Tuftlalm

2. November 2009

Man sollte ja meinen, dass die Tuftlalm sich als Ziel anbietet, wenn es schon geschneit hat: Der Aufstieg verläuft fast durchgehend über einen Südhang, und im Wald, und das Ziel ist nicht sonderlich hoch. Darum hatte ich sie mir auch ausgesucht. Überraschend war dementsprechend, wieviel Schnee im Oktober schon in dem Aufstieg liegen konnte (an manchen Stellen bis zu knietief).

Die Alm war sogar noch geöffnet und voll bis obenhin – es saßen sogar noch Leute draußen, und das bestimmt nicht, weil das Wetter so toll gewesen wäre. (Ich nehme mal an, dass die Alm am nächsten Tag, dem österreichischen Nationalfeiertag, noch ein letztes Mal geöffnet war.)

Für den Abstieg habe ich mich dann jedenfalls für den Fahrweg nach Ehrwald entschieden, weil ich das Gerutsche im Schnee leid war. Blöderweise war der aber im oberen Teil auch nicht gerade schneefrei, und als der Schnee endlich weniger wurde, stellte er sich als asphaltiert heraus! Höchst ungewöhnlich, und auch nicht unbedingt fußfreundlich.

Aber wenigstens war ich nochmal draußen.


Zunterkopf

6. Oktober 2009

Es ist erstaunlich, wie sehr ein schöner Herbsttag die Leute ins Gebirge lockt, auch wenn ausnahmsweise mal nicht Nationalfeiertag ist: nämlich mindestens so viele, dass die Parkplätze an der Ammerwaldalm schon am frühen Morgen so ziemlich alle belegt waren. Also schon wieder ein detailliert ausgearbeiteter Plan vereitelt. Mist.

Nach einigem Hin und Her habe ich mich dann entschlossen, ganz bis an den äußersten Rand meiner mitgebrachten Wanderkarte weiterzufahren und einen Berg mit dem Namen Zunterkopf zu besteigen, von dem ich vorher im Leben noch nichts gehört hatte. Meine Befürchtung, dass sich der Aufstieg in typischer Ammergauer-Alpen-Manier als verwitterter Jägersteig herausstellen könnte, traf aber zum Glück nicht ein. Der Weg hört zwar verwirrenderweise auf die Bezeichnung „Breitenwang Tauern“ oder auch „Tauernspitz“ - was der Name des nächsten Gipfels ist, auf den weiterführende, tatsächlich eher verdächtig aussehende Steigspuren sich noch ziehen.

Wenn man aber am Zunterkopf bleibt (das ist das erste Gipfelkreuz, das man erreicht), dann ist das durchaus eine schöne, wenn auch nicht überwältigend anspruchsvolle Bergwanderung, die auch – offenkundig – weniger überlaufen ist als die Ammerwald-Wege auf der anderen Talseite. Und die Aussicht ist wahrscheinlich auch besser – auf die nördlichen Ammergauer, das Reuttener Becken, den Hahnenkamm, ins Lechtal, auf den Thaneller…


Stepbergalm

21. Mai 2009

Auf dieser Wanderung gibt es kein Gipfelkreuz!

Das wollte ich nur vorab zur Sicherheit mal sagen, denn es ist schon erstaunlich: Man kann den Leuten, mit den man in die Berge geht, noch so viel davon erzählen, dass das Ziel die Stepbergalm ist, eine Alm. Alm, versteht ihr? Sie wollen trotzdem ein Gipfelkreuz.

Davon abgesehen, ist die Stepbergalm ein schönes Ziel auf einer einfachen Rundtour über Garmisch, immer mit der Zugspitze und verwandten Bergen vor den Augen. Im Aufstieg übers „Gelbe Gwänd“ (das ist der südwestlichere Weg) gibt es zwar, wie im Führer beschrieben, eine seilgesicherte Stelle, aber das Seil habe ich erst bemerkt, als es schon fast wieder vorbei war. Der Abstieg über den Kreuzweg – der so heisst, aber frei von Kreuzigungsbildchen ist – ist völlig harmlos.

Trotzdem nett.


Schelleleskopf

3. Mai 2009

Der Schelleleskopf ist ein Teil des Zwieselbergs, und der wiederum zieht sich am Nordufer des Plansees entlang. Auf den Schelleleskopf (oder knapp dran vorbei) führt ein Steig vom Seespitz aus, wo man auch hervorragend parken kann.

So weit, so gut. Das Blöde ist nur: Der Steig ist nicht ausgeschildert (er beginnt am oberen Ende des Campingplatzes, falls es jemanden interessiert). Der Steig wird offenbar nicht mehr gewartet, obwohl die Markierungen noch gut sichtbar sind. Eine in allen Karten eingetragene Verzweigung auf halber Höhe existiert offenbar gar nicht mehr. Und – wahrscheinlich dank der daraus resultierenden relativen Seltenheit menschlichen Besuchs – haben offenbar alle Tiere des Berges, von ganz oben bis ganz unten, den Steig zu ihrer Toilette auserkoren.

Schade eigentlich, denn der Weg an sich ist echt schön und abwechslungsreich, und die Aussicht ist an vielen Stellen auch ganz schön. Wie der Blick von ganz oben ist, kann ich leider nicht sagen, denn 14 Höhenmeter unter dem Gipfel versperrte völlig unvermittelt ein hüfthohes Schneefeld meinen Weg. Darauf, da hindurch zu waten, hatte ich dann doch keine Lust mehr…


Schafkopf

12. April 2009

Es geht wieder los!

Na gut, es hilft schon sehr, wenn mal sich einen Berg sucht, der vielleicht unter 1500m hoch ist, und wenn man darauf achtet, dass der Anstieg durchgehend südseitig verläuft. Aber es geht! Die Bergsaison ist eröffnet!

Ahem. Vom allgemeinen Enthusiasmus für das neue Bergsommerjahr einmal abgesehen, war der Schafkopf eine echt schöne Frühlingstour. (Das ist der Schafkopf bei Farchant; Schaf(s)köpfe gibt es in den Bergen ja wie Sand am Meer.) Es geht zwar die ganze Zeit durch den Wald, aber ist auf der – relativ geringen – Höhe ja auch zu erwarten.

Nur am Gipfel stehen ein paar Bäume zuviel. So hat man zwar einen schönen Blick auf Garmisch-Partenkirchen, den Wank und weite Teile des Wettersteins, aber den Blick auf den Zugspitzstock einerseits und den ganze Rest der Ammergauer andererseits blockieren hier die Tannen.

Aber wie gesagt: die ideale Frühlingstour!


Hochschrutte

31. August 2008

Die Ammergauer Alpen, besonders der Südteil, der sich über dem Zwischentorental zwischen Reutte und Lermoos erhebt, sind nicht eben berühmt für ihre gut in Stand gesetzten und ausgeschilderten Wege. Das führt einerseits dazu, dass man hier durchaus noch die viel beschworene „Bergeinsamkeit“ findet.

Andererseits führt es auch dazu, dass man sich furchtbar verlaufen kann, was in den steilen, felsdurchsetzten Wiesen hier schon mal erheblich an Kraft kosten kann. Genauso kam es bei mir gestern. Der Weg zur Hochschrutte, im Tal zumindest grundsätzlich noch ausgeschildert („Plattberg“, der Name des Massivs, wenn auch nicht des Gipfels), verschwand irgendwo auf einer Hochalm im Nichts und tauchte erst am Gipfelgrat wieder auf. Dem hätte ich dann bis Lermoos oder wahlweise bis Heiterwang folgen können, aber ich wollte ja irgendwann auch wieder ins Tal.

Der Weg dahin existierte aber leider so gar nicht mehr. Also habe ich mich durchgeschlagen (wobei ich unter anderem unter einem elektrischen Weidezaun durchkrabbeln musste, als wäre ich im Boo Camp der US-Marines) bis zur Bichbächler Alpe.

Und sogar von dort habe ich es noch geschafft, mich zweimal zu verlaufen, weil erstens die Wegweiser an der Alm irreführend sind (und ich garantiert nicht nach dem Weg frage, wenn ich neben einem Wegweiser stehe, soviel männlichen Stolz habe ich dann noch!) und weil zweitens kurz vor der Talsohle der Weg an einer Fahrwegsbaustelle einfach mal abbricht.

… aber wenigstens wird man mit einem ziemlich coolen Panorama belohnt. Trotzdem, mit den Ammergauern bin ich erstmal durch.


Scheinbergspitze

26. Mai 2008

Die Scheinbergspitze hat einen wirklich irreführenden Namen, denn zum Schein ist da gar nix. Das ist eine ausgewachsene, echte Bergspitze.

Angesichts der allgemeinen Wettersituation hatte ich mir extra wieder einen Weg ausgesucht, der komplett südexponiert ist, damit ich auf möglichst wenig Schnee treffe, aber da war dann ja doch noch jede Menge davon vorhanden. Habe ich aber – offensichtlich – trotzdem gemeistert; das wäre ja auch noch schöner gewesen.

Dann zog sich’s auch noch zu… aber wenigstens habe ich dieses stimmungsvolle Foto von dem „bösen“ Berg gegenüber dabei rausgeholt.