8. Oktober 2009
Es ist echt erstaunlich, wie viele Bergkilometer ich diesen Herbst noch zusammen bekomme – und gestern war ich besonders emsig. Wenn auch zum Teil, weil ich beim Kartenlesen nicht so ganz richtig aufgepasst habe und die Tour mal wieder länger war, als ich mir das eigentlich vorgestellt hatte.
Jedenfalls: das Kreuzjoch. Kreuzjöcher gibt’s, zugegeben, wie Sand am Meer in den Bergen; das Kreuzjoch, das ich meine, ist das vielleicht sogar bekannteste: der höchste Gipfel der Kitzbüheler Alpen. Dafür sieht er allerdings absolut unscheinbar aus, und er hat definitiv den Nachteil, dass die einfachste Route 80% der Zeit durchs Skigebiet von Zell am Ziller führt.
Also musste eine Alternativroute her, und siehe da, es gibt tatsächlich einen relativ einsamen, weil etwas abgelegenen Aufstieg von Süden über die Hänge des Gerlostals. Perfekt. Nur leider, und da habe ich mich etwas verschätzt, erfordert das einen ziemlich langen Zustieg entweder aus dem Gerlostal hinauf oder aber quer rüber von der Bergstation der Gerloser Seilbahn. Letzteres habe ich dann auch gemacht (und später dank Google Earth gemerkt, dass ich den Zustieg auch einfacher hätte haben können, wenn die Wanderkarten aktuell wären!).
Trotz der Länge ist das jedenfalls ein sehr schöner Weg, an der malerischen Gerlostalalm vorbei, über die herbstlichen Bergwiesen im weiten Bogen auf den Südgrat des Kreuzjoches – und da leider auch öfter mal auf und ab, was aber immerhin dazu führt, dass man einiges an Gipfelzielen quasi en passant mitnimmt.
Zurück nimmt man dann sinnvollerweise den „Normalweg“ von Gerlos über den Ostgrat, der auch sehr schön ist. Leider war ich etwas darauf fixiert, die letzte Talfahrt der Seilbahn zu erwischen, weswegen ich diesen Abschnitt nicht so genossen habe, wie ich hätte können. Insgesamt war’s aber trotzdem ein überaus befriedigender Tag.
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Kitzbüheler Alpen | Mit Tag(s) versehen: Gamsköpfl, Gerlos, Gerlostal, Gerlostalalm, Isskogel, Kitzbüheler Alpen, Kreuzjoch, Zell am Ziller, Zillertal |
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Verfasst von raystronaut
6. Oktober 2009
Es ist erstaunlich, wie sehr ein schöner Herbsttag die Leute ins Gebirge lockt, auch wenn ausnahmsweise mal nicht Nationalfeiertag ist: nämlich mindestens so viele, dass die Parkplätze an der Ammerwaldalm schon am frühen Morgen so ziemlich alle belegt waren. Also schon wieder ein detailliert ausgearbeiteter Plan vereitelt. Mist.
Nach einigem Hin und Her habe ich mich dann entschlossen, ganz bis an den äußersten Rand meiner mitgebrachten Wanderkarte weiterzufahren und einen Berg mit dem Namen Zunterkopf zu besteigen, von dem ich vorher im Leben noch nichts gehört hatte. Meine Befürchtung, dass sich der Aufstieg in typischer Ammergauer-Alpen-Manier als verwitterter Jägersteig herausstellen könnte, traf aber zum Glück nicht ein. Der Weg hört zwar verwirrenderweise auf die Bezeichnung „Breitenwang Tauern“ oder auch „Tauernspitz“ - was der Name des nächsten Gipfels ist, auf den weiterführende, tatsächlich eher verdächtig aussehende Steigspuren sich noch ziehen.
Wenn man aber am Zunterkopf bleibt (das ist das erste Gipfelkreuz, das man erreicht), dann ist das durchaus eine schöne, wenn auch nicht überwältigend anspruchsvolle Bergwanderung, die auch – offenkundig – weniger überlaufen ist als die Ammerwald-Wege auf der anderen Talseite. Und die Aussicht ist wahrscheinlich auch besser – auf die nördlichen Ammergauer, das Reuttener Becken, den Hahnenkamm, ins Lechtal, auf den Thaneller…
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Ammergauer Alpen | Mit Tag(s) versehen: Ammergauer Alpen, Außerfern, Breitenwang, Plansee, Reutte, Tauernspitz, Zunterkopf |
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Verfasst von raystronaut
4. Oktober 2009
Okay, man stelle sich vor, in Deutschland ist Nationalfeiertag, und es ist schönes Wetter. Man stelle sich weiterhin vor, man hätte ziemlich lange geschlafen, wollte aber angesichts der wirklich großartigen Wetters doch noch kurz in die Berge.
Man stellt schnell fest: Genauso geht es ganz Oberbayern.
Plant eigentlich niemand seine Feiertagsausflüge im Voraus? Weil: Mit einem kilometerlangen Stau vor der Mautstelle bei Hinterriß hatte ich um 12 Uhr eigentlich nicht gerechnet. Da war natürlich klar, dass der kleine Plumsjochparkplatz voll sein würde. Drum bin ich gleich mal umgekehrt – und prompt in den österreichische Sirenentest geraten. Wieder was gelernt: Auch Hinterriß hat eine eigene Warnsirene.
Okay, Plan B: Am Achensee gibt es diese schöne Almwanderung, die auch noch recht schnell geht, und wo man mittendrin – am Zirmjoch – diesen schönen Blick in die Brandenberg Alpen hat. Auf dem Parkplatz ist tatsächlich auch noch jede Menge Platz. Aber hier braucht man Münzen für den Parkautomaten. Ich habe nichts gegen Parkraumbewirtschaftung, auch nicht in den Bergen, wirklich nicht. Aber kann man die Dinger bitte so ausstatten, dass sie auch Scheine nehmen oder EC-Karten oder Geldkarten oder Kreditkarten oder Handy-Cash oder… PayPal… was weiß ich.
Inzwischen ist es 14 Uhr durch… also Plan C: Einmal rauf zur Zöhreralm und wieder runter. 400 Höhenmeter, keine zwei Stunden dauert das Ganze, es ist mehr ein Bergspaziergang als eine Bergtour. Aber: selber schuld. Mehrfach. Also lieber nicht beklagen, sondern sich einfach am herbstlichen Panorama erfreuen…
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Rofan | Mit Tag(s) versehen: Achental, Achensee, Zöhreralm, Adlerhorst, Achenkirch, Unnutz, Tag der Deutschen Einheit, Probealarm |
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Verfasst von raystronaut
4. Oktober 2009
Was macht man, wenn sooo schönes Wetter ist, aber leider eigentlich Bundestagswahltag ist und man ja irgendwann auch wählen gehen sollte? Genau, man läuft morgens mal schnell zum Osterfeuerkopf rauf. Ist ja wohl das mindeste.
War es auch – irgendwie hatten wir den Zeitbedarf für diesen kleinen Gipfel ganz vorne in den Alpen doch noch etwas überschätzt und dadurch am Ende noch genug Zeit, um zirka 30-mal wählen zu gehen. Aber andererseits war es auch ganz gut, dass wir so früh dran waren, denn die ganzen Einheimischen hatten sich das offenbar so ähnlich vorgestellt wie wir, nur dass sie erst gewählt haben und dann zum Gipfel aufgebrochen sind – die Menge an Menschen, die uns beim Abstieg entgegen kam, war echt beeindruckend, zumal der Gipfel des Osterfeuerkopfes nicht wirklich viel Platz bietet. Und die Autos auf dem Parkplatz waren dann tatsächlich überwiegend aus GAP.
Aber definitiv die erste herbstliche Wanderung, mit viel Frühnebel und fallendem Laub… absolut stimmungsvoll! Zumindest beim einsamen Aufstieg.
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Estergebirge | Mit Tag(s) versehen: Eschenlohe, Estergebirge, Garmisch-Partenkirchen, Osterfeuerkopf, Osterfeuerspitze |
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Verfasst von raystronaut
4. Oktober 2009
Eins mal gleich vorweg: Ich kann eigentlich nicht empfehlen, den Wechselkopf zu besteigen. Ich hab’s gemacht, abgehakt, fertig. Aber wiederholen würde ich es eher nicht.
Auf manchen Karten ist ein Wanderweg zum Wechselkopf eingezeichnet – das war auch für mich der Punkt, von dem aus alles losging. Und zwar zweigt dieser Weg angeblich auf der Schulter unterhalb des Gipfels vom Weg von der Rohntalalm zur Rappenklammspitze ab. Nun, was soll ich lange drumrum reden – diesen Weg gab es auch einmal, aber er ist inzwischen offenbar schon eine ganze Weile aufgelassen. Man muss sich zunächst eine ganze Zeit durch inzwischen relativ dichte Latschenbestände schlagen, die den Weg langsam, aber sicher, zurückerobern. Das Harz davon hatte ich tagelang an den Armen (und am Rucksack).
Dann kommt man an eine inzwischen stark erodierte Stelle, an der man über rutschiges Gelände in ein schmales, stark ausgesetztes Joch absteigen muss. Der Gegenanstieg ist übrigens auch nicht viel besser. Nun nähert man sich dem Gipfel, verliert aber den Weg endgültig. Na gut, Gipfel ist nach oben – also nicht so schlimm.
Am Gipfel angekommen, wollte ich dann nach Möglichkeit vermeiden, den Weg wieder zurück zu gehen. Zum Glück sieht man von oben schon einen Jägersteig, der sich am Hang entlang zieht in Richtung Torscharte. (Über den hatte ich auch im Internet gelesen.) Allerdings beginnt dieser Steig ca. 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfels in zerklüftetem, steilem Gelände – da muss man erst mal hinfinden.
Im Großen und Ganzen war dieser Steig dann tatsächlich etwas angenehmer als der Hinweg; allerdings verlor er sich irgendwann in einem großen Geröllfeld, so dass ich am Ende weglos durch den lichten Wald absteigen musste und dann sicherheitshalber in einem trockenen, flachen Flussbett den Rest des Wegs zur Rohntalalm zurück gelegt habe.
Spannend, ja. Entspannend, nicht so sehr.
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Karwendel | Mit Tag(s) versehen: Hinterriß, Karwendel, Rappenklammspitze, Rohntal, Rohntalalm, Wechselkopf |
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Verfasst von raystronaut
4. Oktober 2009
Die Grüblspitze ist so ein Stand-by-Berg, den man eigentlich immer mal machen kann, wenn einem nicht recht was Besseres einfallen will. Allerdings wird man ihr mit dieser Kategorisierung auch nicht so richtig gerecht, denn es ist eigentlich ein sehr schöner Berg mit einem Aufstieg, der viel interessanter ist, als es der Blick auf die Karte vermuten lassen würde.
Erst geht es über die talnahen Almenhänge des Tuxertals, dann kurz durch den Wald (dabei immer von einer Alm zur anderen) und schließlich über die weiten Wiesenhänge unterhalb des Gipfels, von denen aus man schon einen tollen Blick über das ganze Tuxertal und ins Junstal hat.
Der Vorteil/Nachteil: den Abstieg kann man mit der Seilbahn entscheidend abkürzen – was natürlich auch dazu führt, dass man nicht eben auf Bergeinsamkeit trifft. Und teilweise wird man sogar komisch angeguckt von den Seilbahnbenutzern, die gar nicht verstehen können, dass man vielleicht auch mal „by fair means“ hier rauf kommen möchte. Aber gut für die Knie ist das trotzdem.
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Tuxer Alpen | Mit Tag(s) versehen: Eggalm, Grüblspitz, Grüblspitze, Lanersbach, Tuxer Alpen, Tuxertal, Zillertal |
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Verfasst von raystronaut