Gaislach – Tiefenbachferner

3. Oktober 2008

Es gibt so Wege, da fragt man sich, warum man dort alleine ist. Zugegeben, im Spätherbst verirren sich insgesamt weniger Leute in die Alpen, zumal tief drin in der Nähe des Hauptkamms. Und die, die es tun, scheuen sich vielleicht, nach den ersten Schneefällen noch in Höhen von über 2700m vorzudringen.

Trotzdem verstehe ich nicht, warum wir auf diesem wahnsinnig schönen Weg am letzten Wochenende total allein waren! Es ist eine abwechslungsreiche Tour, die erst kurz durch das Söldener Skigebiet führt (ab der Mittelstation der Gaislachkogel-Bahn), sich dann aber über ziemlich unberührte Natur zieht, über ein putziges Hochplateau mit einem verlandeten See und schließlich durch eine felsige Scharte.

Der einzige Nachteil: Dann steht man am – auch im Frühherbst noch total verlassenen – Tiefenbachferner und muss auf den Bus warten. Aber das macht dann auch nichts.


Hochjoch-Hospiz

3. Oktober 2008

Das Hochjoch-Hospiz hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich; es ist aber am Ende doch „nur“ eine Alpenvereinshütte, auch wenn sein Name für moderne Ohren leider irgendwie nach Siechtum und Tod klingt.

Man steigt von Vent aus auf langem, langem, aber nicht sehr anstrengendem Weg aus hierhin hoch und passiert dabei die gar-nicht-soo-spektakuläre Hängebrücke bei den Rofenhöfen und die Stelle, wo die Tiroler Wasserkraft gern einen neuen Staudamm bauen würde. (Aber sonst niemand einen haben will.)

Der Weg zur Hütte heißt Cyprian-Granbichler-Weg nach einem frühen Bergführer, der im tiefsten Winter für den heute einigermaßen berühmten Gletscherpfarrer Franz Senn den Weg gespurt hat und dann traurigerweise an Erschöpfung gestorben ist. Bis vor ein paar Jahren hieß er noch Titzenthalerweg nach ein antisemitischen Berliner Fotografen vom Anfang des 20. Jahrhunderts, was aber wahrhaftig weniger inspirierend war.