Wechselkopf

4. Oktober 2009

Eins mal gleich vorweg: Ich kann eigentlich nicht empfehlen, den Wechselkopf zu besteigen. Ich hab’s gemacht, abgehakt, fertig. Aber wiederholen würde ich es eher nicht.

Auf manchen Karten ist ein Wanderweg zum Wechselkopf eingezeichnet – das war auch für mich der Punkt, von dem aus alles losging. Und zwar zweigt dieser Weg angeblich auf der Schulter unterhalb des Gipfels vom Weg von der Rohntalalm zur Rappenklammspitze ab. Nun, was soll ich lange drumrum reden – diesen Weg gab es auch einmal, aber er ist inzwischen offenbar schon eine ganze Weile aufgelassen. Man muss sich zunächst eine ganze Zeit durch inzwischen relativ dichte Latschenbestände schlagen, die den Weg langsam, aber sicher, zurückerobern. Das Harz davon hatte ich tagelang an den Armen (und am Rucksack).

Dann kommt man an eine inzwischen stark erodierte Stelle, an der man über rutschiges Gelände in ein schmales, stark ausgesetztes Joch absteigen muss. Der Gegenanstieg ist übrigens auch nicht viel besser. Nun nähert man sich dem Gipfel, verliert aber den Weg endgültig. Na gut, Gipfel ist nach oben – also nicht so schlimm.

Am Gipfel angekommen, wollte ich dann nach Möglichkeit vermeiden, den Weg wieder zurück zu gehen. Zum Glück sieht man von oben schon einen Jägersteig, der sich am Hang entlang zieht in Richtung Torscharte. (Über den hatte ich auch im Internet gelesen.) Allerdings beginnt dieser Steig ca. 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfels in zerklüftetem, steilem Gelände – da muss man erst mal hinfinden.

Im Großen und Ganzen war dieser Steig dann tatsächlich etwas angenehmer als der Hinweg; allerdings verlor er sich irgendwann in einem großen Geröllfeld, so dass ich am Ende weglos durch den lichten Wald absteigen musste und dann sicherheitshalber in einem trockenen, flachen Flussbett den Rest des Wegs zur Rohntalalm zurück gelegt habe.

Spannend, ja. Entspannend, nicht so sehr.


Bärenkopf

3. September 2009

Der Bärenkopf macht als Gipfel eigentlich nicht so wahnsinnig viel her – im Vergleich zu seinen Nachbarn im Karwendel (auf der einen Seite) und im Rofan (auf der anderen) wirkt er ziemlich bieder. Und dass er relativ leicht zu erreichen ist, weil eine Seilbahn dort einem doch einen ziemlichen Teil des Weges abnimmt, macht ihn auch nicht unbedingt zu einem einsamen, exotischen Gipfelziel.

Aber der Blick! Erwähnte ich schon, dass auf der einen Seite der Rofan, auf der anderen Seite das Karwendel steht? Dazu kommt der Achensee, den man in ganzer Länge bestaunen kann, und auf der Rückseite noch das Inntal mit den Tuxer Alpen und dahinter sogar noch den hervorlugenden Gipfeln der Zillertaler. Wahnsinn!

Wir sind übrigens „by fair means“ von Pertisau aus raufgestiefelt – ein sehr schöner Weg eigentlich, auch wenn man sich dann auf halber Höhe an der Bärenbadalm an ziemlich vielen Seilbahnbenutzern vorbeidrängeln muss. Und bergab haben wir dann auch die Seilbahn benutzt, weil… warum nicht.


Hahnkampl

21. Juli 2009

Jepp, ich war schon wieder auf dem Hahnkampl – diesmal aber wieder von Pertisau aus, nicht aus der Eng.

Der Rundweg über den Gramai-Hochleger zum Hahnkampl und weiter zur Lamsenjochhütte und wieder zur Gramaialm im Falzthurntal ist so großartig und dabei, verglichen beispielsweise mit der Menge an Menschen, die einfach nur zur Lamsenjochhütte und zurück laufen, völlig menschenleer. Keine Ahnung, wieso da kaum einer langgeht.

Jedenfalls haben wir uns Zeit gelassen und viel gegessen – Suppe am Gramai-Hochleger, Brotzeit am Gipfel, Kaiserschmarrn auf der Lamsenjochhütte – ein echter Wellness-Hike, allerdings mit nicht mehr so ganz wellnessigen 850 Höhenmetern, rauf und wieder runter.

Und wenn nicht Mitte Juli auf 2000 Metern gleich mal 20 cm Schnee gelegen hätten, wäre es auch einfacher gewesen. Dafür gab’s aber die ohnehin spektakuläre Aussicht gleich mal mit zusätzlicher Überzuckerung – sehr, sehr hübsch!


Schürpfeneck

28. Juni 2008

Der Weg zum Schürpfeneck ist insofern unspektakulär, als er eigentlich nur der erste Teil auf dem langen, langen Weg vom Walchental zum Demeljoch ist. Das Schürpfeneck hat dann auch nicht nur einen merkwürdigen, unmöglich zu merkenden Namen, sondern auch kein Gipfelkreuz. Es hat allerdings einen Gipfelstein. So zur Vermessung.

Nun ja, mir hat das trotzdem heute gereicht, und die 800-und-ein-paar-kaputte Höhenmeter kamen mir irgendwie auch mehr vor. Einen schönen Blick hat man vom Schürpfeneck auch, der Weg ist abwechslungsreich und oft schattig im Wald… was will man mehr.


Hahnkampl

23. Juni 2008

Das Hahnkampl kann man von zwei Seiten besteigen: Von der Gramai-Alm im Falzthurntal, einem Nebental des Achentals, oder aber aus der Eng. Ich hab mich für die Eng entschieden… oder vielmehr, eigentlich hatte ich mich nicht mal für das Hahnkampl entschieden. Ich wollte zum Gramaijoch, aber der in der Karte verzeichnete Weg endete doch noch deutlich unter dessen Gipfel, und da musste ich kurzfristig umdisponieren.

Alles in Allem ist das aber eine sehr interessante Tour, die einem doch die eine oder andere ansonsten versteckte Geländekammer offenbart. Und sie ist deutlich weniger überlaufen, als man es von einer Tour, die in der Eng beginnt, erwarten würde. Gar nicht übel.


Plumssattel

11. Mai 2008

So viel Schnee hätte an einem 10. Mai eigentlich nicht mehr liegen dürfen. Finde ich jedenfalls. Am Anfang sah alles so schon trocken und sonnig aus, aber kaum hatte ich die halbe Höhe geschafft… schon stapte ich knietief durch den Schnee.

Den Rückweg habe ich dann vorsichtshalber über den Fahrweg angetreten statt wieder den Steig zu nehmen. Oder vielmehr: Ich bin ungefähr dort lang gegangen, wo man den Fahrweg vermutlich auch gefunden hätte, wenn man ein bisschen gegraben hätte. Weniger absturzgefährlich, aber dafür irgendwie vage lawinenstrichig…