mehreren sollte unbedingt jeder seine eigene Lampe haben, damit jeder für sich den nächsten Tritt beleuchten kann.
  • Wenn die Sonne untergeht, wird es für gewöhnlich kalt. Es bietet sich also an, eine wärmende, trockene Jacke für den Abstieg dabei zu haben.
  • Und schließlich, natürlich: Nicht in die Sonne starren! (Es empfiehlt sich, Sonnenbrille und Schirmmütze dabei zu haben, damit zumindest in die grobe Richtung des Sonnenuntergangs blicken kann, ohne ständig in die Sonne zu sehen.)

Und wenn ich euch jetzt den Mund wässrig gemacht haben sollte, hier noch mein Tourentipp für Sonnenuntergangs-Anfänger: der Roßkopf am Spitzingsee. Aufsteigen kann man vom Spitzingsee nett über Haushamer Alm und Grünseealm. Dann genießt man das Panorama der Tegernseer Berge, während die Sonne am Risserkogel untergeht. Und schließlich geht es über den nicht zu verpassenden Fahrweg durchs Skigebiet sicher zurück ins Tal.

Sutten Sunset

Viel Spaß!

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One Response to 10 Tipps für den perfekten Sonnenuntergang in den Bergen

  1. Laura Kramer sagt:

    Schöner Blog, Habe auch letztes Jahr in meinem Urlaub in Schenna ein paar wundervolle Sonnenuntergänge bestaunen können teilweise direkt aus meinem Hotel

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