Wandbergalm – (war: AW: Lochner Horn)

1. Mai 2012

Walchsee & Kaisergebirge

Manche Tage sind komisch – also, wettermäßig. Und dieser war so einer. Es war warm, es war windig, es war wolkig. Es war gleichzeitig warm und kalt, und man hatte den ganzen Tag das Gefühl, es ist 17:30 Uhr.

Eigentlich wollten wir zum Lochner Horn, aber das Lochner Horn hat diese komische Eigenschaft, dass man am Ende auf einem Grat steht, der genau so hoch ist wie der Gipfel. Aber zum Gipfel muss man erst noch durch eine Senke. Und da es am Gipfel extrem windig war und gleichzeitig der eigentlich schöne Panoramablick heute sowieso in weiß-graue Merkwürdigkeit führte… haben wir ihn links liegen lassen. Damit wurde die Wandbergalm zum Tagesziel erklärt, was auch okay war.

Und dann waren wir noch so mutig, durch den Graben direkt nach Walchsee zurück abzusteigen. Normalerweise sollte das kein Problem sein, aber erwartungsgemäß lagen in diesen tiefen, schattigen Graben mit seinen steilen Hängen noch jede Menge Schneeflecken. Aber es war am Ende alles machbar (ein Glück), und wir waren um 17:30 Uhr zurück in Walchsee.

Oder zumindest kam es uns so vor.


Kranzhorn – Interessante Verkehrsströme

1. Mai 2012

Chiemgauer Alpen

Das Kranzhorn steht da immer so rum, und ich neige dazu, immer dran vorbei zu fahren. Aber dieses Wochenende bot es sich an: Der Aufstieg ist nach Süden ausgerichtet, der Gipfel ist nicht so hoch, und ja, ich weiche den größten Mengen Schnee gerne aus.

Der Aufstieg von Erl ist dann auch tatsächlich ein hübscher Steig durch den Wald, der auch bei den erstaunlich hohen Temperaturen am Samstag einigermaßen kühlen Schatten spendet. Der einzige Nachteil der Tour ist, dass an der Kranzbergalm ein zweiter Verkehrsstrom hinzukommt – man kann die Strecke zum Gipfel nämlich deutlich abkürzen, wenn man mit dem Auto den Erlerberg hochfährt. So war dann also keine Bergeinsamkeit zu erwarten, und es gab auch keine.

Im Abstieg habe ich dann eine kleine Variante ausprobiert, die wirklich wenig begangen war… nur, dass mir dann ein Traktor auf dem zwei Meter breiten Karrenweg entgegen kam! Bizarr… Aber wir haben uns aneinander vorbei gedrängt, und alles war gut.


Kampenwand – Bergtour mit Blockabfertigung

19. September 2011

Land of Rocks

Nach dem kurzen Ausflug zum Rangger Köpfl am Vortag war klar, dass ich immer noch an der merkwürdigen Blase am Fuß laborierte, und so habe ich mir für den nächsten Tag (und den übernächsten) Wege mit relativ wenig Abstieg ausgesucht, denn dabei meldete sich der Fuß immer besonders stark.

Also, dachte ich mir, Kampenwand. Stand bisher auch auf der Liste von “Münchner Klassiker, die ich bisher ignoriert habe”. Durch eine Fehlkalkulation in der Anreisedauer war ich dann auch schon um acht Uhr am Parkplatz der Seilbahn (die zwar noch nicht in Betrieb war, aber die Parkgebühreintreiberin war schon im Dienst).

Natürlich habe ich nicht die Seilbahn genommen, sondern bin zu Fuß durch den Wald zu den Almen aufgestiegen, was sehr angenehm war – schattig und kühl. Allerdings stelle sich an der Kleinlingalm dann heraus, dass ich zwar früh drangewesen war, aber inzwischen jeglichen Vorsprung verloren hatte: Die Seilbahnbenutzer waren jetzt auch alle da und kraxelten den ab hier wirklich beschwerlichen (steilen, rutschigen, felsigen) Weg hinauf. Zum Schluss wird der Weg recht urig, aber leider auch, nun ja, einspurig, was zu etwas nervigem Stop-and-Go führte. Vorm Gipfelkreuz, das nur über einen kleinen Steg zugänglich ist, war dann Blockabfertigung.

Ich hatte mich auf einen Abstieg zur Südseite getrogen, aber nach einem kurzen Blick auf den “Weg” habe ich davon abgesehen. Hier stand auch ein “Nur für Geübte”-Schild – als wenn der Normalweg auch was für Anfänger wäre… Nun gut, auf demselben Weg zurück und rüber zur Gondel.

Und dann war ich ja doch noch sauer. Ich bin normalerweise der letzte, der sich über hohe Preise aufregt. Aber 13 Euro für eine Talfahrt? In dieser katastrophal klapprigen Bahn, die wahrscheinlich 1948 aus alten Wehrmachtsbeständen zusammengekloppt wurde? Und die die ganze Zeit schaukelte und ratternde Geräusche machte, dass es einem echt mulmig werden konnte? Das ist wirklich mal eine Frechheit.

Kampenwand… abgehakt.


Karkopf und Hochries – Die Parkplatzgarantie

3. Mai 2011

Weyereralm

In letzter Zeit habe ich öfter mal ein sehr spezifisches Problem: Ich finde am Beginn einer Wanderung einfach keinen Parkplatz. Das mag damit zusammenhängen, dass ich ein ziemliches Schisser bin, was ein mögliches Abschleppen meines Autos angeht – aber lästig ist es so oder so.

Diesen Samstag war es auch mal wieder so weit… Also bin ich leicht frustriert von meiner eigentlich geplanten Wanderung abgegangen, wieder umgedreht und schließlich zur Hochries-Bahn gefahren. (Wo Seilbahn, da Parkplatz!)

Der Weg zum Karkopf war dann auch recht nett, auch wenn/weil die Ausschilderung eher mau war und ich daher zumindest am Anfang ziemlich allein war. Später kamen mir dann jede Menge Bergabwanderer entgegen (Leute, die lieber bergab als bergauf gehen, werde ich nie verstehen). Aber am Gipfel des Karkopfes war dann wieder wenig los. Eine wirklich etwas komische Verteilung der Menschen hat’s da in der Gegend…

Und dann wurde das Wetter eher schlechter, und ich habe am Ende auf den Abstecher zum Feichteck, den ich noch halb ins Auge gefasst hatte, verzichtet. Aber es sieht auf der Karte so aus, als könnte man das auch von Duft aus ganz gut besteigen. Und da weiß ich ja immerhin auch, dass es dort einen Parkplatz gibt!


Spitzstein – Darf ich mal kurz vorbei?

12. April 2011

Unterinntal

Und wieder habe ich einen Gipfel von der Liste der für mich neuerdings schnell zu erreichenden Berge streichen können (sozusagen): den Spitzstein oberhalb von Erl. Wobei ich das mit dem “leicht zu erreichen” insofern relativieren sollte, als ich mich auf der Suche nach dem Parkplatz gleich zweimal verfahren habe; die Almstraßen oberhalb von Erl sind vielfältig und mäßig gut beschildert – und fast ausnahmslos für den öffentlichen Verkehr geöffnet.

Das führt dann dazu, dass man fast bis zum Gipfel mit dem Auto fahren kann (ich übertreibe nur ein bisschen), dafür dann aber auch Parkgebühren bezahlen muss. Ich hab mich lieber – nicht wegen der Gebühren, sondern der sportlichen Betätigung wegen – auf den kleineren Parkplatz etwas unterhalb gestellt. Trotzdem führt diese ausgiebige Erschließung natürlich dazu, dass man hier Bergeinsamkeit getrost vergessen kann, auch wenn man nicht den Standardnormalaufstieg über die Straße nimmt. (Und spätestens am Spitzsteinhaus treffen sich eh alle Wege wieder.)

Trotzdem war es nach der langen Tour am Vortag ein ganz netter, relativ kurzer Ausflug mit – immerhin – sehr schönem Gipfelpanorama auf die beiden Kaiser, ins Inntal und in jede Menge Chiemgauer Alpen.


Wetterkreuz (Kössen)

21. November 2010

An der Hinhagalm

Ich weiß, letztes Jahr wurde ich im November auch immer wieder überrascht, dass doch nochmal was ging. Aber mit dem bevorstehenden Wintereinbruch nächste Woche gehe ich jetzt doch einfach mal davon aus, dass das hier die letzte Tour der Saison gewesen ist. Wenn dem so war, dann war der Abschluss zwar nicht unbedingt krönend, aber doch angemessen.

Das Wetterkreuz oberhalb von Kössen – auf manchen Karten wohl in Beschreibung seines ungewöhnlichen Gipfelkreuzes auch “Wetterfahre” genannt – ist landschaftlich durchaus ein lohnender Gipfel. Und auch der Weg hinauf ist ganz hübsch – aber auch vergleichsweise kurz, und mit weniger als 1300m ist der Gipfel auch nicht sehr hoch. Trotzdem hat man einen sehr schönen (Fast-)Rundumblick auf die Chiemgauer Alpen, beide Kaiser, die Loferer Steinberge und auch durch die Täler in Richtung Hauptkamm auf Berge, die ich nicht ohne weiteres identifizieren konnte.

Nach dem Wetterkreuz kann man noch die Rudersburg besteigen, die etwas höher ist und vermutlich spannender und noch schöner. Aber als ich an der Abzweigung ankam, war es doch schon relativ spät (verdammte Winterzeit!), und da hab ich das lieber sein gelassen. Vielleicht nächstes Jahr.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Lochner Horn – Brennkopf

14. September 2010

Kohlenriedalm (Niederleger)

Am Samstag stand mir der Sinn nach mäßiger sportlicher Betätigung – und irgendwie nach Almen. Am Walchsee herrscht an Almen kein Mangel, wie ich aus der Karte sehen konnte, also ging’s dahin, um einmal in die Runde durch die Almhänge nördlich des Sees zu laufen.

Die Tour ist wirklich nett, wenn auch erwartungsgemäß unspektakulär, und Almen – bewirtschaftete wie unbewirtschaftete – gibt’s auf Schritt und Tritt, sogar mehr als man auf den ersten Blick in der Landkarte findet. Die erste, die Angeringalm, habe ich gar nicht recht als solche erkannt, aber die Kohlenriedalm (mit hübschem kleinen Niederleger, den man zuerst erreicht) dann schon. Ein paar Kühe hingen da noch rum, aber an der Hauptalm wurden gerade die Schotten dicht gemacht für den Winter…

Es folgte ein Abstecher zum Lochner-Horn-Gipfel – den man allerdings als solchen erstmal erkennen muss, so flach und weitläufig und gipfelkreuzlos, wie er ist (der Name ist etwas irreführend). Dann kamen die Lochneralm, die Wandbergalm (wo zum ersten Mal ein paar mehr Leute unterwegs waren) und nach einem weiteren, diesmal weglosen Abstecher zum Brennkopfgipfel die Hupfnalm.

Und im Abstieg gab’s dann noch einen malerischen kleinen Wasserfall.

Alles in allem eine sehr schöne Runde – womit man aber bei einer solchen Almwanderung rechnen muss: sehr viele Kuhfladen…


Hochfelln

11. Juli 2010

Blick vom Gipfel

Stellt euch vor: Letztes Wochenende, bevor die Große Hitzewelle von 2010 über uns hereinbrach. Die Temperaturen waren kaum über Raumtemperatur, der Himmel war wolkenverhangen, und vor allem: Der Wetterbericht sagte schon ab Mittag Gewitter voraus.

Da ich zudem eine Verabredung zum Mittagessen am Chiemsee hatte, wollte ich nur kurz irgendwo rauflaufen. Die Hochfelln (der? das?) bot sich da nahezu perfekt an. Ich war da auch vorher noch nie, so dass ich sogar etwas Neues für mich entdecken konnte.

Die Seilbahn fand ich gleich mal so richtig interessant: Die erste Sektion führt über mehr oder weniger flaches Gelände – sehr ungewöhnlich für eine Luftseilbahn. Die zweite Sektion ist dann schon typischer (steil und über eher unangenehmes Gelände). Die bin ich allerdings nur bergrunter gefahren, da meine Tour daraus bestand, von der Mittelstation zur Bergstation zu gehen.

Der Liftführer in der ersten Sektion hatte die Gehzeit auf zwei Stunden geschätzt (ich hab nicht gefragt, sondern ein anderer Passagier!), worauf mir ein „Das wollen wir ja erstmal sehen“ entfahren ist, was die anderen Mitfahrenden irgendwie alle lustig fanden. Als ich dann eine Stunde und zehn Minuten später tatsächlich ein paar von ihnen an der Bergstation wieder getroffen habe, haben die ordentlich gestaunt. Hat mich aber vielleicht auch ein bisschen zusätzlich angespornt…


Heuberg

15. Juni 2010

Vier Kühe am Horizont

Ich hatte am Sonntag partout keine Lust, mich hauswirtschaftlichen Tätigkeiten hinzugeben oder – Gott bewahre – noch Reste vom Umzug aufzuarbeiten, aber mir war auch klar, dass mich meine neue Wohnung den ganzen Tag über vorwurfsvoll angucken würde, wenn ich einfach nur rumlungerte. Also habe ich mich trotz des mäßig bis mies vorhergesagten Wetters doch nochmal auf den Weg gemacht.

Ich habe das als “Explorationstour” eingestuft. Das mache ich manchmal, wenn ich schon von vornherein erwarte, dass aus dem Tag so richtig nichts werden kann. Dann war ich eben nicht unterwegs, um Spaß zu haben, sondern um eine neue Gegend zu erkunden. (Manchmal funktioniert dieser kognitive Trick sogar.) Und neue Gegend zu erkunden habe ich momentan eigentlich genug.

Also: Es war schon ziemlich spät, und ich wollte nicht zu lange unterwegs sein, um die Vom-Regen-getroffen-werden-Chancen möglichst klein zu halten. Nach kurzem Suchen bin ich dann auf den Heuberg am Rand der Chiemgauer Alpen gegangen. Die Tour war okay, auch wenn der Aufstieg von den Daffneralmen unheimlich erodiert und ausgewaschen ist (der Gratweg von Nordwesten, über den ich abgestiegen bin, war deutlich angenehmer). Ist aber auch kein Wunder, wenn schon an Nebel- und Sprühregentagen solche Menschenmassen dort unterwegs sind!

Ich glaube, beim Sonnenschein sehen die mich da so schnell nicht wieder – da verlosen sie vermutlich Stehplätze…


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