Kuhmesser – Aller guten Hütten sind drei

29. September 2011

Gilfert

Nach dem einigermaßen erfolgreichen Test meiner Gesundheit und Fitness am Samstag habe ich mich dann am Sonntag – vielleicht ein bisschen unvernünftig/voreilig, aber das Wetter war halt so gut! – an eine etwas längere Tour gewagt: von Grafenast am Pillberg oberhalb von Schwaz zum Loassattel und über den Kuhmesser zur Kellerjochhütte.

Leider habe ich, wie so oft, einen Teil des Weges mal wieder nicht gefunden (vom Naunzalm-Niederleger zum Loas), so dass ich am Ende etwas oberhalb des Sattels herauskam und wieder nicht zum Sattel und dem dortigen Gasthof selbst (das ist jetzt das dritte Mal, glaube ich, auf verschiedenen Wegen). Der Anstieg zum Kuhmesser war dann ordentlich anstrengend, aber sehr schön. Nur kalt war’s da oben irgendwie.

Also bin ich schnell weiter zur Kellerjochhütte in Hoffnung auf ein bisschen heiße Suppe. Aber leider war an dem Tag in der kleinen Kapelle oben am Kellerjoch eine Bergmesse, und die war gerade aus, und die Teilnehmer strömten nun alle zur Hütte. Ich hab geschätzt, dass ich schneller zur Bergstation der Kellerjochbahn (und dem Berggasthof da) komme als an eine Suppe auf der Hütte, und so bin ich also schnell dahin abgestiegen.

Und tatsächlich gab’s noch eine durchaus ordentliche Speckknödelsuppe für mich. Lecker. Und verdient.


Glungezer & Kreuzspitze – Die Strafe auf dem Fuße

8. September 2011

Aus dem Voldertal ins Karwendel

Und dann war da noch: die Wanderung, die nicht enden wollte.

Gut – ich muss zugeben, ich war selbst schuld. Ich bin zu spät aufgestanden, dadurch in stockenden Verkehr geraten, dadurch zu spät am Ausgangspunkt angekommen. Und außerdem hätte ich den Zeitangaben auf den Wegweisern einfach Glauben schenken können, und dann wäre es schnell klar gewesen, dass meine Zeitplanung ziemlich utopisch war. Aber: Wer nicht hören will, muss fühlen.

Die eigentliche Wanderung ist dabei sogar sehr schön: Mit dem Sessellift von Tulfes bis Tulfein hinauf, dann über den Fritz-Anker-Steig zum Glungezer und immer weiter am Grat entlang bis (mindestens) zur Kreuzspitze. Der Grat macht zwar Spaß, kostet aber leider auch eine Menge Zeit, weil es ständig auf und ab geht, aber vor allem: weil man eigentlich die ganze Zeit über blockige Felsen krabbelt – jeder Schritt ist einigermaßen aufwändig. Das wirklich Blöde ist, dass man dann an der Kreuzspitze steht (oder am Rosenjoch, das ich mir dann aber doch gespart habe, obwohl es wohl auch nur zwanzig Minuten länger gedauert hätte) – und irgendwohin zurück muss.

Die Möglichkeiten: direkt zurück (uff, über die Felsen?); Abstieg in Richtung Voldertal und zurück hinauf zur Bergstation (der ursprüngliche Plan, aber völlig utopisch); Abstieg bis ins Voldertal und zurück zur Mittelstation (eventuell ein klitzekleines bisschen machbar); und Abstieg komplett zurück nach Tulfes (über 2000 Höhenmeter).

Es wurde dann Letzteres, und daher weiß ich jetzt beispielsweise auch, wie sich Dehydrierung bei mir anfühlt (alle vier Extremitäten fangen an zu kribbeln). Neun Stunden waren einfach zu viel. Neun Stunden – und der blöde Stolz/Ungeduld, der mich die Voldertalhütte hat links liegen lassen, obwohl ich da schon arg Durst hatte.

Wie gesagt, selbst schuld. Und hey… ich hab’s ja überlebt.


Torseen & Ramsjoch – Der erste Schnee

29. August 2011

Torsee

Das Tuxertal positioniert sich in seiner Werbung als “das grüne Gletschertal”, und so sah es am Wochenende auch aus. Okay, mit dem Gletscher ist es – wie überall – nicht mehr so ganz weit her; aber durch den Schneefall vom Samstag waren die Höhen weiß, und die Wiesen in den Tälern wirkten umso grüner. Eine Alpenidylle.

Fürs Wandern war der Schnee natürlich nicht ideal, aber wir haben es trotzdem immerhin bis auf 2500m hinauf geschafft, ganz ohne nasse Füße oder Schneeblindheit. Ich wollte nämlich schon lange mal zum Torsee, aber die Gelegenheit dazu ist nicht oft gegeben, denn zu Zeit-Haben und Wetter kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Torseen liegen innerhalb eines Truppenübungsplatzes, und an den meisten Tagen ist dort militärisches Sperrgebiet.

Am letzten Sonntag aber nicht, also ging es – Schnee hin, Schnee her – über die Nasse-Tux-Alm zu den Torseen (leider selbst etwas verschneit) und weiter hinaus zum Ramsjoch und zur Grüblspitze. Zum Glück hat uns auf dem Rückweg die Eggalmbahn einen Teil des 1300-Meter-Wiederabstiegs erspart.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Neunerspitze – “verirrten sich im Wald…”

9. Juli 2011

Neunerspitze

Manchmal sucht man sich auch einfach den falschen Tag aus, um in die Berge zu gehen. Letzten Sonntag zum Beispiel. Das Wetter hätte schon besser sein können (so wie am… Samstag, zum Beispiel). Darum habe ich mich für eine Tour entschieden, von der ich mir nicht so viel versprach: zum Glungezer. Da war ich 1998 das letzte Mal, und da war das Wetter auch nicht so toll.

Aber dann war das Wetter noch schlechter als gedacht bzw. ich noch schlechter vorbereitet: Nach der ersten Hälfte der Sesselliftfahrt war klar, dass ich in der Kälte einfach zu luftig angezogen war, um auf 2600m raufzulaufen. Also fix umgeplant und von der Mittelstation zur Neunerspitze gewandert.

Wobei “fix” zwar die Planung war – die Umsetzung war nicht so einfach und wäre ohne mein GPS-Gerät definitiv gescheitert. Denn die Wegausschilderer in Tulfes wollen auf Gedeih und Verderb verhindern, dass man diesen Weg geht. Ausgeschildert ist unten im Wald alles Mögliche, aber nicht der (direkte) Weg zur Neunerspitze. Ein Abzweig ist gar nicht als Weg gekennzeichnet, und – kein Scherz! – ein anderes Mal muss man an einer Abzweigung in Richtung “Sackweg” gehen. Das ist sehr schade, denn wenn man sich zurechtfindet, ist es ein sehr abwechslungsreicher Weg quer durch den Wald, der einen direkt unter die Neunerspitze führt.

Andererseits war diese Art “Schnitzeljagd” auch mal ganz lustig.

Der Gipfel (leichter, als er aussieht) hat dann durchaus einen schönen Blick in die Stubaier Alpen und ins Karwendel, der allerdings etwas vom sehr, sehr wolkigen (aber immerhin trockenem) Wetter getrübt wurde.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Sandeggalm und Unterbergalm – Im Reich der Alpenrosen

4. Juni 2011

Kressbrunnalm

… und die Zillertaler Almenwoche geht weiter – sozusagen. Der Wetterbericht war zwar nur so naja, und auf der Hinfahrt war sogar Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn wegen Regens; aber Berge im Nebel können ja auch ganz stimmungsvoll sein, und wirklichen Regen hatten wir den ganzen Tag über nicht, bis auf die ersten fünf Minuten.

Aber natürlich gilt auch immer noch: Weit oben liegt Schnee. Also ging es wieder in die Almen, diesmal zur idyllisch gelegenen Sandeggalm und weiter zur nicht so idyllisch, weil am Rand des Skigebiets gelegenen Unterbergalm. “Hochschwendberg-Rundweg” nennt sich das, was nun doch sehr bustouristisch klingt. Ist es aber beim besten Willen nicht; davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Die Kressbrunnalm (Foto) gab’s dann am Ende sozusagen noch als Bonus-Alm dazu.

Und was es noch gab: Alpenrosen ohne Ende, und zwar oberhalb der Sandeggalm. Sie waren auch gerade im Begriff aufzublühen, also hier als Tipp für alle Alpenrosenblüte-Freaks: In circa einer Woche dürfte hier alles rosarot sein.

Im Mittelteil war dann leider viel Fahrweg und Skigebiet, aber zum Ende hin ging es wenigstens nochmal in den Wald – auch wenn der angesichts der allgemeinen Nässe etwas rutschig war.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Kraxentrager – Marchkopf

4. Juli 2010

Alpenrosenblüte in Hochfügen

Ich bin ja immer auf der Suche nach Wegen abseits von denen, die in jedem Tourismusprospekt stehen. Manchmal hat man da Glück, manchmal nicht. Aber diesmal habe ich was gefunden, ohne überhaupt richtig gesucht zu haben.

Hochfügen ist im Sommer eh fast schon ein bisschen ein Geheimtipp. Von den beiden “Paradewegen” begegnet einem auf dem Aufstieg zum Gilfert schon kaum jemand, und der Weg durch den hintersten Finsinggrund zum Sidanjoch und zur Rastkogelhütte ist jetzt auch nicht gerade überlaufen. Aber so richtig wenig los ist auf der östlichen Talseite von Holz- und Viertelalm. Schon mal gut.

Man kommt hier laut Karte über die weitläufige Viertelalm ebenfalls in die Nähe der Rastkogelhütte – stimmt auch. Aber was in der Karte nicht steht: Es gibt auch noch zwei ausgeschilderte und markierte Wege zum Kraxentrager und zum Marchkopf. Ideal! Das habe ich spontan gleich mal ausgenutzt. Allerdings würde ich das nur bei gutem Wetter empfehlen: Es handelt sich um Steigspuren in steilen Wiesen, die bei Nässe sicher arg rutschig sind. Und bei Schnee wird man sich schnell verlaufen – die Markierungen sind zwar zahlreich, aber schon arg verwaschen. (Wenn man zwanzig Sekunden lang keine gesehen hat, sollte man stehenbleiben und überprüfen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Oder meinen GPS-Track nutzen.)

Mit diesen beiden Wegen kann man dann einen richtigen kleinen Höhenrundweg bauen – über Kraxentrager, einen Berg mit dem originellen Namen “Gipfel”, Seewand und Marchkopf. Großartig!

Ach, und übrigens: In Hochfügen blühen (noch) die Alpenrosen, was auch sehr hübsch ist. Allerdings sollte man sich beeilen, wenn einem das gefällt – es waren schon mehr Blüten verblüht als noch in Knospen standen.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Grüblspitze

4. Oktober 2009

Im Tuxertal

Die Grüblspitze ist so ein Stand-by-Berg, den man eigentlich immer mal machen kann, wenn einem nicht recht was Besseres einfallen will. Allerdings wird man ihr mit dieser Kategorisierung auch nicht so richtig gerecht, denn es ist eigentlich ein sehr schöner Berg mit einem Aufstieg, der viel interessanter ist, als es der Blick auf die Karte vermuten lassen würde.

Erst geht es über die talnahen Almenhänge des Tuxertals, dann kurz durch den Wald (dabei immer von einer Alm zur anderen) und schließlich über die weiten Wiesenhänge unterhalb des Gipfels, von denen aus man schon einen tollen Blick über das ganze Tuxertal und ins Junstal hat.

Der Vorteil/Nachteil: den Abstieg kann man mit der Seilbahn entscheidend abkürzen – was natürlich auch dazu führt, dass man nicht eben auf Bergeinsamkeit trifft. Und teilweise wird man sogar komisch angeguckt von den Seilbahnbenutzern, die gar nicht verstehen können, dass man vielleicht auch mal “by fair means” hier rauf kommen möchte. Aber gut für die Knie ist das trotzdem.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Gschützspitzsattel – Tote Böden

3. August 2009

Blühende Wiese im Weitental

So ungefähr einmal im Jahr unternehme ich eine Wanderung wie diese: wo man lange skeptisch ist, weil sie auf der Wanderkarte so furchtbar lang aussieht; und weil man relativ weit fahren muss bis zum Ausgangspunkt; und weil es doch recht weit herauf geht.

… ob das Wetter auch wirklich hält?

Und dann mache ich es doch. Und ich verausgabe mich dabei, weil der Weg in der Realität wirklich so lang ist wie auf der Karte, aber: Ich werde auch belohnt, denn der Weg ist einfach nur toll. Genau so ein Weg war das am Samstag.

Von Hintertux hinauf ins Weitental ist eine total touristische Angelegenheit, was schon allein an dem halbwegs malerischen Wasserfall liegt, der den Eingang des Weitentals markiert (und an den vielen Leuten, die mit der Gletscherbahn rauffahren und dann durchs Weitental runter laufen). Aber dann geht es steil bergauf in die Wiesen hoch über dem Weitental, mit einem tollen Blick auf den Olperer und in die Zillertaler Alpen hinein.

Und dann überquert man den Gschützspitzsattel (der auf der Wanderkarte namenlos bleibt, aber hilfreicherweise vor Ort mit einer kleinen weißen Tafel beschriftet ist). Und es öffnet sich ein völlig neues Panorama nach Osten hin, über den nicht sehr idyllisch klingenden, aber wirklich hübschen Toten Böden.

Auch hier ist man nicht völlig allein (aber wo ist man das schon in den Alpen?), weil hier der inoffizielle Fernwanderweg München-Venedig entlang führt; so trifft man hier viel mehr Fernwanderer als Tagestourengeher. Richtig einsam ist dann der Abstieg durch die Tote Klamm (längst nicht so klammig – oder so tot – wie man vermuten würde) bis zum Junsalm-Hochleger (“Stoankasern”).

Und gut, dann sind es immer noch anderthalb Stunden, bis man wieder im Tal ist, und das meiste davon über einen langweiligen Fahrweg, aber das macht dann auch nichts mehr, denn der Rest des Wegs? War. So. Toll!

… merkt man mir meinen Enthusiasmus an?

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Gratzenkopf

12. Juli 2009

Kellerjoch

Auf dem Kellerjoch war ich schon zwei- oder dreimal – ich weiß es gar nicht mehr so genau. Aber ich bin immer von Osten aus losgegangen, vom Spieljoch aus (also, mit der Seilbahn von Fügen aus), und dann quasi einmal ums Kellerjoch rum.

Gestern hatte ich mir was anderes ausgedacht: Von Schwaz mit dem Kellerjochlift rauf und dann im weiten Bogen über die Gratzenköpfe zur Kellerjochhütte. Und wenn die Zeit dann noch reicht, vielleicht noch zum Kellerjochgipfel.

Hat leider nicht ganz geklappt, weil das Wetter absolut unberechenbar war und ich unbedingt vermeiden wollte, die letzte Talfahrt der Sesselbahn zu verpassen – wer weiß schob, ob die bei Regen vielleicht nicht eher zumachen. Ich war eh etwas spät dran, weil von der Kellerjochbahn in Schwaz nur die oberste Sektion im Sommer im Betrieb ist und ich die Anfahrt über die Bergstraße zeitlich etwas unterschätzt hatte.

Also habe ich das Kellerjoch am Ende links liegen lassen. Aber der Gratzenkopf ist auch nicht ohne; der Anstieg ist zwar nicht sonderlich schwer und der höchste Gipfel des kleinen Grats ist auch längst nicht so hoch wie das Kellerjoch. Aber das Panorama über das Inntal ist genauso super (und zum Glück lichtete sich der Nebel genau in dem Moment, als ich zum Gipfel kam) – und es ist deutlich weniger los!

Alles in Allem war das eine sehr schöne, wenn auch nicht unbedingt anspruchsvolle Tour. Nur dass ich am Ende feststellen musste, dass eine Kuh meine Motorhaube mit einer öffentlichen Toilette verwechselt hatte, fand ich nicht so toll…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Rastkogel

8. August 2008

Rastkogel-Gipfel

Der Rastkogel ist definitiv der schönste Aussichtsberg in den Tuxer Alpen — da macht es auch nichts, wenn man schon zum dritten Mal raufläuft. (Mir jedenfalls nicht.)

Bisher bin ich ja immer erst von Finkenberg rauf und dann durchs Sidantal zur Rastkogelhütte und weiter zur Zillertaler Höhenstraße gelaufen. Das Blöde daran ist nur, dass die Zeit zwischen der ersten Fahrt der Finkenberger Almbahn und der letzten Fahrt des Busses von der Höhenstraße nur gerademalso ausreicht, um diese doch etwas ausladende Tour zu gehen.

Also sind wir diesmal lieber wieder umgedreht, was den Fahrweganteil und den Mitten-im-Skigebiet-Anteil leider deutlich erhöht. Aber dafür: Kein Schlusssprint zur Bushaltestelle. Hat alles seine Vorteile und Nachteile…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


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