Steinernes Tor – Wenn der Nebel sich verzieht

19. Oktober 2011

Herbst im Rofan

Dieser herbstliche Hochnebel sieht ja oft ganz nett aus, aber manchmal kann er auch wirklich nervig sein. Am Freitag hatte ich nochmal frei, und dieses Mal sollte es laut Wetterbericht aber wirklich, wirklich aufklaren. Na gut, auf ging’s also.

Das Wetter war dann eher so fluktuierend. Ich bin von Schwarzenau (bei Achenkirch) zum Steinernen Tor und zur Erfurter Hütte gegangen – den Abstecher auf die Hochiss, den ich halb ins Auge gefasst hatte, habe ich mir dann doch gespart. Gerade nordseitig lag nämlich doch noch/schon eine ganze Menge Schnee, wie ich zwischen den Nebelfetzen gelegentlich erblicken konnte. Und auf schneerutschig-stressiges Gehen hatte ich da keine Lust. Von Schwarzenau durch das (sehr hübsche) Hochtal über der Kotalm bis zum Steinernen Tor sind aber auch schon knapp 1000 Höhenmeter – insofern war ich aus “sportlicher” Sicht eh schon ganz zufrieden.

Also bin ich hinter dem Steinernen Tor, das völlig im Nebel lag, nur noch zur Dalfazalm runter, um dann zur Seilbahn rüber zu spazieren. Und da riss tatsächlich innerhalb von Minuten alles auf, und Karwendel und Rofan und Kellerjoch lagen in typisch herbstlich-sonniger Manier vor mir. Versöhnlich.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pletzachkogel – Vermischte Signale

18. Juli 2011

Ludoialm

So, mal wieder ein bisschen aufholen: Letztes Wochenende ging’s endlich zum Pletzachkogel, was ich mir schon lange vorgenommen hatte. Leider war es unsäglich heiß, ich war relativ spät dran, und der Aufstieg beginnt unten im Inntal auf ca. 600 m Seehöhe. Aber dafür ging es wenigstens relativ lange Zeit durch den Wald, und die eine oder andere Wolke hat zwischendurch auch ein bisschen Schatten gespendet.

Der Anstieg durch den Wald auf einem breiten Pfad ist ganz nett; dann geht es kurz auf Fahrwegen über die Almen, und dann… stehe ich vor rot-weißem Flatterband. Und einem Elektrozaun ohne Durchgang. Hmm. Naja, ich lasse mich ja nicht so schnell entmutigen, also wurde der Zaun überwunden (das Flatterband ist eh kein Gegner), kurze Zeit später dann nochmal Elektrozaun. Grrr - und das alles trotz Wegweiser; es war ja nicht so, als wenn ich wild durch die Landschaft rennen würde.

Zum Schluss hin wurde es dann wieder netter: ein kleiner markierter Steig zum Gipfel (wo fast nichts los war) mit schönem Blick übers Inntal. Und dank des Kramsacher Sessellifts, dessen Mittelstation nicht allzu weit entfernt liegt, musste ich nicht mal alles wieder runterlaufen; für 5 Euro hab ich mir über die Hälfte des Abstiegs gespart.

Hey. Was soll das heißen, ich werde faul?

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Haidachstellwand – Rofanspitze

16. Oktober 2010

Nebel über Tirol

Halbwegs Glück gehabt: Am möglicherweise letzten schönen Wochenende der Saison ging’s nochmal mit mehreren Leuten ins Rofangebirge. Der Nachteil dabei war, dass die Gruppe sehr schnell zerfledderte und nie mehr so ganz richtig zusammenfand (jedenfalls nicht, bis wir alle wieder an der Erfurter Hütte waren).

Den Weg kannte ich schon – dachte ich zumindest. An der Haidachstellwand sind wir dann allerdings versehentlich ein winziges Stück Klettersteig gegangen, weil der für den Hund, den wir dabeihatten, einfacher aussah als der eigentlich Weg. Upps. Dafür war der Ausblick von oben wegen des Nebelmeers über dem Inn-, Ziller- und Alpbachtal besonders toll.

Wir sind dann (großteils) noch zur Rofanspitze weitergegangen, aber da war es erwartungsgemäß so voll, dass wir uns nicht lange aufgehalten haben, und dann ging’s über die “Autobahn” zurück zur Erfurter Hütte.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Pendling

27. Juli 2010

Thierseetal

Nur rasende Hunde und Engländer gehen angeblich zur Mittagshitze in die Sonne. Stimmt aber nicht – ich auch.

Jedenfalls war ich nach ausgiebigem Ausschlafen nach der schönen, aber langen Tour vom Vortag dann doch noch der Meinung, ich müsste mich sportlich betätigen. Das führte dann dazu, dass ich eine Weile die Karte studiert habe, was denn jetzt noch gehe, wodurch es natürlich nur immer noch später wurde. Und am Ende stand ich dann in Hinterthiersee auf dem Parkplatz, und es war heiß wie sonstwas.

Aber das hielt mich nicht auf, und auch die Tatsache, dass mir die meisten Leute schon wieder entgegenkamen, hat mich nicht weiter irritiert – so war oben wenigstens nicht mehr so viel los. Und wie ich höre, kann am Pendling jede Menge lossein…

Ich empfehle jedenfalls, über die Kala-Alm aufzusteigen und über den “Normalweg” hinab – und den Fahrweg gleich mal sowieso links liegen zu lassen. So hat man noch die maximal erreichbare Bergwald-Einsamkeit. Im Wald (gut für die Hitzevermeidung, schlechter fürs Fotografieren) ist man allerdings auf beiden Strecken.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Köglalm

5. November 2009

Achenseeherbst

Wie viele “letzte Touren des Jahres” werde ich wohl noch machen…? Das Wetter war am Sonntag überraschenderweise so toll, dass ich im Laufe des Morgens ganz unruhig wurde. Also bin ich nochmal schnell zum Achensee und kurz zur Köglalm rauf. Das ist eigentlich immer ein schöner Weg, besonders aber im Herbst, weil hier doch einige Laubbäume stehen, die den Wegesrand hübsch einfärben.

Eigentlich wollte ich dann noch weiter am Kuppal vorbei zur Kotalm, aber: Ganz oben lang doch noch Schnee; tagelang war kein Mensch hier durch den Schnee gegangen; und ich erinnerte mich daran, dass der Weg auch ohne Schnee nicht ganz unproblematisch zu erkennen ist.

Also habe ich mich lieber an der Köglalm in die Sonne gesetzt und das Panorama bewundert. Und dann bin ich nach Achenkirch abgestiegen, was einen etwas weniger spannenden Rückweg entlang der Seepromenade erforderlich macht. Aber was tut man nicht alles der Vielfalt wegen…


Zöhreralm

4. Oktober 2009

Unnutz über Wald

Okay, man stelle sich vor, in Deutschland ist Nationalfeiertag, und es ist schönes Wetter. Man stelle sich weiterhin vor, man hätte ziemlich lange geschlafen, wollte aber angesichts der wirklich großartigen Wetters doch noch kurz in die Berge.

Man stellt schnell fest: Genauso geht es ganz Oberbayern.

Plant eigentlich niemand seine Feiertagsausflüge im Voraus? Weil: Mit einem kilometerlangen Stau vor der Mautstelle bei Hinterriß hatte ich um 12 Uhr eigentlich nicht gerechnet. Da war natürlich klar, dass der kleine Plumsjochparkplatz voll sein würde. Drum bin ich gleich mal umgekehrt – und prompt in den österreichische Sirenentest geraten. Wieder was gelernt: Auch Hinterriß hat eine eigene Warnsirene.

Okay, Plan B: Am Achensee gibt es diese schöne Almwanderung, die auch noch recht schnell geht, und wo man mittendrin – am Zirmjoch – diesen schönen Blick in die Brandenberg Alpen hat. Auf dem Parkplatz ist tatsächlich auch noch jede Menge Platz. Aber hier braucht man Münzen für den Parkautomaten. Ich habe nichts gegen Parkraumbewirtschaftung, auch nicht in den Bergen, wirklich nicht. Aber kann man die Dinger bitte so ausstatten, dass sie auch Scheine nehmen oder EC-Karten oder Geldkarten oder Kreditkarten oder Handy-Cash oder… PayPal… was weiß ich.

Inzwischen ist es 14 Uhr durch… also Plan C: Einmal rauf zur Zöhreralm und wieder runter. 400 Höhenmeter, keine zwei Stunden dauert das Ganze, es ist mehr ein Bergspaziergang als eine Bergtour. Aber: selber schuld. Mehrfach. Also lieber nicht beklagen, sondern sich einfach am herbstlichen Panorama erfreuen…


Kreuzeinalm – Roßkogel

24. August 2009

Zireiner See

Die Sache mit Kramsach ist die: Früher gab es da mal ein kleines Skigebiet im Inntal, das aber vor einigen Jahren aufgegeben wurde. Übrig geblieben sind zwei Schlepplifte für Anfänger im Tal, und ein alter Einersessellift in zwei Sektionen, der nur noch im Sommer in Betrieb ist. Der führt auf die “andere” Seite des Rofans hinauf, also die, wo man von der Rofanseilbahn in Maurach so weit weg ist, wie es nur geht.

Der Lift ist nostalgisch und die Landschaft schön; allein, es gibt nicht so wahnsinnig viele sinnvolle Wege zu begehen. Diesmal habe ich eine neue Variante ausprobiert, die mich quasi “hintenrum” zum Zireiner See bringen sollte (der Zireiner See ist definitiv der Kramsacher USP). Das hat auch ganz gut geklappt, und am Ende stand ich auch wieder auf dem Roßkogel, auf dem man eigentlich am Ende immer steht, wenn man in Kramsach ist.

Der Weg selbst war allerdings ein bisschen abenteuerlich. Im Wegweiser-Aufstellen sind sie groß in dieser Gegend, aber das bedeutet nicht, dass man auch wirklich erkennbare Pfade in der Richtung der Wegweiser finden würde. Der Weg zur Kreuzeinalm entpuppte sich als sporadisch markierter Kuhpfad und war dementsprechend… ähm… rutschig. Zwischen Roßkogelsattel und Zireiner See war ein Sumpfgebiet zu durchqueren, in dem ich mir zumindest ein paar Bohlen gewünscht hätte.

Dafür sah ich dann bei der Talfahrt, dass sie Teile des Wegs zwischen Mittel- und Bergstation sogar neu aufgekiest haben. Etwas merkwürdige Prioritäten…


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 165 other followers