Grüblspitze

4. Oktober 2009

Die Grüblspitze ist so ein Stand-by-Berg, den man eigentlich immer mal machen kann, wenn einem nicht recht was Besseres einfallen will. Allerdings wird man ihr mit dieser Kategorisierung auch nicht so richtig gerecht, denn es ist eigentlich ein sehr schöner Berg mit einem Aufstieg, der viel interessanter ist, als es der Blick auf die Karte vermuten lassen würde.

Erst geht es über die talnahen Almenhänge des Tuxertals, dann kurz durch den Wald (dabei immer von einer Alm zur anderen) und schließlich über die weiten Wiesenhänge unterhalb des Gipfels, von denen aus man schon einen tollen Blick über das ganze Tuxertal und ins Junstal hat.

Der Vorteil/Nachteil: den Abstieg kann man mit der Seilbahn entscheidend abkürzen – was natürlich auch dazu führt, dass man nicht eben auf Bergeinsamkeit trifft. Und teilweise wird man sogar komisch angeguckt von den Seilbahnbenutzern, die gar nicht verstehen können, dass man vielleicht auch mal „by fair means“ hier rauf kommen möchte. Aber gut für die Knie ist das trotzdem.


Gschützspitzsattel – Tote Böden

3. August 2009

So ungefähr einmal im Jahr unternehme ich eine Wanderung wie diese: wo man lange skeptisch ist, weil sie auf der Wanderkarte so furchtbar lang aussieht; und weil man relativ weit fahren muss bis zum Ausgangspunkt; und weil es doch recht weit herauf geht.

… ob das Wetter auch wirklich hält?

Und dann mache ich es doch. Und ich verausgabe mich dabei, weil der Weg in der Realität wirklich so lang ist wie auf der Karte, aber: Ich werde auch belohnt, denn der Weg ist einfach nur toll. Genau so ein Weg war das am Samstag.

Von Hintertux hinauf ins Weitental ist eine total touristische Angelegenheit, was schon allein an dem halbwegs malerischen Wasserfall liegt, der den Eingang des Weitentals markiert (und an den vielen Leuten, die mit der Gletscherbahn rauffahren und dann durchs Weitental runter laufen). Aber dann geht es steil bergauf in die Wiesen hoch über dem Weitental, mit einem tollen Blick auf den Olperer und in die Zillertaler Alpen hinein.

Und dann überquert man den Gschützspitzsattel (der auf der Wanderkarte namenlos bleibt, aber hilfreicherweise vor Ort mit einer kleinen weißen Tafel beschriftet ist). Und es öffnet sich ein völlig neues Panorama nach Osten hin, über den nicht sehr idyllisch klingenden, aber wirklich hübschen Toten Böden.

Auch hier ist man nicht völlig allein (aber wo ist man das schon in den Alpen?), weil hier der inoffizielle Fernwanderweg München-Venedig entlang führt; so trifft man hier viel mehr Fernwanderer als Tagestourengeher. Richtig einsam ist dann der Abstieg durch die Tote Klamm (längst nicht so klammig – oder so tot – wie man vermuten würde) bis zum Junsalm-Hochleger („Stoankasern“).

Und gut, dann sind es immer noch anderthalb Stunden, bis man wieder im Tal ist, und das meiste davon über einen langweiligen Fahrweg, aber das macht dann auch nichts mehr, denn der Rest des Wegs? War. So. Toll!

… merkt man mir meinen Enthusiasmus an?


Gratzenkopf

12. Juli 2009

Auf dem Kellerjoch war ich schon zwei- oder dreimal – ich weiß es gar nicht mehr so genau. Aber ich bin immer von Osten aus losgegangen, vom Spieljoch aus (also, mit der Seilbahn von Fügen aus), und dann quasi einmal ums Kellerjoch rum.

Gestern hatte ich mir was anderes ausgedacht: Von Schwaz mit dem Kellerjochlift rauf und dann im weiten Bogen über die Gratzenköpfe zur Kellerjochhütte. Und wenn die Zeit dann noch reicht, vielleicht noch zum Kellerjochgipfel.

Hat leider nicht ganz geklappt, weil das Wetter absolut unberechenbar war und ich unbedingt vermeiden wollte, die letzte Talfahrt der Sesselbahn zu verpassen – wer weiß schob, ob die bei Regen vielleicht nicht eher zumachen. Ich war eh etwas spät dran, weil von der Kellerjochbahn in Schwaz nur die oberste Sektion im Sommer im Betrieb ist und ich die Anfahrt über die Bergstraße zeitlich etwas unterschätzt hatte.

Also habe ich das Kellerjoch am Ende links liegen lassen. Aber der Gratzenkopf ist auch nicht ohne; der Anstieg ist zwar nicht sonderlich schwer und der höchste Gipfel des kleinen Grats ist auch längst nicht so hoch wie das Kellerjoch. Aber das Panorama über das Inntal ist genauso super (und zum Glück lichtete sich der Nebel genau in dem Moment, als ich zum Gipfel kam) – und es ist deutlich weniger los!

Alles in Allem war das eine sehr schöne, wenn auch nicht unbedingt anspruchsvolle Tour. Nur dass ich am Ende feststellen musste, dass eine Kuh meine Motorhaube mit einer öffentlichen Toilette verwechselt hatte, fand ich nicht so toll…


Rastkogel

8. August 2008

Der Rastkogel ist definitiv der schönste Aussichtsberg in den Tuxer Alpen — da macht es auch nichts, wenn man schon zum dritten Mal raufläuft. (Mir jedenfalls nicht.)

Bisher bin ich ja immer erst von Finkenberg rauf und dann durchs Sidantal zur Rastkogelhütte und weiter zur Zillertaler Höhenstraße gelaufen. Das Blöde daran ist nur, dass die Zeit zwischen der ersten Fahrt der Finkenberger Almbahn und der letzten Fahrt des Busses von der Höhenstraße nur gerademalso ausreicht, um diese doch etwas ausladende Tour zu gehen.

Also sind wir diesmal lieber wieder umgedreht, was den Fahrweganteil und den Mitten-im-Skigebiet-Anteil leider deutlich erhöht. Aber dafür: Kein Schlusssprint zur Bushaltestelle. Hat alles seine Vorteile und Nachteile…