Labergalm – Die Tücken des Herbstes

6. November 2011

Brandberger Kolm

Und dann am Sonntag: Der Herbst ist zwar superschön, hat aber auch Nachteile. Ist aber auch superschön. (In der Reihenfolge.)

Eigentlich wollte ich mir die Zeitumstellung zunutze machen und besonders früh aufstehen, um besonders früh schon oben auf dem Berg zu sein, die kalte Morgenluft genießen, den anderen Wanderern voraus sein… und so weiter. Tja, um 10:00 Uhr stand ich dann endlich in meinen Bergschuhen. Grummel. Ich sag nur soviel: Das Halltal in Absam hat schon Wintersperre. Und der Zillergrund auch.

Also bin ich eine relativ unspektakuläre Tour gegangen – von Brandberg über den Bergmähderweg in Richtung Kolmhaus, kurz vor der Hütte dann aber links ab und hinauf zur Labergalm. Das fand ich erst etwas frustrierend, aber es wurde: ein wunder-wunderschöner Herbsttag mit großartiger Sicht und tollen Blicken auf die gelben Lärchen und einzeln roten Laubbäume zwischen dem grünen Nadelwald. “Alpinistisch” und sportlich gesehen, ragte der Tag jetzt nicht so raus, aber visuell/fotografisch absolut. Ich empfehle ausnahmsweise auf jeden Fall das zugehörige Foto-Album bei Flickr.

Zum Schluss bin ich noch am Steinerkogl-Gasthaus vorbeigekommen – das ist offenbar das Naherholungsziel der Einheimischen schlechthin… mit vollem Rucksack und durchgeschwitztem Hemd kam ich mir da dann doch plötzlich sehr deplatziert vor.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Kirchspitze – Das Langes-Wochenende-Finale

13. Oktober 2011

Im Schönachtal

So, den dritten Teil vom langen (vorletzten) Wochenende bin ich euch ja noch schuldig. Der Plan war eigentlich gewesen, mich am Sonntag etwas zu schonen, um dann am Montag nochmal etwas mehr aufdrehen zu können. Leider war das mit dem Schonen dann aber doch nicht so furchtbar weit her. Für den Abschluss habe ich mir darum dann eine zwar auch nicht kurze Tour ausgesucht, aber immerhin eine, die ich – weitgehend – schon kannte, damit es keine bösen Überraschungen gab.

Also: die Kirchspitze in der Gerloskette, ein großartiger Gipfel mit wunderbarem Blick in die Zillertaler Alpen (und in die Tuxer und Kitzbüheler, aber die sind weiter weg und geringfügig weniger beeindruckend). Der Aufstieg durchs Schönachtal und die offenbar sporadisch bewirtschaftete Stackerlalm ist besonders schön und relativ wenig begangen.

Wobei: seit der Fürstalm-Sessellift eingestellt und abgetragen worden ist, ist sowieso nicht mehr so viel los an der Kirchspitze. Der Nachteil ist, dass man halt den ganzen Weg jetzt auch wieder runter gehen muss. Der Weg über den Arbiskogel und durch den Wald nach Gerlos hinab ist aber eigentlich ganz schön – nur leider teilweise auch matschig/rutschig.

Aber insgesamt war das eine wunderschöne herbstliche Wanderung, die ich wirklich nur empfehlen kann.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Spannagelhaus – Der Tag der Verunsicherung

21. September 2011

Frauenwand und Weiße Wand

Eigentlich wollte ich was ganz anderes machen, nämlich von Hintertux aus den Kaserer Winkl “erkunden” – eine ungewöhnliche Route mit Rauf-Runter-Rauf-Runter-Effekt. Aber dann kam mir der morgendliche Wetterbericht im Radio dazwischen, der plötzlich von häufigen gewittrigen Schauern im Tagesverlauf sprach. Und leider sah der Himmel auch nicht so toll aus, wie ich mir das vorgestellt hatte… also habe ich schnell umdisponiert und mir stattdessen den Aufstieg zur Spannagelhütte ausgesucht. Viel im Wald, Umkehr immer möglich, notfalls auch Abzweig zur Sommerbergalm, und (typisch für mich in diesem Sommer): Abstieg per Seilbahn. Spart auch viel Zeit.

Natürlich war am Ende schönster Sonnenschein und keine Gewitterwolke weit und breit. Seufz. Naja, was soll’s.

Aber ich wurde auch noch weiter verunsichert, denn nach etwa einer halben Stunde komme ich an eine T-Kreuzung und stehe vor einem Schild (eigentlich einer ausgedruckten, laminierten und in die Landschaft gestellten E-Mail, die – kein Scherz – mit “lieber Sepp” beginnt). Da steht, dass der Weg gesperrt ist. Nur… welcher? Der Wegweiser nebendran ist unberührt. So, wie das Schild steht, könnte es der Weg sein, auf dem ich gekommen bin. Aber warum stand es dann nicht am Anfang des Weges im Tal? Oder auch der, auf dem ich weitergehen will. Aber wenn alle beiden weiterführenden Wege gesperrt sind, warum ist dann der dritte, der dadurch ja zur Sackgasse wird, noch offen?

Am Ende dachte ich mir: egal. Und bin einfach weitergegangen. Der Weg wirkte weder gesperrt noch gefährlich. Sondern eigentlich ganz nett. Nur leider muss man zirka das letzte Viertel immer in direkter Nähe zur Seilbahn aufsteigen, was ja doch ein bisschen an der Privatsphäre/Bergeinsamkeit zehrt.

Aber dafür habe ich seit langem mal wieder ein Murmeltier gesehen. Immerhin.


Gamshütte – Hütte ja, Gemsen nein

15. Juni 2011

Kurz vor der Gamshütte

Und ich hänge, blogtechnisch gesehen, mal wieder ein bisschen zurück: Zum Abschluss der “Zillertaler Almenwoche” ging’s am vorletzten Sonntag über die Grinbergalm zur Gamshütte. Der Wirt oben auf der Hütte fand das ein bisschen doof und meinte, der Hermann-Hecht-Weg wäre ja viel schöner.

Den sind wir dann halt runter gegangen – man kann beide Wege sehr schön zu einer Rundtour verbinden, wenn man in Innerberg an der Rosengartenbrücke parkt. Und ja, der Hermann-Hecht-Weg ist tatsächlich auch schön. Weniger Fahrweg, dafür aber andererseits auch mehr Wald.

Blöd war nur, dass uns dann nach ca. zwei Dritteln des Abstiegs noch eine leichte bis mittlere Verletzung heimgesucht hat (“walking wounded” sagt man da wohl). Blöd gelaufen, das – zumal das Gelände da absolut unschwierig ist. Aber so kann’s halt kommen in der “Wildnis”.


Pitzenalm – Sechs auf einen Streich

31. Mai 2011

An der Lichteckalm

2008 hatte ich schon einmal festgestellt, dass sich der Ginzlinger Hochalmweg sehr gut eignet, um auch bei verstärkter Schneelage den ganz großen Bergen zumindest ein bisschen nahe zu kommen. Das bot sich jetzt wieder an, denn das ständig schwankende Wetter in diesem Frühjahr/-sommer hat ja doch wieder mal für Schneegrenzen um 1600m gesorgt…

Am Weg hat sich eigentlich nichts geändert seit damals: An Innerböden vorbei geht es nach Oberböden, zur Wildalm, zur Feldlalm und zur Pitzenalm (sehr hübsch gelegen), dann im Abstieg über die Lichteckalm und die Paschbergalm. Und bis auf das Teilstück zwischen Wildalm und Feldlalm muss man nicht mal über Fahrwege laufen – sehr ungewöhnlich für eine Almwanderung!

Die kurzfristige Schneeschmelze war dann an Wildalm und Pitzenalm sehr anschaulich zu erkennen: Wir saßen unter den Dächern vor der Hauswand und guckten in den “Regen” – die Almhütten haben keine Regenrinnen, so dass das Schmelzwasser ungestüm vom Dach tropfte…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Heiliggeistjöchl

16. September 2010

Zillergründl

Manchmal gibt es Touren, deren Machbarkeit stark von den Fahrplänen der öffentlichen Verkehrsmitteln abhängt. Zum Beispiel ist die Tour vom Penken zum Rastkogel und weiter durchs Sidantal total schön, aber immer ein bisschen hektisch, weil man morgens von der ersten Fahrt der Seilbahn und nachmittags vom letzten Bus abhängig ist.

So ähnlich ging es mir auch am Zillergründl. Der erste Bus kommt um 9:30 Uhr an der Staumauer des Speichersees an, der letzte fährt wieder um 17:30 Uhr. Dazwischen sollte man alles erledigt haben. (Es sei denn, man ist so ein toller Hecht, dass es einem nach acht Stunden Wandern auch nicht ausmacht, nochmal 400 Höhenmeter nach Bärenbad abzusteigen. Oder vorher aufzusteigen. Beides keine ideale Option für mich.)

Aber ich wollte unbedingt wenigstens einmal diesen Sommer “so richtig” in die hohen Berge, bis zum Hauptkamm.

Daher also trotz allem volles Programm: Am Stausee lang zur Hohenaualm und dann weiter bis zum Schönangerl, einer großen flachen Wiese im hintersten Zillergrund. Bis hierhin haben sich den Sommer über offenbar tatsächlich noch Kühe herumgetrieben, obwohl es ziemlich weit weg von der Almhütte liegt… Da stand ich dann und hatte schon weite Teile der 2:45 Stunden aufgebraucht, die mir laut Wegweisern bis zum Heiliggeistjöchl zustanden. Aber ich war ja sooo nah dran… also weiter. Am Ende habe ich gut 3 Stunden gebraucht, lag also schon mal hinter dem Zeitplan.

Das Heiliggeistjöchl selbst: wunderschön, mit Blick ins Ahrntal, so ähnlich wie vom Hundskehljoch, wo ich ja auch ganz begeistert war. Hat sich definitiv gelohnt.

Im Abstieg dann gab es die Möglichkeit, einen Abstecher über die Plauener Hütte zu machen. Davon versprach ich mir weniger Klettern über grobe Felsblöcke. Der Nachteil: angeblich dauert es drei Stunden allein bis zur Hütte. Wenn dem so gewesen wäre, hätte ich mir den letzten Bus gleich mal abschminken können. Aber völlig zu Recht habe ich dem Wegweiser nicht geglaubt und stand nach 1:50 Stunde auf der Terrasse der Plauener Hütte.

Am Ende hatte ich dann noch ein Polster von 15 Minuten und war ziemlich fertig, aber Spaß hat’s trotzdem gemacht.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Lixlkarschneid

18. Juli 2010

Labergalm

Diesen Eintrag “Lixlkarschneid” zu nennen, tut ihm ein bisschen Unrecht: Die Lixlkarschneid ist wirklich nicht das zentrale Element der Tour, und – genau genommen – nicht mal ihr höchster Punkt. Aber eine bessere Bezeichnung ist mir auch nicht eingefallen.

Das soll aber die Tour nicht schmälern! Es war eine wunderschöne, abwechslungsreiche Tour, die wahrscheinlich außer mir kaum jemals jemand so geht (selbst schuld). Sie hat mir auch wieder mal bewiesen, dass man durch geschicktes Zusammenstellen schöne Touren kreieren kann, die so weder der Tourismusverband noch die Wanderführer auf dem Plan haben. Und dass ich auch im Zillertal noch neue Ecken finden kann, obwohl ich eigentlich dachte, dass ich das ziemlich vollständig abgegrast hätte.

Also: Man fährt mit der Gerlossteinbahn von Hainzenberg aus rauf, geht dann über die Kotahorn-, Karl- und (besonders malerisch) Labergalm in Richtung Brandberg, immer mit ungewohntem Blick auf die imposante Ahornspitze “von der Seite”. Dann quert man in Richtung Brandberger Kolmhaus (auf älteren Karten fehlt diese kurze Verbindung noch, ohne die man fast bis Brandberg absteigen müsste), steigt von dort auf zur Lixlkarschneid und geht schließlich zurück zur Gerlossteinbahn. Man sollte nur die Zeit im Auge behalten, damit man die letzte Talfahrt nicht verpasst.

Ich bin immer noch ganz begeistert! Idyllische Almen, hübsche Hochtäler, alpines Feeling. großartige Panoramen, ordentliche sportliche Betätigung… toll.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Plauener Hütte

30. September 2009

Von der Plauener Hütte zum Stausee

So, jetzt muss ich aber wirklich mal aufholen – ich liege fünf Touren zurück mit dem Bloggen, das kann ja nicht angehen.

Also: die Plauener Hütte. Liegt am Ende des Zillergrund hoch über dem gleichnamigen Stausee – wie man auch auf dem Foto erkennen kann. Ich war in dieser Gegend vor zwei Jahren schon mal und habe da den langen Marsch durch den Hundskehlgrund angetreten (Fotos). Der Aufstieg zur Plauener Hütte ist längst nicht so einsam wie die Wanderung damals, aber so ist das halt, wenn’s was zum Einkehren gibt. Trotzdem: Gerade überlaufen war die Plauener Hütte nicht, für einen sonnigen Samstag im Spätsommer.

Ich war dieses Jahr noch nicht viel in “Gletschernähe” gewesen, und das Ziel, das zu ändern, ist natürlich gelungen; der Blick auf die Reichenspitzgruppe war großartig; zum Hauptkamm hin versperrten leider meistens die überschießenden Föhnwolken den Blick. Aber ich will mich nicht beklagen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Hochalmweg – Pitzenalm

11. Oktober 2008

Blick in die Gunggl

Einmal noch wollte ich so richtig ins Hochgebirge, bevor der Winter losbricht – also, zumindest an eine Stelle, wo man das richtige Hochgebirge zumindest um sich rum hat. Die Schneeeinlage verhinderte für mich leider eine echte Gipfelbesteigung.

Also bin ich nach Ginzling gefahren, ans hinterste Ende des Zillertal, und dort von Alm zu Alm gelaufen (insgesamt waren es sechs, und eine siebte habe nur um wenige hundert Meter umgangen). Das klingt lahm, ist aber sehr, sehr schön, gar nicht sooo unanstrengend, und angenehm einsam.

Die einzigen Leute, die mir begegnet sind, waren zwei junge Frauen, die mir entgegen kamen; ein Almbauer mit seinem kläffenden Spitz; und eine mindestens 80-jährige Frau, die mit Gummistiefeln aus der Oberbödenalm kam und mir erklärte, dass sie heute noch bis “ganz weit rauf” wollte. Ich hoffe, sie hat sich nicht zuviel zugemutet.

Jedenfalls: Höchst empfehlenswert, erst recht im Herbst. Großartiger Gipfelblick, aber maximal 1870m hoch und überwiegend südostexponiert, daher fast komplett schneefrei.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Ahornspitze

11. August 2008

Popbergspitze

Nach 2001, 2003 und 2005 wurde es schon lange mal wieder Zeit, der Ahornspitze einen Besuch abzustatten, schätze ich. Ist ja auch ein wunderschöner Aussichtsberg hoch über dem Zillertal mit Blick vom Karwendel bis zu den Tauern und auch sonst so ziemlich überall hin.
Allerdings war der Berg diesmal ziemlich überlaufen. Vielleicht lag es nur am ausgesprochen schönen Wetter an diesem Ferien-in-Bayern-Sonntag, aber ich habe das Gefühl, die Ahornspitze legt an Popularität zu. Schade einerseits, aber andererseits… was ist das schönste Panorama wert, wenn man es nicht mit anderen teilt? (Wobei… ich teile es ja schon mit anderen – auf Flickr.)

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 165 other followers