Krähe – Ich hab allerdings nur Dohlen gesehen

28. Juni 2011

Schwangauer Kessel

Ich hab wieder was gelernt: Um 7 Uhr früh wird, wie es scheint, bei Bedarf der Bergwetterbericht der ZAMG für den Tag noch einmal verändert. Jedenfalls sagte der für Sonntag um 6:55 Uhr noch Sonnenschein in ganz Tirol voraus, um 7:05 Uhr dann nur noch fürs Oberland.

Also mal fix die eigentlichen Pläne umgeschmissen und geguckt, wo ich denn noch schnell in westlicher Richtung hinkomme. Und siehe da: Ich wollte doch schon lange mal zur Hochplatte oder zur Krähe im Graswangtal (auch das habe ich gelernt – so heißt das Tal zwischen Plansee und Ettal). Am Ende habe ich mich dann für die etwas weniger gut besuchte Krähe entschieden (ca. 10 Leute am Gipfel um 12:30 Uhr).

Und das war absolut die richtige Entscheidung! Zum einen war die Tour echt toll, mit viel Abwechslung und einer extrem hübschen Landschaft nahbei mit vielen relativ kleinen Geländekammern, die man so vom Kartenstudium her gar nicht unbedingt erwarten würde. Und mit einem tollen Fernblick ins Alpenvorland auf der einen Seite, aber vor allem in die Lechtaler und sogar bis ins Verwall.

Und zweitens hatte ich strahlenden Sonnenschein, während nach Osten, Richtung Zugspitze, bis in den Nachmittag dicke Wolken hingen…


Schönjöchl

25. April 2010

Plansee

Ich bin ja immer auf der Suche nach Wegen, die nicht beim ersten Anzeichen von sonnigem Wetter von Tausenden von Menschen begangen werden, und manchmal finde ich auch jetzt noch solche. Das Schönjöchl am Plansee ist sicherlich so ein Ziel. Zugegeben, es ist Ende April, und da sind die Berge ohnehin noch nicht so überlaufen. Andererseits ist es Ende April, und das Schönjöchl mit seiner relativ geringen Höhe und seinem fast komplett südseitig verlaufenden Anstieg ist ein idealer Frühlingsberg.

Trotzdem war ich komplett allein. Auf den gelegentlichen Schneefeldern im letzten Viertel des Wegs konnte man zwar Fußspuren erkennen, aber definitiv keine vom selben Tag. Andererseits gab es auch Skispuren – es kann also durchaus sein, dass die letzten Besucher des Schönjochls vor mir Skitourengeher waren…

Zugegeben, der Gipfel an sich macht nicht so viel her – eine breite, flache, fast (aber nicht ganz) baumlose Kuppe, die eigentlich einen nur Vorberg zu den höheren Geierköpfen darstellt. Aber die Aussicht ist durchaus hübsch, und man hat viel Platz.

Nur der Weiterweg, der die Besteigung zu einem Rundweg gemacht hätte, war leider noch vom Schnee versperrt.


Brunnenkopf

18. April 2010

Klammtalspitze

Die Wege im Tal der Linder eignen sich eigentlich immer ganz gut fürs Frühjahr: Sie sind fast durchwegs nach Süden exponiert und die Gipfel liegen meist unter 2000m, so dass der Schnee relativ früh schmilzt. Und im Frühjahr ist hier auch deutlich weniger los als im Hochsommer, wo man ja schon froh sein muss, am Schloss Linderhof überhaupt einen Parkplatz zu bekommen.

Also war ich am Samstag auf dem Brunnenkopf. Je nach Kondition und Schneelage hatte ich halb vor, dann noch weiter zum Pürschling zu gehen. Die Kondition war okay, aber es lag doch noch zuviel Schnee drin – der letzte Anstieg zum Gipfel war etwas abenteuerlich mit mehreren jederzeit einzubrechen drohenden Schneebrücken. So bin ich am Ende einfach nur einmal rauf und runter gelaufen.

Spaß gemacht hat’s trotzdem, und meine Zuversicht auf eine starke Bergsaison steigt. Das einzig Blöde war, dass ich am Gipfel auf den nervigsten Bergwanderer der Gegenwart traf und dort allein mit ihm war (ein junges Pärchen hatte die Geistesgegenwart, sich schnell aus dem Staub zu machen). Das war so ein Mensch, der sich nicht nur mit allem auskannte und zu allem eine Meinung hatte und nicht aufhörte zu reden, sondern auch noch eingeschnappt war, wenn man ihm nicht sofort beipflichtete. (Nicht, dass ihn das in seinem Redefluss signifikant unterbrochen hätte.)

Naja, ich bin dann schnell wieder gegangen und hab meine Brotzeit an den noch unbewirtschafteten Brunnenkopfhäusern gegessen. Wärmer war’s da eh.


Tuftlalm

2. November 2009

Ehrwalder Becken

Man sollte ja meinen, dass die Tuftlalm sich als Ziel anbietet, wenn es schon geschneit hat: Der Aufstieg verläuft fast durchgehend über einen Südhang, und im Wald, und das Ziel ist nicht sonderlich hoch. Darum hatte ich sie mir auch ausgesucht. Überraschend war dementsprechend, wieviel Schnee im Oktober schon in dem Aufstieg liegen konnte (an manchen Stellen bis zu knietief).

Die Alm war sogar noch geöffnet und voll bis obenhin – es saßen sogar noch Leute draußen, und das bestimmt nicht, weil das Wetter so toll gewesen wäre. (Ich nehme mal an, dass die Alm am nächsten Tag, dem österreichischen Nationalfeiertag, noch ein letztes Mal geöffnet war.)

Für den Abstieg habe ich mich dann jedenfalls für den Fahrweg nach Ehrwald entschieden, weil ich das Gerutsche im Schnee leid war. Blöderweise war der aber im oberen Teil auch nicht gerade schneefrei, und als der Schnee endlich weniger wurde, stellte er sich als asphaltiert heraus! Höchst ungewöhnlich, und auch nicht unbedingt fußfreundlich.

Aber wenigstens war ich nochmal draußen.


Zunterkopf

6. Oktober 2009

Tannheimer Gruppe im Herbst

Es ist erstaunlich, wie sehr ein schöner Herbsttag die Leute ins Gebirge lockt, auch wenn ausnahmsweise mal nicht Nationalfeiertag ist: nämlich mindestens so viele, dass die Parkplätze an der Ammerwaldalm schon am frühen Morgen so ziemlich alle belegt waren. Also schon wieder ein detailliert ausgearbeiteter Plan vereitelt. Mist.

Nach einigem Hin und Her habe ich mich dann entschlossen, ganz bis an den äußersten Rand meiner mitgebrachten Wanderkarte weiterzufahren und einen Berg mit dem Namen Zunterkopf zu besteigen, von dem ich vorher im Leben noch nichts gehört hatte. Meine Befürchtung, dass sich der Aufstieg in typischer Ammergauer-Alpen-Manier als verwitterter Jägersteig herausstellen könnte, traf aber zum Glück nicht ein. Der Weg hört zwar verwirrenderweise auf die Bezeichnung “Breitenwang Tauern” oder auch “Tauernspitz” - was der Name des nächsten Gipfels ist, auf den weiterführende, tatsächlich eher verdächtig aussehende Steigspuren sich noch ziehen.

Wenn man aber am Zunterkopf bleibt (das ist das erste Gipfelkreuz, das man erreicht), dann ist das durchaus eine schöne, wenn auch nicht überwältigend anspruchsvolle Bergwanderung, die auch – offenkundig – weniger überlaufen ist als die Ammerwald-Wege auf der anderen Talseite. Und die Aussicht ist wahrscheinlich auch besser – auf die nördlichen Ammergauer, das Reuttener Becken, den Hahnenkamm, ins Lechtal, auf den Thaneller…

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Stepbergalm

21. Mai 2009

Zugspitzstock

Auf dieser Wanderung gibt es kein Gipfelkreuz!

Das wollte ich nur vorab zur Sicherheit mal sagen, denn es ist schon erstaunlich: Man kann den Leuten, mit den man in die Berge geht, noch so viel davon erzählen, dass das Ziel die Stepbergalm ist, eine Alm. Alm, versteht ihr? Sie wollen trotzdem ein Gipfelkreuz.

Davon abgesehen, ist die Stepbergalm ein schönes Ziel auf einer einfachen Rundtour über Garmisch, immer mit der Zugspitze und verwandten Bergen vor den Augen. Im Aufstieg übers “Gelbe Gwänd” (das ist der südwestlichere Weg) gibt es zwar, wie im Führer beschrieben, eine seilgesicherte Stelle, aber das Seil habe ich erst bemerkt, als es schon fast wieder vorbei war. Der Abstieg über den Kreuzweg – der so heisst, aber frei von Kreuzigungsbildchen ist – ist völlig harmlos.

Trotzdem nett.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Schelleleskopf

3. Mai 2009

Stardoug und die Technik

Der Schelleleskopf ist ein Teil des Zwieselbergs, und der wiederum zieht sich am Nordufer des Plansees entlang. Auf den Schelleleskopf (oder knapp dran vorbei) führt ein Steig vom Seespitz aus, wo man auch hervorragend parken kann.

So weit, so gut. Das Blöde ist nur: Der Steig ist nicht ausgeschildert (er beginnt am oberen Ende des Campingplatzes, falls es jemanden interessiert). Der Steig wird offenbar nicht mehr gewartet, obwohl die Markierungen noch gut sichtbar sind. Eine in allen Karten eingetragene Verzweigung auf halber Höhe existiert offenbar gar nicht mehr. Und – wahrscheinlich dank der daraus resultierenden relativen Seltenheit menschlichen Besuchs – haben offenbar alle Tiere des Berges, von ganz oben bis ganz unten, den Steig zu ihrer Toilette auserkoren.

Schade eigentlich, denn der Weg an sich ist echt schön und abwechslungsreich, und die Aussicht ist an vielen Stellen auch ganz schön. Wie der Blick von ganz oben ist, kann ich leider nicht sagen, denn 14 Höhenmeter unter dem Gipfel versperrte völlig unvermittelt ein hüfthohes Schneefeld meinen Weg. Darauf, da hindurch zu waten, hatte ich dann doch keine Lust mehr…


Schafkopf

12. April 2009

Stardoug blickt auf GAP

Es geht wieder los!

Na gut, es hilft schon sehr, wenn mal sich einen Berg sucht, der vielleicht unter 1500m hoch ist, und wenn man darauf achtet, dass der Anstieg durchgehend südseitig verläuft. Aber es geht! Die Bergsaison ist eröffnet!

Ahem. Vom allgemeinen Enthusiasmus für das neue Bergsommerjahr einmal abgesehen, war der Schafkopf eine echt schöne Frühlingstour. (Das ist der Schafkopf bei Farchant; Schaf(s)köpfe gibt es in den Bergen ja wie Sand am Meer.) Es geht zwar die ganze Zeit durch den Wald, aber ist auf der – relativ geringen – Höhe ja auch zu erwarten.

Nur am Gipfel stehen ein paar Bäume zuviel. So hat man zwar einen schönen Blick auf Garmisch-Partenkirchen, den Wank und weite Teile des Wettersteins, aber den Blick auf den Zugspitzstock einerseits und den ganze Rest der Ammergauer andererseits blockieren hier die Tannen.

Aber wie gesagt: die ideale Frühlingstour!

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


Hochschrutte

31. August 2008

Zugspitze & Co.

Die Ammergauer Alpen, besonders der Südteil, der sich über dem Zwischentorental zwischen Reutte und Lermoos erhebt, sind nicht eben berühmt für ihre gut in Stand gesetzten und ausgeschilderten Wege. Das führt einerseits dazu, dass man hier durchaus noch die viel beschworene “Bergeinsamkeit” findet.

Andererseits führt es auch dazu, dass man sich furchtbar verlaufen kann, was in den steilen, felsdurchsetzten Wiesen hier schon mal erheblich an Kraft kosten kann. Genauso kam es bei mir gestern. Der Weg zur Hochschrutte, im Tal zumindest grundsätzlich noch ausgeschildert (“Plattberg”, der Name des Massivs, wenn auch nicht des Gipfels), verschwand irgendwo auf einer Hochalm im Nichts und tauchte erst am Gipfelgrat wieder auf. Dem hätte ich dann bis Lermoos oder wahlweise bis Heiterwang folgen können, aber ich wollte ja irgendwann auch wieder ins Tal.

Der Weg dahin existierte aber leider so gar nicht mehr. Also habe ich mich durchgeschlagen (wobei ich unter anderem unter einem elektrischen Weidezaun durchkrabbeln musste, als wäre ich im Boot Camp der US-Marines) bis zur Bichbächler Alpe.

Und sogar von dort habe ich es noch geschafft, mich zweimal zu verlaufen, weil erstens die Wegweiser an der Alm irreführend sind (und ich garantiert nicht nach dem Weg frage, wenn ich neben einem Wegweiser stehe, soviel männlichen Stolz habe ich dann noch!) und weil zweitens kurz vor der Talsohle der Weg an einer Fahrwegsbaustelle einfach mal abbricht.

… aber wenigstens wird man mit einem ziemlich coolen Panorama belohnt. Trotzdem, mit den Ammergauern bin ich erstmal durch.


Scheinbergspitze

26. Mai 2008

Evil Mountain

Die Scheinbergspitze hat einen wirklich irreführenden Namen, denn zum Schein ist da gar nix. Das ist eine ausgewachsene, echte Bergspitze.

Angesichts der allgemeinen Wettersituation hatte ich mir extra wieder einen Weg ausgesucht, der komplett südexponiert ist, damit ich auf möglichst wenig Schnee treffe, aber da war dann ja doch noch jede Menge davon vorhanden. Habe ich aber – offensichtlich – trotzdem gemeistert; das wäre ja auch noch schöner gewesen.

Dann zog sich’s auch noch zu… aber wenigstens habe ich dieses stimmungsvolle Foto von dem “bösen” Berg gegenüber dabei rausgeholt.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier.


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