Jochberg – Der eine Berg…

Walchensee-Panorama

Als sich die Planer der Energiewende die Jocheralm direkt unterhalb des Jochbergs als Standort für einen neuen Speichersee ausgesucht haben, werden sie sicher alles Mögliche berücksichtigt haben: Geologie, bestehende Infrastruktur, Grundbesitzverhältnisse und vermutlich auch das etwaige Vorkommen seltener Pflanzen- und Tierarten. Was sie offensichtlich weniger beachtet haben: dass der Jochberg der eine Berg ist, auf den sich irgendwann ganz Oberbayern als lockeres alpines Ausflugsziel geeignet hat. Jeder kennt den Jochberg. Gibt es irgendeinen anderen Berg in den bayerischen Alpen (ohne Seilbahn), der besser besucht ist? Mir fällt keiner ein.

Dementsprechend steht direkt am Beginn der Aufstiegs von der Kesselbergstraße her eine große mahnende Tafel (überschrieben mit „Nochberg“, denn jede Bürgerinitiative braucht bekanntlich ein Wortspiel). Die demonstriert, wie der Panorama-Blick vom Jochberg durch diesen See beeinträchtigt würde. Dass mag egoistisch und manipulativ sein, aber hier kommen jeden Tag im Sommer Dutzende bis Hunderte Wanderer vorbei – beste Lage. Viel Erfolg, liebe Energie-Allianz, beim Kontern…!

Jedenfalls, was ich sagen wollte: Ich war an einem Freitag oben, es war März, die Almwirtschaft war noch geschlossen, das Wetter war zwar ganz ordentlich, aber nicht perfekt – und es war trotzdem voll am Gipfel. Das nächste Mal komme ich nachts…

Was mich am Rande erstaunt hat: Der Abstieg über die Jocheralm nach Sachenbach verlief völlig anders als auf meinen beiden Karten dargestellt. Sowas irritiert mich immer etwas, aber in diesem Fall war es okay, denn das Ende des Wegs war dann wieder (ungefähr) da, wo ist es erwartet hatte.

 


 

 

Strecke: Nahe der Kesselberghöhe zweigt nach Osten in den Wald ein beschilderter Steig ab, der zwar in Serpentinen, aber doch recht steil stetig bergan führt. An einem Aussichtspunkt (mit Blick über den Steilabbruch hinweg auf den Kochelsee) wendet sich der Weg kurz nach Süden und teilt sich bald etwas unübersichtlich in einen direkten Weg zur Jocheralm (rechts) und den Weg zum Jochberg (links), der immer am breiten Grat entlang führt und nach kurzem aus dem Wald heraus tritt und über teilweise erodierende Wiesen zum Gipfel führt.

Vom Gipfel aus geht man kurz auf demselben Weg zurück, bis kurz vor der Waldgrenze links der Weg zur Jocheralm abzweigt, die man schnell erreicht.

Der Abstieg kann auf demselben Weg erfolgen, oder zunächst über den Fahrweg Richtung Jachenau, dann am Abzweig rechts auf einen Steig steil hinab, später teilweise über einen Fahrweg, teilweise wieder auf einem Steig abkürzend, bis zum Walchensee nahe Sachenbach.

Schöner, knieschonender, und weniger überlaufen, aber viel länger – ist es, erst den zweiten Abzweig (nach ca. 15 Minuten) nach rechts zu nehmen. Zunächst geht es auch hier schnell bergab, dann aber zieht sich der Steig lange unter stetigem, sanften Höhenverlust durch den Wald am Hang entlang, bis schließlich wieder einige Serpentinen folgen. Er mündet schließlich auf den Fahrweg aus der Jachenau in Richtung Sachenbach, auf dem man gemächlich zurück zum Ufer des Walchensees wandert.

An der Uferstraße gelangt man bei beiden Abstiegen – etwas unspannend – zurück an die Kesselbergstraße, neben der man auf zwei kurzen Steigen bergan zurück zum Parkplatz gelangt.

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One Response to Jochberg – Der eine Berg…

  1. […] Ich war auch noch auf dem Brennkopf oberhalb von Walchsee. Und einen größeren Gegensatz zum Tag vorher auf dem Jochberg ist kaum vorstellbar. Wir erinnern uns: Der Jochberg war, an einem Freitag, gut […]

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