Zum Wendelstein und zum Wendelstein

Normalerweise würde es mir ja im Traum nicht einfallen, zweimal in derselben Saison auf denselben Berg zu gehen. Aber trotzdem war ich zweimal innerhalb von zehn Tagen am Wendelstein, und das kam so:

Beim ersten Mal wollte ich zum Wendelstein. Weil ich den Weg von Osterhofen über Hochkreuth schon kannte, wollte ich den Aufstieg von Geitau am Schweinsberg entlang nehmen. Dazu läuft man vom Parkplatz in Osterhofen erstmal dreieinhalb Kilometer mehr oder weniger durchs Tal, bevor es richtig ins Gebirge ging. Dummerweise stand an genau der Stelle dann eine ganze Batterie von Durchgangsverboten und Warntafeln wegen Straßen- bzw. Holzbauarbeiten. Aber die Aussagen auf den verschiedenen Schildern widersprachen sich gegenseitig, und so habe ich dann beschlossen, doch mein Glück zu versuchen. 400 Höhenmeter weiter war dann aber doch Schluss – hier war unmissverständlich gesperrt und es fanden tatsächlich Arbeiten statt. Also Umkehr. Grrr.

Eines der Schilder am unteren Ende deutete allerdings eine Umleitung an („über Fahrweg zur Spitzingalm“). Ich dachte, das hier wäre der Fahrweg?! Der einzige andere Weg zur Spitzingalm war auf meiner Wanderkarte als Wanderweg eingetragen – und vor Ort nicht ausschildert. In Bayrischzell ist man offenbar der Meinung, dass es reicht, Ortskundigen knappe Hinweise zu geben. Sollen die anderen halt unten im Tal bleiben…

Nun ja, ich habe es dann gewagt und bin den anderen Weg hinauf, der tatsächlich zur Spitzingalm und – mit ein paar Minuten weglosem, von unten nicht (wohl aber von oben) beschildertem Gehen über die Almwiesen – weiter zum Wendelstein hinauf führt. (Dort hängt übrigens mittendrin ein Schild, das dieser Weg montags bis freitags abwärts gesperrt sei. Hä?)

Und dann, nach ingesamt 1300 Höhenmetern bis zur Bergstation, habe ich mir den Gipfel letztlich gespart – der ist ja sowieso eher doof – und bin gleich wieder mit der Seilbahn runtergefahren.

Leitzachtal

An Ostern wollte ich dann eigentlich zum Wildalpjoch. Aber auch hier war mir der „normale“ Aufstieg zu doof. Mein Plan war, vom Sudelfeld zu den Wendelsteinalmen aufzusteigen und dann an Kesselwand und Seewand vorbei zum Wildalpjoch zu queren. Bis zu den Wendelsteinalmen lief das auch ganz gut, aber dann… kam einfach keine Abzweigung. Und da noch etwas Schnee lag und auch niemand gespurt hatte, konnte ich den Weg nicht finden. Die einzige Alternative (vom Umdrehen einmal abgesehen) war, auf dem Weg zu bleiben – dem Weg zur Wendelsteinbahn.

Vier GämsenMann, war ich sauer. Und das Wetter war auch nicht so toll. Wenigstens habe ich ein paar ziemlich zutrauliche Gämsen gesehen…

Auch an der Bergstation gab es keinerlei Hinweise auf den Weg, der hier in Richtung Soinhütte führen müsste, und den ich halb als möglichen Weiterweg ins Auge gefasst hatte. Später habe ich dann erfahren, dass die Wegweiser in diesem Bereich im Winter entfernt und erst bei schneefreien Wegen wieder aufgestellt werden. Das finde ich persönlich jetzt auch eher verwirrend.

Denselben Weg zurück zu gehen, darauf hatte ich auch keine Lust. Also bin ich mit der Seilbahn runtergefahren, mit der BOB nach Bayrischzell und dann über die Skiabfahrt zurück rauf zu meinem Auto am Sudelfeld. Auch mal eine interessante Routenführung…

Vom Wendelstein habe ich jetzt jedenfalls für diesen Sommer schon jetzt genug gesehen.

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