Unterberghorn – Im Schatten der Paraglider

26. Mai 2012

Unterberghorn (Süd)

Und hier das nächste Kapitel in meiner neuen Reihe: “Wie man möglichst abwegig zu Bergstation von Seilbahn aufsteigt”. Diesmal: Hochkössen.

Die Kössener halten es für so abwegig, von Süden zum Unterberghorn aufzusteigen, dass sie den Weg weder in ihrer Panoramakarte an der Talstation eingezeichnet haben noch einen Wegweiser im Ort aufgestellt haben. Sie wollen einen partout über die lieblichere Nordflanke schicken. Da haben sie aber nicht mit mir gerechnet!

Zunächst geht es lange frustrierend langsam ansteigend durchs Niederhausertal, aber dann geht es doch endlich mal bergan, und – Wunder über Wunder – es gibt sogar einen Steig, der den langen Fahrweg abkürzt! Hinter dem Abzweig zur Lackalm geht es dann so richtig ins Gebirge. Leider waren hier im steilen, etwas schwierigen Latschenkieferngeländer einige Stellen unangenehm, weil der Weg einfach nicht sonderlich gut instand gehalten ist. Zum Glück sind das aber immer nur ein paar Meter am Stück.

Kurz vorm Gipfel musste dann noch ein arg steiles Schneefeld gequert werden, und dabei wurde mir dann auch klar, dass ich seit langer Zeit der erste war, der hier hochstapfte. Das Paar, das offenbar eine Dreiviertelstunde hinter mir war, dürfte dagegen von meinen mühsam in den Schnee getretenen Ständen profitiert haben.

Insgesamt aber: eine tolle Tour. Und auch am Gipfel war es erstaunlich ruhig, wenn man bedenkt, dass die Bergstation nicht mehr als eine Stunde entfernt sein kann. Aber wie man dann auch am Himmel sehen konnte, wird die Seilbahn offenbar ganz überwiegend von Paraglidern benutzt…


Kaisertal – Schlicht, aber schön

30. Oktober 2011

Kaisertal-Panorama

Beeindruckt von den relativ großen Mengen Schnee, die in den höheren Lagen vor zwei Wochen gefallen waren, musste ich eine relativ leichte Tour aussuchen, die möglichst wenig Schneekontakt versprach. Hmm… ich war ja noch nie im Kaisertal, eben weil die Wege da doch eher langweilig aussehen. Vielleicht wäre das jetzt genau der richtige Zeitpunkt?

War es. Es war wirklich herbstlich schön; die erwarteten Menschenmassen waren zwar da, verliefen sich aber erstaunlicherweise einigermaßen gut in dem doch relativ weitläufigen Gebiet mit seinen zahlreichen Einkehrmöglichkeiten; und auch, wenn wir den normalen Touri-Weg gegangen sind (Kufstein – Ritzau – Vorderkaiserfelden – Hinterkaiser – Kufstein), war es – rein sportlich betrachtet – bei knapp 900 Höhenmetern doch immerhin ein Mindestmaß an Leistung.

Und ja, das Kaisertal ist hübsch. Ich geb’s ja zu.


Schnappen – Gipfel ohne Kreuz, Kreuz ohne Gipfel

27. Oktober 2011

Wilder Kaiser im Herbst

Am Sonntag ging es dann zum Schnappen. Der stand schon länger mal auf der Liste, sah auf der Karte ganz interessant aus, war aber internetmäßig nur mit sehr wenigen Einträgen vertreten, also ein bisschen mysteriös.

Da, wo ich eigentlich losgehen wollte (beim scheinbar namenlosen Weiler mit dem Gasthof Hohenkendl), gab es allerdings keinen vernünftigen Parkplatz. Gut, dass ich einen Plan B hatte – hinter Griesenau beim Gasthof Altmühle gab es nämlich ausreichend Parkmöglichkeiten.

Also führte mich der Aufstieg durch den Schnappengraben (leicht, aber schattig-kühl am frühen Morgen) zur wirklich idyllisch gelegenen Stubenalm, die umgeben ist von zahlreichen Mikrogipfeln. Von dort ging’s dann zur Unteren und Oberen Schnappenalm, wo leider jede Menge eher unansehnliche Fahrwege in die Landschaft geklotzt wurden. Naja.

Hinter der oberen Alm kommt man schnell zu einem Kreuz, das aber keinen Gipfel markiert. Wenn man dann weitergeht, kommt man auch, nach ein bisschen Auf und Ab, in die Nähe des eigentlichen Schnappengipfels. Auf den führt allerdings kein Weg; man kann aber innerhalb von zwei bis drei Minuten “wild” über einen steilen Wiesenhang von Osten hochkraxeln. Richtig lohnend ist der Gipfel selbst allerdings nicht – eine ziemlich zugewachsene, schmale Angelegenheit.

Der Weg führt dann weiter zum Schnappenstein – allerdings bergab. Ich hab mir das gespart. Dafür habe ich im Abstieg noch einen Umweg über die Sprissleralm gemacht, was sehr nett war. Ansonsten wäre der Abstieg entweder gleich Anstiegsweg gewesen – oder komplett Fahrweg.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Hintere Goinger Halt – Ein langes Wochenende, Teil 1

9. Oktober 2011

Herbst am Wilden Kaiser

Zum Einstieg in das lange 3-Tage-Sonnen-Wochenende hatte ich die Hintere Goinger Halt ins Auge gefasst. Die stand schon lange auf meiner Liste, und ich war einigermaßen zuversichtlich, dass es mir am Samstag noch gelingen würde, auch wirklich um 5:30 Uhr aufzustehen und den zu erwartenden Massen ein bisschen voraus zu sein.

Es war dann eher 5:45 Uhr, und als ich an der Wochenbrunner Alm ankam, war da tatsächlich auch schon einiges los. Und obwohl es noch angenehm kühl war und ich folglich relativ schnell bis zum Ellmauer Tor kam, herrschte da auch schon reges Treiben. Die meisten blieben aber entweder dort sitzen – oder betätigten sich gleich als echte Kletterer. Der relativ kurze Rest des Weges bis zum Gipfel war jedenfalls wenig begangen.

Gipfel: sehr schön. Aber Klassiker, muss also auch.

Im Abstieg kamen mir dann aber doch jede Menge Leute entgegen, und ich habe mich doch gefragt, wie die alle auf den kleinen, relativ steilen Gipfel passen sollten… naja, nicht mein Problem, zum Glück.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Feldberg und Stripsenkopf – Wo der Kaiser massiv ist

2. Juli 2011

Wilder Kaiser (Nord)

Ich bin ja der Meinung, dass man sich im Sommer manchmal spontan einen Tag freinehmen sollte, um einfach so in die Berge zu gehen. (Also – wenn man in München wohnt jedenfalls; in Wanne-Eickel beispielsweise wäre das weniger sinnvoll.) Leider mache ich das selbst viel zu selten – aber letzten Mittwoch war dann doch mal wieder so ein Tag!

Weil diesmal das Wetter von Westen her schlechter werden sollte, habe ich mir eine relativ weit östlich liegende Tour ausgesucht. Das war a priori total sinnvoll; im Nachhinein habe ich allerdings den ganzen Tag kaum ein Wölkchen gesehen, obwohl ich bei den hohen Temperaturen durchaus ein bisschen Abkühlung hätte vertragen können. Jedenfalls – der Stripsenkopf sollte es sein, von dem hatte ich schon sooo viel gehört, war aber noch nie da.

Weil es natürlich zu einfach gewesen wäre, nur den “Normalaufstieg” über das Stripsenjochhaus zu nehmen (das war dann mein Abstieg), habe ich aus dem Kaiserbachtal den Umweg über die Ranggeralmen und den Feldberg genommen. Und ich muss sagen: Ich kann es nur empfehlen – die Aussicht, vor allem auf die massiven Nordflanken des Wilden Kaisers gegenüber, ist echt enorm. (Aber auch der Blick in den Kaiserwinkl ist sehr hübsch.)

Allerdings sind es am Ende wegen des Auf und Ab, das man zwischendurch hat, doch über 1100 Höhenmeter, die überwinden werden sollen. Und das werde ich eher nicht an einem Tag wiederholen, an dem es um 9 Uhr schon 18°C hatte. Aber ansonsten: jederzeit wieder!

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Brentenjoch – Per silvestra ad astra

27. Mai 2011

Zahmer Kaiser – Süd

Und am Sonntag war das Wetter dann besser, als der Wetterbericht vorhergesagt hatte. Ich hasse es, wenn das passiert. Wenn man mit irgendwelchen lange aufgeschobenen, endlich zu erledigenden Sachen zu Hause sitzt, aber dann draußen doch die Sonne scheint.

Also bin ich spontan doch noch zu einer weiteren kurzen Tour aufgebrochen, und zwar, wie man das so macht (also, ich jedenfalls): Wenn’s schon spät am Tag ist, sucht man sich was mit Lift. Der Kaiserlift in Kufstein bot sich an, weil ich da noch nie war und die Gegend sowieso mal ein bisschen erkunden wollte.

Und wieder stand ich im Wald. Die meiste Zeit jedenfalls. Der Aufstieg über den (albern nach Mittelerde klingenden) Elfenhain zur Duxeralm verläuft – im Wald. Und, zumindest am Anfang, unfassbar flach. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Serpentinen mit so wenig Höhenunterschied gesehen.

Von der Duxeralm zum Brentenjoch geht es danach auch – durch den Wald. Aber zumindest hat man oben einen schönen Blick ins Kaisertal und auf beide Kaisergebirge, und ins Inntal und so… und hey, ich war ja schließlich auch ein bisschen selbst schuld. Mehr als das, was ich am Ende bekommen hab, kann man von einem spät begonnenen Tag eigentlich nicht erwarten.


Ackerlhütte – Bring your own everything

15. Mai 2011

Wilder Kaiser und Stiegenbachfall

Das hätte ich ja fast vergessen: Letzte Woche war ich an der Ackerlhütte. Und noch mehr! (Sozusagen.)

Geparkt habe ich in Prama, wie schon bei der Tour zum Baumgartenköpfl – weil der auf der Karte eingezeichnete Parkplatz in Hüttling natürlich nicht existierte. Das habe ich diesmal aber schon geahnt, war also nicht so schlimm. Der Weg bis zur Ackerlhütte ist dann eigentlich sehr schön. Nach kurzer Zeit verlässt man den Fahrweg, und dann ging es immer durch den sonnig-lichten Wald auf einem Pfad bergan zur Regalm und recht schnell zur Hütte.

Das sollte aber noch nicht alles sein: Eigentlich hatte ich das Gamskögerl als Ziel auserkoren – einen dieser kleinen Bergrücken, die sozusagen senkrecht zum Kaiser-Hauptkamm vorspringen (wie auch das Baumgartenköpfl). Als ich aber dann 250 Höhenmeter weiter oben am Wilden-Kaiser-Steig stand und auf das Gamskögerl runter blickte, habe ich spontan diese viel schönere, aber namenlose Stelle zum Ziel erklärt. (“Alte Ackerlhütte” steht etwas lahm als Standort auf dem dortigen Wegweiser.)

Den Abstieg habe ich dann über die Grander- und Graspoint-Hochalmen gewählt, was auch ganz gut ging, bis ich mich kurz vor der Graspoint-Niederalm auf einen Weg habe locken lassen, der mich wieder steil nach oben bis kurz vor die Regalm führte (okay, ich übertreibe ein bisschen, aber so kam es mir vor).

Die Ackerlhütte ist übrigens eine Selbstversorgerhütte, ne? Wollte ich nur so erwähnen, damit es euch nicht so geht wie der Familie, die mir im Abstieg unterhalb der Graspointhochalm entgegen kam:

“Kommt denn hier bald eine bewirtschaftete Alm oder eine Hütte?”
Ich: “Ähm. Nein.”
Entsetztes Schweigen.
Ich: “Also, irgendwann kommt halt die Ackerlhütte, aber die ist ja auch nur für Selbstversorger.”
Was??? Die Ackerlhütte ist auch nicht bewirtschaftet???”

Leute gibt’s. Aber lustig waren sie.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Bergwinter: Baumgartnerkopf – Killergemsen greifen an

6. März 2011

Wegweiser am Baumgartnerkopf

Bei dem Wetter bzw. der Schneelage macht Skifahren echt keinen Spaß – also, mir jedenfalls nicht. Die Tourengeher, denen ich heute begegnet bin, sehen das vermutlich anders, aber zum Tourengehen bin ich leider nicht geeignet… jedenfalls hieß das, dass ich’s doch nochmal mit Winterwandern versuchen wollte.

Es war auch eigentlich ganz nett. Ich hatte mir einen Weg ausgesucht, der im Großen und Ganzen an einem Südhang hinauf führte – von Going zum Baumgartnerkopf (auch Baumgartenköpfl, in meiner Wanderkarte beispielsweise). Natürlich klappt das nie hundertprozentig, ein bisschen Ost- oder Westhang hat man immer dabei. Ab ca. 1400m war die Schneelage dann doch ordentlich, aber trotzdem brauchte ich keine Grödel, weil der Hang meist flach und/oder der Schnee tief genug war.

Nur die kleine Herde Gemsen hätte ich nicht gebraucht, die sich ausgerechnet, als ich mich in der Durchquerung eines schmalen, steilen Tobels mit Hartschneeeinlage befand, entschieden, oberhalb von mir ein bisschen Steinschlag auszulösen. Naja, ist ja gut gegangen.

Das winterliche Panorama vom “Gipfel” – eher ein kleiner Vorsprung auf einer langen Schulter vorm Wilden Kaiser – war dann aber absolut großartig.


Bergwinter: Prostkogel – Comedians sind Weicheier

22. Februar 2011

Wilder Kaiser – Ost

Ich hab’s ja eigentlich nicht so mit dem Winterwandern, aber dieser Winter gestaltet sich ja immer herbstlicher (und weniger winterlicher), so dass ich mir dachte, ich könnte doch mal eine ganz klitzekleine Wanderung ausprobieren.

Als Ziel ausgesucht habe ich mir den Prostkogel (bekannt aus Film und Fernsehen), der nun wirklich babyleicht zu erreichen ist – wenn das Almsträßchen nach Hinterberg frei befahrbar ist. Trotz des Schneekettenschilds am Anfang (schluck!) war es das zum Glück aber auch. Vom Parkplatz ist es dann sogar auf der umständlichsten Route über den Fahrweg nur ungefähr eine Stunde bis zum Gipfel. Schnee lag – teilweise. Aber meine gesamte mitgeschleppte Winterausrüstung – Grödel, Gamaschen, Handschuhe – habe ich gar nicht gebraucht.

Für ein bisschen mehr Abenteuer (sozusagen) bin ich im Abstieg nicht über den Fahrweg gegangen, sondern den Steig über die südlich vorgelagerten Almen. (Die dritte Möglichkeit, die “Teufelsgasse”, klang mir dann doch wieder zu wild.) Auch da war der Schnee kein Problem – schon eher der katastrophal rutschige Schlamm in den nassen Wiesen… aber trotzdem war ich überraschend schon nach knapp einer halben Stunde wieder zurück am Auto.


Scheffauer

30. September 2009

Kreuzung

Der Scheffauer ist wieder so ein Berg, an dem ich mich schon einmal versucht habe. Damals war ich leider etwas spät dran, es war Hochsommer und furchtbar heiß, so dass ich mein Wasser schon auf halber Strecke fast aufgebraucht hatte. Damals war ich dann etwas frustriert umgekehrt; seitdem hatte ich es nicht wieder versucht.

Aber dieses Wochenende bot sich der Scheffauer einfach an – das Wetter im Unterland sollte besser sein als im Oberland, und wir wollten nochmal einen “richtigen” Berg rauf. Gesagt, getan – zweiter Anlauf.

Diesmal ging es vom Jagerwirt los, nicht vom Hintersteiner See wie letztes Mal, und das war auch eine gute Entscheidung, glaube ich. Der Weg ist einfach abwechslungsreicher. Von Sonne und Hitze diesmal war auch nichts zu spüren – gut für den Aufstieg, ganz schlecht für den Panoramablick, der sich einfach nicht einstellen wollte. Der Gipfel war die ganze Zeit im mehr oder weniger dichten Nebel.

Trotzdem war’s super, wenn auch anstrengend, und die ständige leichte Kletterei im oberen Teil war auch nicht so ganz ohne – die Leute, die im Internet etwas vom “leichten Südaufstieg” schreiben, haben offenbar andere Maßstäbe als wir…


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