Kleiner Kaserer – Höher ist kälter… und cooler


Kleiner Kaserer

Höher ist kälter.

Insofern fand ich meine Strategie für letzten Sonntag, einen der heißesten Tage der letzten Jahrzehnte, völlig folgerichtig: Am besten steige ich so weit wie möglich nach oben.

In Hintertux (im Schatten) schien der Plan auch noch aufzugehen. Als ich allerdings um kurz vor neun Uhr an der Sommerbergalm in der Sonne stand, ging das Schwitzen trotzdem schon los. Zum Glück kam auf meiner Strecke recht bald ein leichter Wind dazu, der die Temperaturen dann insgesamt ganz angenehm machte. Glück muss man haben.

Ja, der Kleine Kaserer, der stand schon länger auf meiner Liste. Allerdings sind die Wegbeschreibungen, die man im Internet findet, sehr unterschiedlich. Für manche ist es ein „Dreitausender mit Weg“ (stimmt), andere sagen, es sei ihr beschwerlichster Aufstieg überhaupt gewesen, und mit jedem Schritt würde man im Geröll einen Meter nach vorn machen und einen halben zurückrutschen. Also war ich bisher etwas zurückhaltend… aber jetzt passte es einfach.

Und es war toll. Das mit dem Geröll kann ich so nicht unterschreiben – vielleicht hängt das aber auch mit den kurzfristigen Bedingungen zusammen (Luftfeuchtigkeit, letzter Regen). Ab ca. 2620m geht man tatsächlich ganz überwiegend über Geröll, aber die meiste Zeit handelt es sich dabei um sehr feines, fast sandiges Zeug, das zumindest bei meiner Begehung relativ gut mit dem Untergrund verhaftet war. Ein paar kurze Stellen sind aber trotzdem unangenehm, nämlich wenn der Weg auf (wenn auch nur mäßig) rutschigem Untergrund im steilen Gelände quasi in der Falllinie verläuft. Das sind aber zum Glück nur drei oder vier mal zehn bis zwanzig Meter auf der gesamten Strecke. Beim Abstieg war ich tatsächlich erstaunt, wie leicht er mir fiel.

Und der Gipfel? Ist toll. Klar steht man direkt über dem Gletscherskigebiet von Hintertux, geschenkt. Aber der Blick reicht vom nahen Olperer bis in die fernen Stubaier (und sogar Ötztaler) über dem Wipptal, das Karwendel und den Rofan über dem Inntal und – am Olperer vorbei – in einen Teil der Zillertaler Alpen. Dazu kommt der Tiefblick auf den idyllischen Kaserer Winkl. Die Tuxer Alpen sieht man sowieso quasi komplett (weil nah dran und relativ niedrig).

Auf dem Rückweg habe ich dann noch die – allerdings von Touristen belagerten – Gipfelchen von Frauenwand und Weißer Wand mitgenommen, von denen aus ich sehr schön auf den eigentlichen Gipfel des heutigen Tages mitsamt des gesamten Anstiegswegs blicken konnte.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: