Rotwand – Warum auch nicht?

22. Mai 2012

Kümpflalm

Die Rotwand ist jetzt auch nicht gerade der spannendste Berg der Welt. Und gerade letztes Jahr habe ich sie als Ziel für wenig mehr als Konditionstraining missbraucht. Aber sie ist halt so schön nah. Und wie ich mich erinnerte, gab es doch auch einen Weg sozusagen “hintenrum”…? Und tatsächlich, der erwies sich als ziemlicher Volltreffer.

Nutzloserweise hatte ich auf der Hinfahrt noch einen Umweg über Leitzach gemacht, weil die Straße zwischen Schliersee und Neuhaus gesperrt sein sollte (war sie aber nicht). So kam ich um 8:27 Uhr auf dem Parkplatz an, sprang in meine Schuhe und um 8:32 Uhr in den Bus Richtung Valepp. Ich hatte nämlich keine große Lust, bis zur Waitzingeralm durchs Tal zu schlüren.

Dann ging’s durch den Pfanngraben hinauf zum Rotwandhaus. Und, ich weiß nicht, entweder hatte ich vergessen, wie hübsch der Pfanngraben ist. Oder ich hatte es beim letzten Mal im Abstieg nicht so wahrgenommen. Oder vielleicht war diesmal einfach das Wetter besser. Aber: Pfanngraben? Großartige Landschaft!

Kurz vorm Rotwandhaus begannen dann die Schneeeinlagen, aber erst unterm Gipfel wurden sie etwas ernster. Recht heftig dagegen: Am Gipfelaufstieg ist teilweise der Weg völlig wegerodiert, und große Graskissen liegen einfach planlos in der Gegend herum. Ist das in diesem einen Winter passiert?!

Schließlich bin ich weiter zum Taubenstein, weil ich auf den Rotwand-Normalweg auch im Abstieg einfach keine Lust hatte. Der Weg zum Taubenstein ist meiner Erfahrung nach immer matschig und rutschig und bäh. (Außer vielleicht nach sechs Wochen Dürre?) Aber wenigstens waren diesmal Teile davon noch unterm Schnee, und so war es ganz okay. Und ich hab mir bergab wieder die Seilbahn gegönnt.

Ich weiß, ich werde weich…


Wildalpjoch – Unidentifizierte wolkige Objekte

16. November 2011

Alm am Wildalpjoch

Ich muss zugeben: Ich kann im Moment praktisch dabei zusehen, wie mein Enthusiasmus für Bergtouren schwindet… es waren diese Sommersaison allerdings auch schon 46; insofern ist das vielleicht nicht so wahnsinnig verwunderlich.

Aber ich habe mich dann quasi doch noch einmal überreden lassen zu einer – eher kleinen – Tour, und zwar vom Sudelfeld aufs Wildalpjoch. Natürlich haben wir zumindest im Aufstieg die Route “hintenrum” genommen, also über die Schweinsteigeralm und durchs Arzmoos, so dass die Tour dann doch nicht so ganz kurz war.

Leider war das Wetter etwas merkwürdig – nachdem sich der obligatorische Nebel aufgelöst hatte, standen plötzlich mutterschiffgroße Wolken über uns und um uns herum im ansonsten strahlend blauen Himmel, so dass es – insbesondere am Gipfel – doch ziemlich kalt war.

Aber schön war’s am Ende ja trotzdem doch. Plus: ich konnte noch einen Gipfel meiner Sammlung hinzufügen. Bei meinem ersten Besuch am Wildalpjoch hatte ich nämlich die Käserwand ausgelassen. Das passiert mir natürlich kein zweites Mal…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Schinder – Deutsch-österreichische Gipfelschaft

7. November 2011

Österreichischer Schinder

… und dann war da noch der Schinder. Auf dem Österreichischen war ich ja schon einmal, aber ich wollte schon lange mal auch den Bayerischen in meiner Sammlung haben.

Nun liegt der Aufstieg durchs Schinderkar um die Jahreszeit natürlich fast ganztägig im Schatten… aber der letzte Schneefall war inzwischen ja doch schon so lange her, dass ich mich daran gewagt habe. Es war dann auch alles so, wie ich mich daran erinnerte: Ein schattiger, netter Aufstieg durch Wald und dann durch Latschen und Gestrüpp, dann der unangenehmste Abschnitt im steilen, lehmigen Geröll (hier gehen Leute auch mit kleinen Kindern und Hunden runter – da kann ich nicht nachvollziehen, wie das Spaß machen soll), dann die im direkten Vergleich ziemlich harmlose Kletterstelle zum Joch hinauf.

Der Abstecher auf den Bayerischen Schinder ist dann total einfach – okay, ein bisschen aufpassen muss man schon, aber im Gegensatz zum bisherigen Aufstieg (und was die Leute im Internet so darüber sagen) ist das pillepalle. Also schnell mal rauf und runter, das geht auch noch recht schnell. Das Massiv ist hier allerdings einigermaßen konkav nach Nordost gebogen, so dass man vom Gipfel wieder auf das schattige Schinderkar runterguckt und nicht auf die sonnigen Almen der Südhänge.

Was ich allerdings vergessen hatte: erstens, dass man zum Österreichischen trotzdem nochmal eine ordentliche Kletterstelle zwischen Latschenkiefern hat; zweitens, wie elend lang sich der Rückweg über die Trausnitzalm am Ende ohne großen Höhenverlust durch den Wald zieht. (Drittens, meinen Fotoapparat, zuhause. Grrr.)


Geißalm & Königsalm – Einer ist immer dabei…

19. Oktober 2011

Schildenstein (fast)

Machen wir’s mal kurz: Am letzten Mittwoch hatte ich frei, der Wetterbericht klang okay, also auf zum Schildenstein. Das Wetter war aber: kalt, neblig, unsicher. Also bin ich an der Geißalm stattdessen nur noch kurz zur Königsalm rüber und dann wieder ins Tal zurück. Grummel.


Breitenstein – Der frühe Vogel…

28. September 2011

Kitzbüheler Alpen & Kaisergebirge

Weil ich gesundheitlich ein bisschen angeschlagen war, hatte ich mich nur zu einer kleinen Tour (sozusagen als Test) überreden lassen – da bot sich der Breitenstein an: schnell zu erreichen, nur etwas mehr als 700 Höhenmeter, mehrere Almen/Hütten für den Fall des Schlappmachens. Perfekt.

Wir sind wieder über die Bucheralm aufgestiegen, und weil wir schon – relativ – früh losgegangen sind, war im Aufstieg auch noch relativ wenig los. Nur an der Bucheralm übte der Bauer schon mal mit der Trompete Fanale für den Kirta, der da später stattfinden sollte.

Ab dem Gipfel war es dann allerdings mit der Bergeinsamkeit schlagartig und endgültig vorbei. Während wir oben immerhin noch einen sehr ordentlichen Rastplatz gefunden haben, ging es im Abstieg Schlag auf Schlag, im Minutentakt kamen einem die Leute entgegen. Okay, darüber sollte man sich an einem sonnigen Samstag bei so einem populären Ziel nicht wundern; aber es war schon so richtig viel los.

Aber meine Gesundheit hat den Test bestanden, und auch sonst war es ein sehr schöner Herbst- (obwohl vom Gefühl her fast noch Spätsommer-)Wandertag.


Seebergkopf (Bayrischzell) – In der Hitze des Sommers

25. August 2011

An den Neuhütten

Für eine Gruppe eine Bergtour aussuchen, ist meistens gar nicht so leicht: Der eine will nicht weit fahren, der andere einen interessanten Weg, der dritte nicht so früh aufstehen, nicht so anstrengend, aber trotzdem lohnend… puh. Der jüngste Kompromiss: der Seebergkopf. Mit so 700 Höhenmetern ein durchaus machbarer Gipfel, nicht sonderlich schwierig, und liegt auch noch schön nah am Nordalpenrand.

Und selbst der Abstieg über die Klareralm war viel weniger ausgesetzt, als ich ihn in Erinnerung hatte.

Nur: Heiß war’s. So richtig heiß. Und die Tour beginnt auf 800m und endet auf 1500-und-ein-bisschen, von kühler Bergluft konnte also keine Rede sein. Immerhin geht es die meiste Zeit durch Wald, also hatten wir wenigstens Schatten. Trotzdem habe ich, glaube ich, noch nie so viel geschwitzt bei so (vergleichsweise) wenig Anstrengung.

Aber schwitzen soll ja gesund sein.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Aiplspitz – Ein Berg mit Bus und Bahn

18. August 2011

Schönfeld vom Rauhkopf

Da habe ich doch eine ganz neue Erfahrung gemacht: mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Berge. Da mein Auto übers lange Wochenende in der Werkstatt verweilen musste und sich auch nicht recht jemand fand, der mich mitgenommen hätte, musste ich tatsächlich auf Bus & Bahn ausweichen. Ökologisch sinnvoll ist das ja sowieso, nur leider meist eher unbequem, und es schränkt einen schon stark bei der Wahl der Touren ein.

Aber bei geschickter Routenplanung und mit ein bisschen Glück (keine Verspätungen und Umsteigeprobleme) hat es dann doch ganz gut geklappt. Von Geitau (wo die Bahn allerdings wirklich im Nirgendwo hält) bin ich über die Geitauer Almen zur Aiplspitze rauf. Ja, es stimmt, was alle sagen, das letzte Stück ist ganz schön ruppig, so mit einem bisschen Klettern und teilweise auch ausgesetzt (aber selten beides zusammen). Das war spannend, aber kräftezehrend; aber vor allem ging es erstaunlich schnell, war also halb so schlimm.

Statt wieder runterzulaufen (über die Strecke sowieso nicht, eher in Richtung Osterhofen), bin ich dann noch am Tanzeck vorbei (fast völlig unschwierig, ich weiß gar nicht, was die ganzen Tourenwebsites da haben) und zum Rauhkopf rauf. Und dann zur Taubensteinbahn zur Talfahrt. Und dann auf die Minute genau zum Bus am Spitzingsee – echt praktisch. Und ich musste nicht zum Auto zurück – hat auch was…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Rehleitenkopf – Abenteuerliche Langeweile

9. August 2011

Schafe auf der Alm

Okay, das war mal eine ganz merkwürdige Tour. Ich wollte zum Rehleitenkopf, aber weder “hintenrum” von der Sudelfeldstraße aus noch über den Normalweg über die Hohe Asten – das sollte mein Abstiegsweg werden. Aber auf der Karte war ja noch eine Möglichkeit eingezeichnet. Und das lief dann so:

Teil 1: Explosiv. Vom Wanderparkplatz in Flintsbach geht es erstmal in einen Steinbruch bzw. unterhalb dessen. Hier stehen zwar Wanderwegweiser (wenn auch nicht zu meinen Zielen), aber außerdem auch Schilder mit “Betreten des Steinbruchs verboten, Lebensgefahr”. Nun ja, da ich nicht zu den angeschlagegen Sprengzeiten unterwegs war, habe ich es mal gewagt. Später standen da dann auch noch Wanderbänke, ein Wasserfall war mit einem Steig erschlossen… hatte ich da jetzt lang gehen dürfen oder nicht?

Teil 2: Wald. So richtig als Wanderweg gedacht ist dieser Aufstieg jedenfalls nicht, denn jetzt geht es in den Wald (hübsch mit vielen kleinen Bächen) – und von einer unbeschilderten Fahrwegskreuzung zur nächsten. Zum Glück hatte ich mein GPS dabei (auf der gedruckten Karte sieht es so aus, als gäbe es nur den einen Weg); trotzdem musste ich mich einmal auf einem seit Jahrzehnten aufgegebenen Karrenweg durchs hüfthohe Gras kämpfen. Der Vorteil: Außer mir war hier kein Mensch unterwegs.

Teil 3: Wo ist der Gipfel? Nach einer ganz hübschen, aber monströs großen Almfläche geht es… wieder in den Wald? Aber nur für zwei Minuten, dann ragt der Gipfel zehn Meter aus dem Wald heraus. Zumindest nach Osten (schöner Blick zu Sudelfeld und Wendelstein), nach Westen stehen die Bäume im Weg.

Teil 4: Der Mob. Ausgeschildert war natürlich weiterhin nichts, aber ich habe dann den Abstieg zur Hohen Asten trotzdem gefunden… und stand mit einem Mal mitten im touristischen Kerngebiet. Auf dem Rückweg zum Auto kamen mir Dutzende Menschen entgegen, die bestimmt alle noch nie was vom Rehleitenkopf gehört hatten und sich wunderten, warum ich denn so verschwitzt und müde wirkte…


Brecherspitz – Bergab kann ja jeder…

22. Juli 2011

Anklalm

Ihr kennt es schon: Wenn nachmittags schlechtes Wetter droht, ziehe ich mich gern auf die (relativ) naheliegenden, (relativ) kurzen Touren zurück. Also ging’s am letzten Sonntag von Neuhaus auf die (den?)Brecherspitz.

Auch das ist natürlich ein ziemlicher Klassiker der Münchner Hausberge, aber wie so oft bin ich persönlich auch den noch nie gegangen. (Irgendwie habe ich diese klassischen Ziele lange gemieden, aber jetzt hole ich langsam auf.) Ja, was soll ich sagen – ganz nett. Auf der Neuhauser Seite ist definitiv weniger los als auf der Spitzingsee-Seite – logisch, ist ja auch länger und ein bisschen anstrengender. Und die Anklalm liegt wirklich recht idyllisch, auch wenn ich mich nicht lange dort aufgehalten habe, um sie näher zu untersuchen.

Am Gipfel habe ich dann entschieden – aller guten Dinge sind drei – dass ich keine große Lust auf den Abstieg hatte. Darum bin ich erstmal nur zur Oberen Firstalm abgestiegen, und weil ich da immer noch keine Lust auf Abstieg hatte, über die Untere Firstalm kurz wieder rauf zum Stümpfling. Von da bin ich dann mit dem Sessellift einigermaßen dekadent zum Spitzing zurückgeschwebt und dann in den Bus zurück nach Neuhaus gestiegen.

Und dann wurde das Wetter tatsächlich schlechter. Also alles richtig gemacht – cool.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Rotwand – Mal schnell durch den Matsch

22. Juni 2011

Es blüht der Almrausch…

Ach ja, und dann war ich ja auch noch auf der Rotwand. Öhm, vorletzten Sonntag. Man merkt vielleicht schon, dass ich nicht so wahnsinnig beeindruckt von der Tour war. Das Wetter war auch eher mäßig (unten wolkig, oben – bäh – neblig), und ich reihe den ganzen Tag eher unter “Sport” ein als unter “Bergerlebnis”.

Trotzdem war da einiges los. Dreiunddreißig Leute habe ich auf dem Fahrweg überholt – hey, der Weg ist echt langweilig, ich musste mich irgendwie amüsieren, also habe ich mitgezählt. (Nein, ich selbst bin nicht überholt worden, danke der Nachfrage.) Und am Rotwandhaus ist immer noch Umbau (das war doch letztes Jahr schon?), was die Kapazität offenbar einschränkt.

Ich hab dann noch den Fehler gemacht, vom Gipfel die Abkürzung in Richtung Taubenstein zu nehmen, die leider nicht nur bitter lehmig-matschig war, sondern auch noch von Tieren aller existierender heimischer Spezies zugesch***en. Was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn dann nicht noch so viele ausgewaschene Felstritte im Abstieg gekommen wären. Den kurzen Abstecher zum Taubenstein-Gipfel habe ich mir deshalb jedenfalls gespart. Und meine Schuhe… sind immer noch nicht wieder vollständig sauber.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


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