Schartenjoch – Doppelter Name, halber Weg

An manchen Tagen ist das Wetter einfach nur schlecht, da bleibe ich dann bevorzugt zu Hause. Aber manchmal ist das Wetter „nur“ frustrierend, und das hier war leider ein solcher Tag. Die Sonne schien zwar, aber nicht auf mich. Mit anderen Worten: Wolken hingen an den Hängen, mal direkt vor mir, mal „nur“ an den ferneren Bergen, auf die ich ansonsten Aussicht gehabt hätte. Im Tal schien die Sonne.

Warum kann ich einfach nicht im Tal bleiben?

AstenNun ja, im Nachhinein ist man immer schlauer, und wenigstens habe ich eine Strecke erledigt, die schon lange auf meiner Liste stand: von Stummerberg im Zillertal zum Schartenjoch. Und die hat sich als durchaus spannende, abwechslungsreiche Wanderung herausgestellt – auch wenn es, rein nach Kilometern betrachtet, lange über Fahrwege geht. Aber da man ein paar Mal zwischen Fahrweg und Steig wechselt, und das Gelände und die Flora sich oft ändern, kommt einem das gar nicht so schlimm vor. Zuerst geht es zwischen Wald und Asten (Mini-Almen auf halbem Weg zwischen Tal und Almweiden) hindurch, im oberen Teil des Fahrwegs dann eine ganze Weile durch schier endlose Blaubeerfelder. Ich fand das faszinierend; in der Form hatte ich das noch nicht gesehen. An der Brunnalm verdrängen dann die Alpenrosen die Blaubeeren bis zum „Gipfel“. Der ist wenig ausgeprägt, wie der Name schon vermuten lässt, bietet aber einen schönen Rundblick (zumindest theoretisch) in den Märzengrund und übers Zillertal hinweg.

Zwischen welchen beiden Zielen das hier allerdings zur Zeit der Namensgebung sinnvollerweise eine Scharte oder ein Joch gewesen sein soll, ist mir nicht ganz klar. In den Märzengrund kam man bestimmt auch früher schon mit weniger Aufwand „unten“ entlang?

Am SchartenjochSchade ist an der Tour nur, dass man eigentlich wieder über den Aufstiegsweg zurück muss. Das Gelände wirkt, als könne man recht problemlos weglos zur Kapaunsalm queren, aber: Ich habe es versucht, aber so richtig empfehlen kann ich es nicht. Nach zehn Minuten muss man einen steilen Wiesenhang abwärts queren, um in ein kleines Geröllfeld zu gelangen, und das ist kein Spaß (und bei feuchtem Boden echt gefährlich, würde ich annehmen). Danach kommt man dann mit ein wenig Orientierungsvermögen allerdings relativ problemlos voran und stößt irgendwann auf den Fahrweg, der am Kapaunsjoch-Gipfelchen vorbeiführt. Es ist wirklich schade, dass hier kein Weg angelegt wurde.

Eine Alternative scheint aber zu sein, noch ein Stück in Richtung Speikspitze aufzusteigen und dann erst rechts abzubiegen. Vielleicht probiere ich das beim nächsten Mal aus…

 


 

 

Strecke: Vom Parkplatz geht es zunächst den Fahrweg in Richtung Märzengrund, dann bald scharf nach rechts auf einen weiteren Fahrweg, dem man nun eine Weile folgt. An einer weiteren Kreuzung geht man am besten rechts; nach wenigen Minuten zweigt hier links ein Steig ab, der gegenüber dem ursprünglichen Fahrweg eine willkommene Abkürzung darstellt.

Am Ende des Steiges geht man links zurück auf den Fahrweg und folgt diesem über zwei weitere Verzweigungen (rechts, dann links) durch den Wald bis zur Brunnalm. Hinter den Almgebäuden geht es in einer weiteren Serpentine über alte Fahrspuren; an deren Ende weisen Markierungen den Weg über gelegentliche Steigspuren bergan. Nach kurzem steilen Anstieg gelangt man in etwas sanfteres Gelände. Hält man hier auf den Bergrücken zu, kann man sich kaum mehr verirren.

Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg.

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One Response to Schartenjoch – Doppelter Name, halber Weg

  1. ab und an denk ich mir das auch,wenn ich im regen und nebel rumlauf.
    aber trotzdem hast du es durch gezogen :). (y)

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